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Hilfe! Vom Studium überfordert!

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K

King of Queens

Gast
Hey Leute.
Ersteinmal zu mir: 19 Jahre, Abi - Zivi - nun Student im 1.Semester.

Bin alleine in eine neue Stadt gezogen und meine Freundin ist noch in meiner Heimatstadt, nach ihrem abi zieht sie zu mir(ende juni).

Schon nach dem ersten Monat habe ich den Studiengang aufgegeben und bin nur noch selten und zu den nötigsten Vorlesungen gegangen. es ist auch einfach der zwang, der mir fehlt, d.h. es interessiert ja eh niemanden wenn ich nicht zur vorlesung gehe.
Habe mich in einigen Fächern einfach überfordert gefühlt und habe dann alles schleifen lassen. Z.B. Mathe überfordert mich total und interessiert mich zu 0%. lernfächer wie biologie machen mir nicht so probleme. jedoch steh ich mir auch selber im weg, da ich mich nicht zum lernen aufraffen kann.mir fehlt nun jegliche motivation. dies ist alles so neu für mich, da mein leben bisher super verlief und ich nun in so einer krise stecke. auch das alleine sein macht mich sehr fertig und ich habe auch kaum lust mit leuten aus meinem studiengang etwas zu unternehmen...wenn ich in meine heimatstadt fahre geht es mir super und geniese die zeit mit meiner freundin und meinen freunden.
habe meinen eltern und meiner freundin endlich beigebracht das ich diesen studiengang nicht schaffen werde und was anderes machen möchte. anfangs war es schwer für alle es zu verstehen, da ich eine tolle wohnung habe und hohes bafög bekomme.
da ich nicht der typische "lerner" bin habe ich angst es mit einem neuen studiengang zu probieren.
nun gehen meine gedanken in richtung ausbildung, jedoch ist es nun schon januar und für vieles ist der bewerbungszeitraum abgelaufen. außerdem gehen die meisten ausbildungen erst im august los. was mit der zeit anfangen? es ist auch schwer eine ausbildung zu finden, die zukunft hat und auch ein relativ gutes gehalt bietet.
habe zivi im krankenhaus gemacht und mir hat die atmosphäre dort sehr gefallen. jedoch sieht die zukunft für einen gesundheits-und krankenpfleger ja nicht gerade rosig aus.außerdem ist die bewerbungszeit für 2010 abgelaufen. interessiere mich auch in richtung therapie, also physio- oder sporttherapie etc., aber ich finde nirgens ausbildungsplätze. habe das ganze internet durchsucht...wo finde ich am besten rat.
hilfe...irgendwie gerät mein leben aus den fugen...die situation ist eine hohe psychische belastung für mich...ich will endlich wieder glücklich sein, eine aufgabe haben die meinem leben wieder einen sinn gibt.
ich hoffe ihr könnt mir ratschläge geben und danke im voraus.
 
Ich kann dir erst einmal sagen, dass du nicht der einzige bist, dem es so geht.
Ich habe was relativ ähnliches erlebt. Bin jetzt im 3 Semester und mein Körper sagt mir absolut, dass ich es nicht mehr will. Hab auch ne tolle wohnung, fühl mich aber zu hause bei der Freundin die gerade Abi macht wohler als an meinem Studienort.
Ich werde mir nun die Zeit nehmen und Praktika machen und hab mich auch für nen paar Ausbildungsstellen beworben. (ich bin übrigens auch eher ein Lerner Typ wie du)

Nun was ich dir raten kann: Ich kenn mich jetzt nich in deinen Ausbildungsbereichen aus, aber ich kann dir sagen, wenn du noch irgendwas bekommen kannst, was dir gefallen könnte, dann mach das! die Zeit bist zum August ist ein Klax! Die kannst du mit Praktika machen oder jobben gehen füllen. Glaub mir ich stand in meinem 1. Semester auch schon vor dieser Situation genau wie du.... hatte dann aber nicht den WIllen dazu es zu machen aus genau denselben sorgen wie du und im Endeffekt bereue ich es nur!

Und glaub mir eine Studium Abbruch und danach ne Auszeit ist überhaupt nicht schlimmes! es gehen so viele Leute Umwege in ihrem leben und wechseln mal ihr studium. Einige, wo du denkst die wissen was sie wollen und ihr studium durchziehen sind, sind am ende oft auch nich so glücklich mit dem Beruf den sie haben, weil sie sich vorher nich genau informiert haben oder ihre zweifel ignorieren konnten.
Das musst du dir immer wieder sagen, weil ich kenn das gefühl wenn man denkt man sei der einzige Mensch auf der Welt der keinen geraden Weg geht! aber das stimmt nicht.
und hey was ist ein 1 jahr im vergleich zu deinem gesamten leben! du kannst immer noch über 40 jahre arbeiten gehen wenn de fertig bist, also mach dir nicht so nen kopf.
Also hab Mut und steht dazu das es nicht ganz das richtige war! auch wenn es einem manchmal schwer fällt

Glaub mir ich war das 3. Semester auch sehr sehr unglücklich, werd es aber jetzt tun weil ich einfach nicht mehr kann... problem ist ich hab halt im moment leider auch nur unsichere alternativen, weswegen die Eltern halt weniger begeistert sind...
naja zu mindest die Freundin steht zu mir 🙂
 
Wie wäre es mit einen neuen Studiengang?
Ich denke, dein Problem hängt mit der Umstellung zusammen. Beim Zivildienst hast du nach und vor dem Dienst Freizeit, du musst nichts können, nichts wissen, nichts vor und nachbereiten und selbst die Dienstzeit biete mehr Zeit für Pausen als für die Arbeit und du musst keine Anspruchsvollen Aufgaben übernehmen, wenn du mal etwas machen musst. Diese Zeit ist vorbei, das Studium erfordert ein hohes Maß an Selbstmotivation und Selbsinformation. Es gibt keine Kopien mehr wie in der Schule, man liest sich das Wissen Nachmittags in der Bibliothek mit den Literaturlisten an, wenn man Glück hat und das einzige Exemplar, das im Bestand ist, bekommt. Oder kauft sich mit der Hilfe reicher Eltern die Bücher.
Ein Studium ist auch keine 35 Stundenwoche wie beim Zivildienst. Ein Studium besteht aus 25 Stunden Präzenszeit und mind. 25 Stunden Nachbereitung, eher 30-40 Stunden Nachbereitung. Fragen kann man im Studium niemanden mehr wie in der Schule, dafür ist man selbst verantwortliche die Sachen rauszusuchen.
Auch die online-Anmeldungen für Prüfungen, die meistens nicht funktionieren, muss man genausten im Auge behalten. Die Dozenten meckern zwar auch an den Programmen rum, aber sie gibt es nunmal um man muss versuchen sich mit den defekten Programmen irgendwie anzumelden. Funktioniert das mal wieder nicht, schreibst du die Prüfung nicht mit und wirst ausgeschlossen. So läuft das Studium. Ich das etwas, wo du dich reinknien willst und willst du diesen Kampf allein überstehen und dir selbst etwas beweisen, oder willst du dich mit einer harmlosen Ausbildung ohne Wissen hochschlafen, bei dem dir alles ganz genau gezeigt wird und du danach bessere Chancen hast als mit einen Studium? Die Wahl liegt bei dir.
 
Hallo King of Queens (Ich liebe die Serie😉)

Also...die Umstellung von Schule auf Studium ist ein enormer Schnitt. Weil es eben auch die Umstellung von Kindheit auf Erwachsensein bedeutet - inklusive eigener Wohnung, eigener Verantwortung ect. Das ist für die meisten Leute sehr schwer.

Mal aus dem Bauch raus: ich denke, du hast recht schnell aufgegeben. Nach einem Monat wusste ich auch nicht, wie der Hase beim Studium läuft. Zumindest würd ich an deiner Stelle die Idee des Studiums noch nicht ganz verwerfen und dem neuen Studiengang eine Chance geben. Du bist kein "typischer Lerner" - okay, da bist du nicht der Einzige. An jeder Uni gibt es Veranstaltungen für Anfänger, Tutorien, in denen man auch lernt, wie man das Studium am besten bewältigt, wie man sein eigenes Lernpensum und -tempo findet. Es gibt Studienberatungen, Erst-Semester-Tage ect. ... Da trifft Du plötzlich ne Menge Leute, die sich ähnlich überfordert fühlen - und Leute, die wissen, dass diese Phase bei den meisten vorbeigeht.

Du schreibst, bisher lief alles super in deinem Leben. Umso mehr glaube ich, dich hat die Umstellung nach der Kindheit/Schulzeit, in der alles schön überschaubar war, einfach ins Trudeln gebracht. Sowas macht Angst, wenn man es zum ersten Mal erlebt. Ich hab das damals auch gemerkt. Aber nach einer Weile fühlt man wieder Boden unter den Füßen - weil man merkt, dass man das irgendwie schon hinkriegt mit dem eigenverantwortlichen Leben. Das macht dann sogar Spaß🙂

Ich will dir jetzt nicht total von einer Ausbildung abraten, aber aus meiner Sicht spricht ne Menge fürs Studium: du hast ein gutes Abi, bekommst Bafög, wolltest ja eigentlich auch Studieren. Viele Leute, die erstmal keinen Bock aufs Weiterlernen nach dem Abi hatten, ärgern sich später, weil es ohne Studium in vielen Bereichen eben nicht allzu weit geht.
 
Das ist wie mit einer Geldanlage:
Du kannst sie bei einer unseriösen Anbieter wie der Deutschen Bank machen, die hohe Renditen von 20 % verspricht durch den Kauf von faulen Aktienpaketen, die aber sehr riskant sind und häufiger nicht erfüllt werden als sie erfüllt werden. (= Studium)


Oder du gehst dein einfachen Weg zur seriöse Sparkasse. Dort kümmern sich die Berater um alles (=Ausbildungslieter), dein Geld ist sicher und vermehrt sich auch mit einer konstanten, aber gemäßigten Rendite. Dort bist du am Ende nie bankrott oder hast umsonst studiert. (Ja, ich meine umsonst und nicht kostenlos!)
 
@Gast: Naja ... Der Vergleich hinkt aber gewaltig. Seit wann gibts denn für Leute, die eine Ausbildung machen kein Risiko? Es ist genauso gut möglich, eine Ausblidung zu machen und hinterher ebenfalls ohne Job dazustehen - die Wahrscheinlichkeit ist sogar noch größer, was der Vergleich der Arbeitslosenzahlen zwischen Akademikern und Nicht-Akademikern zeigt. Und hey - eine Ausbildung dauert meist auch so um die 3 Jahre und wird eher selten bezahlt. Im Grunde ist ein Bachelor-Studium und eine Ausbildung doch sehr vergleichbar, was Zeit und Kosten angeht - nur, dass man mit dem Studium am Ende wahrscheinlicher mehr Geld verdient und wahrscheinlicher einen Arbeitsplatz findet ...

@King of Queens: Ich verstehe deine Bedenken absolut, aber so schnell wie du kann man das ganze gar nicht einschätzen. Mir hat mein Studium auch erst ab etwa Mitte 2tes Semester Spaß gemacht. Dass das erste Semester absolut zum Kotzen ist, ist (für viele) leider normal. Die Uni versucht in dieser Zeit auch, möglichst viele zu vergraulen. Deshalb gibts im ersten Semester nur ätzend-langweiliges Grundlagengesülze, extrem viel Stoff, extrem viele Prüfungen ... Dazu kommt noch, dass keiner einem was erklärt, alles durcheinander geht, man niemanden kennt usw. usw.

Ich habe in meinem ersten Semester auch oft geheult und gedacht, dass ich das alles nicht schaffe - dabei war ich an meinem Gymnasium Jahrgangsbeste. Da will ich nicht wissen, wie überfordert sich andere noch fühlen müssen. Aber es geht bergauf. Es wird mit jedem Semester leichter und besser und je mehr man schon weiß, umso interessanter wird auch der Stoff und das Lernen mit der Zeit.

Folgende Empfehlung von mir: Wenn du bis August jetzt eh nichts zu tun hast, kannst du ja auch so lange noch weiterstudieren. Und jetzt streng dich mal richtig an, überwinde den inneren Schweinehund, geh zu den Veranstaltungen und schreib ein paar Prüfungen mit. Und dann kannst du dir im Sommer in Ruhe überlegen, ob du es doch lieber abbrechen willst. Aber gib dem Ganzen lieber erstmal eine Chance - wer weiß, vielleicht willst du dann im August schon gar nichts anderes mehr machen? 😉
 
Das ist wie mit einer Geldanlage:
Du kannst sie bei einer unseriösen Anbieter wie der Deutschen Bank machen, die hohe Renditen von 20 % verspricht durch den Kauf von faulen Aktienpaketen, die aber sehr riskant sind und häufiger nicht erfüllt werden als sie erfüllt werden. (= Studium)


Oder du gehst dein einfachen Weg zur seriöse Sparkasse. Dort kümmern sich die Berater um alles (=Ausbildungslieter), dein Geld ist sicher und vermehrt sich auch mit einer konstanten, aber gemäßigten Rendite. Dort bist du am Ende nie bankrott oder hast umsonst studiert. (Ja, ich meine umsonst und nicht kostenlos!)

Es ist eher andersherum. Bei Akademikern herscht seit Jahrzehnten eine geringe Arbeitslosenquote, dass ist noch genauso wie vor 30 Jahren.
 
Es ist eher andersherum. Bei Akademikern herscht seit Jahrzehnten eine geringe Arbeitslosenquote, dass ist noch genauso wie vor 30 Jahren.
Das ist Ansichtssache.
Wie viel Jobs gibt es für Historiker, Biologn und VWL und wie viel Jobs gibt es für Bürokaufleute, Buchhälter und sonstige Ausbildungsberufe?

Es ist sicher nicht repräsentativ, aber aus dem Bekanntenkreis kenne ich z.B. einen Historiker, der nach 100 Bewerbung (2,3er Diplom) als Taxifahrer angefangen hat.

Ein Biologe (1,7er Diplom) lebt seit 2 Jahren von Hartz IV. und hat mehre Hundert Bewebung geschrieben.

Ein BWLer macht jetzt eine Ausbildung zum Bankkaufmann, ein anderer verkauft Versicherung auf Provisionsbasis, ein anderer ist Kurierfahrer.

Ich selbst bin im Masterstudium VWL, aber nicht, weil ich den Master umbedingt haben möchte, sondern weil ich mit dem Bacherlorabschluss VWL keine Arbeit bzw. ein Pratikum oder ähnliches bekommen habe. Vielleicht war ich mit meinen 125 Bewerbungen auch zu optimistisch und muss noch mehr schreiben?
Ich denke, dass ich auch nach dem Masterstudium keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt habe, wer stellt schon VWLer ein?
Offene Angebote gibt es nicht und das Gerücht, dass man auch in BWLer Jobs arbeiten kann, scheint auch nicht zu stimmen.
Wahrscheinlich werde ich es mit einer Ausbildung im Verwaltungsdienst versuchen nach dem Masterstudium, wenn ich trotz meines dann hohen Alters, dann noch eine Stelle bekomme. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, dass das Studium zu irgendwas gut war, aber ich glaube nicht wirklich dran, weil ich realistisch denke.

Auch mit dem Nebenjob habe ich Probleme, weil man mir trotz guten Bacherlorstudium nicht zutraut, dass ich in der Lage bin, Regale einzuräumen oder einfache Bürotätigkeiten auszuführen.

Sicherlich werden sie Mediziner nicht über fehlende Angebote beschweren. Aber viele Akademiker werden nicht einfach so Arbeit finden, wenn sie kein Netzwerk haben um an den Markt zu kommen.
 

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