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Großmutter und das böse Mädchen.......

  • Starter*in Starter*in Lilith lebt
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L

Lilith lebt

Gast
....... ein wahres Märchen.

Hab heute die ganze Nacht geweint und schau jetzt bei den Augen aus wie ein überfahrener Tatschger (Frosch). Hab um das kleine selbstbewusste und mutige Mädchen geweint, das ich mal war. Ich weiß, dass dieses wunderbare Kind noch immer bei mir ist, aber sich verstecken musste weil ihr Verhalten von der Umwelt nicht akzeptiert wurde.

In meiner Familie ist es leider so, dass man für erwünschtes Verhalten belohnt wurde und für unerwünschtes Verhalten gab es meist Liebesentzug. So wurde mir mein Rückgrad Wirbel für Wirbel gebrochen. Nur meine Familie kann mir anscheinend sagen, was für mich gut ist und was nicht. So wird eigenständiges denken und handeln im Keim erstickt.

Treibende Kraft bei dieser ganzen Kindheitsmisere war meine Großmutter. Sie ist eine sehr manipulative Persönlichkeit und hat auch immer wieder versucht, Schuldgefühle in mir zu erwecken (Versucht sie noch immer). Sie hat sehr viel Gift in ihre Umgebung getragen und nie bemerkt, dass es für sie und ihre Umgebung absolut nicht positiv war. Sie hat meiner Mutter nie erlaubt sich abzunabeln und selbständig zu werden. Meine Mutter hatte leider in meinem Vater nicht den richtigen Mann gefunden und er hat sie sitzen lassen. Meine Großmutter hat meine Mutter in ihrer Opferrolle noch bestärkt und jammert heute noch rum wie arm sie ist und wie gemein mein Vater war (nach 28 Jahren wohlgemerkt) und die ganze Welt ist so grausam. Ich glaube was meine Mutter damals am meisten brauchte war ein starkes Frauenbild und Rückenstärkung, aber meine Großmutter war denkbar schlecht geeignet dafür.

Die Erziehung von mir übernahm meine Großmutter, da man meine Mutter doch nicht belasten durfte, die ging ja schließlich arbeiten. Ich konnte nie eine richtige Beziehung zu meiner Mutter aufbauen, weil diese in ihrer eigenen Welt gefangen war (Depressionen).
Es stand zum Beispiel von Anfang an für beide Frauen fest, dass ich Krankenschwester werde. Ich sollte ihren Wunsch erfüllen aber in der Pubertät stand mein Sinn nach einer kreativen und künstlerischen Tätigkeit. Denkste.

Künstler sind Hungerleider. Das ist kein richtiger Beruf. Da kommt man nicht weit. Nur die Besten bringen es zu was (Ich gehörte ihrer Meinung nach nicht dazu). Dann bin ich eben auf die Krankenschwesterschule gegangen aber gelernt hab ich in dieser Zeit so gut wie gar nichts. Wir hatten von der Schule aus immer Ausgang und schon bald wurden Zigaretten und Alkohol ein fixer Bestandteil meines Lebens. Bin rumgerannt wie ein Punk mit ausrasierten Haaren und abgefuckten (das Wort passt einfach) Klamotten. Hab mir HATE auf meine Hand gebrannt und war auch so ziemlich wild drauf. Was hätte ich machen sollen?

Einen Lichtblick hatte ich in dieser Zeit. Wir hatten einen tollen Psychologielehrer und dieses Gebiet war und ist es bis heute absolut spannend für mich. In mir wuchs der Wunsch Psychologie zu studieren da ich immer schon ein sehr hintergründiger Mensch war. Das einzige Kommentar meiner Mutter war: "Du bist eh zu dumm für die Matura". Das war anscheinend die Rache für mein schlechtes Benehmen (Böses Mädchen). Sie streitet diese Worte bis heute ab. Ab diesem Zeitpunkt war mir alles egal und heute bin ich Putzfrau im Krankenhaus (wenigstens DAS, laut meiner Familie). Auch wenn mich die Arbeit ankotzt. Auch wenn mich die Arbeit krank macht (Bin Morbus Crohn Patientin). Hauptsache ein sicherer Arbeitsplatz.

Vor zwei Tagen hat mir meine Großmutter wieder vorgeworfen wie grausam und schlimm ich in meiner Punkerzeit war. Die ganzen schlaflosen Nächte und das hinterherdenken. Ich hab ihr dann nur gesagt, dass sie mich nur meinen Weg hätten gehen lassen sollen. Das war schon wieder zu viel und zur antwort bekam ich, dass ich ihr nicht die Schuld in die Schuhe schieben soll. Sie wollte immer nur das BESTE für mich. Und das Perverse ist, ich möchte einmal in meinem Leben Annerkennung von ihnen. Die wirklich von Herzen kommt. Aber die werde ich nie kriegen. Ein schwieriger Punkt in meinem Leben ist, dass ich immer noch glaube es jedem recht machen zu müssen (auch in der Partnerschaft). Habe große Angst vor Liebesentzug, wenn ich nicht das mache was die anderen von mir wollen. Auch mit Kritik kann ich sehr schwer umgehen, weil ich mich dann oft in meiner ganzen Person in Frage gestellt fühle. Hab aber nee tolle Therapeutin. Schön langsam findet die Kleine wieder ins Leben zurück. Mein Selbstwert und mein Vertrauen finden schön langsam wieder zurück zu mir.

Ich glaube viele Menschen lassen sich in ihrem Leben zu Dingen hinbiegen aus Angst sonst nicht akzeptiert und geliebt zu werden. Hört auf damit. Es gibt so viele Menschen mit einer Wirbelsäule aber so wenige mit Rückgrat. Helfen kann sich jeder nur selbst. Aber Unterstützung kann ich mir jederzeit holen.

Küsschen an alle, Lilith!!!!
Ich lebe!!!!!!!!
 
Der Meinung bin ich auch.
Würde als längerfristiges Ziel vorschlagen: Finde heraus, worauf du wirklich Lust hast (Psychologie, Kunst oder anderes) -und dann setz alles daran, dem näher zu kommen. Dadurch verbessert sich nämlich automatisch dein Selbstwertgefühl und du kannst vielleicht mit weniger... Wut/Abhängigkeit, also ohne diese eingefahrenen Verhaltensmuster, auf deine Familie zugehen, wenn du dich mit ihr arrangieren willst.
Bis dahin würde ich den Kontakt allerdings "aufs Nötigste beschränken" und vielleicht sogar (vorübergehend) in eine andere Stadt ziehen.
Was spräche dagegen, an einem Ort deiner Wahl eine Ausbildung zu machen? Deiner Familie und vor Allem dir, die du ein bisschen mehr Anerkennung so nötig hättest, tust du keinen Gefallen, wenn du dieses Beziehungsspiel ins Endlose treibst.
Ich will dir weder raten, dich extrem zurückzunehmen, um ihnen alles recht zu machen, noch solltest du versuchen, das Ganze im Streit oder mit Vorwürfen zu bereinigen - auch wenn die gerechtfertigt sind.
Mit etwas Abstand allerdings, könnte ich mir vorstellen, findest du ...deine Mitte, eine Form, die es dir ermöglicht, vollkommen gewaltfrei und gleichzeitig unbeugsam auf sie zuzugehen. Weil du unabhängig bist und ein Leben hast, das du nach deiner Wahl gestaltest. Weil du glücklich bist.
orbbl
 
Happy End? .... Fast

Den Kontakt zu meiner Familie habe ich zur Zeit wirklich sehr eingeschränkt.

Vorwürfe meinerseits bringen eh nichts und machen die Situation nur noch verfahrener. Da ist keine Aufnahmebereitschaft von seiten meiner Familie.

Und außerdem wenn ich irgendwas sage dann kommt die alte Leier wie zum Beispiel: WIR MEINEN ES DOCH NUR GUT, WAS WIR ALLES FÜR DICH GETAN HABEN, JETZT BIST DU SO UNDANKBAR, BLA, BLA, BLA! Und was weiß ich, was da noch an verbalen Juwelen zum Vorschein kommen.

Als ob sich jedes Kind bei seinen Eltern dafür bedanken müßte, daß es ein Zuhause bekommen hat. Kaum auf der Welt hast du schon ein riesen Schuldkonto. Ja freilich. Wo sind wir denn?

Jedes Kind hat ein Grundrecht auf ein schönes Zuhause, ein warmes Bett, genug zu essen und natürlich viel Liebe. Die Realität kennen wir ja alle zur Genüge.

Aber träumen darf man ja. Und es versuchen, bei den eigenen Kindern besser zu machen.

Jobmäßig hab ich nee tolle Firma gefunden, bei der ich schön langsam neben meinem Hauptberuf einsteigen kann. Die Firmenphilosophie spricht mich sehr an und ich schau jetzt mal was sich daraus entwickelt.

🙂 Ich Lilith, die Putzfrau mit viel Esprit und Klasse.🙂

Darf man einem Kind vorhalten wie dankbar😱 es sein muss???????????
Für was auch immer????????????????
 
und doch tun sie es immer wieder......

sehr schöner beitrag!

und an dieser stelle sei gesagt: "ich habe den höchsten preis für meine freiheit -gezahlt-"..... und es war und ist gut so!
 
Hallo,

da das Ich flexibel und ständig veränderbar ist lohnt es sich net lange um verlorenes zu trauern...man kann ja jederzeit wieder die sein, die man sein will.

Allerdings sollte man glaube ich mit 28 eher das Ziel anstreben ne selbstbewusste Frau zu werden....was Kindlichkeit (an angebrachter Stelle) nicht aussschließt.

Ich kenne exakt das was du mit deiner family erlebt hast auch aus meiner FAmilie...ich hab mich gegen diese Thesen wie: du kannst nix (ohne uns) oder bist nix (ohne unseren Rat) bereits seit der Pubertät konsequent abgegrenzt, denn mir war klar, dass das Ganze nur auf Herrschaft abzielte...mag ich nicht..NIEMAND außer mir selber herrscht über mein Leben!
Wenn anderen einen runtermachten zielt das oft darauf ab andere von sich abhängig zu machen..insbesondere Frauen werden ja so seit Jahrtausenden klein und infantil gehalten.
Meine Knalltüten von Eltern, Vater intellektuell minderbegabt und faul wie Hulle..Exspieler und Gewalttäter, heute seniler leicht schizoider Tattergreis und meine Mutter ihres Zeichens passiver Mittäterin in Sachen körperlicher und psychischer Gewalt, heute von Schuldgefühlen körperlich wie seelisch verkrümmt (mittlere Tochter ist aufgrund seit Kindheit bestehender massiver angstzustände vor einigen Jahren psychisch erkrankt) haben ab und an auch immer diese klassisch-traditionell-patriarchalen Anfälle von Vorwürfen, dass man sie nicht achtet und sie wollen, dass ihre Töchter ihnen im Alter den A**** abputzen etc...aber damit kommen sie natürlich nicht durch.
Wer Achtung möchte muss sie sich natürlich verdienen, indem er selber Achtung vor anderen zeigt und einen nicht wie den letzten Dreck behandelt, was sie jedoch chronisch-uneinsichtig immer noch tun und daher gemieden werden. Denn mit Mist sollte man sich nicht zu lange abgeben um selber nicht anzufangen zu stinken...Man hat ja Alternativen..und wenn nicht sollte man schleunigst aus dem Quark kommen um sich die zu schaffen: Freunde, die zu einem stehen und einen mögen und achten! WAs braucht es da griesgrämige, misanthropische Angehörige?

Witzig finde ich die Parallelen..ich hatte auch ne Punkerphase...um mich abzunabeln..an sich bin ich auch heute innerlich immer noch ein wenig Punk...finde ich gut und auch wichtig fürs Abgrenzungsvermögen.
Was jedoch total anders zwischen uns ist: ich hatte nie diese Opferhaltung..es kam nie zu Wirbelbrüchen...meine Eltern waren krass drauf...allerdings habe ich mir nix davon angenommen..sondern authentisch punkig-anarchistisch CONTRA gegeben...Diese primitiven Machtspielchen mit Belohnung-Bestrafung habe ich recht früh weitgehend ausgehebelt...und halt ständig nach Strategien gesucht und die auch gefunden um mich da nicht unterbuttern zu lassen...oder gar brechen zu lassen, was an sich das Ziel insbesondere meines Vaters war.

Mein Rat: genügend Abstand (v.a. inneren Abstand) und v.a. vollkommene finanzielle Abhängigkeit..denn von dieser Warte hast du nen besseren STandpunkt und kannst auch mal ein Machtwort reden!
Ich stimme übrigens einem Vorbeitrag zu: du solltest dir mehr zutrauen und ggf. dieses Matura-Dings nachholen. Abitur per Abendschule geht auch...

Tyra
 
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