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Gewaltfantasien bei Kindern... Wann was tun?

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Gast

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Da ich nicht wirklich weiß, wohin mit meiner Frage, bin ich denn mal hier gelandet.
Aus beruflichen Gründen darf ich leider auch nicht so sehr viel posten (deswegen anonym).

Es geht um ein 11jähriges Kind.
PC-Spiele (WoW und andere Rollenspiele) werden von den Eltern toleriert und sogar finanziert (keine Ahnung, ob das eine Rolle spielt).
Rückmeldung von Erwachsenen, mit denen er zu tun hat und von den Kindern: der erzählt nur davon, menschen abzuschlachten, wie am meisten Blut beim Töten vergossen wird etc.

Standart-Sprüche:
meine kleine Schwester nervt... demnächst schlachte ich sie mit meinem Dolch ab
mit dem Messer während des Kochens "demonstriert" er, wie man zustechen müsste, damit am meisten Blut sprizt

Gespräche mit den Eltern erfolglos.

In neuster Zeit treten vermehrt Drohungen auf (nicht mir gegenüber, aber Kollegen):
Wenn du einen Ton sagst, bringe ich dich um...
Ich schlachte euch alle ab und dich als erstes...
Ich jage eure Einrichtung in die Luft...

Gepaart aus Szenen mi WoW, in denen die "Feinde" umgebracht werden; so mache ich es auch mit dir.

Wie gesagt, die Äußerungen kommen nicht mir gegenüber, aber Kollegen gegenüber.
Diese haben zT ein "ungutes Gefühl" bins Angst und ich bin mir nicht wirklich sicher, wie uns ob ich das werten soll.

Darauf reagieren?
Und wenn ja, wie?
Es weiter beobachten? WANN wäre dann ein Punkt, darauf zu reagieren?

Wäre lieb, wenn jemand was wüsste.

Liebe Grüße
ich
 
Ich würde sagen der Punkt darauf zu reagieren ist genau jetzt. Wenn Computerspiele einen derartigen Einfluss auf Kinder haben und sie nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können, dann muss da dringend gehandelt werden. Ein Gespräch mit den Eltern und ein Besuch beim Psychologen wäre sicher angebracht.

Klar können es auch nur leere Phrasen von einem Kind sein, das provozieren will, aber andererseits weiß man nie, wie es sich entwickelt und solche Äußerungen halte ich allgemein doch für sehr bedenklich.

Liebe Grüße
 
Der WoW-Zugang wird von den Eltern finanziert.
Das Kind lebt bei selbigen, die Familienverhältnisse sind "geordnet" (kein sozial schwacher Hintergrund, eher das gegenteil).

Elterngespräche fanden statt - auch zu diesem speziellen Thema.
Darin wurde klar, dass über ältere Geschwister der Zugang zu diesen Spielen möglich ist und toleriert und im Endeffekt unterstützt wird. Die Eltern sehen das als "normal" an.
Ansonsten sind immer "die anderen" schuld...

Über die "Konsequenzen" bin ich mir noch nicht ganz im Klaren.
Wegen den massiven Drohungen kann ich ggf. einen Schulverweis erwirken.
Ob das Jugendamt überhaupt tätig wird, bzw. werden kann wird gerade geprüft.

Irgendwie ist das alles äußerst unbefriedigend.
Danke, für eure Hinweise und Einschätzung.
Ich werde in jedem Fall weiter am Ball bleiben und hoffen, dass ich etwas bewegen kann...
 
Hallo,
ich würde sagen der Punkt ist dabei überschritten zu werden.
Zeigt das Kind weitere Auffäligkeiten?

Wenn die Möglichkeit dazu besteht würde ich das Jugendamt informieren und den weiteren Verlauf beobachten.
Gespräche mit den Eltern, die soetwas unterstützen halte ich für wenig sinnvoll, da sollte besser direkt der Fachmann ran.

Zwar würde ich nicht davon ausgehen, dass dieses Kind jetzt Amok läuft, aber vielleicht etwas später.
Viel Glück
 
Gibt es einen Schulpsychologen?
Der könnte evt mehr erfahren und eine bessere Wirkung beim Jugendamt erziehlen?
Besteht Ihrerseits Kontakt zum jüngerem Geschwisterkind?
Auch dort könnte man ganz unverbindlich hören, wie es ihm geht was so los ist usw....manchmal sind Kinder ja erstaunlich offen.
 
Rückmeldung von Erwachsenen, mit denen er zu tun hat und von den Kindern: der erzählt nur davon, menschen abzuschlachten, wie am meisten Blut beim Töten vergossen wird etc.
Dann wird es Zeit, dass ihm bekannt gemacht wird, dass es Kriege gibt und vor allem gab, bei denen Menschen ganz real umgebracht wurden beziehungsweise "gefallen" sind und zwar auch sicher Leute, von denen in seiner Umgebung noch Spuren vorhanden sind oder Bilder existieren.
(nicht mir gegenüber, aber Kollegen): Wenn du einen Ton sagst, bringe ich dich um...
Der Kollege sollte darauf direkt reagieren, im Gegensatz zum Computer sogar emotional.
Besteht Ihrerseits Kontakt zum jüngerem Geschwisterkind?
Auch dort könnte man ganz unverbindlich hören, wie es ihm geht was so los ist usw....manchmal sind Kinder ja erstaunlich offen.
...und erstaunlich sensibel und merken später, dass sie mit dem, was sie gesagt haben, ein ungutes Gefühl haben, das sie nicht einordnen können, weil sie von den Erwachsenen zum Zwecke der Ermittlung neugierig ausgefragt wurden. [ironie]Aber nur, um Schlimmes zu verhindern.[/ironie]
 
Ich bin der Meinung, dass der Kleine (der fast schon ein Teenager ist) definitiv über die Stränge schlägt.
Er ist alt genug, um zu kapieren, dass auch die Drohung, jemanden zu töten, schon tabu sein sollte.
Niemand muss (darf???) sich das bieten lassen, da kämen sogar Straftatbestände in Frage. Die greifen jetzt natürlich kaum, aber was jahrelang eintrainiert und geduldet wird ist später um so schwerer rauszukriegen.

In diesem Fall, da Gespräche mit den Eltern keine Einsicht erzeugt haben, sind die nächsten Stationen: Schulpsychologe, später bei Bedarf Jugendamt und Polizei.

Vielleicht kriegen sich 95% der Jungs irgendwann wieder ein, ohne das was passiert. Aber ich würde nicht drauf wetten, dass dieser hier nicht zu den anderen 5 gehört.
Er wäre nicht der erste, der andere Schüler oder Lehrer verletzt oder tötet.
 
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Zitat von Tatjan
Besteht Ihrerseits Kontakt zum jüngerem Geschwisterkind?
Auch dort könnte man ganz unverbindlich hören, wie es ihm geht was so los ist usw....manchmal sind Kinder ja erstaunlich offen.
...und erstaunlich sensibel und merken später, dass sie mit dem, was sie gesagt haben, ein ungutes Gefühl haben, das sie nicht einordnen können, weil sie von den Erwachsenen zum Zwecke der Ermittlung neugierig ausgefragt wurden. [ironie]Aber nur, um Schlimmes zu verhindern.[/ironie]

dabei würde es nicht darum gehen, das Mädchen auszufragen, sondern vertrauen aufbauen und dadurch evt. erfahren wie es dem Mädchen geht!
Manchmal reicht es schon ein Kind zu fragen wie es ihm geht....und eh man sich versieht erfährt man manchmal mehr als einem lieb ist.
Denn für mich würde sich die Frage stellen, was ist dort in der Familie noch los?
Wenn der Junge am Computer verwahrlost, wie geht es denn dann den anderen Kindern ?
Ich halte es für wahrscheinlich, dass es dort noch mehr Baustellen gibt.

Oder, es werden weitere Symptome wahrgenommen, die Helfen würden die Situation einzuschätzen.
Mittlerweile gibt es laut Wissenschaft Symptome die in diesem Alter schon darauf hin deuten ob das Kind mit großer Wahrscheinlichkeit zum "Täter" wird.
- Nächtliches einnässen
-Tiere töten/Quälen
- das dritte fällt mir gerade nicht mehr ein

Wenn die Lehrer mehrere Symptome finden, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sofort massive darauf reagiert wird, zB durch das Jugendamt.
 
Da Du ja offensichtlich aus einem professionellen Rahmen stammst, wundere ich mich schon, dass Ihr da so hilflos seid?

Es wird ja nicht das erste Kind sein, welches nicht "ordnungsgemäß" läuft.

Normalerweise wissen Kinder, in welchen Kontexten sie mal sowas gucken lassen dürfen und wo besser nicht. Von daher finde ich die Aussagen auch bedenklich, zumal er ja in dem Sinne kein Kleiner mehr ist.

Ich rate auch zum Schulpsychologen bzw. zum schulpsychologischen Dienst. Ohne Zustimmung Eltern seid Ihr da bestimmt handlungsunfähig. Bevor Ihr aber zu den Behörden rennt, würde ich noch einmal mit den Eltern sprechen und ganz klar sagen, dass ihr dringenden Handlungsbedarf seht und entweder kooperieren sie oder Ihr schaltet die Behörden ein.

und dann würde ich mir mal Gedanken machen, ob Ihr nicht intern auch ein paar Weiterbildungen (um was für eine Einrichtunmg handelt es sich denn, Schule?) nötig hättet udn wie Ihr generell mit "Aggressionen" bzw. unadäquaten Verhaltensweisen umgehen wollt.
 
oho...bei dem jungen scheint mir der punkt, ab dem man handeln müsste, schon überschritten zu sein. zumindest war es bei mir bei vergleichbarem,wenn auch verdeckterem, verhalten schon so.
er ist 11...d.h. er müsste das fach biologie haben. zeigt er besonderes interesse an der sektion? das ist zwar nicht notwendig aber bei mir war es so.
scheint er besonders gefühlskalt? sprich wenn ein schüler oder eine schülerin weint, interessiert es ihn oder verstärkt er es sogar? oder lässt es ihn kalt? bringt er vielleicht absichtlich andere kinder dazu? fasziniert ihn feuer? oder ist er duch kleine diebstähle aufgefallen?...wenn davon noch was zutrifft wird es höchste zeit, dass sich was tut.
das spiel..ich glaube kaum, dass es einen großen einfluss darauf haben wird. es gibt ihm lediglich vergleichsmöglichkeiten, schürt aber wahrscheinlich nicht die aggressionen.
soetwas kommt i.d.r von falsch oder garnicht verarbeiteten traumata oder einer veranlagung plus entsprechender erziehung/gewöhnung oder allem.
 

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