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  • Starter*in Starter*in Perferkt Dark 15
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Perferkt Dark 15

Gast
Hallo zusammen
ich bin 15 und habe erhebliche probleme mit meinem momentanen leben.
von meinen eltern fühle ich mich entweder wie ein sklave, eine prjektion ihrer wünsche, einfach nur verarscht aber vor allem vernachlässtigt und unbeachtet. in den letzten 1 1/2 Jahren hat sich meine musikrichtung von klassik und pop auf dunkelstes metal und gothic verändert mein zimmer is tapezirt mit düsteren postern haarfarbe von blond gefärbt auf pechschwarz geändert, ich habe imemr mehr den drang egal wohin nur net in Kontakt zu meiner Familie.
UND MEINE ELTERN HABENS BIS HEUTE NET MITBEKOMMEN!!!!!
wenn ich mit einem meiner eltern (meist meiner mudda) diskutiere läuft es meistens darauf hinaus das wenn sie merkt das sie unrecht hat sie mih anbrüllt ausm raum schickt und die diskussion beendet. danach bin ich für sie sowiso psychisch krank unnormal unter gestört (wörtliche zitate meiner ellis!)
ich hatte den schonmal das telefonbuch mit er numemr des örtlichen psychologen mit familientherapie und nem telefon daneben hingelegt un mich im zimmer eingeschlossen nach 3 stunden binich rausgekommen (ohne das einer meiner eltern gefragt hat was los is) und das einzige was ich höre is: bist du jetz wieder normal? in einem streit hab ich nen heulkrampf bekommen sie angebrüllt und gefragt wer meine richtigen eltern sind darauf hammse mir nen vogel gezeigt gemeint ich spinne und sind gegangen. wenn mir mal n fehler unterläuft werde ich 1-2 wochen damit aufgezogen. Meine mutter will wir vorschreiben WANN und WIE ich MEIN! zimemr aufzuräumen habe! wenn ich wegfahre wolln sie immer wisen wohin. da sie mir so gut wie alles was so schuile und tanzkurs is bezahlen fühl ich mich meistens nur ausgehalten dass ich net aufmucke. In abreiten erwarten sie meisten 1sen und 2en (ich bin 10te klasse gym, letzter notendurschnitt 2,64; meine eltern waren real und gesamtschule beide mit eher mäßigem sbschluss) als ich anfang des schuljahres ne 5 geschrieben hate in physik hies es gleich ich bleib sitzen

so richtig körperliche nähe empfinde ich kaum noch durch meine familie und sehne mich halt daher nach jemandem. problem nummer 2: ich bin (ungeotet) bi oder schwul und in unserem kaff von kleinstadt findet keinen jungen in meinem alter der ebendso ist und bei den mädchen leide ich unter dem kumpel syndrom: gefällt mir ein mädchen unterhalten wir uns stundenlang und sind danch beste freunde -.-juhu-.-.
ich hab schon oft versucht im internet jungs auser nähe kenennzulernen aba nie isses was geworden.

ich fühle mich so unnütz und unfähig
ich weis net wie lange ich das noch durchhalte

HELFT MIR BITTE!!!!!
 

Hallo Perferkt Dark 15,

schau mal hier: Hilfe. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hi perf.dark,

diese Krankheit, an der du leidest nennt man Pubertät. Das ist die Zeit in der die Abnabelung vom Elternhaus stattfindet, für die Formung der eigenen Identität andere Vorbilder als deine Eltern gesucht werden...und man dabei gern mal provokativ nen "Griff ins Klo" macht, um sich sehr deutlich von der bieder-bürgerlichen Intoleranz der Erwachsenen abzugrenzen. Meine Haare waren früher blau (was in den 80ern aufm Dorf die absolute Sensation, bzw. ein Skandal war) meine Richtung zeitgemäß Punk....keine Sorge man übersteht auch diese Dinge 🙂)
Natürlich suchst du auch nach deiner sexuellen Identität und einem Partner und/oder einer Partnerin...was noch einige Zeit beanspruchen kann und wird.
Das mit den Kumpellinen ist doch gar nicht so schlecht...und du bist ja noch jung und wirst schon noch nen netten Jungen kennenlernen. Scheinst ja ein kommunikativer Typ zu sein, der keine grossen Schwierigkeiten hat Kontakte zu knüpfen...hab da mal etwas Geduld, guck weiter und lass alles auf dich zukommen...
Ich glaub schon, dass deine Eltern sehr genau deine Veränderung bemerkt haben, sich aber wahrscheinlich überfordert fühlen und daher oft aggressiv oder ablehnend verhalten. War bei meinen Eltern damals genauso. Das scheint irgendwo ein Mitbestandteil des biologischen Ablösungsprozesses zu sein...kommt nämlich so gut wie in allen Familien vor. Auch das Eltern sich nicht mehr so intensiv um ihre nun erwachsen und selbständig werdenden Sprösslinge kümmern...dennoch lieben sie dich gewiss nach wie vor! Die Zeiten und gegenseitigen Ansprüche ändern sich halt. Man kann ja drüber reden, wie man das wahrnimmt und was einen stört....Auch die körperliche Nähe zu den Eltern schwindet mit der Zeit. Das elterliche Kuschelprogramm ist ausgelaufen....statt Kuscheln mit Mama und Papa ist nun Kuscheln (oder mehr) mit Freunden oder Freundinnen angesagt....so ist das Leben!
Die Eltern sorgen sich natürlich um ihre Kinder und wünschen für sie eine gesicherte Zukunft. Dafür haben sie so ihre eigenen Ideen und Wünsche im Kopf, die sie ihren Kids mit mehr oder weniger Druck als das einzig Wahre verkaufen wollen. Allerdings ist es normal und realitätsangepasst ihre Kids zu guten Leistungen in der Schule etc. anzuspornen. Guck dir mal die Realität an: In unserem Bildungssystem wird halt nach Leistungskriterien operiert und nach Schlüssel-Schloss-Prinzip funktioniert der Übergang von Schule ins Berufsleben, da wo du später selber deine Ressourcen (=Money =gesellschaftl. Ansehn etc.)für ein eigenständiges Leben schöpfen musst und wirst. Das sind halt unumstössliche Realitäten, gegen die auch der grösste Anarchismus oder Ablehnung nix bringt...Die Heranwachsenden haben ebenfalls so ihre Ideen und Forderungen ans Leben, mit denen sie aber oft anecken, weil die manchmal nicht sehr realitätsangepasst und eine Spur zu anarchistisch ausfallen....der Ausgang des Prozesses wird idealerweise ein Mittelding zwischen alten und neuen Ideen/Lebenskonzepten sein...
Obwohl man in diesem Lebensabschnitt seine Eltern mit etwas anderen Augen sieht sollte man sich doch nicht zu sehr in blinde Machtkämpfe mit ihnen verrennen, sondern versuchen sich in Auseinandersetzungen einigermaßen vernünftig zu verhalten. Das macht mehr Eindruck als dieses "Spruch-Widerspruch"-Spiel und eine sture "Entweder-Oder"-Haltung. Meistens können die Ansprüche beider Parteien nämlich einigermassen zufriedengestellt werden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Und: du bist nicht unnütz und unfähig....als 15-jähriger musst du einfach noch deinen Platz im Leben finden und wenn du den mit 93 Jahren noch nicht gefunden hast, dann kannste erst mit dieser These auftreten! Bis dahin fliesst noch sehr viel Wasser den Fluss runter und du wirst dich schon finden. Das dauert halt seine Zeit.
Also hinsichtlich dieser düsteren Gedanken würde ich mal zu einem Gothik-Kontrastprogramm raten. Machst du z.B. auch mal Sport? Kriegst du genug Lichteinheiten. oder mutierst du zu einer bleichgesichtigen Grufti-Kellerassel??? Also ich glaub Punk hat mir damals mehr gefallen. War von der Grundstruktur her bunt, lustig, lebensfroh-aggressiv und öffentlich-aktiv. Gothik ist eher so ein in sich verkehrtes Düsterding? Kann mich da auch irren...
Ich finde man sollte immer Alternativen haben und aufbauen...mir wäre eine Sache auch immer zu langweilig gewesen. Ich hab damals alternativ zu meinem Punk-Disko und mit Freunden-Abhängen-Programm auch noch meinen Leistungssport gehabt....der mich auch irgendwie in schwierigen Phasen gerettet hat. Hängengblieben sind die, die nix anderes als ihren Punk-Kult hatten und nur das sehen und vervollkommnen wollten...will heissen: Einseitigkeit ist Stillstand und trägt nicht sehr zu einer positiven Entwicklung bei....
Ich bin mir aber sicher, du machst das schon, scheinst ja ne ganz gute Beobachtungsgabe und Grundvernunft zu haben...
Also nur Mut und ab ins Leben!

Gruß
Tyra
 
Hallo 15jähriger!

Also, das mit dem Zimmer aufräumen und dass man sagt, wo man hingeht und wann man in etwa zurückkommt ist sicher nicht falsch.

Aber ansonsten kann ich Deine Eltern nicht in Schutz nehmen.
Was sie mit Dir machen finde ich echt verwerflich, weil man so nicht mit Menschen umgeht, und schon gar nicht mit dem eigenen Kind!

Leider gibt es das sehr oft, und als Kind solcher Eltern soll man nun eine Orientierung finden... *kopfschüttel*

Dein Notendurchschnitt ist ja wohl gut! Und dass sie Dich beschimpfen, anstatt für Dich da zu sein, und auch Deine Wünsche und Probleme ernst zu nehmen, finde ich wirklich schlimm.
Somit MUSST Du ja das Gefühl bekommen, unnütz und unfähig zu sein.

Sicherlich fängst Du an, erwachsen zu werden, und das ist meistens nicht leicht, aber deswegen hast Du doch genau so Respekt verdient, wie jeder andere auch.

Die Probleme mit der sexuellen Orientierung kenn ich auch, und das macht einem die Sache nicht leichter.
Die düsteren Poster und dergleichen zeigen Deinen inneren Zustand, der sich auch verdunkelt hat. Das muß aber nicht so bleiben.
Denn wenn Du wieder verstehst, dass Du ein liebenswerter Mensch bist und das gleiche Recht wie andere auf Selbstentfaltung und Entwicklung Deiner Persönlichkeit hast, wird Dein Selbstbewusstsein stärker und Du brauchst dann nicht mehr in zweifelhaften Dingen oder Personengruppen nach Bestätigung suchen.

Auch das Haarefärben ist Ausdruck Deines Wunsches nach Aufmerksamkeit und individueller Entfaltung. Was ja ganz normal ist!
Und diese Aufmerksamkeit und das Gefühl, dass Du wirklich wichtig bist, sollten die Eltern geben, anstatt das genaue Gegenteil zu tun.

Vielleicht sind sich Deine Eltern ihrer Unart gar nicht bewusst; in dem Fall müssen sie darauf aufmerksam gemacht werden.
Schreib ihnen doch einen Brief, in dem Du Deine Gedanken, Sorgen und Wünsche an sie ausdrückst.
Wenn sie nicht ganz unfähig sind, werden sie dann ihr Verhalten ändern und Dich mit Respekt und Aufmerksamkeit behandeln.

Ansonsten versuch doch mal mit jemandem vom Jugendamt zu reden; da gibt es doch Anlaufstellen und Leute, die für Dich da sein werden.

Ich denke, dass ich persönlich Deine Probleme nachempfinden kann, auch weil ich einiges davon selbst durchgemacht hab.
Deswegen kannst Du Dich auch jederzeit wieder hier im Forum melden!

Ich hoffe, von Dir zu hören/lesen.

Kopf hoch!!!

Viele Grüße

Marcus
 
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