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    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Heftige Lebenserfahrungen! Also bitte Vorsicht beim Lesen! Trigger möglich!

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stff

Gast
Liebe Moderatoren, entscheidet bitte darüber, ob mein Beitrag frei geschalten werden kann oder nicht. Wenn nicht, dann ist es in Ordnung. Gruß

Liebe Forenmitglieder, bitte achtet auf euch und entscheidet, ob ihr meinen Beitrag wirklich lesen wollte. Dieser ist dieses Mal sehr heftig.







....







Als ich ungefähr 12 Jahre alt war, gab es eine brenzlige Situation in meinem noch jungen Leben. Mein kleiner Bruder lag im Schlafzimmer im Bett. Als ich neben ihm hockte und ein Kissen in die Hand nahm, kam mir mit einmal kurz der Gedanke, meinen Bruder mit dem Kissen zu ersticken. Reflektierend muss ich sagen, dass mir dieser Gedanke wohl aufkam, weil ich auf meinen Bruder eifersüchtig war. Früher stand ich bei meiner Mutter im Mittelpunkt, seitdem mein Bruder auf der Welt ist/war eben nicht mehr. Ich habe lange gebraucht, um diesen Vorfall bei einer Therapeutin anzusprechen und vor allem meinen Bruder zu erzählen. Die von mir angesprochene Therapeutin meinte, dass Gedanken wie meiner nicht selten sind. Aber wenn ich heute bedenke, dass die damalige Situation auch hätte anders, also böse, ausgehen können; dann wird mir schlecht. Ich war damals ein Kind. Also dieser Situation hilflos ausgeliefert. Ich bin nur froh, dass mir bis zum heutigen Tag mein Verstand und meine Fähigkeit der Selbstreflektion (ich denke, dass diese beiden Gaben hierfür verantwortlich sind) über schlimme Momente wie diesen hinweg geholfen hat. In meinem Leben, ich bin gerade einmal 33 Jahre alt, gab es weitere schlimme Lebenserfahrungen. Lebenserfahrungen, die ich niemanden wünsche! Beispielsweise Mordgedanken gegenüber anderen Menschen, weil ich meinen Peiniger in diesen gesehen habe. Oder die Angst, mich sexuell zu Kinder zu hingezogen zu fühlen! Wobei ich als Kind jahrelang sexuell missbraucht wurde und auch in Kindern meinen Peiniger sah. Mein Peiniger war bei den meisten Übergriffen auch erst ein Kind. Oder die Situation, in der ich nachts in der Klinik lag und das Gefühl hatte, etwas zieht mich zu meiner Zimmernachbarin, um sie zu verprügeln oder gar zu ermorden. Ich bekam damals plötzlich Mordgedanken gegenüber den anderen Patienten und habe aus Schutz gesagt, dass bin nicht ich, das ist meine Psyche. Ich habe also zu meinem Schutz meine Psyche von meinem Körper getrennt, um mit den Mordgedanken zurecht zu kommen. Ich hatte immer das Gefühl, die Leute anzugreifen, obwohl ich es nicht wollte, und habe mich daher abgelenkt. Und meine Erfahrung, als das Fenster in der Klinik (Etage 4) weit geöffnet war und mich innerlich etwas dazu bringen wollte, aus dem Fenster zu springen, wobei ich es gar nicht wollte. Oder als ich am Bahnhof stand, eine Zugdurchfahrt eines ICEs durchgesagt wurde und ich mich an einer Bank festhalten musste, weil meine Psyche verrückt spielte bzw. mich dazu bringen wollte, vor den Zug zu springen. Überquere ich eine Brücke, werde ich instabil und vernehme Impulse, von der Brücke zu springen, wobei ich auch das nicht möchte. Manchmal empfinde ich mich innerlich auch total leicht und habe das Gefühl, ich mache etwas unkontrolliert, wie alles, was ich hier beschreibe. Oder es erschlägt mich von hinten, so dass ich mich auf den Boden schmeiße, weil ich nicht weiß, was passiert. Ich weiß, welche traumatische Lebenserfahrung sich dahinter versteckt. Von daher weiß ich mittlerweile, wie ich mit angesprochenen Situationen umzugehen habe. Ich bin schon gespannt, was im Rahmen meiner Verarbeitung meines Sexuellen Missbrauch und meiner Versuchten V*** noch erlebe.


Habt ihr schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht?
Wie nennt man diese "Phänomene"?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

zum einen ist es gut, dass du dich zu diesen Gedanken geöffnet hast um dafür Hilfe zu suchen. Es ist schwierig zu erklären, was solche Zwangsimpulse sind. Oft, wie du schon selber erörtert hast, entstehen sie durch traumatische Erfahrungen in unserer Kindheit und Jugend, es kann aber auch in manchen Fällen im Erwachsenenalter auftreten.

In den meisten Fällen sind diese Zwangsimpulse, schnelle Impulse denen aber keine Folge geleistet wird. Vorallem das versuchte Verdrängen kann diese Impulse meist noch verstärken und verschlimmern.

Es ist bestimmt schwer gewesen bis jetzt für dich, denn solche Impulse können einen großes Leiden auslösen, dass sich auf das gesamte Leben auswirkt.

Bist du in therapeutischer Betreuung und/oder medikamentöser Behandlung?

Hast du vielleicht mal darüber nachgedacht dich mit einer Gruppe anderer Zwangserkrankten auszutauschen? Gäbe es eine Möglichkeit für dich diese Option mit einer Therapeutin zu besprechen?

Vorallem das äußern vor anderen Personen ist schwer, ist oft aber ein guter Einstieg um die Situation aus einem äußeren Blickwinkel zu betrachten. Vorallem bei Zwangsgedanken die gewalttätiger Natur sind, oder selbstverletzender, ist es schwer dies anderen Personen mitzuteilen aufgrund der Angst oder Befürchtung man würde als "schlecht" bedacht werden - aber wie du selbst schon mitteilst, das bist nicht ganz du, sondern ein Teil deines Hirns das versucht eine traumatische Erfahrung zu verarbeiten. Da es schon bestimmte Schlüsselreize gibt, die diese Impulse auswirken, kann man sie innerhalb der Therapie zu analysieren und für dich gute Lösungsstrategien zu entwickeln.

Eine Gesprächsgruppe mit anderen Betroffenen gibt dir vielleicht auch das Gefühl, dass du damit nicht allein bist und es andere gibt die diese Erkrankung haben, du kannst dich über Lösungen austauschen und neue Lösungen erarbeiten und somit vielleicht auch die traumatische Erfahrung für dich neu kategorisieren.

Du bist kein schlechter Mensch. Da bin ich mir sicher.
 
ich war nicht geschockt, warscheinlich bin ich selbst mittlerweile zu abgeklärt,..ich finde es mutig von dir und ich finde gut wie bewusst dir das ist...

du hast das Kissen nicht auf ihn gedrückt...und das ist gut so...da ist noch etwas in dir das dich kontrolliert und auch beschützt hat...allerdings war ich das Kind das von meiner Schwester gerne in den Mülleimer geworfen worden wäre.😉 aus genau den Gründen die du beschreibst...

...Diese Zwangsgedanken von denen du berichtest sind mir selbst in anderer Form schon untergekommen...Ich habe selbst traumatische Erfahrungen in meiner Kindheit gehabt bis ich 14 war (jetzt bin ich fast 50), danach gab es eine Trennung von meiner Familie, die von mir herbeigeführt wurde und Wechsel des Wohnortes.....aufjedenfall wenn die traumatische Situation vorbei ist...kann es passieren das man "sich selbst bestraft"...auch durch Zwangsgedanken oder Handlungen...eine Art Selbstsabotage...so habe ich das im nachhinein für mich festgestellt...der bestrafende und quälende äussere Part war aus meinem leben...und was machte ich ein paar jahre später...ich habe mich selbst bestraft und teilweise auch gequält...und war manchmal auch gar nicht so nett zu anderen (allerdings alles noch einigermaßen im Rahmen, dazu war ich zu Selbst-"Bewusst")..eine Art Wiederholungszwang....so kam es mir vor...als ob es mir nicht gut gehen durfte...und ja Ähnlichkeiten begegne ich durchaus immer mal wieder, aber es wird weniger...und ein Problem mit Grenzsetzung wird bei mir manchmal recht heftig angestubst...das ist dann meine Aufgabe...
 
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Guten Morgen, euch beiden vielen lieben Dank für eure Beiträge und Offenheit! Ja, ich bin in therapeutischer Behandlung, bereits seit knapp 10 Jahren als ich nach dem Aufwachen mit einem starken Schwindel sowie andere Beschwerden vernahm und es sich letztendlich herausstellte, dass besagte Schäden psychosomatisch bedingt sind.

Abseits hiervon bin ich einfach nur froh, dass ich angesprochenes weites gehend schadlos überstanden habe, wobei das Leiden extrem war. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, war meine Angst, mich sexuell zu Kindern hingezogen zu fühlen, das schlimmste für mich. Damals als ich mit einmal vor meinen Augen nackte Kinder sah und sich in meinem Intimbereich etwas regte als ich Kinder sah. Ich habe das Haus erst eine Woche lang nicht verlassen und bin danach zu einem Kumpel gefahren. Ich habe mir gesagt, dass alles sein darf, aber kein sexuelles Verlangen nach Kindern. Wäre diese Erfahrung ein echtes Problem geworden, hätte ich mich lebenslang in einer Klinik einweisen lassen. Aber zum Glück kam nach und nach die Ursache für mein vermeintliches Interesse an Kindern heraus. Immer wenn ich ein Kind sah, kam mir mein Peiniger automatisch in den Kopf. Und heute weiß ich, was genau los mit mir war. Ich hatte damals auch das große Glück, dass ich mit bestimmten Menschen offen darüber reden konnte. Ich denke, es ist wichtig, egal wie schlimm und sensibel ein Problem ist, darüber reden zu können. Gerade Themen wie dieses müssen ihren Platz finden. Man darf sich damit nicht verstecken.

Aber ich habe in jeder Situation an mir gearbeitet! Sprich alles hinterfragt und nachgelesen, Zusammenhänge erstellt, Tagebuch geführt, Listen erstellt, und vieles mehr ... und habe für mich Mittel und Wege gefunden, mit den einzelnen Situationen umzugehen. Ich habe mit meinen Gedanken und Gefühlen gearbeitet.

Durch meine akribische Arbeit an mir, konnte ich irgendwann reflektieren, welche Lebenserfahrung welchen Schaden auslöst. Nur die heftigen Aggressionen gegen mich sind noch vorhanden und werden mich sicherlich so schnell nicht verlassen.

Wie ich mit der damaligen Situation mit meinem Bruder umgehe, weiß ich noch nicht.
 
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