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Hilfe: Zeugnissprache -> Praktikumszeugnis

G

Gelöscht

Gast
Hallo Zusammen,

ich habe leider ein sehr schlechtes Praktikumszeugnis bekommen...ich denke es liegt daran, dass ich zweimal währenddessen einen grippalen Infekt hatte und mir das nicht geglaubt wurde (Scheiß Winter :/).

Könnte mir jemand sagen wie schlecht das Zeugnis wirklich ist...ich habe mir vorgestellt, dass Praktikum im Lebenslauf zu erwähnen (Ist denke ich kein Problem es rauszulassen, da ich noch ein längeres Praktikum mit sehr gutem Zeugnis habe) und das Zeugnis dann erst zum Bewerbungsgespräch mitzunehmen außer natürlich es ist zu überhaupt nicht vorzuzeigen...

Über mich geschrieben steht:

Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte Frau xx zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Ihre Führung und ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets sehr gut. Wir haben Frau xx als ehrliche, pünktliche und gewissenhafte Praktikantin kennen gelernt.

Aufgrund Ihrer schnellen Auffassungsgabe würden wir Ihr gerne einen Nebenjob auf Basis geringfügiger Beschäftigung anbieten.

Wir wünschen Frau xx in ihrem Studium und privaten Weg alles Gute und vor allem Gesundheit. (Dieses Absatz macht mich echt traurig)


Für mich passt das alles nicht ganz zusammen. Was sagt ihr, wie schlimm ist es?

Bitte ehrliche Antworten 🙂

Vielen Dank und liebe Grüße
 
Ja, lass diesen Satz zur Gesundheit streichen. Es ist ein bisschen merkwürdig formuliert. Ansonsten ist das Zeugnis gut.
 
Hallo Sofie Blume,

für die sinnvolle Bewertung und Kommentierung eines Zeugnisses benötigt man den vollständigen Text, quasi von der Über- bis zur Unterschrift. Grundsätzlich sollten der zu würdigende Zeitraum, die erlernte bzw. bekleidete Tätigkeit, die Branche und die Unternehmensgröße genannt werden.
Bereits der einleitende, den Zeugnisempfänger benennende Absatz enthält erste wertende Aussagen, genauso wie die Auflistung der Tätigkeiten. Diese wiederum korrespondieren mit den darauffolgenden Bewertungen der einzelnen Aspekte von Arbeits- und ggf. Führungsweise bzw. -leistung sowie von Fachwissen und Sozialverhalten.
Der Text eines Zeugnisses beginnt nunmal mit dem Wort Zeugnis oder einem seiner Verwandten und er endet mit einer Unterschrift. Nur in diesem Kontext lässt er sich halbwegs seriös werten. Fast jede Formulierung in einem Zeugnis kann in einem geänderten Zusammenhang für eine gänzlich andere Aussage stehen. Jede der auf den ersten Blick positiven Aussagen kann durch den ausgelassenen Teil abgewertet werden.

Bis jetzt lässt sich bestenfalls sagen dass das hier eingestellte Textfragment widersprüchlich ist. Einen Mitarbeiter dessen Ehrlichkeit und Pünktlichkeit betont wird beurteilt man in der allg. Leistungsbeurteilung normalerweise nicht als gut, zudem bietet man ihm keine Anstellung an wenn er bisher durch einen erhöhten Krankenstand aufgefallen ist.
 
Hi,

man sollte nicht zu sehr in ein Zeugnis reininterpretieren. Ich hatte oft mit Zeugnisfloskeln zu tun und versuche das mal nach meiner Meinung zu entschlüsseln.

Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte Frau xx zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Die ihr übertragenen Aufgaben passt in diesem Zusammenhang, denn du bist ja eine Praktikantin gewesen und hast nach Anweisung gearbeitet. In einem Arbeitszeugnis wäre das negativ, denn das zeigt fehlende Selbstständigkeit.

Zu unserer vollsten Zufriedenheit heißt: du hast deine Aufgaben meistens sehr gut erledigt. Aber nicht immer denn "stets" fehlt.

Ihre Führung und ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets sehr gut. Wir haben Frau xx als ehrliche, pünktliche und gewissenhafte Praktikantin kennen gelernt.

Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden ist die richtige Reihenfolge, das passt hier. Es ist nicht erkennbar, dass du mit dem Vorgesetzten Probleme hattest.

...war stets sehr gut. Super! Du hast dich nicht nur einen sehr guten Eindruck hinterlassen, sondern auch immer!

Wir haben... als... kennengelernt ist immer so eine blöde Formulierung, ich habe davon meist nur negatives gehört. Man muss hier auf die Zeitform achten. Es ist in der Vergangenheit geschrieben. Das könnte man so interpretieren, dass du anfangs bestimmte Eigenschaften hattest, diese dann aber mit der Zeit nachgelassen haben, denn sie haben dich so "kennengelernt". Wärst du z. B. immer pünktlich, wärst du es ja jetzt immer noch. Zumal man jemanden am Anfang eines Arbeitsverhältnisses "kennenlernt".

Pünktlich, gewissenhaft: ist das alles, was dich auszeichnet? Mehr kam nicht bei rum? Pünktlichkeit ist eine allgemeine Voraussetzung, es ist völliger Quatsch wegen sowas gelobt zu werden. Gewissenhaft klingt erstmal ganz toll, heißt aber nur, dass du bereit und konzentriert warst, ob du erfolgreich damit warst weiß man nicht.

Aufgrund Ihrer schnellen Auffassungsgabe würden wir Ihr gerne einen Nebenjob auf Basis geringfügiger Beschäftigung anbieten.

So schlecht kannst du ja dann doch nicht gewesen sein, wenn sie dir einen Minijob anbieten. Sie sind also noch an die interessiert, wobei das hier jetzt schon widersprüchlich klingt.
Oben steht nix Besonderes über dich, wieso man dich einstellen sollte und jetzt bieten Sie dir einen Arbeitsvertrag an.

Wir wünschen Frau xx in ihrem Studium und privaten Weg alles Gute und vor allem Gesundheit.

Die Schlussformel ist am wichtigsten, da steht meistens die Wahrheit drin.

Dir wird beruflich und privat alles Gute gewünscht. Das ist schon mal positiv.

Nur der letzte Nebensatz "... und vor allem Gesundheit" ist natürlich mies. Damit will der AG auf deine langen Krankheitstage hinweisen, so nach dem Motto "Vorsicht! Da wird dir jemand auf der Tasche liegen".




Also insgesamt würde ich das Zeugnis so bei 2-3 ansiedeln.
Ich finde, für ein Praktikumszeugnis ist es schon ziemlich durchschnittlich, es steht auch nichts Aussagekräftiges drin.
Kommt drauf an, wie lange du dein Praktikum gemacht hast.

Also, entweder hatte die Person nicht viel Erfahrung mit Zeugnissen und hat sich einfach nur ungünstig ausgedrückt oder die haben das wirklich so gemeint.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sofie Blume,

habe heute deine Zeugnisbemerkungen einer Bekannten, die in einer großen Firma im Personalmanagement sitzt, gezeigt und sie um Ihre Stellungsnahme gebeten. Die Dame, eine Freundin meiner Tochter, ist 30 Jahre.

Ihre Stellungsnahme : im großen und ganzen zwischen gut und sehr gut - Manko der Hinweis auf deine Gesundheit.
Wenn man einem Arbeitgeber gute Gesundheit wünscht, ist das für den nachfolgenden AG der Hinweis: Vorsicht, der AN hat viele Krankentage.
Sie meinte, ob du nicht hingehen könntest und nett nachfragen könntest, ob sie diesen Hinweis mit der Gesundheit nicht streichen könnten. Du hattest halt einfach gesundheitliche Probleme während dieser Zeit - das war aber die Ausnahme.
Ansonsten würde sie das Zeugnis - wegen den Hinweis mit der Gesundheit - obwohl es ansonsten echt gut ist, lieber unterschlagen.

Liebe Grüße
 
Vielen Dank für das große Feedback 🙂
Ja die Gesundheit finde ich schon sehr störend. Das Leben spielt manchmal blöd...das Praktikum ging halt nur 6 Wochen und ausgerechnet in der Zeit war ich krank in meinem 7 monatigen Praxissemester hingegen kein einzigen Krankentag (der Körper macht halt nicht immer wie er soll 😀)
Ich denke auch, dass ich mal Nachfrage. Der Chef ist nur nicht so gut auf mich zusprechen ,da ich das Angebot Nebenjob abgelehnt habe, da ich schon als Hiwi an der Uni nebenbei arbeite. Das Gemeine ist mein Gedanke, dass wenn ich zugesagt hätte, er mir sowas nicht in die Bewertung geschrieben hätte.

Aber Arbeitnehmer sind eben auch nur Menschen...
 
@ SofieBlume

Also meine Tochter wäre als Studentin schon hingegangen und hätte mit einem treuen Augenaufschlag nachgefragt....
Mensch, du kannst ihm doch erklären, warum du bei ihm nicht auf 450€ angefangen hast.
Du hättest das bei ihm doch gerne gemacht, aber du verdienst schon 450 bei der Uni, den kannst du nicht aufgeben und einen 2. geringfügige Beschäftigung geht doch nicht.....
Heiderblitz, ein nettes Mädel bekommt das doch hin. Schmier ihm einfach etwas Honig um den Mund. Vor allem du hast es hier doch auch gut erklärt... genau das sagst ihm auch. Mit dem Wort Gesundheit, verbaut er einem jungen Menschen das Leben..... auf die Art.
Ich drück dir die Daumen.
 
Das Zeugnis ist insgesamt gut. Und wenn du nunmal viel gefehlt hast, und es gestört hat, stimmt es dennoch. Ich schreibe auch zeugnisse. Und bewerte gernecsachlich und genau. Es nervt in der tat, wenn dann nachgebessert werden soll.

Für was genau benötigst du denn das zeugnis?
Praktikumsnachweis? Du hast doch einen job.
Du wirst moeglicgerweise noch mehr praktika absolvieren - da mag sich dass dann wieder ausgleichen. Wenn du dich doch damit bewerben willst, solltest du evt. Bitten um nachbesserung, auch wenn es unangenehm ist.
 
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