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Gesichtsblindheit (Prosopagnosie)

Brotkrümel

Mitglied
Ich wollte mal fragen, ob es Menschen hier im Forum gibt, die wie ich eine Gesichtsblindheit haben.

Mich würde es interessieren, wie ihr damit umgeht, da ich selbst große Probleme damit habe. Supergerne würde ich mit anderen betroffenen Tipps austauschen. In meinem Umfeld gibt es keinen mit dem ich darüber reden kann (die anderen sind "gesund").
 
Ja, ich!
Mir ist es lange Zeit selbst garnicht aufgefallen; das erste Symptom seit meiner Kindheit war, dass ich den Handlungen vin Filmen mit realen Schauspielern kaum folgen konnte, ganz einfach, weil ich die Personen nicht unterscheiden konnte.

Mittlerweile gehe ich damit recht offen um und kommuniziere es Leuten, mit denen ich näher zu tun habe, damit sie nicht beleidigt sind, wenn ich sie irgendwo nicht erkenne und folglich auch nicht grüße.

Ansonsten erkenne ich die meisten Menschen sehr viel besser an der Stimme, als am Gesicht, das hilft mir auch enorm.
 
Ja, ich!
Mir ist es lange Zeit selbst garnicht aufgefallen; das erste Symptom seit meiner Kindheit war, dass ich den Handlungen vin Filmen mit realen Schauspielern kaum folgen konnte, ganz einfach, weil ich die Personen nicht unterscheiden konnte.

Mittlerweile gehe ich damit recht offen um und kommuniziere es Leuten, mit denen ich näher zu tun habe, damit sie nicht beleidigt sind, wenn ich sie irgendwo nicht erkenne und folglich auch nicht grüße.

Ansonsten erkenne ich die meisten Menschen sehr viel besser an der Stimme, als am Gesicht, das hilft mir auch enorm.

Hey, danke für deine Antwort! 🙂

Mir ist das ganze erst vor einigen Jahren bewusst geworden. Habe später meinen Arbeitskollegen und Freunden die Sache erklärt, damit ich nicht als A******* dastehe.

An der Stimme erkenne ich auch viele, aber bei kurzen Begegnungen finde ich es immer sehr schwer. Die Stimme wirkt innerhalb weniger Stunden nicht vertraut genug; kann sie also noch nicht richtig zuordnen. Sonst nehme ich Gestik und Mimik als Hilfe, aber auch hier dasselbe Problem.

Ich kann bis heute keine Filme alleine schauen, wenn die Schauspieler (für mich) ähnlich aussehen. Hab da immer jemanden dabei, der mir spontan verrät, wer da gerade wieder auf der Leinwand ist.
Find ich ja schon fast lustig, dass ich da nicht alleine bin.

Wie hilfst du dir sonst noch? Bin neugierig.
 
Hm.. darüber muss ich mal nachdenken.
Hilfreich ist es natürlich immer, wenn man mit jmandem unterwegs ist, der einem spontan verraten kann, wer die Person ist, die da gerade grüßt/auf einen zukommt.
Viele Bekannte kann ich auch ganz gut an Dingen wie Brillen, Frisur oder Haarfarbe erkennen.

Bei Filmen greife ich gerne auch mal auf einen Animationsfilm oder auf das Genre Fantasy zurück, da sind die Darsteller für mich idR einfacher zu unterscheiden.

Noch dazu habe ich mir eine gewisse Portion "Naja"-Denken angeeignet. Wer mir nicht nahe genug steht, um davon zu wissen oder um an der Stimme erkannt zu werden, der wird halt im Supermarkt-Getümmel vielleicht mal nicht erkannt. Das passiert ja allen Leuten mal, dass sie jemanden übersehen, wenn sie in Eile sind. Wer mir deshalb böse ist - schade, aber das kann ich nicht ändern.

Hast du sonst noch Tricks?
Ich denke mal weiter darüber nach, vielleicht fällt mir ja auch noch etwas ein 🙂
 
Ich bin mir manchmal nicht so sicher, ob ich das habe oder ob ich einfach sehr vergesslich bin...

Jedenfalls schaue ich Menschen auf der Straße möglichst nicht direkt an und schon gar nicht schaue ich jemandem länger ins Gesicht, um darüber nachzudenken, ob ich ihn kenne. Falls doch, und ich erinnere mich nicht, dann kommt das richtig unhöflich rüber. Erzählen kann ich von Gesichtsblindheit ja auch nur, wenn das Missverständnis aufgeklärt wird und dafür muss zuerst jemand auf mich zukommen und "Hallo" sagen. Das machen dann viele nicht, weil ich so komisch oder gar nicht geguckt hab und ich ohnehin ein eher distanzierter Mensch bin.

Ich bin schwierig. 🙄
 
Menschen an Frisuren zu erkennen kann aber auch doof laufen. Hatte eine Freundin Jahre lange, die plötzlich die Haare kurz hatte. Vollkommen andere Mensch für mich.
Dieses Gefühl, wenn man denkt, die Person kenne ich, kann sehr irreführend sein. Besonders wenn das eine komplett fremde Person ist. 😀 Also verlasse ich mich darauf nicht mehr.

Wenn eine Person mich anspricht und dabei freundlich lächelt, dann imitiere ich ihr Verhalten, bis sich aufklärt wer sie ist bzw. was sie möchte. Meist erfährt man aus dem Gesprochenen, wer das ist.
Schließlich kann ich ja auch nicht überall jemanden mitnehmen. 🙄

Einen Tipp habe ich noch. Aber den kann man auf fast niemanden anwenden. Ich hab das Gesicht meines Freundes auswendig gelernt, indem ich ihm eine halbe Stunde lang im Gesicht gefummelt habe. 😀 Bin den ganzen Formen gefolgt und kann jetzt spontan nach und nach sein Gesicht mir vorstellen. Beim spontanen erkennen auf der Straße ist es immer noch schwierig, aber da kann ich dann sicher sein, wenn ich mein Ausgelerntes anwende. (Ohne Gesichtfummeln, versteht sich!)

Sonst hab ich keine hilfreichen Tipps mehr...
Meine Mutter meinte damals, ich solle mir bestimmte Gesichtsmerkmale einprägen. Aber wenn die Person nicht gerade ein dickes Muttermal oder Narben im Gesicht haben, geht das nicht so einfach.
Ich versuche mich meist an Nase/Mund zu orientieren. Nur leider "verschwimmen" die Erinnerungen. Da denk ich, Aha!, so sah der aus. Und später muss ich feststellen, das stimmt gar nicht so.
 
Achja, noch so allgemein gesagt, falls jemand nebenbei merkt, er/sie ist gesichtsblind.

Sagt nicht "ich kann mir keine/schlecht Gesichter merken". Dann kommt meist so ein Gebrabbel von "Ahja, ich auch. Bla bla"

Sagt "Ich bin Gesichtsblind". Dann interessieren sich die Leute meist sofort was das ist. Hören zu und versuchen zu verstehen.

Menschen mögen schlaue Worte....
 
Klar, man ist nicht immer in Begleitung und Brillen/Frisuren können sich ändern. Für mich klappen diese Tricks, kombiniert mit dem Erkennen der Stimme, recht gut.
Man gewöhnt sich so sehr daran, man kennt es ja nicht anders, weswegen ich gerade bemerke, wie schwierig es ist, die "Tipps" tatsächlich auszuformulieren.

Aber die Erfahrung, dass die direkte Benennung als "Gesichtsblindheit" die bessere Wirkung beim Gegenüber erzielt (im Sinne von: es wird ernst genommen) habe ich auch gemacht!
 
Ich habe bei mir selbst eine leichte Form von Gesichtsblindheit festgestellt. Es ist nicht so, dass ich mir länger bekannte Menschen nicht unterscheiden könnte, aber Menschen, die ich nur flüchtig kennengelernt habe, kann ich leider häufig später nicht ohne weiteres wiedererkennen oder eindeutig voneinander unterscheiden. Das hat mir gelegentlich schon Ärger eingebracht, weil ich jemanden bei einer späteren Begegnung nicht gegrüßt hatte (ich hatte die Leute einfach nicht wiederkannt). Und manchmal habe ich jemanden schon mit falschem Namen angesprochen, weil ich ihn/sie mit jemand anderem verwechselt hatte.
 
Ich habe bei mir selbst eine leichte Form von Gesichtsblindheit festgestellt. Es ist nicht so, dass ich mir länger bekannte Menschen nicht unterscheiden könnte, aber Menschen, die ich nur flüchtig kennengelernt habe, kann ich leider häufig später nicht ohne weiteres wiedererkennen oder eindeutig voneinander unterscheiden. Das hat mir gelegentlich schon Ärger eingebracht, weil ich jemanden bei einer späteren Begegnung nicht gegrüßt hatte (ich hatte die Leute einfach nicht wiederkannt). Und manchmal habe ich jemanden schon mit falschem Namen angesprochen, weil ich ihn/sie mit jemand anderem verwechselt hatte.

Damit befindest Du Dich garantiert nicht in einer Einzelsituation.
Stell Dir vor, Du hättest lange Zeit in einer Autowerkstatt oder Tankstelle gearbeitet und hättest Kundenkontakt gehabt. Dass einen dann die halbe Stadt kennt, vor allem, wenn man sympathisch rüber kommt, ist normal.
Du begegnest dann - später - den Leuten wieder, kannst Dich durchaus daran erinnern, welchen Wagen sie gefahren haben, aber nicht daran, wer das Gegenüber ist und wo Du ihn/sie kennen gelernt hast. Sie erinnern sich aber, dass Du geholfen hast.

Diese Beispiel taugt eher im etwas größeren Umkreis; noch größer wird der Umkreis unseres Bürgermeisters sein, den bestimmt 30.000 Leute kennen dürften.

Ich denke, man braucht eine persönliche Taktik und das Selbstbewusstsein, dass man es nicht allen recht machen muss und schon gar nicht dafür herhalten braucht, wenn man bereits vorher einmal in Vorleistung getreten ist und das Gegenüber sich später gerne als Opfer des Nichterkennens darstellen würde.
 

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