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Großmutter hat Alzheimer - Alle sind überfordert

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S

sts

Gast
Hallo Zusammen, vielleicht hat jemand einen praktikablen rat -
zur situation : vor ca. 2 jahren kam meine großmutter nach einem sturz
ins krankenhaus (bruch des beckens) und mußte dort fast 2 monate das bett
hüten. nach ihrer entlassung ging es körperlich (es wurde darüber hinaus noch
altersbedingter knochenverschleiß festgestellt) und vor allen dingen geistig
rapide bergab. von nun an waren arztbesuche bzw. die nötigen schritte wie
z.b beantragen der pflegestufe etc. notwendig bzw. wurden umgesetzt.

meine tante wohnt mit ihrem lebensgefährten im gleichen haus und nimmt
einige der vorgenannten aufgaben neben ihrem vater wahr. zusätzlich kommt
der häusliche pflegedienst mehrmals in der woche (für ca. 1/2 stunde).

zum eigentlichen problem : hauptsächlich übernimmt aber mein großvater über weite teile des tages die betreuung meiner großmutter -

und hier fängt es an :

mittlerweile ist die alzheimer-krankheit soweit fortgeschritten, daß meine großmutter windeln tragen muß, sachen verlegt, sich nicht mehr allein anziehen kann etc. bzw. absolut unselbstsändig ist. Dies führt zu immer häufigeren wut- bzw. schreiattacken meinens großvaters. Darauf angesprochen (wenn diese mitbekommen wurden) wird verharmlost oder sogar
der ausbruch abgestritten. er wird mit der situation wahrlich nicht allein gelassen, aber wir sind entsprechend eingebunden (beruflich). kürzlich wurde
"man müßte dir die windel um die ohren hauen" gehört - und jetzt wissen wir nicht mehr weiter. die bekannte sturheit meines großvates ist uns allen bekannt - wie gehabt nach aussen bzw. auf direkte ansprache hin wird nunmehr alles verharmlost oder abgestritten , meine großmutter kann sich
nicht wehren - wir können nicht den ganzen tag nach dem rechten schauen
(beruf bzw. führen eines gewerbes durch meine tante/lebensgefährten).

ich weiß nicht ob es zu herzlos klingt, aber wäre es nicht bedingt durch die
vorgenannte kurzumschreibung der derzeitigen situation für meine großmutter vielleicht besser, sie käme in ein sorgfältig ausgesuchtes pflegeheim ? wir scheuen (noch) diesen schritt

- zum einen würde mein großvater diesem nie zustimmen
- wir wissen wie wichtig meiner großmutter das bekannte häusliche umfeld ist - dies nimmt sie trotz ihrer recht fortgeschrittenen alzheimer krankheit wahr.

Über ein paar ein meinungen bzw. ratschläge von vielleicht ähnlich betroffenen wären wir dankbar.
 
Hallo STS,

Das ist ein sehr heikles Thema, zu dem man als Laie sehr schwer Stellung nehmen kann. Ich persönlich denke schon, dass ein Pflegeheim für alle Beteiligten das Richtige wäre, aber einen alten Baum zu verpflanzen ist sehr schwierig, dabei kann es ganz rasch mit demjenigen zu Ende gehen, allerdings glaube ich weniger, dass Deine Großmutter davon betroffen wäre, sondern eher Dein Großvater.

Andererseits gibt es ja Pflegeheime mit betreutem Wohnen, sodass Dein Großvater weiter seinem Pflegebedürfnis nachkommen könnte. Aber er ist sicher auch nicht mehr der Jüngste und völlig überfordert, wie Du schreibst.

Versuche doch einmal, hier im Internet eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alzheimerkranken zu finden. Ich denke, dass Du Dir dort einiges an Rat holen könntest.

Wenn ich mich recht erinnere, gibt es in dem Forum "We-weiss-was.de einen Artikel unter dem Thema Gesundheit, dass sich ausschließlich mit Alzheimer beschäftigt. Da ich dort noch immer Mitglied bin, werde ich einmal nachsehen und mich wieder bei Dir melden.
Mit besten Grüßen
Luiserl
 
Hallo STS !

Ein entfernter Onkel von mir litt auch unter dieser Krankheit. Meine Tante (die Tochter) erzählte oft davon.... Es ist eine Belastung und es gibt keinen Grund es nicht so zu benennen.

Er wurde auch betreut und war lange zu hause, aber irgendwann mußten sie die Türen abschließen, weil er oft auf die Straße hinaus spazierte. Es wurde lange darüber gesprochen, ob sie ihn in ein Heim geben sollten. Dazu muß ich auch sagen, dass er schon 88 Jahre alt war und meine Tante Mitte 60. Außerdem die Mutter, die Ehefrau auch schon mitte 80 und sie hatte mehrere Schlaganfälle.
Nachdem er noch gewalttätig wurde, in Form das er anfing um sich zu schlagen, obwohl ich ihn nur als absolut lieben Mann kannte, entschlossen sie sich in ein Heim zu geben... Er starb dort im Alter von 91 Jahren.

Es ist schwer etwas zu raten, aber man darf auch nicht aus falsch verstandener Verantwortung sich selbst so sehr belasten, dass niemand mehr glücklich ist mit der Situation.

Ich wünsche Dir und allen Beteiligten, dass sich eine Lösung finden wird !

LG
Paloma
 
Hallo ihr drei,

das ist nicht ganz richtig Luiserl, sie kriegt das wohl mit, dass sie in einer anderen Umgebung ist und am besten wäre wirklich ihr gewohntes Umfeld.
Allerdings ist es wirklich für die Angehörigen schwer.
STS, habt ihr denn eurem Opa schon mal versucht klar zu machen, dass alles was sie tut, Krankheitssymptome sind und daran nix zu ändern ist?

Alzheimerkranke merken, dass was nicht stimmt und wenn er mit ihr schimpft, wird er es auch für sich noch schlimmer machen, weil sie das in noch grössere Verwirrung stürzt.

STS, ich habe beruflich mit den Leuten zu tun und hab die Erfahrung gemacht, dass Angehörige, selbst wenn sie theoretisch über den Umgang informiert sind, grosse Schwierigkeiten haben, das alles in die Praxis um zu setzen. Sie sind da alle überfordert. Ist auch kein Wunder, denn erstens ist das physischer Stress und zweitens ist es z.B. für Ehepartner schwer mitanzusehen, wie sich der geliebte Mensch verändert.

Ich würde dir zu ner Einrichtung raten aber nicht einfach ein Pflegeheim.
Es gibt WG's oder Wohnbereiche für Alzheimerkranke, wo alles auf ihre Belange ausgerichtet ist. Ungünstig sind gemischte Stationen, wo Alzheimerkranke mit anderen Senioren zusammen wohnen.

Das alles nur, falls ihr den Opa zu ner anderen Einsicht bewegen könnt.
Wenn nicht, kriegst du noch paar Erfahrungen von mir, wenn du willst.

LG Lea
 
lea meinte:
Hallo ihr drei,

das ist nicht ganz richtig Luiserl, sie kriegt das wohl mit, dass sie in einer anderen Umgebung ist und am besten wäre wirklich ihr gewohntes Umfeld.
Allerdings ist es wirklich für die Angehörigen schwer.
STS, habt ihr denn eurem Opa schon mal versucht klar zu machen, dass alles was sie tut, Krankheitssymptome sind und daran nix zu ändern ist?

Alzheimerkranke merken, dass was nicht stimmt und wenn er mit ihr schimpft, wird er es auch für sich noch schlimmer machen, weil sie das in noch grössere Verwirrung stürzt.

STS, ich habe beruflich mit den Leuten zu tun und hab die Erfahrung gemacht, dass Angehörige, selbst wenn sie theoretisch über den Umgang informiert sind, grosse Schwierigkeiten haben, das alles in die Praxis um zu setzen. Sie sind da alle überfordert. Ist auch kein Wunder, denn erstens ist das physischer Stress und zweitens ist es z.B. für Ehepartner schwer mitanzusehen, wie sich der geliebte Mensch verändert.

Ich würde dir zu ner Einrichtung raten aber nicht einfach ein Pflegeheim.
Es gibt WG's oder Wohnbereiche für Alzheimerkranke, wo alles auf ihre Belange ausgerichtet ist. Ungünstig sind gemischte Stationen, wo Alzheimerkranke mit anderen Senioren zusammen wohnen.

Das alles nur, falls ihr den Opa zu ner anderen Einsicht bewegen könnt.
Wenn nicht, kriegst du noch paar Erfahrungen von mir, wenn du willst.

LG Lea

sts : erstmal vielen dank für deinen rat bzw. deine erfahrungen. mittlerweile
ist aber mehr als davon auszugehen, daß seine schrei- und wutattacken mittlerweile täglich stattfinden. wir sind jetzt erst recht in einer absoluten
zwickmühle bzw. sogar unter zugzwang ?! es muß etwas passieren ! ein
gespräch ist in kürze geplant. es wird aber, wie bereits schon geschildert,wie so oft ohne nenneswertes ergebnis enden; im gegenteil mein großvater verstellt sich, hegt mißtrauen und versucht nunmehr auch meine großmutter
dahingehend zu beeinflussen. gibt es mittel und wege auch ohne seine zustimmung mein großmutter in (aus unserer sicht) ein besseres umfeld
zu geben ? (als letzte möglichkeit)
mittlerweile bzw. hegt misstrauen
 
...gesetzlicher Betreuer ... meiner meinung nach nicht bzw. ist auch kein
anderer meiner verwandten als solcher bestellt - mal nachgefragt :
wann und wieso braucht man einen gesetzlichen betreuer bzw. wie läuft
der antrag ?
 
Einen gesetzlichen Betreuer gibts, wenn man seine Angelegenheiten gar nicht mehr, oder teilweise nicht mehr selbst regeln kann. So sagts das Gesetz. Der Betreuer sollte eine Person sein, mit der der zu Betreuende klar kommt. Wenn er das nicht mehr selbst auswählen kann, bestimmt das Vormundschaftsgericht wer betreut. Gibts keine geeignete verwandte Person, dann dann gibts rechtliche Betreuer, die das von berufs wegen machen. Das Gericht legt fest, in welchen Bereichen Betreuung erfolgen muss (Finanzen, Gesundheit usw.). Dafür werden Anhörungen gemacht.

Das alles macht Sinn. Es soll Zeitgenossen geben, die sich freuen, wenn kranke Angehörige nicht mehr mitkriegen, dass ihr Sparbuch sich lehrt (bitte nicht persönlich nehmen) und dann wacker zugreifen. Um dem vorzubeugen, gibts gesetzliche Betreuer. Ich glaub das hiess mal Vormund.

Soweit.....

Wer das jetzt ankurbelt, weiss ich allerdings nicht. Ich dachte immer, wenn Ein Arzt Betreuungsbedarf feststellt, gibt der den Angehörigen einen Tipp wos lang geht.

ich würde dir raten, dich ans Vormundschaftsgericht zu wenden. da findest du sicher Rat.

Alles Liebe von der Lea
 
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