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Ich bin 16 und mein Vater ist vor vier Tagen gestorben

  • Starter*in Starter*in Ole91
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    vater
O

Ole91

Gast
Vor vier Tagen ist mein Vater gestorben.
Es ist eine komische Situation, die ich nicht zu erklären vermag.
Ich kann nicht trauern!

Es ist in der Nacht passiert, Herzanfall. Meine Mutter ist aufgewacht, weil mein Vater wieder so laut "schnarchen" würde. Ich bin von dem Licht wach geworden, und aus einem komischen Gefühl heraus rüber ins Schlamzimmer gegangen. Es hat sich tatsächlich wie schnarchen angehört nur ein wenig fremdartiger als sonst. Es war mehr wie ein stozhaftes Luftausstozen, wir vermuteten er ist im totalen Tiefschlaf und wollten ihn nur schnell wachrütteln, doch er wachte nicht auf.
Ich war der Erste, der vermutete, dass etwas nicht stimmt. Als mein Vater auch nach wiederholtem Wachrütteln nicht aufwachte, bin ich direkt den Notarzt rufen gegangen, währen meine Mutter damit anfing, zu versuchen meinen Vater wiederzubeleben.
ich konnte ganz klar denken, keine Panik, nichts. dieser Zustand besteht bis jetzt.
Ich habe dann, nachdem ich die 112 gewählt hatte auch versucht meinen 50 jährigen, bewustlosen Vater mit Mund zu Mund Beatmung und Herzmassage wiederzubeleben, doch auch jetzt wachte er nicht auf.

Sie versuchten anschließend zu fünft ihn wieder zu beleben, eine Dreiviertelstunde, doch es schien mir so, also waren diese Bemühungen auch nur noch Gewissensberuhigungen seitens der Rettungskräfte.
Der Notarzt war selbst ganz mitgenommen, als er meiner 13 jährigen Schwester, meiner Mutter, unserem Hund und mir die Botschaft mitteilte.

Meine Schwester hat geweint und getrauert, Meine Mutter kann es noch nicht recht fassen, trauert aber unendlich und ich, ich bin wie immer.
Als meine Familie bei uns war, bin ich (bis jetzt) fröhlich gewesen, habe mich wie immer verhalten, doch kann ich nicht trauern!
Das schlimme ist, dass ich mir zu Allem, was geschehen ist einen Sinn erklären kann,: So ist das Leben, ich werde ihn nie vergessen, es kann Jeden treffen, ...

Ich habe meinen Vater geliebt und liebe ihn immernoch. Wir haben ein Haus gebaut und sind gerade mit Allem fertig geworden.
Das Haus, es war das Lebenswerk meines Vaters und ich habe ihm überall geholfen, wo ich konnte, es war unser gemeinsames Projekt, Vater und Sohn.

Er war nicht der Vater, der jedes Wochenende mit seinem Sohn Fußball spielt, nein, dafür hat er viel zu sehr unter seiner eigenen Kindheit gelitten.
Doch hat er immer dagegen angekämpft und immer versucht trotz seiner schlimmen Kindheit, die ihn bis zu seinem Ende verfolgte, ein guter Vater und Ehemann zu sein. - Und das war er -

Ich weißt nicht warum ich nicht trauern kann, ich sitze an meinem Rechner, rede und scherze mit Freunden und gehe in die Schule, alles ist wie immer.


Ich bitte um Antworten, auch wenn sie mir nur sagen, dass ich ein Mensch ohne Gefühle bin.
 
Du bist Kein Mensch ohne Gefühle Ole91. Jeder verarbeitet die Trauer anders. Du stehst noch unter Schock, Du musstest reagieren, wolltest alles richtig machen; sahst Deinen Vater sterben.

Mach Dir bloss keine Vowürfe, weil Du im Moment nicht weinen kannst oder nicht traurig bist. Deine Seele braucht Zeit, viel Zeit..

Deine Mutter, Schwester und Du braucht euch jetzt gegenseitig; ihr werdet euch stützen.

Du bist ein sehr tapferer Junge; ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute für die schwere Zeit.

Alles Liebe

Soul...
 
Hallo Ole

Ich glaube, die Trauer wird noch kommen.
Es braucht manchmal einige Tage oder auch Wochen, bis man realisiert hat was geschehen ist.
Mach dir keine Vorwürfe, dass du noch nicht trauern kannst und lass dir auch von niemanden welche machen.
Ich habe vor kurzem meine Mom verloren, ich konnte auch nicht weinen, nicht wirklich weinen .......es war hmmm mehr so dieses Gefühl wie du musst jetzt traurig sein deine Mom ist tot also musst du auch weinen.
Das ist jetzt ca 3, 5 Monate her, aber weinen, wirklich richtig oder richtig trauern, das ging noch nicht.
Du bist mit Sicherheit nicht gefühlskalt oder so, es ist eine Art Starre in der man sich befindet, alles soll so normal wie möglich weitergehen, der Zeitpunkt, dass du trauern kannst wird noch kommen denke ich.
Nimm dir dann die Zeit und traure um deinen Dad.

Alles Liebe

lg Lumi
 
Hallo Ole,

erstmal mein aufrichtges Beileid

ich schließe mich den anderen an, du bist auf keinen Fall Gefühlskalt. Meist sitzt der Schock zu tief das es eine Weile dauert bis die Trauer dich berührt.
Wichtig ist, das du die Trauer über deinen Vater dann auch zu läßt und dich nicht verkriechst.
Auch wenn es sich etwas blöd anhört, aber denke an die schöne Zeit mit deinem Dad.


Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft

LG sexy-hexy
 
Auch ich schließe mich meinen Vorgängern an.
Du schreibst doch bereits, dass Du zurückdenkst an die Zeiten mit Deinem Dad.
Je weiter Du den Schock - denn in diesem Zustand befindest Du Dich momentan - verkraftest, um so mehr wirst Du das geschehene verarbeiten können. Wenn Dein Körper zu "Ruhe kommt", wird alles noch einmal "hochkommen" und scheue Dich niemals zu weinen, wenn Dir danach ist. Es wird eine Erleichterung für Dich sein.
Kopf hoch! Deine Trauer wird sich noch einstellen, denn wie oben schon geschrieben - denkst Du bereits an Deinen Dad und die Vergangenheit.
 
Hy,

erstmal mein beileid.

jeder mensch trauert anders vor allem am anfang, manchen fangen nach übermittlung einer todesnachricht an zu kochen, andere brechen zusammen.

aber die trauer kommt auf jeden fall, mach dich jetzt nicht fertig, nur weil du vll nicht weinen kannst
 
Vielen Dank,
Ich weiß nun, dass ich nicht der einzige Mensch auf der Welt bin, der nach dem Tod eines geliebten Menschen nicht trauern kann.
Danke!

Gruß Ole
 
Hallo Ole,

auch ich habe meinen Vater gerade verloren.
Mache dir nicht zu viele Gedanken um deine Gefühle.
Man nennt die Trauer auch Abschied nehmen und das kann nicht jeder.
Vielleicht ist alles noch zu frisch um es zu verdauen.

Hier in Deutschland beträgt die Trauerzeit ein Jahr. In Griechenland wird 7 Jahre getrauert.

Mein erstes miterlebtes Begräbnis, hatte ich mit 5 Jahren, da habe ich überhaupt nicht getrauert.
 
Hallo Ole,

mein herzliches Beileid.

Nicht jeder kann trauern bzw. sichtbar trauern.
Ich habe vor zwei Jahren meinen Sohn verloren und Anfang diesen Jahres meine Vater. Ich musste beide Male danach soviel organisieren und machen, dass ich überhaupt nicht zum Trauern kam.
Das ganze Gefühl stellte sich bei mir erst nach und nach ein. Ich kam mir auch schon seltsam vor, weil ich am Grab meines Sohnes stand und einfach nicht weinen konnte, es war so unfassbar, so unwirklich.
Erst Wochen danach kam Knall auf Fall ein Einbrechen, das realisieren das er nicht wiederkommt, dass das Ganze abgeschlossen, vorbei ist.
Erst in dieser Nacht habe ich hemmungslos geweint.

Mach Dir also nicht so viele Gedanken, sondern nimm es so hin wie es ist, deshalb bist Du kein gefühlskalter Mensch.

Lieber Gruß und alle Kraft dieser Welt
`s Mudasole
 
erstmal mein beileid,

um ehrlich zu sein, musste ich heulen, als ich deinen beitrag gelesen habe… ich habe schon seit längerer zeit ständig angst um meinen eigenen vater: meine mutter wacht oft nachts von seinem schnarchen auf und sie hat auch schon erzählt, dass seine atmung schon mal kurze zeit ausgesetzt hat, sie hat ihn sogar gefilmt und das ist echt nicht mehr normal, doch mein vater will einfach nicht zum arzt gehen… es ist echt nur eine frage der zeit bis etwas passiert, ich habe da so ein bauchgefühl (mein vater ist 46, oft arbeitsbedingt sehr gestresst und dazu ernährt er sich total ungesund)… naja, sorry, wollte eigentlich gar nicht von meinem eigenen leid berichten…^^

was ich eigentlich sagen wollte: ich denke, dass es noch eine zeit dauern wird, bis du für dich selbst realisiert hast, dass er nun nicht mehr da sein wird. er wurde ganz unvorbereitet von einer sekunde auf die andere aus deinem leben gerissen… ich denke dass dann die ganze sache noch mal so richtig „hochkommen“ wird. wenn die’s geschieht, mache aber bitte nicht den fehler und verdränge deine gefühle, deine trauer. es braucht eben alles seine zeit.
 

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