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Fühle mich beruflich so gescheitert und nutzlos dass ich nicht mehr leben will

  • Starter*in Starter*in Marinusoo
  • Datum Start Datum Start
M

Marinusoo

Gast
Mein beruflicher Werdegang ist ein einziger Scherbenhaufen. Nach dem abgebrochenen Gymnasium ohne Abitur absolvierte ich eine kaufmännische Ausbildung. Seitdem sitze ich als Sachbearbeiter in einem Betrieb in dem ich wenig verdiene und die wirtschaftliche Lage so schlecht ist dass uns heute eröffnet wurde Mitarbeiter entlassen zu müssen. Ich weiß dass ich mir etwas Neues suchen muss. Habe noch in Wochenendkursen eine Weiterbildung mit Abschluss Betriebswirt, ist aber schon wieder 2 Jahre her. Machte das auch weil ich irgendwas tun wollte und unterfordert war. Aber ich sehe die vielen anderen in meinem Alter die schon Schritt für Schritt im bodenständigen Beruf sind, Kontakte haben, Vorteile durch ihren Betrieb haben (Firmenauto etc..) während für mich innerlich grad alles zusammenbricht. Ich habe so große Angst nichts mehr zu bekommen oder mich in einer neuen Stelle auch unwohl zu fühlen (event. Mobbing, schlechtes Klima). Ich habe auch nicht wirklich einen Traumberuf im Sinn, bin eben seither im kaufmännischen Bereich tätig.
Das Schlimme ist ich habe Gedanken nicht mehr leben zu wollen, da ich mich dem ganzen Druck nicht gewachsen fühle. Gleichzeitig suche ich die Schuld bei mir, halte mich für einen Versager, und sehe alle anderen besser als mich.
 
Das Leben besteht - rein von der
Stundenzahl gesehen - nur zum kleineren Teil aus Erwerbs-Arbeit. Mach' Dir das bewußt, und gib dem Thema nicht die Macht ueber Dich. Besinne Dich Deiner Stärken, Deiner Interessen, Deiner Wünsche, und geh dieser Fährte näher nach. Damit kann sich dann Deine Fixierung/Deine massive Identifikation mit dem Bereich "Arbeit" lockern.
Ein erster Schritt dahin könnte sein, gleich heute mal raus in die
Natur, dort neue Eindruecke und Kraft tanken.
"Tag der Arbeit" - an Dir, in Dir, für Dich.
 
Hallo Marinus,

Wie alt bist Du?

Könntest Du Dir vorstellen, das Abitur nachzumachen (Abendschule)?

Wenn Du noch einmal ganz von vorn anfangen könntest: Was würdest Du anders machen, für welche Ausbildung/ welches Studium würdest Du Dich entscheiden?
Falls Du das nicht weißt: Was interessiert Dich, welche Hobbies hast Du?

Aber ich sehe die vielen anderen in meinem Alter die schon Schritt für Schritt im bodenständigen Beruf sind, Kontakte haben, Vorteile durch ihren Betrieb haben (Firmenauto etc..) während für mich innerlich grad alles zusammenbricht.

Statussymbole sind vollkommen irrelevant. Vielleicht geht es diesen Leuten damit gar nicht so gut wie es nach außen hin wirken mag.
Wirklich wichtig ist eigentlich nur, daß man von seiner Arbeit leben kann und daß sie zumindest ein bißchen Spaß macht.

Das Schlimme ist ich habe Gedanken nicht mehr leben zu wollen, da ich mich dem ganzen Druck nicht gewachsen fühle. Gleichzeitig suche ich die Schuld bei mir, halte mich für einen Versager, und sehe alle anderen besser als mich.

Mach Dir klar, daß Du nicht in erster Linie Arbeitnehmer bist, sondern Mensch! D.h. hör auf damit, Dich ausschließlich über Deine beruflichen Leistungen zu definieren.

Viele Grüße,
Freigeist
 
Hallo Freigeist. Ich bin schon Ü30 🙁
Ich hatte auch schon früher immer Probleme mit Schule und dem Messen mit anderen, und es ist auch tatsächlich so wie ihr beschreibt, ich fixiere mich immer mehr auf das Thema Arbeit so dass es schon enormen Druck auf mich ausübt. Ich sehe meinen Wert fast ausschließlich abhängig von dem beruflich Erreichten und steigere mich in ein Leid und Hass auf mich selbst hinein. Und das sowieso angeknackste Selbstvertrauen ist jetzt wirklich völlig im Keller weil ich keine Ahnung hab wie es weitergehen soll.

Es ist eine gute Frage was ich anders machen würde. Damals war der Start allgemein ins Berufsleben für mich schon nicht einfach, habe mich irgendwie immer schwerer getan als andere. Was aber nicht heißen soll dass ich nicht arbeiten will. Ich will wahrscheinlich zu viel und erwarte Dinge von mir die ich einfach nicht kann, orientiere mich nach oben und verurteile mich dann wieder. Ich beneide Beispiele aus meinem Bekanntenkreis so sehr, bei denen man meinen könnte die haben einfach von Grund auf alles richtig gemacht und alles funktioniert wie ein roter Faden. Ich gönne es denen aber reflektiere genau das auf meinen eigenen Werdegang und führe dann innerlich einen Kampf gegen mich selbst. Also kein Neid auf die sondern eher Wut über mich selbst.
Kann über meine Gedanken mit niemandem sonst sprechen, aber ich bin wirklich so verzweifelt. Gestern Abend bin ich anstatt
mit Freunden wegzugehen daheim geblieben und habe mich betrunken weil ich diese Gedanken und die Zukunftsangst nicht mehr ausgehalten habe. Meine große Angst ist dass ich noch eine Kurzschlussentscheidung fasse. Fühle mich als größter Versager der rumläuft. Was soll ich bloß tun ?
 

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