Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Höher, weiter, schneller ... werden Teile der Gesellschaft immer extremer?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Findefuchs

Sehr aktives Mitglied
Ich will hier mal ein Thema ansprechen, was mich aktuell sehr beschäftigt und eure Meinungen und Erfahrungen würden mich dazu interessieren.

Auslöser dafür war folgendes: ich gebe es zu, ich stehe auf Spuk- und Geistergeschichten und alles mögliche, was mysteriös und geheimnisvoll ist. Nicht weil ich ständig nach Verschwörungstheorien oder Erklärungen dafür suche 😀, sondern weil es mich einfach interessiert und es mich schon seit meiner Kindheit in diese Richtung zieht. Ob es nun Übernatürliches gibt, keine Ahnung, es interessiert mich einfach.

Dem entsprechend gucke ich mir immer mal wieder gerne Videos bei Youtube dazu an. Ich bin dann bei einem Video gelandet, da ging es um Schlafparalyse und was Betroffene da so erlebt haben.

Ich leide ja selbst seit meiner Kindheit unter Schlafparalyse und es ist phasenweise sehr schlimm und der pure Horror für mich - ich habe Jahre gebraucht, um einigermaßen damit klarzukommen und damit umgehen zu können und zu wissen, wie ich Situationen vermeiden kann, wo ich in Gefahr laufe, dass wieder Schlafparalysen auftreten. Ich wünsche das wirklich niemanden, unter einer heftigen Schlafparalyse leiden zu müssen.

In dem Kommentaren zu dem Video habe ich dann echt viele Kommentare gefunden, dass sich Leute auch wünschen unter Schlafparalyse zu leiden. Dass es bestimmt total aufregend und "hammer" ist und sie wissen möchten, wie man das mit Absicht herbeiführen kann.

Ich frage mich: was geht mit diesen Leuten nur schief?

In einem anderen Video ging es um "gruselige übernatürliche Wesen" blabla und auch hier wieder total viele Kommentare, dass man heftigeres, schockierenderes, furchbareres unbedingt sehen will, viele haben explizit um Links zu heftigen und grausamen Videos gebeten, auch gerne per PN und Skype, einige fingen dann damit an sich wirklich regelrecht aufzuplustern, sie haben angeblich Videos gesehen, wo Leute gefoltert und getötet werden oder wo jemand Selbstmord begeht und sie hätten das alles ausgehalten und überhaupt nichts daran gefunden und dass man sowas doch zeigen sollte, weil das viel "gruseliger" ist ... (Ja ich weiß, das Darknet ist wirklich oft dunkel, aber will ich wirklich unbedingt sehen, wie ein Mensch gefoltert oder getötet wird? NEIN!)

Erschreckend finde ich den Sprung von "Unheimlich/mysteriös/gemeimnisvoll" zu brutaler, heftiger Gewalt, Folter und Grausamkeiten? Was soll das?

Ich weiß, dass das mit Sicherheit überwiegend Gelaber von Halbstarken ist. Aber die ein oder anderen Leute werden dabei sein, die das ernst meinen. Gerade weil man durch die Anonymität im Internet Kommentare loslassen kann, die man sich im Alltag niemals trauen würde zu sagen.

Ich grusele mich ganz gerne. Aber bei Gewalt bin ich raus. Für mich liegt ein großer Unterschied zwischen einem gruseligen Film, ein Video über angebliche übernatürliche Sichtungen oder einen Splatter, wo Gedärme rumfliegen. Oder wo die ganze Sache auch noch leider wahr ist und da wirklich jemand stirbt.

Ich finde das wirklich schlimm. Warum sucht jemand mit Absicht so heftige Gewaltvideos? Die dann auch noch Realität sind? Wer braucht sowas und warum? Geht es um einen Kick? Für was?

Ich war ja auch mal einige Zeit in einem Forum unterwegs, wo Betroffene von Magersucht sich gegenseitig unterstützt haben, um wieder gesund zu werden und Halt zu finden. Ungelogen, alle paar Tage mindestens ein Beitrag von jemanden, der "lernen will, magersüchtig zu werden" und das toll fand und wo explizit um Tipps gebeten wurde.

Dann mal eine Sendung im Fernsehen: es gibt einen Fetisch, dass Leute auf Magersüchtige abfahren, denen man es am Körper ansieht. Und dass es Männer gibt (vielleicht auch Frauen, aber in dem Bericht ging es um Männer), die Geld dafür bezahlen, dass Magersüchtige ihnen Fotos schicken und die mit diesen chatten und über Diäten und Abnehmen reden und sie darin bestätigen, weiter abzunehmen. Irgendeine junge Frau ist daran gestorben. Man hat später Mails und Chatlogs bei ihr gefunden, wo sie von ihren "Verehrern" angestachelt worden ist, weiter abzunehmen und Geld dafür bekommen hat. Das ist so krank und gestört!!!

Und das begegnet mir auch im Alltag: in einer Mädelsrunde meinte mal eine, sie beneidet Magersüchtige. Sie wäre das auch gerne. Dann würde sie viel schneller abnehmen und besser schlank bleiben können und sie findet ja, Magersucht ist eine Trendkrankheit, die auch Vorteile bringt und sie beneidet die Betroffenen, wie gut sie hungern können, sie würde das auch gerne beherrschen. Ja, ich bin echt etwas ausgerastet. Und dann war ich sehr, sehr traurig.

Ich habe so das Gefühl, dass sich seit der Zeit, wo es Gladiatoren, Brot und Spiele und öffentliche Hinrichtungen gab zur Unterhaltung des Volkes, sich nicht so viel geändert hat. Ich habe erst neulich einen Artikel darüber gelesen, dass die alten Römer sich gerne Vasen und Urnen mit Abbildungen von Folterungen etc. aufgestellt haben und dass es Schriften gibt, in denen öffentliche Hinrichtungen wirklich wie Stadtfeste gefeiert wurden.

Auch der Körperkult wird immer krasser, finde ich: Oft so mager wie möglich und es kann auch sehr schnell in extremere Bahnen gehen, die dann salonfähiger sind als krassere Piercings oder Implantate, die man unter die Haut setzt: Jugendwahn, Botox, heftigere Workouts ...

Klar, die Menschen waren schon immer sehr extrem. Und vielleicht fällt mir das jetzt vermehrter auf, da ich a) nunmal in der heutigen Zeit lebe und b) durch das Internet und die verbesserte Kommunikation und die Medien sowas besser die Runde macht und man mehr erfährt. Auch sind wir durch viele Bequemlichkeiten schlichtweg teilweise zu einer Konsumgesellschaft geworden. Muss ja an sich nichts Schlechtes sein. Hat auch seine Vorteile. Aber ich denke, dass da auch oft eine gewisse Langeweile mitschwingt oder angestauter Frust und dann muss es manchmal so derb heftig und extrem werden. Oder wie erwähnt, es geht möglicherweise um einen Kick. Gerade weil unser Leben oft so bequem geworden ist.

Aber trotzdem habe ich so das Gefühl, dass es immer extremer wird - vielleicht bis zum völligen Zusammenbruch?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo, Findefuchs,

warum Menschen sich für - ich nenn das mal Blödsinn - interessieren oder sogar intensiv damit beschäftigen, hat sicher verschieden Gründe.

Ich zähle mal einige mögliche Gründe auf, die mir spontan einfallen:
1) Langeweile
2) die Menschen führen ein Leben, welches ihnen sinnlos vorkommt
3) mangelnde Orientierung im Leben (was ist hilfreich - was nicht?)
4) mangelnde gute Ziele und mangelnde feste gute Werte
5) mangelnde Intelligenz oder der bewusste Verzicht auf die Nutzung eigener Gehirnwindungen

Ich halte es auch nicht für sinnvoll, über diese Menschen groß nachzudenken. Sie gehen ihren Weg ins Unglück und dahin will ich ihnen noch nicht einmal gedanklich folgen.

LG, Nordrheiner
 
Hallo Findefuchs

Wir leben in einer Zeit des Überflusses und der Überreizung, ich erinnere mich noch daran als ich meinen ersten "Horror"film sah, - The Fog Nebel des Grauens das muss so 1978 gewesen sein auf dem SW Ferseher eines Freundes.
Man danach hatte ich erst mal Angst.

Heute reißt das keinen mehr von Stuhl zu langweilig zu harmlos zu wenig Blut und abgetrennte Gliedmaßen, die Gesellschaft verroht zusehends.
Gleiches gilt für den Konsum, ich war glaube ich 12 da bekam ich meinen ersten Kasettenrecorder von Grundig, man was war man stolz, heute haben sechsjährige ein Handy, eine Playstation und einiges mehr, die Kinder freuen sich nicht mehr sie sehen es als notwendig an um bei den anderen Kids mithalten zu können, traurig.

Ich hatte mal ein Gespräch mit einer Userin die doch tatsächlich meinte sie wäre auch gerne adoptiert worden, auf meinen Einwand das sie dann erst aber in einem Kinderheim hätte sein müssen reagierte sie nicht, dabei weiß sie nicht was es bedeutete zu damaliger Zeit, ich schon.
Und auch hier gibt es User(innen) die doch tatsächlich den Wunsch hegen einmal vergewaltigt zu werden oder das ihnen andere schlimme Dinge geschehen.

Die Welt ist krank oder sollte man sagen sie macht krank?
Wir leben in einem der reichsten Länder der Erde und doch jammern wir rum über dies und das ohne daran zu denken das es dem Großteil aller Menschen viel schlechter geht als uns, wir jammern auf sehr hohem Niveau.
Wer selbstv Opfer von Gewalt, Unterdrückung oder Folter wurde, wer selbst Krieg erlebt hat gleich als ob Zivilist oder Soldat, diese Menschen würde sich solche Dinge nie wünschen und wären froh sie hätten sie nie erlebt.

Es sind die wohlbehüteten, ihnen ist ihr Leben zu langweilig und da die meisten nicht ausbrechen können oder wollen suchen sie ihr Abenteuer in PC Spielen und Splatterfilmen der übelsten Sorte, ja die Welt ist grausam und wie dumm wir Menschen doch eigentlich sind.
 
Ich weiß, dass die beste Möglichkeit ist, solche Menschen und Gedanken nicht an sich ranzulassen, aber es beschäftigt mich hin und wieder. Weil ich finde, dass das sehr schockierende Abgründe sind. Und wir leben alle in dieser Gesellschaft ... Es sind viele Jugendliche dabei, die so ticken und die werden irgendwann mal zu erwachsenen, die selbst wiederum in einigen Fällen Kinder in die Welt setzen.

Ich will das irgendwie verstehen, was in einem Menschen vorgeht, der immer gräßlichere Dinge braucht, um sich hochzuziehen oder um einen Kick zu bekommen. Was passieren muss, damit man so ein Ventil braucht.

Wir leben in einer Zeit des Überflusses und der Überreizung,

Heute reißt das keinen mehr von Stuhl zu langweilig zu harmlos zu wenig Blut und abgetrennte Gliedmaßen, die Gesellschaft verroht zusehends.

Die Welt ist krank oder sollte man sagen sie macht krank?
Wir leben in einem der reichsten Länder der Erde und doch jammern wir rum über dies und das ohne daran zu denken das es dem Großteil aller Menschen viel schlechter geht als uns, wir jammern auf sehr hohem Niveau.
Wer selbstv Opfer von Gewalt, Unterdrückung oder Folter wurde, wer selbst Krieg erlebt hat gleich als ob Zivilist oder Soldat, diese Menschen würde sich solche Dinge nie wünschen und wären froh sie hätten sie nie erlebt.

Es sind die wohlbehüteten, ihnen ist ihr Leben zu langweilig und da die meisten nicht ausbrechen können oder wollen suchen sie ihr Abenteuer in PC Spielen und Splatterfilmen der übelsten Sorte, ja die Welt ist grausam und wie dumm wir Menschen doch eigentlich sind.

Genau Shorn, das meine ich. Du hast das besser als ich es konnte auf den Punkt gebracht, danke.

Ich würde mir so von Herzen wünschen, ein normales Leben gehabt zu haben. Ohne Gewalt und Missbrauch oder einer Familie, die einfach nur gestört und kaputt ist und noch schlimmer, andere versucht kaputt zu machen.

Ich verstehe das nicht, dass es Leute gibt, die dieses Leid, diesen Schmerz und diese Gewalt anstreben. Oder sich das anzusehen. Ergötzen sie sich am Leid anderer? Sind sie schon so übersättigt und abgestumpft, dass nur noch total heftige Sachen was in ihnen auslösen?

Es geht hier ja nicht nur um Filme, wo viel Blut spritzt, sondern dass von diesen Leuten reale Gewalt gehyped wird. Und sie sich wünschen, das zu sehen. Und das ist doch krank? Sie machen das Leid anderer somit zu ihrer Unterhaltung.
 
Ich hab nicht mal die Zeit, den ganzen Müll zu lesen.

Von daher muss ich dir uneingeschränkt Recht geben. 😉
 
Lass mal eine Woche oder sogar Monat den Fernseher, Radio, Internet einfach aus. Du wirst das Gefühl haben die Welt sei plötzlich friedlicher.
 
Lass mal eine Woche oder sogar Monat den Fernseher, Radio, Internet einfach aus. Du wirst das Gefühl haben die Welt sei plötzlich friedlicher.

Und das hast du schon gemacht oder ist das eine Vermutung? Ich könnte die Stille nicht vertragen.

Und ich glaube, dass genau DIE Leute, die keine Nachrichten schauen, auf Gewaltspiele stehen. Wer sieht, was jeden Tag Schreckliches passiert, kann nicht noch künstlich noch mehr Gewalt sehen/erleben wollen.

Oder derjenige ist wirklich dumm, abgestumpft oder findet Gewalt gut, was auch wieder dumm ist.
 
Und das hast du schon gemacht oder ist das eine Vermutung? Ich könnte die Stille nicht vertragen.
Hab das zwangsläufig durch Umzug erlebt. Fernseher und Radio hab ich nicht. Die Zeit hab ich mit Sport und Gitarre spielen kompensiert. Durch den Umzug und durchs Einrichten war die Zeit auch gut gefüllt.
 
Hab das zwangsläufig durch Umzug erlebt. Fernseher und Radio hab ich nicht. Die Zeit hab ich mit Sport und Gitarre spielen kompensiert. Durch den Umzug und durchs Einrichten war die Zeit auch gut gefüllt.

Sport und selber Musikmachen, das klingt gut.

Das Gegenteil von: den ganzen Tag an der Spielkonsole hängen, seine Gewaltphantasien in idiotischen Killerspielen ausleben und sich dabei wie ein Held vorkommen. (wehe du sagst jetzt, du spielst den Scheiß auch😛😉)
 
Sport und selber Musikmachen, das klingt gut.

Das Gegenteil von: den ganzen Tag an der Spielkonsole hängen, seine Gewaltphantasien in idiotischen Killerspielen ausleben und sich dabei wie ein Held vorkommen. (wehe du sagst jetzt, du spielst den Scheiß auch😛😉)

Hey, ich mache Musik (Violine seit 20 Jahren, Mitglied im Orchester), Sport (hauptsächlich Joggen, 10km in 45 Minuten) UND spiele 2-3 Woche Abends an der Playstation auch mal ein Killerspiel. Und nun? Was sagt uns das?

@TE
Klar wird die Gesellschaft immer extremer. Bei Reizüberflutung stumpft man ab, das ist immer so. Früher ware der Playboy für heranwachsende Jungs was geheimnisvolles, aufregendes. Heutzutage sind bewegte Bilder, auch Pornos genannt, überall und immer verfügbar. Und den Playboy finden alle zum Gähnen...
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben