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Gibt es Menschen die einfach nicht in die Arbeitswelt passen ? Werde nie was großes

B

Bernd1898

Gast
Ich bin ein sehr emotionaler und auch unsicherer Mensch, der es gerne allen recht machen will und schnell zweifelt ob er auch alles richtig macht. Der Einstieg ins Berufsleben (sprich Ausbildung) fiel mir damals schon schwer. Ich konnte mich aufgrund meines Charakters nie durchsetzen bzw. erfuhr auch wie es stellenweise knallhart zugeht und man sich mit anderen messen muss. Getreu dem Motto du musst immer besser sein als andere und stehts weiterkommen.
Irgendwie bin ich auch bis heute schnell überfordert weil ich mir einfach viel zu viele Gedanken mache, kein selbstsicheres Auftreten und auch kein Ellenbogendenken habe. Manchmal bin ich abends immer ziemlig fertig, obwohl der Tag ansich von den Aufgaben her nicht so stressig war. Manchmal habe ich auch fast schon Angst vor der Arbeit.

Gibt es solche Menschen oder habe ich ein ernsthaftes Problem?
Im Familienkreis höre ich bei Sonntagsessen immer häufig schau mal aus diesem oder jenem ist aber was geworden, das beziehe ich sehr schnell auf mich und mache mir dann selbst einen Kopf dass aus mir auch mehr hätte werden müssen.
 
Hallo Bernd.
Vielleicht hast Du nur noch nicht das richtige für Dich gefunden, die richtige Art von Arbeit?
In meiner Ausbildung (Verwaltung) ging es mir ganz ähnlich wie Dir. Dort war ich sehr unglücklich, obwohl es Abteilungen gab wo es nicht so schlimm war (kam dann auf die Leute an). Erst als ich etwas ganz anderes gemacht habe habe ich mich wohl gefühlt, die Arbeit hat mir Spaß gemacht, ich konnte sie gut und habe auch Anerkennung dafür bekommen, das war ein ganz anderes Lebensgefühl. Es ist natürlich nicht immer so leicht zu wechseln, bzw.ob man dann auch was findet...
Weist Du denn was Du gern machen würdest oder machst Du Deine Arbeit an sich schon gern und fühlst Dich vielleicht aus anderen Gründen nicht wohl?
Was heißt denn "aus dem ist etwas geworden"? Was denn? Ein glücklicher Mensch, ein Arbeitstier, ein ausgebrannter Workaholic, ein Geld scheffelnder Manager...? Was meinst DU denn was aus Dir werden sollte?
Du kannst es nie allen recht machen, also versuch einfach dass Du Dich wohl fühlst mit dem was Du machst. Wenn Du keinen "Ellenbogengedanken" hast, dann bist Du vielleicht eher im sozialen Bereich gut aufgehoben, wo Du Menschen beraten und ihnen helfen kannst (ich weis ja nicht was Du jetzt machst)?
Ich persönlich finde nicht, dass man immer besser sein muss als andere und wenn man das Gefühl hat "angekommen" zu sein, wo muss man dann noch "weiterkommen" KANN man, klar, MUSS man aber nicht.
LG
 
Lieber Bernd, ich selbst bin auch 32 Jahre alt und bin von meinem Arzt als Arbeitsunfähig geschrieben worden. Ich habe pchychologische Gutachten, dass ich täglich nur unter 3 Stunden arbeiten könnte, ich habe auch mal versucht, eine Ausbildung zu machen, musste diese jedoch abbrechen, war gar nicht möglich. Ich hatte eine sehr schwere Kindheit und Jungend und geistige wie körperliche Beeinträchtigungen. Ich habe zwar auch immer wieder versucht, zu arbeiten, habe verschiedenen Praktika gemacht, habe eine schulische Ausbildung versucht, und eine im Betrieb, musste aber beide abbrechen. Ich erlebe dort eine solche Überreizung und Überanstrengung, weniger noch wegen der Tätigkeit sondern vielmehr wegen der Menschen, ich meide Menschen, wo ich kann. Ich leide unter Reizüberflutung, Angstattacken, Panikattacken, völliger Erschöpfung und hohen Blutdruck. Ich habe durch meiner Kindheit und Jugend und schwere seelische Probleme bekommen, und bin auch NICHT arbeitsfähig. Ja, Du siehst, es gibt Menschen, die aus welchem Grund auch immer, nicht in die Arbeitswelt, in meinem Fall würde ich sagen, Außenwelt, hineinpassen. Vielleicht wäre es für Dich sinnvoll, festzustellen, worin genau die Probleme liegen und bei was sie immer wieder auftauchen. Es ist nicht gesagt, dass Du gar nicht in eine Arbeitswelt hineinpasst, vielleicht hast Du einfach noch nicht das Richtige für Dich gefunden, oder es waren die falschen Betriebe und die falschen Menschen. Kein Mensch ist für alles geschaffen, jeder Mensch hat einen anderen Platz in der Welt, diesen zu finden, ist leider manchmal sehr sehr schwierig, manchmal wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen... Dennoch solltest Du nicht aufgeben, manchmal ergeben sich die Dinge ganz von selbst, wenn man nicht allzu verkrampf und verbissen nach ihnen sucht oder strebt... Ich wünsche Dir auf alle Fälle, dass Du etwas Passendes für dich findest. Einen schönen Abend Dir noch und alles gute für Dich. L. G. Periwinkle
 
Du bist damit nicht allein, und diese Eigenschaften machen Dich ganz bestimmt nicht zu einem "schlechteren" Menschen.

Darf ich fragen, was Du gelernt hast? So, wie Du Dich beschreibst, kann ich mir gut vorstellen, daß Du vielleicht in einem Beruf, in dem Du mit Menschen zu tun hast, gut aufgehoben sein könntest. Man muß dann eben seine Nische finden, in der man sich gut fühlt.
 
Ich meine nicht, daß man sich immer mit anderen messen muß. Immer besser als andere sein muß. Oder immer weiterkommen muß. Wo soll das denn hinführen?

Das wichtigste ist, daß man eine Arbeit findet, die den Lebensunterhalt sicherstellt und bei der man den Aufgaben gewachsen ist. Im Idealfall eine Arbeit, in der man die eigenen Stärken einbringen kann und die auch noch Spaß macht.

Setz Dich nicht selbst so sehr unter Druck und laß Dich nicht unter Druck setzen, Ziele zu erreichen, die für Dich vieleicht gar nicht erstrebenswert sind.

Du schreibst, daß die Arbeit selbst, dich gar nicht so sehr stresst und gut von Dir bewältigt werden kann. Das ist doch schön.

Offenbar streßt Dich also etwas anderes. Schau mal was das ist. Die Erwartungen anderer? Der Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen? Fehlende Sinnhaftigkeit Deiner Arbeit? Zu geringes Einkommen, um Deinen Lebensunterhalt zu sichern? Versagensängste?

Oder definierst Du beruflichen Erfolg ìn einer für Dich bedrückenden und dich einschränkenden Weise? Bedeutet für dich beruflicher Erfolg etwa nur stetig höherrangige und höherbezahlte Positionen zu erreichen? So verstehe ich beruflichen Erfolg nicht. Beruflicher Erfolg kann auch bedeuten, eine Arbeit gefunden zu haben, die man gut in der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit bewältigt und die einem die finanziellen Möglichkeiten gibt, sich in der restlichen Zeit seinen sonstigen Interessen, Freunden, Familie, Tieren, der eigenen Kreativität und der persönlichen Weiterentwicklung zuzuwenden.

Genügsamkeit und Zufriedenheit, innere Freiheit und Einfachheit halte ich für erstrebenswert.
Dafür muß man nichts "Großes" werden und kann trotzdem ganz ausgezeichnet in die Arbeitswelt passen.
 
Hallo Bird on the Wire du beschreibst meine Gefühle ganz gut.

Du hast nämlich recht es ist nicht die Arbeit an sich sondern die Erwartungshaltung von anderen, in diesem Bezug auch der Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten. Manchmal bin ich einfach nur froh wenn ich abends zuhause bin und den Tag sozusagen wieder überstanden habe ohne was groß falschgemacht zu haben oder mich vor jemand anderem wieder unterlegen gefühlt zu haben. Sonntag abends werde ich schon unruhig vor der neuen Woche. Ich bin auch eher ein mehr introvertierter Mensch mit wenig Selbstbewusstsein, zumindest was irgendwelche Bewertungssituationen angeht. Durch das Wunschdenken meiner Eltern wurde schon früh erwartet dass ich irgendwie Karriere mache, und im Freundeskreis wird einem dasselbe suggeriert: Erfolg und Zufriedenheit kommen nur wenn man viel verdient, beliebt und anerkannt ist. Das bin ich nicht. Ich bin doch nur unwichtig. Insofern, ja ich definiere Zufriedenheit mit Dingen die ich selber nicht erfüllen kann. Ich habe auch einen gewissen Respekt vor einer bestimmten Gesellschaft, in der ja vermeindlich alle viel besser und höher sind wie ich. Manchmal habe ich deshalb den Eindruck ich passe nicht in die Arbeitswelt bzw. in dieses System.
 
Das ist ja prima, daß es nicht die Arbeit selbst ist, die ein so großes Problem darstellt. Dann mußt Du Dich in der Hinsicht nicht als Versager fühlen, hast nicht den falschen Beruf gewählt und mußt nicht Dein ganzes Arbeitsleben umkrempeln.

Es geht also um ganz etwas anderes. Dein Selbstwertgefühl. Deine Angst, den eigenen Erwartungen und den vermeintlichen Erwartungen anderer nicht zu entsprechen.

Und offenbar spürst Du den Druck, Dich unterlegen zu fühlen, nicht nur im Arbeitsleben, sondern auch sonst.

Dann würde ich sagen, da ist auch Dein Ansatzpunkt für Veränderung. Du setzt die Maßstäbe, die Du erfüllen möchtest. Nicht die anderen. Es ist Dein Leben. Da zählen nur Deine Prioritäten, Deine Ziele, Deine Wertvorstellungen.

Ich kenn die Angst, Fehler zu machen. Hatte richtige Panikattacken, war manchmal wie gelähmt. Für mich war es eine wichtige Erkenntnis, daß ich keine generellen Schwierigkeiten im Arbeitsleben habe, sondern sich dort die Probleme aus anderen Bereichen quasi stellvertretend und besonders deutlich zeigen.

Mir hat das Buch "Leben kann auch einfach sein - So stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl" von Stefanie Stahl sehr gut gefallen. Vielleicht ist das was für Dich. Vielleicht findest Du da auch Ansatzpunkte, zu neuen Fragestellungen, die Dir helfen, Dich neu zu positionieren und Dich selbst in den Mittelpunkt Deines Lebens zu stellen. Und Dich selbst zum Wertmaßstab zu machen. Nicht vermeintliche Erwartungen anderer, die Dir ziemlich wurscht sein können.

Es ist Dein Leben. Viel Spaß damit.
 
Nein, ich glaube nicht daran, dass es Menschen gibt, die nicht in die Arbeitswelt passen.
Wenn man ständig scheitert, ist man einfach im falschen Beruf und hat das richtige für sich nicht gefunden.
Jeder Mensch kann in irgendeinem Job bestehen.
 
Hallo Bernd,
Ich weiss dein Beitrag ist schon eine Weile her. Desswegen weiss ich nicht, ob dies überhaupt jemand liest. Ich habe deinen Text gelesen und muss sagen, dass der von mir sein könnte. ich habe genau die selben Probleme.
Ich bin 35 Jahre alt, habe schon zwei Ausbildungen gemacht und habe mich noch nie an einem Arbeitsplatz wohl gefühlt. Ich habe immer einen riesen Stress alles in der vorgegebenen Zeit erledigen zu können. Mein Chef sagt mir zwar, dass er sehr zufrieden ist mit mir. Jedoch habe ich jeden Tag einen riesen Stress, um die Arbeiten in einer halbwegs angemessenen Zeit zu verrichten. So bin ich jeden Abend so am Ende, dass ich mir gerade so knapp etwas zu essen machen kann und dann vor dem TV einschlafe. Ich sehne mich nach einer Arbeit, in der Zeit keine so grosse Rolle spielt, nach einer Arbeit in der ich gut bin ohne mich mit Ritalin voll zu pumpen. Ich habe mir jetzt eine Auszeit genommen und probiere heraus zu finden was zu mir passen könnte. Aber irgendwie weiss ich nicht recht, wie ich vorgehen sollte.
Sonst bin ich eigentlich zufrieden mit meinem Leben ich habe sehr gute Freunde und gute Eltern. Meine Schwester ist leider vor 12 Jahren völlig unerwartet gestorben. mit dem habe ich bis heute noch sehr zu kämpfen. Wir hatten eine sehr enge Beziehung zu einander. Sie war immer die Sonnige und ich der Introvertierte, sie Schaffte es immer wieder mich aus mir rauszuholen.

Mit der Zeit hatte ich schon immer meine Probleme. Ich war nicht sehr schlecht in der Schule, währe jedoch viel besser gewesen, wenn ich mehr Zeit bekommen hätte.
Die Anderen Probleme sind bei mir sehr ähnlich, wie sie Bernd beschrieben hat.

Falls dies jemand liest und und mir Tipps geben könnte, wäre ich sehr Dankbar
 
Nein, ich glaube nicht daran, dass es Menschen gibt, die nicht in die Arbeitswelt passen.
Wenn man ständig scheitert, ist man einfach im falschen Beruf und hat das richtige für sich nicht gefunden.
Jeder Mensch kann in irgendeinem Job bestehen.

Klar gibt es die.
Mein Bruder ist das beste Beispiel das es Menschen gibt die nicht in die Arbeitswelt passen.
es gibt nicht den richtigen "Beruf" für jeden. Akzeptiere es.
Lass es mich kurz beweisen:
Mein Bruder hängt eigentlich den ganzen Tag am PC, außer Montags morgens und Samstags morgens, da geht er zum nächsten Supermarkt ganz früh am morgen (um möglichst wenig Menschen zu begegnen) einkaufen, fast nur Angebote und für die ganze Woche. er geht genau 1 mal am Tag an den Briefkasten, meistens gegen 12 Uhr um Post durchzuschauen. Er zockt eigentlich nur im Internet und in den spielen die er spielt ohne Ziel oder Sinn. Ich muss halt abundzu bei ihm vorbei, weil unsere Eltern halt wissen wollen ob er noch "lebt". Er hat an nix interesse und kommt mit Menschen nicht klar. Es ist ihm scheiß egal. meine SB (ist auch seine) im Jobcenter meint zu ihm nur immer:
"Füllen sie halt jährlich den Antrag aus, solange sie nicht lügen isses eh egal, sie will niemand und sie wollen auch nicht, alles weitere wäre sinnlos". Es ist nicht mal so das er aufgeben hat, es interessiert ihn halt komplett 0 was andere machen oder von ihm denken. selbst wenn man ihm einen Job anbieten würde wo er nur anwesend sein müsste, es wäre ihm egal. Es interessiert ihn schlichtweg nicht was andere denken oder wollen. Und nein er ist kein Authist oder irgendwie psychologisch erkrankt, es ist eher so das ihm alles scheiß egal ist. ich weis auch das er Zwangseinzogen wurde zum Wehrdienst und am ersten Tag direkt rausgeflogen ist, warum beantwortet er nur mit: "mir egal".
Er würde in keinem Job bestehen, er würde vermutlich gar kein Interesse daran haben zu bestehen oder erfolgreich zu sein. An ihm haben Psychologen, Sozialarbeiter, meine Eltern, ich und eigentliche Jede Person die mit ihm zu tun hatte verzweifelt.
In die Arbeitswelt passt er NICHT, wird es auch nie. Es störrt ihn aber auch nicht. Ich bin nicht mal sicher ob er das überhaupt realisiert. Glaube den antrag füllt er auch nur aus, weil es seine einzige sinnvolle "Einnahmensquelle" ist. die letzte Sachbearbeiterin von ihm hat er laut aussage meiner und seiner jetzigen in den Wahnsinn getrieben. Und genau das ist auch das Problem, länger als 5-10 min hält man es mit ihm inzwischen nicht mehr aus, und nein er nimmt keine Drogen, es war ihm egal ob wir einen Drogentest machen. Und negativ. MRT-scan normal, CT-scan normal. alles normal.
er hat halt total die Ruhe weg, und er macht JEDEN wahnsinnig.

Aber hier klingt es eher nach falscher Arbeitgeber/falsche Arbeitsumgebung. Dazu druck von Eltern.
Das macht kaputt.
auch der erfolgsdruck ist merkbar und schädlich.
 

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