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Gibt es wirklich kinder die ihre eltern nicht lieben?

  • Starter*in Starter*in Givenup
  • Datum Start Datum Start
G

Givenup

Gast
Hallo,

ich habe hier ja schon mal geschrieben das meine kindheit ziemlich lieblos war.
Vor allem meine mutter hatte ein großes problem mit mir weil sie eigentlich keine kinder wollte und ich so gar nicht ihren ansprüchen genügte. Sie war oft richtig fies zu mir und machte mich runter.
Mein vater ist auch nicht gerade ein liebevoller mensch. Für ihn zählte immer nur die arbeit und viel geld verdienen. Auch er zeigte mir bei schlechten leistungen in der schule das ich seinen erwartungen nicht genügte.

Es ist so das ich anscheinend keine bindung zu meinen eltern aufgebaut habe.
Wenn mich mein vater mal auf den arm nahm oder meine mutter mich aus der badewanne hob, machte ich mich ganz steif.
Meine eltern hatten von anfang an nur so einen "funktionalen" stellenwert.
Wenn ich nachts durst hatte oder mir schlecht war, rief ich nach meinem vater.
Ich suchte auch wenig trost bei meinen eltern. Ich suchte ihn bei niemandem.

Wenn mal kurzfristig eine trennung von meinen eltern anstand z.b. wegen krankenhausaufenthalt, besuch bei verwandten oder später eine klassenfahrt, weinte ich nie. Freute mich aber auch nicht von zu hause wegzukommen. Ich war ein gleichgültiges kind.
Hätte man mich gefragt was ich fort von zu hause vermisse, hätte ich wahrscheinlich gesagt meine bücher, meine stereoanlage oder sowas.

Zu meinen großeltern konnte ich eine größere bindung aufbauen aber auch da war das verhältnis nie herzlich. Auch da war alles funktional für mich obwohl ich spürte das sie mich lieb hatten. Ich kroch zu meiner oma ins bett damit sie mir ein märchen erzählte. Setzte mich auf ihren schoß wenn ich angst hatte bei einem krimi im fernsehen. Körperkontakt zu meinem opa duldete ich nur wenn er mir den rücken massieren sollte.
Als mein opa starb (ich war 11), war ich nicht besonders traurig. Bei meiner oma schon (da war ich schon erwachsen), aber nicht lange.

Ich bin überzeugt das ich meine eltern nicht liebe. Wenn mein vater nicht mehr da wäre, würde ich ihn trotzdem vermissen, aber meine mutter nicht.

Ist es normal das kinder ihre eltern nicht lieben wenn sie nicht so für einen da waren und einen ständig runtergemacht haben?

Ich glaube, ich kann zu gar keinem menschen eine richtige bindung aufbauen und das macht mich sehr traurig!

lg,
givenup
 
Wenn Eltern ihre Kinder vernachlässigen, misshandeln oder demütigen, dann wirken sie langfristig schadend auf ihre Seele ein!
Kinder brauchen vor allem im Kleinkindalter ihre Eltern! Wenn ihnen Liebe entgegengebracht wird, dann lernen sie auch zu lieben!
Erleben sie nur Abwehr, Vernachlässigung und Hass, dann werden sie langfristig darunter leiden!
Eine Mutter- Kind Beziehung hinsichtlich Fürsorge und Liebe sollte eigentlich etwas naturgegebenes sein.
Ich kenne viele Menschen, die bis ins hohe Alter an der fehlenden Mutter- Vaterliebe leiden.
Da es ihre ersten Bezugspersonen waren- Diese Bindung war gestört!
Viele Menschen brauchen im Erwachsenenalter eine langfistige Therapie und wenn sie Glück haben, treffen sie auf Menschen, die viel Geduld haben und durch die sie Vertrauen aufbauen und erlernen können.
Viele Partnerschaften scheitern oft daran, weil ein Partner eine schwere Kindheit hatte und bidungsunfähig ist!
 
Hallo,

ich habe hier ja schon mal geschrieben das meine kindheit ziemlich lieblos war.
Vor allem meine mutter hatte ein großes problem mit mir weil sie eigentlich keine kinder wollte und ich so gar nicht ihren ansprüchen genügte. Sie war oft richtig fies zu mir und machte mich runter.
Mein vater ist auch nicht gerade ein liebevoller mensch. Für ihn zählte immer nur die arbeit und viel geld verdienen. Auch er zeigte mir bei schlechten leistungen in der schule das ich seinen erwartungen nicht genügte.

Es ist so das ich anscheinend keine bindung zu meinen eltern aufgebaut habe.
Wenn mich mein vater mal auf den arm nahm oder meine mutter mich aus der badewanne hob, machte ich mich ganz steif.
Meine eltern hatten von anfang an nur so einen "funktionalen" stellenwert.
Wenn ich nachts durst hatte oder mir schlecht war, rief ich nach meinem vater.
Ich suchte auch wenig trost bei meinen eltern. Ich suchte ihn bei niemandem.

Wenn mal kurzfristig eine trennung von meinen eltern anstand z.b. wegen krankenhausaufenthalt, besuch bei verwandten oder später eine klassenfahrt, weinte ich nie. Freute mich aber auch nicht von zu hause wegzukommen. Ich war ein gleichgültiges kind.
Hätte man mich gefragt was ich fort von zu hause vermisse, hätte ich wahrscheinlich gesagt meine bücher, meine stereoanlage oder sowas.

Zu meinen großeltern konnte ich eine größere bindung aufbauen aber auch da war das verhältnis nie herzlich. Auch da war alles funktional für mich obwohl ich spürte das sie mich lieb hatten. Ich kroch zu meiner oma ins bett damit sie mir ein märchen erzählte. Setzte mich auf ihren schoß wenn ich angst hatte bei einem krimi im fernsehen. Körperkontakt zu meinem opa duldete ich nur wenn er mir den rücken massieren sollte.
Als mein opa starb (ich war 11), war ich nicht besonders traurig. Bei meiner oma schon (da war ich schon erwachsen), aber nicht lange.

Ich bin überzeugt das ich meine eltern nicht liebe. Wenn mein vater nicht mehr da wäre, würde ich ihn trotzdem vermissen, aber meine mutter nicht.

Ist es normal das kinder ihre eltern nicht lieben wenn sie nicht so für einen da waren und einen ständig runtergemacht haben?

Ich glaube, ich kann zu gar keinem menschen eine richtige bindung aufbauen und das macht mich sehr traurig!

lg,
givenup

Ja, es ist völlig "normal". Als Baby oder Kleinkind erwartest und verlangst Du einfach Liebe, Zuneigung, etc. Das ist bei absolut jedem so. Denn ohne die Zuneigung und den Schutz einer Mutter, würden wir schlicht und einfach sterben. Hätten keine Wärme, keine Nahrung, keinen Schutz, nichts, dies wird nur gegeben, weil wir positive Gefühle von unserer Eltern erwarten und meistens auch bekommen.

Sollte dieser Instinkt auf Dauer gebrochen werden, ist das wider unserer Natur und macht den Großteil krank. Irgendwann hat Dich das wohl innerlich so verletzt, dass Du Dich jetzt schützen möchtest. Dein Inneres möchte Dich schützen. Wenn Du keine Bindung zu anderen Menschen aufbauen kannst->wirst Du auch nicht verletzt wenn diese Bindung nicht erwidert wird.

Könnte sein, muss nicht.

Ich hatte eine ähnliche Kindheit wie Du und bin genauso wenig in der Lage Bindungen zu Menschen einzugehen. Ich kenne meine beste Freundin schon seit 6 Jahren und bis heute habe ich keine wirkliche Bindung zu ihr. Weder vermisse ich sie, noch interessiert mich so wirklich, was mit ihr geschieht. Es gibt sogar Momente, da höre ich Monatelang nichts mehr von ihr und es ist mir schlicht egal. Obwohl ich sie als Mensch eig "mag". Zumindest vom Kopf her.

Wie man das behebt, keine Ahnung, auf dem Weg bin ich selbst erst.

Aber Du bist sicher nicht allein und sicher nicht komisch, weil Du so bist.
 

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