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Gewaltfantasien bei Kindern... Wann was tun?

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So, nun mit Registrierung.

Bei dem betreffenden Kind gibt es tatsächlich mehrere "Baustellen".
Ich denke auch, dass diese Gewaltphantasien bzw. die Thematisierung von "blutigen Gemetzeln" einen (nachvollziehbaren) Grund haben.
Für mich ist das Grundproblem mehrschichtig.
Ich habe eine Ahnung davon, wieso sich dieses Kind fast nur am PC aufhält und Rollenspiele dieser Art spielt und ich denke nicht, dass der Auslöser für diese Phantasien ausschliesslich im Spiel zu sehen sind - mE verstärken diese Spiele eher die Phantasien bzw. die konkreten Handlungsgedanken.
Vom Gefühl her ist aber da eine Grenze überschritten... Ich kann das ganz schlecht beschreiben und in Worte fassen... Es ist nicht wirklich greifbar und doch da.
Und es ist definitiv anders als beim Rest meiner Pappenheimer.
Er ist nicht (und war nie) körperlich aggressiv, extrovertiert oder überdreht.
Eher im Gegenteil. Er ist ruhig, in sich gekehrt und eher verschlossen - es sei denn, es geht um seine PC-Spiele. Da dreht er auf und kommt aus dem reden nicht mehr raus - ABER er redet auch NUR über dieses Thema.
Er ist bei offenen Konflikten nie wirklich dabei, steht eher am Rand und auch nicht die treibende Kraft. Im Grunde ist er nicht mal Mitläufer.
Vielleicht ist es auch das, was mich so sehr verunsichert.

Verhaltensauffälligkeiten sind nichts Neues und nichts ungewöhnliches für mich. Ich kam schon mit einigen Schrammen und Beulen nach Hause.
Das war aber in allen Fällen etwas "Greifbares", ein Zustand, an dem man (auch ohne Eltern) mit den Kids arbeiten konnte.
Jetzt habe ich nichts Greifbares. Keine Attacken, keine Prügeleien.
Eben "nur" diese Aussagen, die aber auch an ihrer Intesität zunehmen und für mich subjektiv eine ganz reale Qualität haben (und auch für die Menschen in meinem Team).

Das, was mir möglich ist habe ich in die Wege geleitet (Schulpsychol., Beratungsstelle, Schulleitung, erneute Anfrage nach einem Elterngespräch etc.)
Aber das Gefühl, dass das zu wenig ist bleibt.
Ich weiss, im Grunde kann ich nur jemandem helfen, der sich helfen lassen will (bezogen auf die Eltern) und der überhaupt eine Notwendigkeit sieht zu handeln.
Trotzdem möchte ich nichts unversucht lassen - er ist 11 und hat noch alle Chancen. Wer weiss, wie das in drei oder vier Jahren aussieht...
 
ist er bei konflikten wirklich nich dabei oder scheint es nur so? ich habe früher immer dafür gesorgt, dass andere sich streiten und sah dabei aus wie ein kleiner engel. das hat mich sehr amüsiert damals. vielleicht ist es hier ähnlich. das wäre dann wohl ein weniger schöner fall.

er scheint ja sehr auf diese spiele fixiert zu sein. damit habe ich leider keine erfahrung. vielleicht versucht er wirklich seine aggressionen bzw fantasien dort zu befriedigen..aber das wäre dann noch beunruhigender.
 
Ich denke dann hast du alles richtig gemacht und solltest jetzt abwarten, was die Psychologen sagen.

Wenn du in einer Schule oder Betreuung tätig bist, wäre es aber wohl doch mal angebracht entsprechende Fortbildungen zum Umgang mit solchen Kindern zu besuchen oder eigene Initiative zu ergreifen und einen Themenabend für Eltern zu veranstalten, in welchem sie auch über die Spiele aufgeklärt werden, die ihre Kinder spielen (betreue selbst Kinder und weiß, dass die Eltern da meist keine Ahnung habe, welche Gefahren sich hinter solchen Spielen verbergen können bzw. welche Inhalte dort enthalten sind). Manche Eltern verbieten ihren Kindern Filme mit Altersbeschränkung, achten bei Spielen (die ja auch über Freunde besorgt werden können oder über diverse Tausch und Downloadseiten erhalten werden können) aber nicht darauf.

Ich selbst glaube nicht, dass gewalttätige oder süchtig machende Spiele unbedingt Auslöser für ein derartiges Verhalten sind, aber auf jeden Fall verstärkend wirken. Und einem 11jährigen würde ich niemals erlauben WOW zu spielen, da ist mir der Suchtfaktor dieses Spiels viel zu hoch und andere gewalttätige Spiele (WOW halte ich jetzt nicht für so sehr gewalttätig) würde ich meinen Kindern auch nicht erlauben, jedenfalls nicht in diesem Alter. Vorher würde ich erst noch viele Gespräche mit ihnen führen und bevor sie einen " Menschen" im Spiel töten, sollten sie sich erst einmal die Realität anschauen und darüber Bescheid wissen.

In der Schule oder generell da, wo Zugang zu Kindern und Jugendlichen besteht, sollten diese Dinge für Eltern und Schüler viel mehr thematisiert werden. Und Kindern sollte klar gemacht werden: Gewalt und Töten ist immer schlecht! Und Spielen mit Freunden, draußen oder mit Eltern macht viel mehr Spaß, als Spielen am PC!

Liebe Grüße
 
Ich denke, Du hast getan was Du tun konntest.Jetzt kann man nur auf Ergebnisse warten.

Aus Erzählungen von Lehrern, die an Schulen für Schwer erziehbare Kinder gearbeitet haben, habe ich erfahren, dass es leider trotz Fortbildungen immer mal wieder zu solchen Situationen kommt.
Lehrer können ja auch nicht alles leisten, dafür braucht wohl jede Schule ein wirklich gutes Netzwerk.
Ich hoffe, dass in unserer Gesellschaft weiterhin vermehrt daran gearbeitet wird, damit jedem Beteiligten schneller geholfen werden kann.
Das Gefühl, dass einem die Hände gebunden sind, erscheint mir oft als das größte Problem.
Viel Glück.
 

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