J
japan
Gast
Inzwischen ist eine Woche vergangen. Unterstützt durch die Ratschläge, die ich hier bekommen habe, bin ich wirklich standhaft geblieben. Ohne das Feedback aus diesem Forum wäre ich sicher eingeknickt und hätte dem empörten "Niemals würde ich Dir etwas tun" nachgegeben.
Ich habe das Thema "Anti-Aggressionstraining" mit meinem Mann besprochen und ihm aus dem Internet auch direkt eine Adresse hier in der Stadt ausgedruckt. Und ich habe ihm gesagt, dass ich ausziehen werde, wenn er nicht etwas unternimmt. Er hat es erst "Erpressung" genannt (das wäre der Punkt gewesen, wo ich ohne Eure Kommentare reuemütig eingelenkt hätte...), aber ich habe ihm gesagt es ist lediglich die Schilderung der Konsequenzen. Es war unheimlich schwer für ihn, das zu akzeptieren. Er hat dann tatsächlich am Dienstag einen Beratungstermin vereinbart und auch wahrgenommen. Es ist ihm sehr schwer gefallen, er hat eine wahnsinnige Sperre dagegen, sich mit sich selbst zu beschäftigen.
Als er wiederkam, war er sehr positiv eingestellt und hat mir auch sehr positiv von seinem Termin berichtet. Auch seinen Gesprächspartner (Therapeut? Psychologe? Mein Mann wusste es nicht mehr genau) war ihm sympathisch. Das besprochene drehte sich allerdings nicht um das Thema "Einrichtung zerschlagen", allenfalls am Rande. Und auch nur insoweit, als sein Gesprächspartner ihm vermittelt hat, das sei ja irgendwie verständlich.
Ich war ganz platt. Dachte aber, o.k., vielleicht will der Therapeut/Psychologe ja erstmal eine Vertrauensbasis schaffen und lässt die Schilderungen meines Mannes so im Raum stehen, wie er sie halt äussert.
Mein Mann und ich haben dann ein längeres, für ihn offensichtlich sehr schweres und bewegendes Gespräch darüber geführt, worum es eigentlich geht. Es stellte sich heraus, dass er dem Therapeuten/Psychologen eine total andere Schilderung der Abläufe am Tag des Geschehens gegeben hat, als ich sie empfunden habe.
Ich glaube aber, in unserem langen Gespräch konnte ich meinem Mann deutlich machen, dass er sich und seinem Gesprächspartner da was vormacht. Es schien ihm auch einzuleuchten, dass seine Aussage "niemals würde ich Dir etwas tun" auf schwachen Füssen steht, wenn er sich noch nichtmal erinnern konnte, welche Schäden entstanden waren (das musste er sich am nächsten Abend erstmal ansehen). Er weiss auch nicht mehr, wie er die Schäden verursacht hatte (immerhin neben den Löchern in zwei Türen auch ein Stück aus dem Laminat rausgefetzt, das macht sich ja nicht "einfach so"). Er sagte, es täte ihm seine Hand weh, darum glaube er, er habe das alles mit der Hand und nicht mir einem anderen Gegenstand gemacht. Na ja, wer so einen Black-out hat, der wird auch nicht mehr zwischen Mensch und Objekt unterscheiden können, wenn er ausrastet. Er hatte da kein grossartiges Gegenargument.
Jedenfalls hat er mir versprochen, dass er morgen weitere Termine bei dem Berater machen wird.
Ich rechne ihm das hoch an, weil ich weiss, dass ihm das sehr schwer fällt.
Also: Licht am Horizont!
Dickes Dankeschön an alle Kommentatoren!!!!!!!!!!!!!!!
Japan
Ich habe das Thema "Anti-Aggressionstraining" mit meinem Mann besprochen und ihm aus dem Internet auch direkt eine Adresse hier in der Stadt ausgedruckt. Und ich habe ihm gesagt, dass ich ausziehen werde, wenn er nicht etwas unternimmt. Er hat es erst "Erpressung" genannt (das wäre der Punkt gewesen, wo ich ohne Eure Kommentare reuemütig eingelenkt hätte...), aber ich habe ihm gesagt es ist lediglich die Schilderung der Konsequenzen. Es war unheimlich schwer für ihn, das zu akzeptieren. Er hat dann tatsächlich am Dienstag einen Beratungstermin vereinbart und auch wahrgenommen. Es ist ihm sehr schwer gefallen, er hat eine wahnsinnige Sperre dagegen, sich mit sich selbst zu beschäftigen.
Als er wiederkam, war er sehr positiv eingestellt und hat mir auch sehr positiv von seinem Termin berichtet. Auch seinen Gesprächspartner (Therapeut? Psychologe? Mein Mann wusste es nicht mehr genau) war ihm sympathisch. Das besprochene drehte sich allerdings nicht um das Thema "Einrichtung zerschlagen", allenfalls am Rande. Und auch nur insoweit, als sein Gesprächspartner ihm vermittelt hat, das sei ja irgendwie verständlich.
Ich war ganz platt. Dachte aber, o.k., vielleicht will der Therapeut/Psychologe ja erstmal eine Vertrauensbasis schaffen und lässt die Schilderungen meines Mannes so im Raum stehen, wie er sie halt äussert.
Mein Mann und ich haben dann ein längeres, für ihn offensichtlich sehr schweres und bewegendes Gespräch darüber geführt, worum es eigentlich geht. Es stellte sich heraus, dass er dem Therapeuten/Psychologen eine total andere Schilderung der Abläufe am Tag des Geschehens gegeben hat, als ich sie empfunden habe.
Ich glaube aber, in unserem langen Gespräch konnte ich meinem Mann deutlich machen, dass er sich und seinem Gesprächspartner da was vormacht. Es schien ihm auch einzuleuchten, dass seine Aussage "niemals würde ich Dir etwas tun" auf schwachen Füssen steht, wenn er sich noch nichtmal erinnern konnte, welche Schäden entstanden waren (das musste er sich am nächsten Abend erstmal ansehen). Er weiss auch nicht mehr, wie er die Schäden verursacht hatte (immerhin neben den Löchern in zwei Türen auch ein Stück aus dem Laminat rausgefetzt, das macht sich ja nicht "einfach so"). Er sagte, es täte ihm seine Hand weh, darum glaube er, er habe das alles mit der Hand und nicht mir einem anderen Gegenstand gemacht. Na ja, wer so einen Black-out hat, der wird auch nicht mehr zwischen Mensch und Objekt unterscheiden können, wenn er ausrastet. Er hatte da kein grossartiges Gegenargument.
Jedenfalls hat er mir versprochen, dass er morgen weitere Termine bei dem Berater machen wird.
Ich rechne ihm das hoch an, weil ich weiss, dass ihm das sehr schwer fällt.
Also: Licht am Horizont!
Dickes Dankeschön an alle Kommentatoren!!!!!!!!!!!!!!!
Japan