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Große Fehler begangen!

Und?
Wie geht sie damit um?
Was tut sie?

Arbeitet sie?
Sucht ihr euch Nebenjobs?
...

Naja, es war natürlich Ultra schwer für mich ihr das zu sagen. Ich wollte das alles von ihr fern halten. Aber das ging natürlich irgendwann nicht mehr. Eigentlich hat sie es ziemlich gut aufgenommen und ist optimistisch das wir das Ruder noch umreisen können.
Nach nebenjobs schauen wir natürlich auch. Das muss aber zeitlich irgendwie passen. Unser Sohn ist 5 Jahre alt. Unsere Arbeitszeiten sind jetzt schon ausgerichtet, dass wenn ich arbeite sie zu Hause ist und umgekehrt. Möglich wäre eigentlich nur ein Minijobs im Homeoffice.🤷🏻‍♂️
 
Möglich wäre eigentlich nur ein Minijobs im Homeoffice.🤷🏻‍♂️

Darauf würde ich mich nicht versteifen.
In eurer Lage würde ich erstmal alles mitnehmen was machbar ist.
Zeitungen austragen, Hunde sitten - Kleinvieh macht auch Mist.
Je nach Erziehung könnte das Kind an 2, 3 Tagen mit zu einem Job; mit Arbeitgeber zu klären. Auf Höfen mit Tierhaltung könnte das sogar eine sehr positive Zeit sein.
Hört euch mal um, googelt mal, es gibt bestimmt Möglichkeiten.

Sobald sich dann etwas besser Bezahltes im Homeoffice findet, zuschlagen.

Am Konsumverhalten drehen, nicht nur bei großen Posten wie Urlauben, wäre auch eine Möglichkeit.
Manche setzen wegen Nachhaltigkeit auf Gebrauchtwaren, daran is nichts Ehrenrühriges.

Obs und Gemüse kistenweise vom Bauern, aus dem Angebot, kann günstiger sein.
Einlagern, verarbeiten, einwecken, einfrieren.
Regenwasser auffangen, im Sommer ertragreiches Gemüse im Garten anbauen.
Kann ein Familienprojekt sein, das Spaß macht.

Überlegt mal, wo ihr Einsparpotential habt.
Wie sich das anfühlt, ist letztlich eine Sache der Einstellung. Was ein vermeintlicher Verzicht ist, kann sich als Gewinn entpuppen.
Einfach ausprobieren und sehen, ob etwas Gutes daraus entsteht. Was so gar nicht passt, lässt sich ja leicht wieder ändern.
 
Einsparpotentiale gibt es einige
- Urlaube für die nächsten Jahre komplett streichen. So hatten es meine Eltern auch gehandhabt, um a) Rücklagen aufzubauen und b) einen Überblick über alle Zahlungsverpflichtungen zu bekommen

- Markenprodukte komplett streichen. Ich bin auch ohne aufgewachsen und ich lebe.

- Bausparverträge für Kinder auflösen. Das haben meine Eltern auch gemacht. Denn ich würde das Haus schließen erben.

- sonstige Ausgaben (Streamingdienste) streichen. Es gibt auch normales TV.

- arbeiten, arbeiten, arbeiten. Nebenjobs (z.B. putzen) annehmen.

- Können die Großeltern nicht auf dein Kind stundenweise aufpassen? Dein Kind grundsätzlich langsam zur Selbstständigkeit erziehen.
Mein Bruder (damals 10) und ich (damals 8) sind alleine aufgestanden, haben Frühstück gemacht und sind selbst zur Schule gegangen. Aus uns ist auch etwas vernünftiges geworden.
 
Das mag ja alles schön klingen, Obst und Gemüse vom Bauern.

Wen aber schon der Bau des Hauses so ans Limit bringt, wie will diese Familie dann im längst noch nicht fertigen Haus je entspannt leben? Kaum ist das fertig, stehen die ersten Reperaturen an - und das mit Materialien, die immer teurer werden.

Wie so oft wurde der Traum vom Eigenheim zum Albtraum, weil man sich übernommen zu haben scheint.

Ich würde versuchen, das Haus loszuwerden, und damit alle Sorgen.
 
Grüße,
ich hatte das auch so heraus gelesen, das weder die Familie noch sonst wer davon gewusst hat, da du dir selber etwas vor gemacht hast und dir drei Urlaubsreisen zum Schein wahrgenommen wurden.

Ich finde es schade, das es dir gerade wieder nicht gut geht und möchte dir aber auch mitteilen wie unschön es ist, nicht nur was das Vertrauen betrifft , sondern jetzt Gedanken zu haben, alles hinzuschmeißen, denn so verstehe ich das.
Ich finde, du hast eine Verantwortung und deine Frau und Kinder haben ein Recht darauf, das Papa alles dafür macht, nur nicht den Kopf in den Sack steckt.

Ich persönlich verstehe dich gut, auch ich hatte nach meiner Obdachlosigkeit viele Tausende Schulden , also verstehe mich bitte nicht falsch, du wirst mit deiner Sorge gesehen.

Ich habe mir einen Termin bei der Bank geben lassen. Ich habe jeden Gläubiger auf eine Liste geschrieben und ausgerechnet, was davon 30 % sind. Ich habe dann eine Summe dem Banker gesagt, die ich brauchten würde, um denen zu sagen Gruß oder stirb, mehr werde ich nicht anbieten können. Ich habe mich offen gelegt mit all meinen Schulden und klar gemacht, das ich wirklich in dieser Lage stecke und habe auf Menschlichkeit gehofft.
Ich hatte mit meiner Ehrlichkeit Erfolg und nach vielen Jahren eisernen Wille alles bezahlt.

Ich hoffe sehr, das du vielleicht noch mehr Beispiele bekommst und dich in Ruhe mit deiner Frau beraten kannst.
Ich wünsche dir von ganzem Herzen Mut und Kraft.

Ehrlichkeit zahlt sich immer im Leben aus.
 
Moin zusammen,


vor gut zwei Jahren habe ich hier im Forum schon mal einen Beitrag verfasst und mir absolut alles von der Seele geschrieben. Ich war damals emotional, körperlich und finanziell am absoluten Ende. Der Umbau unseres Hauses, die völlig explodierten Kosten, Kredit auf Kredit, die Scham gegenüber meiner Familie und der ständige Versuch, nach außen hin die Fassade des „starken Familienoberhaupts“ zu wahren – das alles hat mich damals schlichtweg erdrückt.
Ich wollte mich heute einfach mal wieder melden, ein Update geben und aufschreiben, was seitdem passiert ist – auch weil der Druck noch lange nicht weg ist.

Der Schritt zur Hilfe und der Stand der Dinge

Ich habe mir damals eingestehen müssen, dass es so nicht weitergeht. Ich bin zur Schuldnerberatung gegangen und habe den Schritt in die Privatinsolvenz gewagt. Das war verdammt schwer fürs eigene Ego, aber es war der einzige Weg, um aus dem reinen Schuldenstrudel und der Panik vor dem nächsten Brief im Kasten rauszukommen. Mittlerweile läuft das Verfahren. Durch die 3-jährige Abtretungsfrist gibt es zumindest einen zeitlichen Rahmen. Was das Finanzielle angeht: Über Pfändungsfreibeträge (bei mir für zwei Unterhaltspflichten, bei meiner Frau für eine) und das P-Konto ist das Minimum für die Familie gesichert. Wir können leben, aber große Sprünge gibt es natürlich nicht.

Das Thema mit meinem Vater: Das gebrochene Versprechen

Ein Punkt, der mich damals wie heute extrem wurmt und emotional wahrscheinlich am tiefsten getroffen hat, ist die Sache mit meinem Vater. Das Haus ist mein Elternhaus, wir haben es extra so umgebaut, dass meine Mutter in einer Einliegerwohnung bleiben kann. Als mir damals das Geld wegen der Baupreissteigerungen und unvorhersehbaren Baumängel komplett aus den Händen glitt, war er eigentlich mein größter Hoffnungsträger.
Mein Vater hatte mir über die Jahre immer wieder gesagt: „Wenn bei dir mal richtig die S**** am Dampfen ist, helfe ich dir. Egal was ist.“ Als ich dann mit dem Rücken zur Wand stand und ihn in meiner Verzweiflung konkret gefragt habe, kam auch erst noch die Nachricht: „Mach dir keine Sorgen, wir kriegen das schon irgendwie hin.“
Am Ende haben wir es aber eben doch nicht hinbekommen. Als es ernst wurde, verpuffte die Zusage. Ob er es finanziell schlicht nicht konnte oder der Mut gefehlt hat, spielt am Ende fast keine Rolle mehr – der Effekt war derselbe. Dieses Versprechen im Ohr zu haben, sich genau daran festzuklammern und dann am Ende doch völlig alleine im Regen zu stehen, hat sich bei mir so tief eingebrannt, dass es mein gesamtes Denken verändert hat.
Ich habe daraus für mich eine ganz bittere Konsequenz gezogen: Verlass dich niemals auf andere Personen, sondern einzig und allein auf dich selbst. Und ich werde mir im Leben nie, nie wieder die Blöße geben, in so einer Notlage irgendjemanden um Hilfe zu bitten. Das Vertrauen ist an der Stelle einfach komplett zerstört.

Die Ungewissheit mit dem Haus – Ein täglicher Drahtseilakt

Auch wenn die Verbraucherschulden nun über die Insolvenz geregelt werden: Wir stehen mit dem Haus nach wie vor komplett im luftleeren Raum. Wir wissen bis heute nicht, wie das Ganze ausgeht. Das Haus ist unfertig, es steckt mein gesamtes Erspartes, mein Schweiß, mein Herzblut und unglaublich viel Leidenschaft darin. Aber ob wir es schaffen, die Immobilie irgendwie durch das Verfahren zu retten, oder ob am Ende doch die Verwertung steht, ist völlig offen.
Diese permanente Ungewissheit macht mich mürbe. Es ist jeden Tag ein mentaler Drahtseilakt. Der Druck ist nicht weg, er hat nur die Form verändert. Man wägt ständig ab, versucht unten im Haus wenigstens das Nötigste fertigzubekommen, um irgendwie zu leben, und weiß gleichzeitig nicht, ob man das morgen alles wieder verliert.

Wie es mir heute geht

Ich bin froh, dass ich damals den Mut hatte, die Fassade einzureißen und die Reißleine zu ziehen. Aber zu sagen, dass jetzt alles wieder gut ist, wäre glatt gelogen. Die Zukunftsangst bezüglich unseres Zuhauses und die emotionalen Narben tragen meine Frau und ich täglich mit uns herum. Wir kämpfen uns durch, aber der Weg ist verdammt zäh.
Falls hier jemand unterwegs ist, der eine ähnliche Zitterpartie mit einer Immobilie im Insolvenzverfahren durchgemacht hat: Mich würde brennend interessieren, wie ihr gedanklich mit diesem Dauerdruck umgegangen seid.

LG
 
Der Druck ist riesig, der Umgang mit Geld miserabel. Tut einem einerseits leid, andererseits stellt sich die Frage wieso? Wieso hast Du, nach bereits durchgestandener Schieflage, wieder eine solche Dummheit gemacht?
Also wir, mein Partner und ich, regeln Anschaffungen immer so:
Anschaffungspreis muss ohne Bankkredite gehen, wir haben zu Beginn unserer Partnerschaft Ende der 1990er Jahre alles immer gespart, Firmengebäude, Privatanwesdn, Fahrzeuge,.., noch nie finanziert. Auch wenn wir hier über deutlich höhere Summen als bei Dir sprechen,haben wir es immer hinbekommen. Anschaffungspreis+Restliche Kosten+kalkulierter Renovierungspreis = Erspartes + 30%, für etwas Luft bei unerwarteten Kosten. Nur so hat man da eine Planungssicherheit! Die +30% bleiben UNANGETASTET und rein für das Projekt im Notfall. Dass dann, bei viel Eigenleistung lange Zeit kein Urlaub möglich ist, man will ja auch fertig werden, das versteht sich von selbst.
Dir/Euch bleibt jetzt nur die Schuldenberatung, Deine Frau muss sich einen Job suchen (wenn sie keinen hat) und Minijobs gibt es auch immer noch. Sah bei uns zu Beginn unseres Lebens auch nicht anders aus. Da war die Firmengründung, nebenbei noch Nachtschichten am Wochenende in der Tankstelle oder nachts Taxi fahren, Gastronomie,…
Es gibt nur zwei Optionen: entweder ertrinkt man in den Schulden und verliert das Haus oder man packt ordentlich an und schafft es aus den Schulden raus und behält das Haus. Aushilfen werden überall gesucht und das lässt sich auch mit Kindern organisieren, zumal ja offensichtlich auch eine Großmutter da ist.
Die Fehler der vergangenen Jahre gehen jetzt eben zu Lasten der Familie, Sanierung liegt erst einmal brach, um die Schulden abzubezahlen und Urlaub ist im heimischen Garten in den kommenden Jahren, weil man da dann auch noch die eine oder andere Baustelle im Haus angehen kann, weil das dann Freizeit ist.
Harte Schule, aber nochmal werdet ihr solche Fehler nicht mehr machen.
Viel Erfolg
 
Der Druck ist riesig, der Umgang mit Geld miserabel. Tut einem einerseits leid, andererseits stellt sich die Frage wieso? Wieso hast Du, nach bereits durchgestandener Schieflage, wieder eine solche Dummheit gemacht?
Also wir, mein Partner und ich, regeln Anschaffungen immer so:
Anschaffungspreis muss ohne Bankkredite gehen, wir haben zu Beginn unserer Partnerschaft Ende der 1990er Jahre alles immer gespart, Firmengebäude, Privatanwesdn, Fahrzeuge,.., noch nie finanziert. Auch wenn wir hier über deutlich höhere Summen als bei Dir sprechen,haben wir es immer hinbekommen. Anschaffungspreis+Restliche Kosten+kalkulierter Renovierungspreis = Erspartes + 30%, für etwas Luft bei unerwarteten Kosten. Nur so hat man da eine Planungssicherheit! Die +30% bleiben UNANGETASTET und rein für das Projekt im Notfall. Dass dann, bei viel Eigenleistung lange Zeit kein Urlaub möglich ist, man will ja auch fertig werden, das versteht sich von selbst.
Dir/Euch bleibt jetzt nur die Schuldenberatung, Deine Frau muss sich einen Job suchen (wenn sie keinen hat) und Minijobs gibt es auch immer noch. Sah bei uns zu Beginn unseres Lebens auch nicht anders aus. Da war die Firmengründung, nebenbei noch Nachtschichten am Wochenende in der Tankstelle oder nachts Taxi fahren, Gastronomie,…
Es gibt nur zwei Optionen: entweder ertrinkt man in den Schulden und verliert das Haus oder man packt ordentlich an und schafft es aus den Schulden raus und behält das Haus. Aushilfen werden überall gesucht und das lässt sich auch mit Kindern organisieren, zumal ja offensichtlich auch eine Großmutter da ist.
Die Fehler der vergangenen Jahre gehen jetzt eben zu Lasten der Familie, Sanierung liegt erst einmal brach, um die Schulden abzubezahlen und Urlaub ist im heimischen Garten in den kommenden Jahren, weil man da dann auch noch die eine oder andere Baustelle im Haus angehen kann, weil das dann Freizeit ist.
Harte Schule, aber nochmal werdet ihr solche Fehler nicht mehr machen.
Viel Erfolg
Moin. Welche durchgestandene Schieflage meinst du? Und welche neunen Anschaffungen? Ich bin mitten im Insolvenzverfahren, da ist noch garnix durchgestanden geschweige den Geld für irgendwelche Anschaffungen da…
 

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