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Ich bin hässlich.

Ich bin jemand, dem schon als Kind gesagt wurde, dass ich wie ein ganz schlaues Mädchen aussehe, während alle anderen normale Komplimente über ihr Aussehen bekommen haben. Und ich bin ehrlich, früher war mir das egal. In der Grundschule und auch später an der weiterführenden Schule, als ich sogar deshalb gemobbt wurde und sich andere über mich lustig gemacht haben, weil ich so hässlich wäre, dass mich bestimmt niemand jemals haben will. Vielleicht sind die Beleidigungen nie zu mir durchgedrungen, weil ich noch viel zu kindisch war und emotional noch gar nicht so weit, mir über mein Aussehen Gedanken zu machen. Vielleicht lag es auch daran, dass Erwachsene zu nicht so hübschen Kindern oft sagen, dass ihre Zeit noch kommen wird - das heißt dann meist, dass man entweder noch hübsch wird, wenn man älter wird, oder aber dass man die Hässlichkeit als Erwachsener mit Intelligenz und Erfolg ausgleichen kann. Ich habe das auch immer geglaubt. Aber als ich ungefähr 17 war, fing mir langsam an zu dämmern, dass das vielleicht doch nicht der Fall ist. Ich war immer noch hässlich, und besonders intelligent oder erfolgreich war ich auch nicht. Und so wurde mir langsam bewusst, dass ich hässlich bin.

Zuerst habe ich noch Hoffnung gehabt, dass ich eines dieser Mädchen sei, die nur glauben sie seien hässlich. Davon gab es in der Schule einige, und sie mussten scheinbar nur von ihren Selbstzweifeln erzählen und schon kam eine Schar unterstützender Freundinnen an, die ihr sofort versicherten, dass das überhaupt nicht der Fall sei und wie hübsch sie wäre. Ich hoffte wirklich, dass ich eine von ihnen sei, und testete vorsichtig mein Umfeld ab, doch die Reaktionen waren enttäuschend. Anstelle von Komplimenten und aufbauenden Worten kamen zu mir die Kommentare „aber es gibt doch auch Wichtigeres als Schönheit“, „dem Richtigen wird das schon egal sein“ oder mein absoluter Hasskommentar „dafür hast du Charakter“, als hätten hübsche Menschen keinen Charakter, und als wäre meiner irgendwie hervorstechend oder besonders gut - charakterlich bin ich ein sehr langweiliger Mensch. Mich beschlich die Ahnung, dass ich wirklich nicht besonders hübsch war, um nicht zu sagen: Hässlich.

Trotzdem hatte ich die Hoffnung, dass mich doch jemand attraktiv finden könnte, logisch, schließlich sagten mir ja alle, dass „der Richtige“ das tun würde. Meine bisherigen Beziehungen waren entweder offen (d.h.: ich war ihm nicht genug) oder er hat mich betrogen. Männer in meinem Alter interessieren sich auch gar nicht erst für mich, die einzigen, die Interesse an mir zeigen, sind 40 oder älter.

Viele Leute sagen „wenn man sich hässlich fühlt, dann sollte man etwas für einen selbst tun“ - also Haare oder Brille oder Kleidung verändern, abnehmen, sowas. Abgenommen habe ich schon einmal - durch eine Essstörung. Ich habe mich während dieser Monate so schrecklich gefühlt, alles drehte sich für mich nur ums Abnehmen, und wofür? Ich sah immer noch genau so hässlich aus wie mit 15kg mehr. Also habe ich aufgegeben, auch wenn das traurig klingt - aber wenn ich für den ganzen Stress nicht einmal eine Belohnung bekomme, dann muss ich mir das nicht antun. Haare, Brille und Kleidung sind so eine Sache - ich habe einfach keine Freundinnen, die mich mit so etwas beraten könnten, und wenn ich Beratungspersonal im Laden anspreche, dann wollen die mir nur etwas möglichst Teures verkaufen oder sagen mir, dass ich eben „ein schwieriger Fall“ sei und es schwer wäre, etwas zu finden, was mir steht. Also wurde mir beim Optiker wieder eine Brille aufgeschwatzt, von der danach alle zu mir sagen, dass sie mir nicht steht, beim Friseur werden die Haare wieder einfach nur gerade abgeschnitten und im Klamottenladen kaufe ich wieder nur irgendwelche Jeans und T-Shirts.

Um die Erkenntnis, dass ich hässlich bin, erträglicher zu machen, versuche ich, die positiven Seiten daran zu sehen. Ich wurde noch nie sexuell belästigt, mir wurde noch nie etwas hinterhergerufen und auch im Internet lassen mich Männer in Ruhe. Ich weiß, dass viele Leute alles dafür geben würden, dass ihnen das nicht passiert, aber wenn ich höre, wie meine Freundinnen darüber reden, wie es ihnen auf Tinder-Dates ergangen ist oder wie nervig es ist, ständig gecatcalled zu werden, dann wünsche ich mir manchmal doch, dass mir das auch passiert. Es scheint so, als wäre sexuelle Übergriffigkeit ein so elementarer Teil des Frauseins, dass ich mich von meiner Weiblichkeit oft isoliert fühle und das Gefühl habe, gar keine „echte“ Frau zu sein. Meine Hässlichkeit spielt da natürlich auch mit rein, schließlich sind Frauen ja eigentlich hübsch.

Ich kann also nicht einmal die positiven Seiten des Hässlichseins genießen, und langsam macht es mich kaputt. Ich kann und will so nicht mehr leben, und überlege ernsthaft, mich einer Schönheits-OP zu unterziehen, um es wenigstens etwas besser zu machen, aber dafür fehlt mir einfach das Geld. Ich weiß echt nicht, was ich tun soll.
 
Ui das ist viel Text.
Ich glaube, der Hase liegt woanders begraben, nicht in deinem Aussehen.
Ich kenne es von mir mich so um mein Aussehen zu drehen und zu denken, alles steht und fällt damit. Das ist nicht ganz normal u d es ist auch nicht die Wahrheit. Darunter liegen meist schwere emotionale Verletzungen aus der Kindheit.
Ich bin ganz neugierig geworden, wie du aussiehst.....
 
Du schreibst sehr offen, klug, interessant und sympathisch.

Ich bin mir sehr sicher, dass du Männer für dich finden wirst.

Hier gibt es zahlreiche Männer...welche glauben keine Frau würde sie wollen, weil sie sich zu hässlich fühlen.

Eröffne doch mal einen Faden bei ....Sie sucht.

Du bräuchtest Berater für dein Aussehen...welche es gut mit dir meinen.

Du könntest auch hier ein Foto reinstellen.
 
ad 1)
"Schönheit" ist relativ.

ad 2)
Charakter ist wichtiger als Aussehen.

ad 3)
Was ist "Schönheit"? - Da streiten sich die Geister.

ad 4)
"Schönheit" ist Geschmackssache.
_____________________________________________________________

Sieh in den Spiegel, sage: "Ich bin die ich bin" -,
drehe Dich um - und rufe: "ihr könnt mich alle 'mal!"
 
Hey Du,

ich konnte beim Lesen gut mitfühlen, viele Gedanken kenne ich auch selbst.

Wenn du an konkrete OPs/ Eingriffe denkst, woran denkst du denn explizit, also was würdest du gerne an dir ändern? Und wenn du in dich reinspürst: denkst du, es würde dir damit besser gehen oder könnte es auch sein, dass du dich dann für die Eingriffe schämst?

Von einem Bild zur öffentlichen Bewertung würde ich eher abraten, ist das Bild zusammen mit deiner Geschichte einmal online, kann es überall weiterverbreitet werden.

Ich hab jetzt einen Termin, schreibe vielleicht nachher nochmal etwas mehr dazu.
 
Ich bin jemand, dem schon als Kind gesagt wurde, dass ich wie ein ganz schlaues Mädchen aussehe, während alle anderen normale Komplimente über ihr Aussehen bekommen haben. Und ich bin ehrlich, früher war mir das egal. In der Grundschule und auch später an der weiterführenden Schule, als ich sogar deshalb gemobbt wurde und sich andere über mich lustig gemacht haben, weil ich so hässlich wäre, dass mich bestimmt niemand jemals haben will. Vielleicht sind die Beleidigungen nie zu mir durchgedrungen, weil ich noch viel zu kindisch war und emotional noch gar nicht so weit, mir über mein Aussehen Gedanken zu machen. Vielleicht lag es auch daran, dass Erwachsene zu nicht so hübschen Kindern oft sagen, dass ihre Zeit noch kommen wird - das heißt dann meist, dass man entweder noch hübsch wird, wenn man älter wird, oder aber dass man die Hässlichkeit als Erwachsener mit Intelligenz und Erfolg ausgleichen kann. Ich habe das auch immer geglaubt. Aber als ich ungefähr 17 war, fing mir langsam an zu dämmern, dass das vielleicht doch nicht der Fall ist. Ich war immer noch hässlich, und besonders intelligent oder erfolgreich war ich auch nicht. Und so wurde mir langsam bewusst, dass ich hässlich bin.

Zuerst habe ich noch Hoffnung gehabt, dass ich eines dieser Mädchen sei, die nur glauben sie seien hässlich. Davon gab es in der Schule einige, und sie mussten scheinbar nur von ihren Selbstzweifeln erzählen und schon kam eine Schar unterstützender Freundinnen an, die ihr sofort versicherten, dass das überhaupt nicht der Fall sei und wie hübsch sie wäre. Ich hoffte wirklich, dass ich eine von ihnen sei, und testete vorsichtig mein Umfeld ab, doch die Reaktionen waren enttäuschend. Anstelle von Komplimenten und aufbauenden Worten kamen zu mir die Kommentare „aber es gibt doch auch Wichtigeres als Schönheit“, „dem Richtigen wird das schon egal sein“ oder mein absoluter Hasskommentar „dafür hast du Charakter“, als hätten hübsche Menschen keinen Charakter, und als wäre meiner irgendwie hervorstechend oder besonders gut - charakterlich bin ich ein sehr langweiliger Mensch. Mich beschlich die Ahnung, dass ich wirklich nicht besonders hübsch war, um nicht zu sagen: Hässlich.

Trotzdem hatte ich die Hoffnung, dass mich doch jemand attraktiv finden könnte, logisch, schließlich sagten mir ja alle, dass „der Richtige“ das tun würde. Meine bisherigen Beziehungen waren entweder offen (d.h.: ich war ihm nicht genug) oder er hat mich betrogen. Männer in meinem Alter interessieren sich auch gar nicht erst für mich, die einzigen, die Interesse an mir zeigen, sind 40 oder älter.

Viele Leute sagen „wenn man sich hässlich fühlt, dann sollte man etwas für einen selbst tun“ - also Haare oder Brille oder Kleidung verändern, abnehmen, sowas. Abgenommen habe ich schon einmal - durch eine Essstörung. Ich habe mich während dieser Monate so schrecklich gefühlt, alles drehte sich für mich nur ums Abnehmen, und wofür? Ich sah immer noch genau so hässlich aus wie mit 15kg mehr. Also habe ich aufgegeben, auch wenn das traurig klingt - aber wenn ich für den ganzen Stress nicht einmal eine Belohnung bekomme, dann muss ich mir das nicht antun. Haare, Brille und Kleidung sind so eine Sache - ich habe einfach keine Freundinnen, die mich mit so etwas beraten könnten, und wenn ich Beratungspersonal im Laden anspreche, dann wollen die mir nur etwas möglichst Teures verkaufen oder sagen mir, dass ich eben „ein schwieriger Fall“ sei und es schwer wäre, etwas zu finden, was mir steht. Also wurde mir beim Optiker wieder eine Brille aufgeschwatzt, von der danach alle zu mir sagen, dass sie mir nicht steht, beim Friseur werden die Haare wieder einfach nur gerade abgeschnitten und im Klamottenladen kaufe ich wieder nur irgendwelche Jeans und T-Shirts.

Um die Erkenntnis, dass ich hässlich bin, erträglicher zu machen, versuche ich, die positiven Seiten daran zu sehen. Ich wurde noch nie sexuell belästigt, mir wurde noch nie etwas hinterhergerufen und auch im Internet lassen mich Männer in Ruhe. Ich weiß, dass viele Leute alles dafür geben würden, dass ihnen das nicht passiert, aber wenn ich höre, wie meine Freundinnen darüber reden, wie es ihnen auf Tinder-Dates ergangen ist oder wie nervig es ist, ständig gecatcalled zu werden, dann wünsche ich mir manchmal doch, dass mir das auch passiert. Es scheint so, als wäre sexuelle Übergriffigkeit ein so elementarer Teil des Frauseins, dass ich mich von meiner Weiblichkeit oft isoliert fühle und das Gefühl habe, gar keine „echte“ Frau zu sein. Meine Hässlichkeit spielt da natürlich auch mit rein, schließlich sind Frauen ja eigentlich hübsch.

Ich kann also nicht einmal die positiven Seiten des Hässlichseins genießen, und langsam macht es mich kaputt. Ich kann und will so nicht mehr leben, und überlege ernsthaft, mich einer Schönheits-OP zu unterziehen, um es wenigstens etwas besser zu machen, aber dafür fehlt mir einfach das Geld. Ich weiß echt nicht, was ich tun soll.

Hallo!

Verstehe meine folgenden Worte bitte richtig, denn ich möchte ehrlich zu dir sein.

Natürlich gibt es Menschen, die dich nicht schön finden. Es gibt auch Menschen, die mich nicht schön finden. Das ist nun einmal so und liegt meiner Meinung nach in der Natur(a) des Menschen. Jeder Mensch hat doch eine andere Ansichtsweise.

Schönheitsoperationen helfen dir vielleicht nur, weil du dich dann möglicherweise besser fühlst. Aber selbst wenn du Schönheitsoperation hinter dir hast, wird es
trotzdem wieder Menschen, die dich nicht schön finden, geben. Im Grunde kannst du es niemanden recht machen.

Was man natürlich nicht machen darf ist, einen anderen hinsichtlich seines Aussehens mit abfälligen Worten zu mobben und zu verletzen.

Ich wurde früher auch gemobbt und natürlich schmerzen derartige Aussagen - aber wenn ich mir heute meine Mobber von damals betrachte, dann hätten sie damals lieber den Mund gehalten.

Über derartige verletzende Aussagen hinweg zu kommen, ist schwer. Das dauert seine Zeit. Sie manifestieren sich im Hirn und je öfter man diese hört, desto mehr vertiefen sie sich.

Letztendlich musst du dich aber in deiner "Haut" wohlfühlen, an deinem Selbstbewusstsein arbeiten, dich bestenfalls akzeptieren (so) wie du bist und dich lieben. Es ist völlig egal, was andere über dich denken und sagen. Du musst dich für niemanden anderen verändern.

Und ich bin mir sicher, dass es auch den passenden Partner für dich gibt!

Gruß und dir alles Gute!
 
Zuletzt bearbeitet:
Trau dich hässlich zu sein und fahr trotzdem in Urlaub, genieße trotzdem den Sandstrand und mit irgendwelchem lieben Menschen genieße dann deinen Tutti-Frutti-Becher und zu Weihnachten bastle trotzdem ein Geschenk für deine Mama und schmuse sie ab, weil sie dir soooo lange eine sorgenfreie Mädchenzeit ermöglicht hat.
 

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