G
GehtNicht-GibtsNicht
Gast
Borderline-Angehöriger braucht dringend Rat!!!
Hallo an alle, die mit dem Begriff "Borderline" etwas anfangen können...
Ich habe ein ziemlich dickes Problem und hoffe, dass ich hier Hilfe, Rat und Ideen bekomme, wie ich das, was ich gleich schildern werde, wieder zum Guten wenden kann..........
Um zu beschreiben, wie die momentane Situation aussieht, muss ich ziemlich ausholen - ich hoffe, dass den Artikel dann trotzdem noch jemand ließt...
Also: Meine (seit ein paar Tagen Ex-)Partnerin leidet an Borderline. Sie war vor Jahren (also lange vor meiner Zeit) in einer Therapie und wurde damals "als geheilt entlassen". Das bedeutet meiner Meinung nach aber mehr, dass Sie danach wieder in der Lage war, ihr Leben im Rahmen der Möglichkeiten wieder im Griff behalten zu können, denn Borderline ist ja - soweit ich weiß - nicht wirklich "heilbar".
Im Verlauf unserer Beziehung haben wir verdammt viel durchgemacht und uns gegenseitig sehr oft sehr weh getan (sowohl seelisch, als auch körperlich). Für meine Person muss ich gestehen, dass mir in der Vergangenheit die Tatsache, dass sie Borderlinerin ist, eigentlich nicht wirklich gegenwärtig war. Ich habe es auch versäumt, mich mit diesem Thema zu befassen - sowohl mit der Sicht des Borderliners, als auch mit der Sicht des Angehörigen. Erst jetzt, da "das Kind in den Brunnen gefallen" ist (oder halt doch noch nicht - das ist eben die Frage...), erkenne ich, wie wichtig dies aber gewesen wäre!
Durch all das, was wir durchgemacht und uns angetan haben, sind in uns beiden mittlerweile so tiefe Wunden entstanden, dass zuletzt keiner mehr in der Lage war, mit "normalen" Klein-Problemen, die der gemeinsame Alltag so mit sich bringt, anständig umzugehen. Jeder kleine Tropfen brachte sofort das ganze Fass zum überlaufen... Jedesmal... Somit konnten wir mit den Punkten, in denen wir in unserer Beziehung kompromissbereit sein mussten (und früher auch waren) auch nicht mehr umgehen. Es gab kaum noch Verständnis für den jeweils anderen, jeder war nur noch damit beschäftigt, seinen eigenen A**** so gut wie möglich durch die vorliegende Lebenssituation zu kriegen. Dazu war - zumindest bei mir - auch noch die Vertrauensbasis durch Geschhnisse der Vergangenheit stark angeknachst. Alles in Allem also ziemlich üble Voraussetzungen, um Vergangenheits- und Problembewältigung zu betreiben...
Nun bin ich ein Mensch, der ein sehr ausgeprägtes Ich-Bewußtsein hat - zumindest dann, wenn es ihm gut geht. Aber gut ging es mir eben schon seit langem nicht mehr. Also war ich mit mir selbst unzufrieden, mit der Gesamtsituation unzufrieden und habe mich natürlich auch dementsprechend verhalten. Denn wie gesagt: Zum einen bestand kaum noch wirkliche (also aus wahrer Überzeugung gegebene) Rücksichtnahme und zum anderen hatte ich die Tatsache, dass sie Borderlinerin ist, und was diese Tatsache für das Zusammenleben bedeutet, nicht wirklich verinnerlicht. Vor allem habe ich nicht darauf geachtet, dass bestimmte Ideen meinerseits, das eigentlich dazu dienen sollte, die Beziehung und die Liebe zu retten, für einen Borderliner etwas Unmögliches darstellen. Konkret: Um dafür zu sorgen, dass einfach mal wieder Ruhe in unser Leben einkehren kann und zur Wiederherstellung meiner eigenen Zufriedenheit sah ich nur einen gangbaren und erfolgversprechenden Weg. Ich wollte einfach, dass jeder wieder seine eigenen vier Wände hat, so dass es für jeden Raum und Zeit gibt, sich ab und an zurückzuziehen (nein, das sollte keine Möglichkeit zum "Davonlaufen" bei grade mal wieder auftretenden Klein-Problemen sein!!! Es sollte nur dazu dienen, dass beide erst einmal wieder Kraft sammeln und "innerlich gesunden" können. Die wirklich großen Konflikten und Eskalationen aufgrund der beiderseits blank liegenden Nerven, die ja schon aus Klein-Problemen entstanden, sollten einfach mal "vor der Tür stehen gelassen" werden können).
Sie war verständlicherweise nicht wirklich begeistert von diesem Vorschlag, aber sie signalisierte letztenendes, dass sie es doch mit ausprobieren wolle, da sie mich doch liebt. In dieser Zeit hatte sie parallel damit begonnen, wieder Antidepressiva zu nehmen, damit sie mit der ganzen Situation (also die Lebensumstände, in denen wir uns befanden, nicht der vielleicht bevorstehende Auszug) besser zurecht kommt und es sie nicht "wieder so umhaut" wie es einmal innerhalb einer großen Krise im Laufe unserer Beziehung passierte.
Aber der Weg wurde zunächst doch nochmal auf Eis gelegt und es wurde ein "letzter Versuch" beschlossen, unsere Beziehung und unsere Liebe zu retten.
Zunächst ging es uns - wie immer - wieder recht gut, das Leben war schön, der Umgang miteinander meist liebevoll... Doch es kam wie es kommen musste: der nächste "kleine Tropfen" brachte wieder die Fässer zum überlaufen und nun konnte ich einfach nicht mehr... Also sagte ich ihr (natürlich sehr bestimmt und recht barsch - ich kann doch selbst nicht mehr...), dass ich es nun definitiv machen werde! Und vor allem, dass ich versuchen würde, innerhalb kürzester Zeit "hier raus" zu sein. Warum das so schnell gehen sollte, erläutere ich nachher noch.
In den kommenden Tagen war ich - geprägt durch meine "Wut im Bauch" sehr kühl und reserviert. Ich wollte einfach "hart bleiben", nicht wieder "umfallen", weil alles andere doch "eh immer wieder schief geht". Was ich aber nicht wollte, war meine Gefühle für sie dadurch zu zerstören (also nicht nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn). Nein, das wollte ich zu keiner Zeit wirklich! Klar, der Gedanke daran kam schon mal hoch, aber ich muss gestehen, dass ich trotz meines ausgeprägten Ich-Bewusstseins mit dem Alleinsein und dem Alleinleben große Schwierigkeiten habe. Ich kann eigentlich nur dann eigene Freiräume gestalten und Muse finden, wenn ich weiß "wo mein A**** hingehört". Ich wollte mich also gefühlsmäßig nicht von ihr lösen, sondern es einfach "schaffen", den rein rational und nicht emotional als Lösungsweg gefassten Entschluss umzusetzen. Innerhalb von 4 Tagen hatte ich eine Wohnung und den Mietvertrag in der Tasche. Am darauffolgenden Wochenende wollte ich bereits mit den wichtigsten Sachen ausziehen.
Und dann geschah folgendes: Donerstags vor diesem Wochenende trat sie mir morgens gegenüber und hatte diese Wärme, diese unglaublich auf mich wirkende Güte, durch die sie stets in der Lage war, so tief in mein Inneres vorzudringen und mein Herz in der schönsten Weise anzurühren, wie ich es jemals erlebte. UND DAS WAR STETS DIE EIGENTLICHE BASIS MEINER LIEBE ZU IHR... DIES UND DAS DAMIT EINHERGEHENDE TIEFE VERSTÄNDNIS, JA GERADEZU EINE SEELENVERWANDSCHAFT, DIE WIR FÜREINANDER EMPFANDEN.......... Der Effekt: Die "Mauer" um mich und mein Herz fiel augenblicklich zusammen! Wie ein Kartenhaus. Ich versuchte zwar, mir dies nicht anmerken zu lassen, was mir möglicherweise auch gelang, doch die Mauer war zerstört. In der Nacht hatten wir nocheinmal Sex. Und der Sex zwischen uns war außergewöhnlich... Wir beide haben sehr exzessive Faibles, Phantasien und Gelüste, und jeder von uns hatte im jeweils anderen ENDLICH den Partner gefunden, mit dem er all das ausleben konnte, bzw. bei ihr war es zudem so, dass ich ihr die Hemmungen, diese Dinge tatsächlich auszuleben, endlich nehmen konnte. Und damit sind wir auch schon bei der Erläuterung, warum ich so schnell "hier raus" wollte: Ich wollte nicht miterleben müssen, dass sie sich über die Faschingszeit (denn da "knistert" die Luft zwischen Männlein und Weiblein ja bekanntermaßen besonders stark) so richtig schön "amüsiert" (denn mir war klar, dass sie nach meinem o. g. Entschluss erst einmal nicht besonders gut auf mich zu sprechen sein würde und sich daher mit Sicherheit "volle Lotte" in den Fastnachts-Rummel stürzen würde). Klar, vielleicht hätte sie sich wirklich nur "normal" amüsiert, aber irgendwie hatte / habe ich halt ein anderes Gefühl im Bauch. Und wie Eingangs erwähnt ist halt leider auch die Vertrauensbasis angeknachst...
Es kam also das Wochenende und es stand schon fest, dass sie von Freitag Mittag bis Sonntag Abend nicht da sein würde. Ich packte also meine Sachen und wurde immer trauriger und einsamer dabei. Ich schrieb ihr dies in einer SMS und bekam nur eine "kalte" und "abfertigende" Antwort. Dies tat mir natürlich weh und stürzte mich noch weiter in meine Traurigkeit. Und der "Fässer-Überlauf-Effekt" tat dann noch sein Übriges dazu! Ich erhielt natürlich auf keine meiner SMS-se mehr eine Antwort...
Doch nun kommt das, was eigentlich zu meinem Hilferuf hier führt:
Nach diesem Wochenende (alles in allem also rund drei Wochen nach dem Beginn des "letzten Versuchs", der ja aus tiefer Liebe und Hoffnung unternommen wurde) sagte sie mir kalt und völlig distanziert, dass sie mich nicht mehr liebt. Nicht, dass sie nicht wisse, ob oder ob nicht, sondern dass sie mich "in ihrem Herzen nicht mehr spürt". DAS TRAF MICH WIE EIN BLITZSCHLAG!!! Denn wie beschrieben war meine Mauer ja zerbröselt... Dieser Stich ging widerstandslos direkt in mein Herz...
Sie hat mich komplett aus ihren Gefühlen und ihrem Leben gekickt! Und ja, sie amüsiert sich richtig gut, jetzt in diesen "närrischen Tagen". Was meine oben angesprochenen Befürchtungen diesbezüglich angeht, habe ich Hinweise / Indizien sowohl auf Bestätigung dieser Angst, als auch auf das Gegenteil. Und ja, es ist eine wirkliche Angst. Es sind Angstausbrüche, die ICH jetzt versuche mit Antidepressiva auszuhalten... Ich habe gestern in der hießigen Uni-Klinik in der Psychiatrie um Hilfe gebeten und man bot mir sogar die Option auf einen stationären Aufenthalt an. Aber ich habe mich entschieden, die Dinge erst einmal mit Hilfe eines niedergelassenen Psychiaters anzugehen.
So, das ist soweit der Stand der Dinge. Kommen wir also zu dem, was mich jetzt so unglaublich quält:
Ist das Verhalten, das sie jetzt praktiziert, wirklich eine Reaktion, die völlig normal und OK ist, weil sie mich in der Tat nicht mehr liebt? Könnte ja wirklich sein (wenn auch unwahrscheinlich, aber eben halt nicht unmöglich), dass sie dies in der Tat innerhalb so kurzer Zeit feststellte oder es sich in der kurzen Zeit so entwickelte...
Oder aber ist es eine reine Schutzreaktion, was auch normal wäre, und fehlen die im Normalfall zwischendurch doch auftauchenden Momente, in denen sie traurig ist und die wahren Gefühle durchbrechen nur deshalb, weil die Antidepressiva nach nun rund 3 Wochen zwischenzeitlich wirken?
Oder ist es ein typisches Borderliner-Verhalten, weil ich sie (in meiner Sicht nur räumlich, in ihrer Sicht aber auch gefühlsmäßig) verlassen habe? Verschwinden bei einem Borderliner in diesem Falle die Liebesgefühle für den Partner vielleicht tatsächlich "einfach so" und "so schnell" aus dem Herzen? Und kommen sie genau "so schnell" und "einfach so" auch wieder zurück? Und gibt es "spezielle Schlüsselmomente", in denen das dann passiert (so wie es auch "Schlüsselmomente" gäbe, durch die die Gefühle verschwinden, wenn meine hier beschriebene Variante überhaupt zutreffend ist...)? Und vermeiden die Antidepressiva vielleicht aber, dass die "Rückkehr-Schlüsselmomente" auch zur Rückkehr der Gefühle führen?
Oh mein Gott... Fragen über Fragen...
Aber ich muss versuchen Klarheit und Sicherheit über diese Fragen zu bekommen, da ich nur dann den richtigen Weg finden kann, sie, die Liebe und Erfüllung meines Lebens, wiederzugewinnen... Und ich will sie wiedergewinnen... Und ich will lernen, besser mit der Tatsache zu leben, dass sie Borderlinerin ist... Und ich will lernen, dass mir diese Tatsache auch stets gegenwärtig sein muss, denn nur dann kann ich sie richtig verstehen und mich widerum richtig verhalten...
Und ich hoffe, dass sie in der Faschingszeit das "Amüsement" wenigstens auf Frauen beschränkt, denn damit hatte ich nie ein Problem (und habe es auch jetzt nicht)... Sie ist so tief in meinem Herzen, dass ich den Gedanken daran, dass es nicht nur Frauen sind, mit denen sie sich "vergnügt" nicht ertragen kann. Ich müsste sie dazu aufhören zu lieben. Dies könnte ich mit den Medikamenten, die ich ja jetz auch nehme, sicherlich einfacher schaffen, als ohne. Aber das ist es ja gar nicht, was ich erreichen will... Ich will nur diese für mich ja eigentlich NICHT zu ertragenden Gedanken und daraus resultierende Ängste überstehen.........
Bitte ihr da draußen, gebt mir Hinweise, gebt mir Tips, gebt mir Antworten......
Helft mir........
Helft UNS...............................
Tom
Hallo an alle, die mit dem Begriff "Borderline" etwas anfangen können...
Ich habe ein ziemlich dickes Problem und hoffe, dass ich hier Hilfe, Rat und Ideen bekomme, wie ich das, was ich gleich schildern werde, wieder zum Guten wenden kann..........
Um zu beschreiben, wie die momentane Situation aussieht, muss ich ziemlich ausholen - ich hoffe, dass den Artikel dann trotzdem noch jemand ließt...
Also: Meine (seit ein paar Tagen Ex-)Partnerin leidet an Borderline. Sie war vor Jahren (also lange vor meiner Zeit) in einer Therapie und wurde damals "als geheilt entlassen". Das bedeutet meiner Meinung nach aber mehr, dass Sie danach wieder in der Lage war, ihr Leben im Rahmen der Möglichkeiten wieder im Griff behalten zu können, denn Borderline ist ja - soweit ich weiß - nicht wirklich "heilbar".
Im Verlauf unserer Beziehung haben wir verdammt viel durchgemacht und uns gegenseitig sehr oft sehr weh getan (sowohl seelisch, als auch körperlich). Für meine Person muss ich gestehen, dass mir in der Vergangenheit die Tatsache, dass sie Borderlinerin ist, eigentlich nicht wirklich gegenwärtig war. Ich habe es auch versäumt, mich mit diesem Thema zu befassen - sowohl mit der Sicht des Borderliners, als auch mit der Sicht des Angehörigen. Erst jetzt, da "das Kind in den Brunnen gefallen" ist (oder halt doch noch nicht - das ist eben die Frage...), erkenne ich, wie wichtig dies aber gewesen wäre!
Durch all das, was wir durchgemacht und uns angetan haben, sind in uns beiden mittlerweile so tiefe Wunden entstanden, dass zuletzt keiner mehr in der Lage war, mit "normalen" Klein-Problemen, die der gemeinsame Alltag so mit sich bringt, anständig umzugehen. Jeder kleine Tropfen brachte sofort das ganze Fass zum überlaufen... Jedesmal... Somit konnten wir mit den Punkten, in denen wir in unserer Beziehung kompromissbereit sein mussten (und früher auch waren) auch nicht mehr umgehen. Es gab kaum noch Verständnis für den jeweils anderen, jeder war nur noch damit beschäftigt, seinen eigenen A**** so gut wie möglich durch die vorliegende Lebenssituation zu kriegen. Dazu war - zumindest bei mir - auch noch die Vertrauensbasis durch Geschhnisse der Vergangenheit stark angeknachst. Alles in Allem also ziemlich üble Voraussetzungen, um Vergangenheits- und Problembewältigung zu betreiben...
Nun bin ich ein Mensch, der ein sehr ausgeprägtes Ich-Bewußtsein hat - zumindest dann, wenn es ihm gut geht. Aber gut ging es mir eben schon seit langem nicht mehr. Also war ich mit mir selbst unzufrieden, mit der Gesamtsituation unzufrieden und habe mich natürlich auch dementsprechend verhalten. Denn wie gesagt: Zum einen bestand kaum noch wirkliche (also aus wahrer Überzeugung gegebene) Rücksichtnahme und zum anderen hatte ich die Tatsache, dass sie Borderlinerin ist, und was diese Tatsache für das Zusammenleben bedeutet, nicht wirklich verinnerlicht. Vor allem habe ich nicht darauf geachtet, dass bestimmte Ideen meinerseits, das eigentlich dazu dienen sollte, die Beziehung und die Liebe zu retten, für einen Borderliner etwas Unmögliches darstellen. Konkret: Um dafür zu sorgen, dass einfach mal wieder Ruhe in unser Leben einkehren kann und zur Wiederherstellung meiner eigenen Zufriedenheit sah ich nur einen gangbaren und erfolgversprechenden Weg. Ich wollte einfach, dass jeder wieder seine eigenen vier Wände hat, so dass es für jeden Raum und Zeit gibt, sich ab und an zurückzuziehen (nein, das sollte keine Möglichkeit zum "Davonlaufen" bei grade mal wieder auftretenden Klein-Problemen sein!!! Es sollte nur dazu dienen, dass beide erst einmal wieder Kraft sammeln und "innerlich gesunden" können. Die wirklich großen Konflikten und Eskalationen aufgrund der beiderseits blank liegenden Nerven, die ja schon aus Klein-Problemen entstanden, sollten einfach mal "vor der Tür stehen gelassen" werden können).
Sie war verständlicherweise nicht wirklich begeistert von diesem Vorschlag, aber sie signalisierte letztenendes, dass sie es doch mit ausprobieren wolle, da sie mich doch liebt. In dieser Zeit hatte sie parallel damit begonnen, wieder Antidepressiva zu nehmen, damit sie mit der ganzen Situation (also die Lebensumstände, in denen wir uns befanden, nicht der vielleicht bevorstehende Auszug) besser zurecht kommt und es sie nicht "wieder so umhaut" wie es einmal innerhalb einer großen Krise im Laufe unserer Beziehung passierte.
Aber der Weg wurde zunächst doch nochmal auf Eis gelegt und es wurde ein "letzter Versuch" beschlossen, unsere Beziehung und unsere Liebe zu retten.
Zunächst ging es uns - wie immer - wieder recht gut, das Leben war schön, der Umgang miteinander meist liebevoll... Doch es kam wie es kommen musste: der nächste "kleine Tropfen" brachte wieder die Fässer zum überlaufen und nun konnte ich einfach nicht mehr... Also sagte ich ihr (natürlich sehr bestimmt und recht barsch - ich kann doch selbst nicht mehr...), dass ich es nun definitiv machen werde! Und vor allem, dass ich versuchen würde, innerhalb kürzester Zeit "hier raus" zu sein. Warum das so schnell gehen sollte, erläutere ich nachher noch.
In den kommenden Tagen war ich - geprägt durch meine "Wut im Bauch" sehr kühl und reserviert. Ich wollte einfach "hart bleiben", nicht wieder "umfallen", weil alles andere doch "eh immer wieder schief geht". Was ich aber nicht wollte, war meine Gefühle für sie dadurch zu zerstören (also nicht nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn). Nein, das wollte ich zu keiner Zeit wirklich! Klar, der Gedanke daran kam schon mal hoch, aber ich muss gestehen, dass ich trotz meines ausgeprägten Ich-Bewusstseins mit dem Alleinsein und dem Alleinleben große Schwierigkeiten habe. Ich kann eigentlich nur dann eigene Freiräume gestalten und Muse finden, wenn ich weiß "wo mein A**** hingehört". Ich wollte mich also gefühlsmäßig nicht von ihr lösen, sondern es einfach "schaffen", den rein rational und nicht emotional als Lösungsweg gefassten Entschluss umzusetzen. Innerhalb von 4 Tagen hatte ich eine Wohnung und den Mietvertrag in der Tasche. Am darauffolgenden Wochenende wollte ich bereits mit den wichtigsten Sachen ausziehen.
Und dann geschah folgendes: Donerstags vor diesem Wochenende trat sie mir morgens gegenüber und hatte diese Wärme, diese unglaublich auf mich wirkende Güte, durch die sie stets in der Lage war, so tief in mein Inneres vorzudringen und mein Herz in der schönsten Weise anzurühren, wie ich es jemals erlebte. UND DAS WAR STETS DIE EIGENTLICHE BASIS MEINER LIEBE ZU IHR... DIES UND DAS DAMIT EINHERGEHENDE TIEFE VERSTÄNDNIS, JA GERADEZU EINE SEELENVERWANDSCHAFT, DIE WIR FÜREINANDER EMPFANDEN.......... Der Effekt: Die "Mauer" um mich und mein Herz fiel augenblicklich zusammen! Wie ein Kartenhaus. Ich versuchte zwar, mir dies nicht anmerken zu lassen, was mir möglicherweise auch gelang, doch die Mauer war zerstört. In der Nacht hatten wir nocheinmal Sex. Und der Sex zwischen uns war außergewöhnlich... Wir beide haben sehr exzessive Faibles, Phantasien und Gelüste, und jeder von uns hatte im jeweils anderen ENDLICH den Partner gefunden, mit dem er all das ausleben konnte, bzw. bei ihr war es zudem so, dass ich ihr die Hemmungen, diese Dinge tatsächlich auszuleben, endlich nehmen konnte. Und damit sind wir auch schon bei der Erläuterung, warum ich so schnell "hier raus" wollte: Ich wollte nicht miterleben müssen, dass sie sich über die Faschingszeit (denn da "knistert" die Luft zwischen Männlein und Weiblein ja bekanntermaßen besonders stark) so richtig schön "amüsiert" (denn mir war klar, dass sie nach meinem o. g. Entschluss erst einmal nicht besonders gut auf mich zu sprechen sein würde und sich daher mit Sicherheit "volle Lotte" in den Fastnachts-Rummel stürzen würde). Klar, vielleicht hätte sie sich wirklich nur "normal" amüsiert, aber irgendwie hatte / habe ich halt ein anderes Gefühl im Bauch. Und wie Eingangs erwähnt ist halt leider auch die Vertrauensbasis angeknachst...
Es kam also das Wochenende und es stand schon fest, dass sie von Freitag Mittag bis Sonntag Abend nicht da sein würde. Ich packte also meine Sachen und wurde immer trauriger und einsamer dabei. Ich schrieb ihr dies in einer SMS und bekam nur eine "kalte" und "abfertigende" Antwort. Dies tat mir natürlich weh und stürzte mich noch weiter in meine Traurigkeit. Und der "Fässer-Überlauf-Effekt" tat dann noch sein Übriges dazu! Ich erhielt natürlich auf keine meiner SMS-se mehr eine Antwort...
Doch nun kommt das, was eigentlich zu meinem Hilferuf hier führt:
Nach diesem Wochenende (alles in allem also rund drei Wochen nach dem Beginn des "letzten Versuchs", der ja aus tiefer Liebe und Hoffnung unternommen wurde) sagte sie mir kalt und völlig distanziert, dass sie mich nicht mehr liebt. Nicht, dass sie nicht wisse, ob oder ob nicht, sondern dass sie mich "in ihrem Herzen nicht mehr spürt". DAS TRAF MICH WIE EIN BLITZSCHLAG!!! Denn wie beschrieben war meine Mauer ja zerbröselt... Dieser Stich ging widerstandslos direkt in mein Herz...
Sie hat mich komplett aus ihren Gefühlen und ihrem Leben gekickt! Und ja, sie amüsiert sich richtig gut, jetzt in diesen "närrischen Tagen". Was meine oben angesprochenen Befürchtungen diesbezüglich angeht, habe ich Hinweise / Indizien sowohl auf Bestätigung dieser Angst, als auch auf das Gegenteil. Und ja, es ist eine wirkliche Angst. Es sind Angstausbrüche, die ICH jetzt versuche mit Antidepressiva auszuhalten... Ich habe gestern in der hießigen Uni-Klinik in der Psychiatrie um Hilfe gebeten und man bot mir sogar die Option auf einen stationären Aufenthalt an. Aber ich habe mich entschieden, die Dinge erst einmal mit Hilfe eines niedergelassenen Psychiaters anzugehen.
So, das ist soweit der Stand der Dinge. Kommen wir also zu dem, was mich jetzt so unglaublich quält:
Ist das Verhalten, das sie jetzt praktiziert, wirklich eine Reaktion, die völlig normal und OK ist, weil sie mich in der Tat nicht mehr liebt? Könnte ja wirklich sein (wenn auch unwahrscheinlich, aber eben halt nicht unmöglich), dass sie dies in der Tat innerhalb so kurzer Zeit feststellte oder es sich in der kurzen Zeit so entwickelte...
Oder aber ist es eine reine Schutzreaktion, was auch normal wäre, und fehlen die im Normalfall zwischendurch doch auftauchenden Momente, in denen sie traurig ist und die wahren Gefühle durchbrechen nur deshalb, weil die Antidepressiva nach nun rund 3 Wochen zwischenzeitlich wirken?
Oder ist es ein typisches Borderliner-Verhalten, weil ich sie (in meiner Sicht nur räumlich, in ihrer Sicht aber auch gefühlsmäßig) verlassen habe? Verschwinden bei einem Borderliner in diesem Falle die Liebesgefühle für den Partner vielleicht tatsächlich "einfach so" und "so schnell" aus dem Herzen? Und kommen sie genau "so schnell" und "einfach so" auch wieder zurück? Und gibt es "spezielle Schlüsselmomente", in denen das dann passiert (so wie es auch "Schlüsselmomente" gäbe, durch die die Gefühle verschwinden, wenn meine hier beschriebene Variante überhaupt zutreffend ist...)? Und vermeiden die Antidepressiva vielleicht aber, dass die "Rückkehr-Schlüsselmomente" auch zur Rückkehr der Gefühle führen?
Oh mein Gott... Fragen über Fragen...
Aber ich muss versuchen Klarheit und Sicherheit über diese Fragen zu bekommen, da ich nur dann den richtigen Weg finden kann, sie, die Liebe und Erfüllung meines Lebens, wiederzugewinnen... Und ich will sie wiedergewinnen... Und ich will lernen, besser mit der Tatsache zu leben, dass sie Borderlinerin ist... Und ich will lernen, dass mir diese Tatsache auch stets gegenwärtig sein muss, denn nur dann kann ich sie richtig verstehen und mich widerum richtig verhalten...
Und ich hoffe, dass sie in der Faschingszeit das "Amüsement" wenigstens auf Frauen beschränkt, denn damit hatte ich nie ein Problem (und habe es auch jetzt nicht)... Sie ist so tief in meinem Herzen, dass ich den Gedanken daran, dass es nicht nur Frauen sind, mit denen sie sich "vergnügt" nicht ertragen kann. Ich müsste sie dazu aufhören zu lieben. Dies könnte ich mit den Medikamenten, die ich ja jetz auch nehme, sicherlich einfacher schaffen, als ohne. Aber das ist es ja gar nicht, was ich erreichen will... Ich will nur diese für mich ja eigentlich NICHT zu ertragenden Gedanken und daraus resultierende Ängste überstehen.........
Bitte ihr da draußen, gebt mir Hinweise, gebt mir Tips, gebt mir Antworten......
Helft mir........
Helft UNS...............................
Tom