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Hilfen zur Trauerarbeit...

Asile

Mitglied
Hallo ihr Lieben!

Vielleicht könnt ihr mir mit euren Erfahrungen ja weiterhelfen. Welche Möglichkeiten der Hilfe gibt es, wenn es jemandem nicht gelingt den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Welche Wege kann man ihm anraten zu gehen. Gibt es Onlineressourcen, die da weiterhelfen? ...welche psychologischen Hilfen kann man, wie in Anspruch nehmen?
Es wäre schön, wenn ihr mir da weiterhelfen könntet und mir alles ausführlich erklärt, was in so einem Fall Sinn machen könnte und warum.
Mir geht es um eine Freundin, die nicht mit ihr nahestehenden Personen sprechen möchte (eigentlich lieber gar nicht sprechen möchte), aber explizit um Hilfe gebeten hat, aber auch darum ihr nicht zu nahe zu kommen. Ich würde ihr gern eine Liste mit möglichen Hilfestellungen an die Hand geben, da ich sie nicht bedrängen möchte.

Könnt ihr mir bei der Zusammenstellung helfen?
LG Asile
 
Hallo Asile,

vielleicht hilft dir der link etwas weiter
https://www.beranet.de/extern/about/?&id=324

und wenn das nicht das richtige ist, wissen die dort auch vielleicht noch einige andere Anlaufstellen.

Ohne reden wirds auf kurz oder lang wahrscheinlich nicht gehen aber vielleicht ist damit ein Anfang gemacht?

lg
doofi
 
Liebe Asile,
vielleicht solltest Du Deiner Freundin Mut machen, daß ein Trauerprozeß wirklich auch sehr lange dauern kann. Natürlich weiß sie manchmal weder ein noch aus. Wenn wir selbst betroffen sind, werden wir plötzlich so hilflos, weil das Thema Tod und Trauer ein tabuisiertes ist und meistens keine Menschen in der Nähe sind, die einem ihre Erfahrungen näher bringen können.
Der Tod:wein: meiner Schwester ist nunmehr 10 Jahre her und ich dachte, ich hätte es überwunden, bis es mich in diesem Jahr wieder heftig erwischte und es tat sooo weh!!! Ich war selbst verwundert, weshalb es auch nach 10 Jahren wieder so weh tun kann. Es ist wahrscheinlich nie wirklich zu überwinden, ich lerne damit zu leben, mit diesem Schmerz und ich lerne auch, diesen Schmerz nicht immer zuzulassen. Aber wirklich heil werde ich wohl nie...:wein:
Vielleicht hilft es...
Liebe Grüße an Deine Freundin
Indianerin
 
Vielen dank ersteinmal euch beiden. Ich werd mich durch deinen Link "doof" ersteinmal durchklicken und weitergoogeln. (= ein Anfang)
Natürlich habt ihr beiden Recht, dass es ohne das berühmte "Reden" nicht weitergehen wird. Aber es ist schwer ersteinmal dahin zu kommen. Deshalb suche ich den berühmten Anfang. Es ist eine Gradwanderung. Sie möchte nicht reden, aber sie sucht jemanden der ihre Erfahrungen teilt und sie versteht. Da ich ähnlich gelagert bin, verstehe ich sie natürlich. Immer stark sein, aber das geht auf Dauer natürlich auch nicht gut. Da ich weiß, wie schwer es ist zu "Reden" und wie schnell sich diese Art von Menschen in sich zurückziehen ( da ich ähnlich gelagert bin)...weiß ich auch, wie vorsichtig man hier sein muß.
@Indianerin: ich denke auch, dass das Thema Tod sehr tabuisiert ist in unserer Gesellschaft. Ich habe da auch so meine Erfahrungen machen dürfen in der letzten Zeit und es ist erstaunlich, wie schnell sich Menschen hinter holen Phrasen verbarikadieren, sich zurückziehen oder einfach die Augen schließen. Welche Geschütze aufgefahren werden, um sich nur nicht mit dem nahenden Tod oder dem Tod selbst auseinandersetzen zu müssen. Auch das kann ich verstehen, jedoch weniger akzeptieren.
Jedenfalls habe ich jetzt die erste Adresse auf meinem Rettungs-Handout...ich bleibe dran.

Seid lieb gegrüßt
Asile
 
Hallo Asile,

ich glaube man kann kein bestimmtes Schema bei einer Trauerbewältigung anwenden. Jeder Mensch trauert auf seine ganz bestimmte, eigene Art und Weise. Ich tendiere auch eher dazu es dann erst einmal aus zu schweigen, weiter zu machen.
Ich denke ausschlaggebend ist aber auch der Umstand wie der/die Verstorbene gegangen ist um es irgendwann akzeptieren zu können und um los lassen zu können.
Wenn deine Freundin noch nicht sprechen möchte, braucht es vielleicht einfach auch nur noch etwas Zeit.
Gib ihr das Gefühl du bist für sie da und das auch schweigend. Manchmal muss nichts gesagt sein, nur damit etwas gesagt ist.
Ich hatte ein Jahr, in dem ich viele geliebte Menschen verloren habe und ich habe angefangen zu schweigen. Ich habe ein Jahr lang kein Wort mit niemandem gesprochen. Ein Jahr, das für viele vielleicht lange klingen mag aber eine Zeit, die ich damals für mich gebraucht habe. Eine Freundin war in dieser Zeit für mich da.Sie hat mit mir geschwiegen. Ich wusste sie ist da wenn ich das möchte aber sie drängt mich zu nichts. Sie saß mit stundenlang einfach nur so da, schwieg oder erzählte mir etwas ohne, dass ich darauf antworten musste.

Das hat mir damals mehr geholfen, wie irgendwelche "auferlegten" psychologischen Gespräche, denn dafür war ich damlas gar nicht bereit.

Manchmal ist es einfach mehr Hilfe dem anderen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein und ihn wissen zu lassen, ich bin da wenn du mich brauchst. Situationen einfach zusammen auszuahlten ohne es aussprechen zu müssen.
Mag für den Helfenden "nichts" sein ist aber mehr wie derjenige manchmal vermutet.

doofi
 
Liebe doof!

Im Grunde stimme ich dir zu. Aber die Situation ist in diesem Fall etwas komplizierter. Ich bin nicht wirklich in der Situation - vis a vis vor Ort sein zu können. Es geht also nicht darum, wie ich ihr persönlich gegenübertreten kann, sondern eher darum, ihr die Mühe zu ersparen sich selbst durchs Netz zu klicken. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass das sehr schmerzhaft sein kann, da man letztendlich doch nur Lebensgeschichten und Problematiken konsumiert, die unverarbeitet im Netz herumschwirren und dann noch mehr mit sich rumträgt. Das wollte ich ihr ersparen. Da sie von sich aus gesagt hat, dass sie derlei Adressen, lesbare Wege und dergleichen bräuchte...wollte ich mich einfach mal umsehen. Sie möchte nicht mit ihr vertrauten und bekannten Personen darüber sprechen, was ich, wie schon gesagt gut verstehen und akzeptieren kann. Aber ich denke auch, dass man gut zuhören und bei Hilfeanfragen auch promt reagieren muss. Ich hatte also nicht nach einem Fahrplan der Trauerbewältigung gefragt (obwohl ich deine letzten Zeilen sehr gern gelesen habe, weil sie schön geschrieben waren), sondern nach Quellen zur (sagen wir mal) Selbsthilfe. Mehr kann ich leider im Moment nicht tun. Habe auch schon mal gegoogelt, aber ich muss ehrlich sagen, dass es mir schwer fällt gute Angebote von weniger guten zu unterscheiden.
Ich dachte da an Notfalltelephonnummern, vielleicht Seelsorgemailkontakt ohne religiösen Hintergrund, gute Foren...halt eine Seite an die sie sich wenden kann, wenn sie zu Hause gegen Wände rennt und sich nicht traut jemanden anzurufen. Manchmal ist es leichter sich Frenden anzuvertrauen. Sowas muss es doch geben. Ich hatte mal so eine Seite an der Hand, kann sie aber nicht mehr finden. Da konnte man seine Sorgen in einer Art Chat niederschreiben und irgendjemand hat da geantwortet...sowas wie ein Sorgentelephon nur online.
Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt.
Naja, werd mich dann doch noch mal auf die Suche machen. Dachte nur, dass hier der eine oder andere solche Dienste schon genutzt hat.

LG Asile
 
Hallo Asile,

hier vielleicht eine I-Net Plattform mit vielen, vielen Beratungsstellen, die onlineberatung anbieten. Sämtliche Instituitonen gibt es auch real und sie bieten eben zu der face to face Beratung auch online Beratung an.

das-beratungsnetz.de - psychosoziale Onlineberatung durch Experten /

es sind einige ganz gute dabei....und vielleicht ist ja doch irgendwie etwas dabei.

ein kleines Forum habe ich gefunden :
Forum für alle, die einen lieben Menschen verloren haben :: Trauerforum - Gehen Sie ein kleines Wegstück der Trauer miteinander

und einen Trauerchat:
Willkommen auf Trauerchat.de

ein Forum für Angehörige von Suizid:
Forum "Angehörige um Suizid" | Startseite

lg doofi
 
Hallo,
nach der Beerdigung von meiner Cousine möchte ich ein Buch zur Trauerbewältigung empfehlen. Ich finde die Texte sehr verständnsivoll und sie haben mir gut getan, auch mal das Licht am Horizont zu sehen. das Buch heisst "Abschied nehmen".
Ich weiss nich, wie es Euch geht, aber mir tut es gerade wenn ich so traurig bin, gut, aufbauende, tröstende Worte zu lesen. - gerade wenn man nich oder noch nicht drüber reden will.
Ich wünsche Euch Alles Gute
gerdi
 
Hey Asile!

Ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten, dass ich auch mit niemanden darüber sprechen konnte/wollte. Ich habe sehr vielen Menschen mit meinem Verhalten vor den Kopf gestoßen, weil meine Verletzung so offensichtlich war, aber ich keine Hilfe annehmen konnte/wollte.

Was Du für Deine Freundin tun kannst? Wie gesagt, ist nur aus meiner Erfahrung: Du kannst eigentlich nur da sein. Gewisse Skills (Fähigkeiten) zur Trauerbewältigung gibt es gewiss, aber dafür muss man auch bereit sein diese anwenden zu können. Ich habe viele Skills gelernt mit der Zeit. Habe mir gewisse Rituale aufgebaut, aber auch gelernt meine Trauer zu zulassen, denn nichts verletzt die Menschenseele mehr, als einen solchen Verlust herunterzuschlucken "und tapfer weiter zu machen", nur weil die Gesellschaft es gerne so hätte.

Sei aber auch als Freundin vorsichtig und lasse Dich da nicht zu sehr mit hinein ziehen. Gib da bitte gut auf Dich Acht, weil das sehr gefährlich werden kann, wenn man zu empathisch an die Sache heran geht. Zudem wird Deine Freundin zu viel Empathie wahrscheinlich auch nicht als glaubwürdig empfinden, weil der eigene Verlust "1000 Fach schlimmer" ist, als alles andere in dem Moment.

Wie gesagt.. sei da für Sie. Ohne Worte, mit kleinen Gesten.. das bewirkt meistens schon sehr sehr viel. Gib Ihr Regelmäßigkeit (ein gewissen "Gerüst" woran Sie sich halten kann), wie zB einmal die Woche Kaffee trinken oder ähnliches -> wohl gemerkt, ohne dabei sprechen zu müssen! Schweigen kann auch mal sehr angenehm sein.

Ansonsten kann ich Dir noch raten, dass es in jeder Stadt inzwischen Trauergruppen gibt. Musst Du mal für Deine Stadt googeln oder im örtlichen Krankenhaus nachfragen (sind meistens auch "ausgeschildert" im Krankenhaus). Zudem gibt es auch viele gute Foren für Betroffene und Angehörige (Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung / Online - Trauerseminare / Foren, Literatur, Trost und Informationsaustausch! trauer.org ... macht Mut zum Leben / Online-Trauerbegleiterseminare / Trauerarbeit oder ähnlich war ein Forum), da könnte Sie zum Beispiel schreiben, ohne von Gesicht zu Gesicht darüber sprechen zu müssen. Desweiteren gibt es auch gestalterische Angebote, wie Gestalttherapie, für eben jene Menschen die nicht darüber sprechen können. Da kann man in Form von Kunst (malen, zeichnen, basteln etc.) seiner Trauer Ausdruck verleihen. Auch da erkundige Dich einfach mal, was es in Deiner Stadt für Angebote gibt.

So.. ich wünsche Dir viel Erfolg und auch ganz viel Kraft!
Liebe Grüße
Eila
 
Hallo Asile,
also bei mir ist vor zehn jahren mein cousin gestorben...ich bin da auch nie wirklich drüber hin weg gekommen...
vor ca. 3 monaten habe ich mir für ihn ein tattoo stechen lassen.
wenn ich nachts in den himmel schaute und einen großen stark leuchtenden stern sah, wusste ich er ist bei mir.
also habe ich mir einen stern stechen lassen, ehrlich gesagt seit dem geht es mir besser, da ich weiß das er immer bei mir ist 🙂

diese möglichkeit trifft vllt. nicht für jeden zu aber mir hats geholfen!!

lg
 

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