G
Gastine
Gast
Hallo,
ich weiß nicht, an wen ich mich wenden soll, daher versuche ich es mal hier. Und schon mal vielen Dank an alle, die sich meinem Problem annehmen.
Mein Partner und ich (beide Mitte zwanzig) sind seit 10 Jahren zusammen, wohnen seit 5 Jahren zusammen und waren nie länger als eine Woche räumlich voneinander getrennt. Wir hatten einige Höhen und Tiefen und je länger wir zusammen sind, desto schwieriger wird es, weil wir uns in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Letztes Jahr war ich kurz davor mich zu trennen, habe es aber doch nicht über's Herz gebracht, da wir uns noch lieb(t)en und ich mir es eigentlich nicht vorstellen kann, ihn nicht mehr in meinem Leben zu haben. Die Gründe für die Fast-Trennung waren sowohl emotional (zu wenig Aufmerksamkeit und Interesse seinerseits) als auch pragmatisch (er kümmert sich um nichts und wenn ich ihn um einen Gefallen bitte, muss ich meistens ewig warten oder mache es dann doch selbst). Er hat sich aber sehr zusammen genommen und von der emotionalen Seite her wurde es viel besser und hat sich eigentlich auch bis heute ganz gut gehalten. Das andere hat sich eigentlich nicht gebessert. Und dann gibt es bei uns noch das große Thema Heirat und Kinder. Ich will das auf jeden Fall und heiraten würde ich sofort (vor Allem weil ich auch hoffe, dass er dann ein bisschen erwachsener wird...). Er will das eigentlich nicht und wenn, dann nur meinetwegen. Allerdings nicht, bevor er sein Studium abgeschlossen hat (das er nächstes Jahr erst anfängt!). Ich habe große Sorgen, dass er mich dann wieder und wieder vertröstet. Außerdem ist er sehr karriereorientiert und sagt selbst, dass er später kaum Zeit für Urlaub oder Ähnliches haben wird. Ich möchte aber eine Familie mit einem Partner, bei dem ich die Nummer 1 bin und nicht die Arbeit. Nun hat er mir mitgeteilt, dass er wahrscheinlich nächstes Jahr ein halbes Jahr ohne mich ins Ausland gehen will, weil er das unbedingt erleben will bevor er mit dem Studium anfängt. Danach wird er keine Zeit mehr dafür haben und das würde er sein Leben lang bereuen. Er würde mich zwar gerne mitnehmen, aber es passt zu diesem Zeitpunkt nicht in meinen beruflichen Werdegang (nicht, weil ich karriereorientiert bin, sondern weil ich nicht meine Ausbildung nicht ein halbes Jahr vor Schluss abbrechen will). Er möchte das schon länger, hat sich aber nie Gedanken gemacht, wann ein guter Zeitpunkt dafür ist und nun ja, dann eben so. Er macht sich allgemein eigentlich keine großen Gedanken, er lebt immer so vor sich hin und das funktioniert für ihn sehr gut. In letzter Zeit kommen auch öfter Aussagen seinerseits, dass mein Leben langweilig wäre und "no risk no fun" und so weiter. Keine Ahnung, wo das auf einmal her kommt. Ich bin nunmal ganz anders. Ich bin ein Planer und ich brauche ein gewisses Maß an Sicherheit.
Und nun kommt das, warum ich eigentlich hier schreibe. Vor zwei Jahren habe ich über gemeinsame Freunde einen Mann kennengelernt. Ich fand ihn von Anfang an toll, bin aber nie näher darauf eingegangen. Vor kurzem war ich mit diesen Freunden und diesem Mann abends unterwegs (mein Freund war nicht dabei). ER war betrunken und hat mir den ganzen Abend Komplimente gemacht (nicht nur über mein Aussehen) und mir gesagt, dass er schon längst mit mir zusammen wäre, wenn ich nicht in einer Beziehung wäre. Außerdem hat er mich total lieb angesehen und angefasst (nichts wildes, nur beim Aufstehen die Hand auf den Rücken gelegt). Alles in Allem hat er mich so behandelt, wie ich gerne behandelt werden würde, bzw. noch viel besser. Ich kann allerdings nicht sagen, ob er das alles so ernst gemeint hat, oder ob da nur der Alkohol aus ihm gesprochen hat. Aber allgemein verhält er sich mir gegenüber unbeschreiblich, auch wenn wir nur oberflächlich befreundet sind. Mein Freund "ist nicht der Typ für Komplimente" und auch sonst kein großer Romantiker. Ich eigentlich schon. Und dieser Mann will, soweit ich weiß, auch heiraten und Kinder und zwar von sich aus. Er kommt mir gerade vor, wie alles, was ich schon immer haben wollte und was mir an einem Mann gefällt. Und was mir mein Freund nicht geben kann oder will.
Dieser Abend hat mich komplett aus dem Gleichgewicht gebracht. Eigentlich habe ich eine Zukunft mit meinem Freund geplant, auch wenn mir der Gedanke daran irgendwie Sorgen / Unsicherheiten bereitet (in Bezug darauf, ob ich damit so wirklich glücklich werde). Ich habe mein halbes Leben mit ihm verbracht und fühle mich niemandem so verbunden und so vertraut. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass er mich nicht vollständig glücklich machen wird. Aber muss er das? Und gibt es das überhaupt? Sollte ich eine funktionierende Beziehung mit mittelmäßiger Sicherheit und großer Liebe aufgeben? Um dafür vielleicht mit dem Mann zusammen zu sein, der mich rund um glücklich macht, weil er das gleiche will wie ich, vielleicht aber auch nicht? Und wie trennt man sich von jemandem, der noch Liebe empfindet und der der letzte Mensch ist, den man verletzen oder gar verlieren will?
Manchmal wünsche ich mir, mein Freund würde sich in eine andere verlieben und wir könnten als gute Freunde auseinander gehen. Dann sehe ich ihn an und merke, was uns verbindet und schäme mich für den Gedanken, weil ich ernsthaft darüber nachdenke, ihn zu verlassen. Und dann denke ich wieder daran, wie gut ich mich in der Gegenwart des anderen gefühlt habe.
Was soll ich nur tun?
ich weiß nicht, an wen ich mich wenden soll, daher versuche ich es mal hier. Und schon mal vielen Dank an alle, die sich meinem Problem annehmen.
Mein Partner und ich (beide Mitte zwanzig) sind seit 10 Jahren zusammen, wohnen seit 5 Jahren zusammen und waren nie länger als eine Woche räumlich voneinander getrennt. Wir hatten einige Höhen und Tiefen und je länger wir zusammen sind, desto schwieriger wird es, weil wir uns in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Letztes Jahr war ich kurz davor mich zu trennen, habe es aber doch nicht über's Herz gebracht, da wir uns noch lieb(t)en und ich mir es eigentlich nicht vorstellen kann, ihn nicht mehr in meinem Leben zu haben. Die Gründe für die Fast-Trennung waren sowohl emotional (zu wenig Aufmerksamkeit und Interesse seinerseits) als auch pragmatisch (er kümmert sich um nichts und wenn ich ihn um einen Gefallen bitte, muss ich meistens ewig warten oder mache es dann doch selbst). Er hat sich aber sehr zusammen genommen und von der emotionalen Seite her wurde es viel besser und hat sich eigentlich auch bis heute ganz gut gehalten. Das andere hat sich eigentlich nicht gebessert. Und dann gibt es bei uns noch das große Thema Heirat und Kinder. Ich will das auf jeden Fall und heiraten würde ich sofort (vor Allem weil ich auch hoffe, dass er dann ein bisschen erwachsener wird...). Er will das eigentlich nicht und wenn, dann nur meinetwegen. Allerdings nicht, bevor er sein Studium abgeschlossen hat (das er nächstes Jahr erst anfängt!). Ich habe große Sorgen, dass er mich dann wieder und wieder vertröstet. Außerdem ist er sehr karriereorientiert und sagt selbst, dass er später kaum Zeit für Urlaub oder Ähnliches haben wird. Ich möchte aber eine Familie mit einem Partner, bei dem ich die Nummer 1 bin und nicht die Arbeit. Nun hat er mir mitgeteilt, dass er wahrscheinlich nächstes Jahr ein halbes Jahr ohne mich ins Ausland gehen will, weil er das unbedingt erleben will bevor er mit dem Studium anfängt. Danach wird er keine Zeit mehr dafür haben und das würde er sein Leben lang bereuen. Er würde mich zwar gerne mitnehmen, aber es passt zu diesem Zeitpunkt nicht in meinen beruflichen Werdegang (nicht, weil ich karriereorientiert bin, sondern weil ich nicht meine Ausbildung nicht ein halbes Jahr vor Schluss abbrechen will). Er möchte das schon länger, hat sich aber nie Gedanken gemacht, wann ein guter Zeitpunkt dafür ist und nun ja, dann eben so. Er macht sich allgemein eigentlich keine großen Gedanken, er lebt immer so vor sich hin und das funktioniert für ihn sehr gut. In letzter Zeit kommen auch öfter Aussagen seinerseits, dass mein Leben langweilig wäre und "no risk no fun" und so weiter. Keine Ahnung, wo das auf einmal her kommt. Ich bin nunmal ganz anders. Ich bin ein Planer und ich brauche ein gewisses Maß an Sicherheit.
Und nun kommt das, warum ich eigentlich hier schreibe. Vor zwei Jahren habe ich über gemeinsame Freunde einen Mann kennengelernt. Ich fand ihn von Anfang an toll, bin aber nie näher darauf eingegangen. Vor kurzem war ich mit diesen Freunden und diesem Mann abends unterwegs (mein Freund war nicht dabei). ER war betrunken und hat mir den ganzen Abend Komplimente gemacht (nicht nur über mein Aussehen) und mir gesagt, dass er schon längst mit mir zusammen wäre, wenn ich nicht in einer Beziehung wäre. Außerdem hat er mich total lieb angesehen und angefasst (nichts wildes, nur beim Aufstehen die Hand auf den Rücken gelegt). Alles in Allem hat er mich so behandelt, wie ich gerne behandelt werden würde, bzw. noch viel besser. Ich kann allerdings nicht sagen, ob er das alles so ernst gemeint hat, oder ob da nur der Alkohol aus ihm gesprochen hat. Aber allgemein verhält er sich mir gegenüber unbeschreiblich, auch wenn wir nur oberflächlich befreundet sind. Mein Freund "ist nicht der Typ für Komplimente" und auch sonst kein großer Romantiker. Ich eigentlich schon. Und dieser Mann will, soweit ich weiß, auch heiraten und Kinder und zwar von sich aus. Er kommt mir gerade vor, wie alles, was ich schon immer haben wollte und was mir an einem Mann gefällt. Und was mir mein Freund nicht geben kann oder will.
Dieser Abend hat mich komplett aus dem Gleichgewicht gebracht. Eigentlich habe ich eine Zukunft mit meinem Freund geplant, auch wenn mir der Gedanke daran irgendwie Sorgen / Unsicherheiten bereitet (in Bezug darauf, ob ich damit so wirklich glücklich werde). Ich habe mein halbes Leben mit ihm verbracht und fühle mich niemandem so verbunden und so vertraut. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass er mich nicht vollständig glücklich machen wird. Aber muss er das? Und gibt es das überhaupt? Sollte ich eine funktionierende Beziehung mit mittelmäßiger Sicherheit und großer Liebe aufgeben? Um dafür vielleicht mit dem Mann zusammen zu sein, der mich rund um glücklich macht, weil er das gleiche will wie ich, vielleicht aber auch nicht? Und wie trennt man sich von jemandem, der noch Liebe empfindet und der der letzte Mensch ist, den man verletzen oder gar verlieren will?
Manchmal wünsche ich mir, mein Freund würde sich in eine andere verlieben und wir könnten als gute Freunde auseinander gehen. Dann sehe ich ihn an und merke, was uns verbindet und schäme mich für den Gedanken, weil ich ernsthaft darüber nachdenke, ihn zu verlassen. Und dann denke ich wieder daran, wie gut ich mich in der Gegenwart des anderen gefühlt habe.
Was soll ich nur tun?