Psychische Gewalt?
Einige Dinge sind unaussprechlich. Ich habe niemanden, mit dem ich über das, was mir passiert ist, reden kann. Deshalb hoffe ich, dass man mir hier zuhört und ich verstanden werde.
Zunächst kurz zu meiner Person:
Scheidungskind, immer viel alleine gewesen, oft ausgegrenzt worden von Mitschülern, nicht gemobbt aber andererseits auch nicht akzeptiert, eher toleriert. Mit elf Jahren die Scheidung meiner Eltern mit gemacht, viel böses von meiner Mutter in Richtung meines Vaters gehört, zuerst habe ich bei ihr gewohnt, dann bin ich zu meinem Vater gezogen. Eigenmächtig. Mein Vater war zu der Zeit arbeitslos, weswegen er versucht hat sich umzubringen. Er hat immer viel Geld verdient, was einer der Hauptgründe war, weswegen meine Mutter ihn geheiratet hat. Als der Geldhahn zu war, ist sie von ihm weg, auch das spielte in seinen Suizidversuch mit rein. Er ist Amerikaner, hat mir und meiner kleinen Schwester die Staatsangehörigkeit geschenkt. Als ich 12 war, fand er wieder Arbeit. Er ist Freiberufler und daher sehr viel unterwegs, er schickte mich zu Verwandten, genauer zum Bruder meiner Mutter, zu dem er ein gutes Verhältnis hat. Er und seine Frau, beide ungebildet und sehr arm, nahmen mich auf, aber nicht wegen mir, sondern weil mein Vater viel Geld investierte, damit ich dort unter der Woche wohnen konnte. Nach sechs Monaten völliger Ignoranz wurde er wieder arbeitslos und ich zog nach Hause. Allerdings fand er schnell neue Arbeit und schickte mich zu einer ‚Freundin‘ aus meiner Klasse. Das Mädchen fand ich sehr nett, ich war nachmittags auch ein paar Mal bei ihr, aber nicht oft genug um mich dort wohnen zu lassen. Inzwischen war ich fast 14 und ging in die achte Klasse eines Gymnasiums, und aufgrund der schlechten Wohnsituation litten meine Noten auch dramatisch. Dennoch schaffte ich den Wechsel in die neunte Klasse, sprach aber mit meinem Vater, das ich nicht weiter in einer fremden Familie leben möchte, die selber 4 Kinder hat und ebenso an Geldsorgen leidet wie der Bruder meiner Mutter. Ich wollte bei ihm bleiben, mit ihm zusammen sein, einfach nicht mehr allein sein. Er sagte, er müsse arbeiten. Mein Vater definiert sich vollkommen über seine Arbeit. Er wird ungehalten und agressiv, wenn er nicht arbeiten kann. Deswegen war der Verlust seiner Arbeit auch so dramatisch für ihn. Jedenfalls schickte er mich nach der achten Klasse zu seiner Schwester in die USA. Zunächst war ich begeistert. Aber dann passierten dort wirklich schreckliche Dinge für mich.
Meine Tante hat selbst zwei Kinder, zwei Söhne, und sie ist streng gläubig. Jeden Sonntag verbrachte sie den halben Tag in der Kirche und erwartet von ihren Kindern und auch von mir, das ich ihr Gesellschaft leiste. Für mich war Kirche nie das Thema gewesen, ich bin nicht besonders gläubig und fand das stundenlange rumsitzen grauenhaft. Meine Tante merkte, dass ich kein besonderer Kirchenfreund bin, sie zwang mich, noch früher als die anderen Kinder zur Kirche zu gehen, sie würde mir den Glauben schon beibringen. Ich wehrte mich nicht, ließ es geschehen. Durch das jahrelange hin-und hergeschiebe von einer Partei in die nächste und der Ignoranz und Missachtung und dem Fehlen von Liebe oder Geborgenheit war und bin ich nicht selbstbewusst. Selbstwertgefühl habe ich auch nicht. Meine Noten in den USA gingen in den Keller. Die Schulen dort sind ganz anders und auch das Lernen ist ein anderes. Meiner Tante verriet ich nichts davon, wenn sie fragte wie die Schule lief sagte ich ‚Okay‘. Ich kannte die amerikanische Kultur nicht, zuhause lebten wir die deutsche. Am Ende des ersten Halbjahres schickten die Lehrer E-mails mit meinen Noten an meine Tante. Sie brachte ihre Söhne in die Bibliothek, mit mir fuhr sie nach Hause. Ich dachte mir nichts dabei. Sie ging in ihr Schlafzimmer und holte einen Ledergürtel und ging damit auf mich los. Ich schlug um mich und trat nach ihr. Irgendwann hörte ich damit auf. Sie schlug weiter und schrie mich an, gab mir Backpfeifen und schlug mit der schweren Gürtelschnalle gegen meine Knochen. Eine Woche später war alles verheilt, mein Körper hatte sich erholt, meine Seele brennt immer noch deswegen, es ist nun fünf Jahre her. Ich flog zurück.
Mein Vater hatte mit meiner Tante telefoniert. Sie berichtete ihm, was passiert ist. Er glaubte ihr. Er glaubte ihr mehr als mir. Zuhause schrie er mich an, wäre fast auf mich losgegangen. Er tobte und schrie, was das Zeug hielt. Ich weinte die ganze Zeit. Es interessierte ihn nicht. Ich wurde ins Internat geschickt, habe dort mein Abitur gemacht. Am Wochenende kam ich immer nach Hause. Das ist nun ein Jahr her.
Ich denke, er hat mir nie verziehen, wie ich mich in den USA verhalten habe. Er denkt immer noch ich würde lügen das sich die Balken biegen, er denkt, das, was meine Tante getan hat, war vollkommen in Ordnung und gerechtfertigt. Ich habe schon oft an Suizid gedacht. Mein Vater kann liebevoll sein, aber er kann auch unglaublich kalt sein. In letzter Zeit ist er der reinste Eisberg. Ich habe mir eine Schäferhund Dame gekauft. Sie ist nun zehn Monate alt und mein ein und alles. Ich wohne bei meinem Vater, habe ein eigenes Auto und alles, was man so zum Leben braucht. Halbtags leiste ich Bundesfreiwilligendienst in einem Kindergarten ab. Ich habe viel Stress mit meinem Vater, in meinen Augen absolute Kleinigkeiten wie Hundespielzeug, das im Haus rumliegt oder ein Teppich voller Hundehaare bringen ihn dazu, ‚ein ernstes Gespräch mit mir zu führen‘. Das bedeutet, dass wir uns an den Küchentisch setzen und er mich anschreit. Er schreit mich an, hebt seine Hand, haut auf den Tisch oder auf andere Möbel, ich sitze, schaue weg und weine. Solche Gespräche haben wir mindestens einmal die Woche. Es geht denke ich nicht immer um mein Verhalten, sondern auch darum, Stress von seiner Arbeit loszuwerden. Er arbeitet mindestens 14 Stunden pro Tag allein zuhause, verdient dementsprechend viel Geld, hat aber kaum soziale Kontakte und zurzeit auch keine feste Freundin. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht von hier weg und zu meiner Mutter ziehen, sie hat wieder geheiratet und lebt nun in den Niederlanden mit meiner kleinen Schwester und ihrem neuen Mann. Ich habe kein Geld für eine eigene Wohnung, so viel verdiene ich nicht im Kindergarten. Außerdem müsste mein Hund mit. Aber ich bin seelisch so ausgebrannt, gerade heute, an Ostern, ist er wieder so ausgeflippt. Er hat mir wieder einmal gesagt, wie sehr er die Prügel von meiner Tante gutheißt und was für eine notorische Lügnerin ich bin.
Hilfe.
Einige Dinge sind unaussprechlich. Ich habe niemanden, mit dem ich über das, was mir passiert ist, reden kann. Deshalb hoffe ich, dass man mir hier zuhört und ich verstanden werde.
Zunächst kurz zu meiner Person:
Scheidungskind, immer viel alleine gewesen, oft ausgegrenzt worden von Mitschülern, nicht gemobbt aber andererseits auch nicht akzeptiert, eher toleriert. Mit elf Jahren die Scheidung meiner Eltern mit gemacht, viel böses von meiner Mutter in Richtung meines Vaters gehört, zuerst habe ich bei ihr gewohnt, dann bin ich zu meinem Vater gezogen. Eigenmächtig. Mein Vater war zu der Zeit arbeitslos, weswegen er versucht hat sich umzubringen. Er hat immer viel Geld verdient, was einer der Hauptgründe war, weswegen meine Mutter ihn geheiratet hat. Als der Geldhahn zu war, ist sie von ihm weg, auch das spielte in seinen Suizidversuch mit rein. Er ist Amerikaner, hat mir und meiner kleinen Schwester die Staatsangehörigkeit geschenkt. Als ich 12 war, fand er wieder Arbeit. Er ist Freiberufler und daher sehr viel unterwegs, er schickte mich zu Verwandten, genauer zum Bruder meiner Mutter, zu dem er ein gutes Verhältnis hat. Er und seine Frau, beide ungebildet und sehr arm, nahmen mich auf, aber nicht wegen mir, sondern weil mein Vater viel Geld investierte, damit ich dort unter der Woche wohnen konnte. Nach sechs Monaten völliger Ignoranz wurde er wieder arbeitslos und ich zog nach Hause. Allerdings fand er schnell neue Arbeit und schickte mich zu einer ‚Freundin‘ aus meiner Klasse. Das Mädchen fand ich sehr nett, ich war nachmittags auch ein paar Mal bei ihr, aber nicht oft genug um mich dort wohnen zu lassen. Inzwischen war ich fast 14 und ging in die achte Klasse eines Gymnasiums, und aufgrund der schlechten Wohnsituation litten meine Noten auch dramatisch. Dennoch schaffte ich den Wechsel in die neunte Klasse, sprach aber mit meinem Vater, das ich nicht weiter in einer fremden Familie leben möchte, die selber 4 Kinder hat und ebenso an Geldsorgen leidet wie der Bruder meiner Mutter. Ich wollte bei ihm bleiben, mit ihm zusammen sein, einfach nicht mehr allein sein. Er sagte, er müsse arbeiten. Mein Vater definiert sich vollkommen über seine Arbeit. Er wird ungehalten und agressiv, wenn er nicht arbeiten kann. Deswegen war der Verlust seiner Arbeit auch so dramatisch für ihn. Jedenfalls schickte er mich nach der achten Klasse zu seiner Schwester in die USA. Zunächst war ich begeistert. Aber dann passierten dort wirklich schreckliche Dinge für mich.
Meine Tante hat selbst zwei Kinder, zwei Söhne, und sie ist streng gläubig. Jeden Sonntag verbrachte sie den halben Tag in der Kirche und erwartet von ihren Kindern und auch von mir, das ich ihr Gesellschaft leiste. Für mich war Kirche nie das Thema gewesen, ich bin nicht besonders gläubig und fand das stundenlange rumsitzen grauenhaft. Meine Tante merkte, dass ich kein besonderer Kirchenfreund bin, sie zwang mich, noch früher als die anderen Kinder zur Kirche zu gehen, sie würde mir den Glauben schon beibringen. Ich wehrte mich nicht, ließ es geschehen. Durch das jahrelange hin-und hergeschiebe von einer Partei in die nächste und der Ignoranz und Missachtung und dem Fehlen von Liebe oder Geborgenheit war und bin ich nicht selbstbewusst. Selbstwertgefühl habe ich auch nicht. Meine Noten in den USA gingen in den Keller. Die Schulen dort sind ganz anders und auch das Lernen ist ein anderes. Meiner Tante verriet ich nichts davon, wenn sie fragte wie die Schule lief sagte ich ‚Okay‘. Ich kannte die amerikanische Kultur nicht, zuhause lebten wir die deutsche. Am Ende des ersten Halbjahres schickten die Lehrer E-mails mit meinen Noten an meine Tante. Sie brachte ihre Söhne in die Bibliothek, mit mir fuhr sie nach Hause. Ich dachte mir nichts dabei. Sie ging in ihr Schlafzimmer und holte einen Ledergürtel und ging damit auf mich los. Ich schlug um mich und trat nach ihr. Irgendwann hörte ich damit auf. Sie schlug weiter und schrie mich an, gab mir Backpfeifen und schlug mit der schweren Gürtelschnalle gegen meine Knochen. Eine Woche später war alles verheilt, mein Körper hatte sich erholt, meine Seele brennt immer noch deswegen, es ist nun fünf Jahre her. Ich flog zurück.
Mein Vater hatte mit meiner Tante telefoniert. Sie berichtete ihm, was passiert ist. Er glaubte ihr. Er glaubte ihr mehr als mir. Zuhause schrie er mich an, wäre fast auf mich losgegangen. Er tobte und schrie, was das Zeug hielt. Ich weinte die ganze Zeit. Es interessierte ihn nicht. Ich wurde ins Internat geschickt, habe dort mein Abitur gemacht. Am Wochenende kam ich immer nach Hause. Das ist nun ein Jahr her.
Ich denke, er hat mir nie verziehen, wie ich mich in den USA verhalten habe. Er denkt immer noch ich würde lügen das sich die Balken biegen, er denkt, das, was meine Tante getan hat, war vollkommen in Ordnung und gerechtfertigt. Ich habe schon oft an Suizid gedacht. Mein Vater kann liebevoll sein, aber er kann auch unglaublich kalt sein. In letzter Zeit ist er der reinste Eisberg. Ich habe mir eine Schäferhund Dame gekauft. Sie ist nun zehn Monate alt und mein ein und alles. Ich wohne bei meinem Vater, habe ein eigenes Auto und alles, was man so zum Leben braucht. Halbtags leiste ich Bundesfreiwilligendienst in einem Kindergarten ab. Ich habe viel Stress mit meinem Vater, in meinen Augen absolute Kleinigkeiten wie Hundespielzeug, das im Haus rumliegt oder ein Teppich voller Hundehaare bringen ihn dazu, ‚ein ernstes Gespräch mit mir zu führen‘. Das bedeutet, dass wir uns an den Küchentisch setzen und er mich anschreit. Er schreit mich an, hebt seine Hand, haut auf den Tisch oder auf andere Möbel, ich sitze, schaue weg und weine. Solche Gespräche haben wir mindestens einmal die Woche. Es geht denke ich nicht immer um mein Verhalten, sondern auch darum, Stress von seiner Arbeit loszuwerden. Er arbeitet mindestens 14 Stunden pro Tag allein zuhause, verdient dementsprechend viel Geld, hat aber kaum soziale Kontakte und zurzeit auch keine feste Freundin. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht von hier weg und zu meiner Mutter ziehen, sie hat wieder geheiratet und lebt nun in den Niederlanden mit meiner kleinen Schwester und ihrem neuen Mann. Ich habe kein Geld für eine eigene Wohnung, so viel verdiene ich nicht im Kindergarten. Außerdem müsste mein Hund mit. Aber ich bin seelisch so ausgebrannt, gerade heute, an Ostern, ist er wieder so ausgeflippt. Er hat mir wieder einmal gesagt, wie sehr er die Prügel von meiner Tante gutheißt und was für eine notorische Lügnerin ich bin.
Hilfe.