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Freundschaften/Beziehungen mit psychisch Kranken...

Galaxie

Mitglied
Ich habe mich, glaube ich, verliebt. Aber ist es nicht unmöglich, eine Beziehung zu führen, wenn man psychisch krank ist? Entweder man lügt und hofft, dass die Verletzungen nicht entdeckt werden und muss sich zudem pausenlos verstellen (und inwieweit ist das dann eine Beziehung, welche man genießt) oder man erzählt die Wahrheit. Aber inwieweit ist das zumutbar? Ich bin sechzehn, die wenigsten Jungs im Alter von sechzehn/siebzehn Jahren werden das akzeptieren oder sogar nachvollziehen können. Außerdem sind Beziehungen eigentlich nur glücklich und sinnvoll, wenn sie ausgeglichen sind, oder? Das ist auch bei Freundschaften so. Die wenigen Freunde, zu denen ich wirklich ehrlich war, habe ich im Laufe der Zeit verloren… einfach, weil das keiner kann. Niemand kann sich immer um eine Person kümmern und vielleicht sogar die Verantwortung übernehmen, natürlich waren meine Freundinnen für mich da, aber eben nur bis zu einem bestimmten Punkt – ich habe dann angefangen, sie zu überfordern, ich habe gemerkt, dass sie sich meinen ganzen Kram, die Gedanken, die Sorgen nicht mehr anhören konnten, weil es einfach zu viel war. Dann habe ich mich auch zurückgezogen, Freunde habe ich jetzt nicht mehr wirklich, mich die ganze Zeit zu verstellen finde ich zu anstrengend… Es geht einfach nicht, man kann, wenn man psychisch krank ist (und wenn es im Moment relativ aktuell ist) einfach keine Freundschaften oder Beziehungen führen, oder?


Ich wusste nicht, wo ich das reinstellen sollte. Ich wäre ganz froh, eure Meinung zu hören.
 
Liebe Galaxie!
Eine Antwort kann ich Dir darauf nicht geben. Nur ein paar Gedanken dazu. Ich arbeite mit psychisch Kranken. Vorher konnte ich mir unter psychischen Krankheiten nicht wirklich was vorstellen. Seit ich aber in diesem Feld arbeite, mutmaße ich manchmal, daß alle meine Freundinnen und Freunde gewaltig einen an der Waffel haben und eigentlich auch unter genannte Kategorien fallen - mal mehr, mal weniger. Sie hatten alle nur das Glück, nie mit dem psychiatrischen Bereich in Berührung gekommen zu sein und keine Diagnose verpasst bekommen haben.
Ich weiß es nicht...
:unschuldig: Indianerin
 
Liebe Indianerin,
danke für deine Antwort.
Du magst recht haben mit der Vermutung, dass die meisten Leute irgendwie "nicht ganz normal" sind - wobei das dann wieder paradox ist, denn in dem Fall wäre das Normale nicht normal.
Das Problem ist, dass ich immer wieder merke, dass die Menschen abgeschreckt sind. Manche Dinge sind vielleicht leichter zu tragen, auch wenn sie nicht weniger schlimm sind. Vielleicht ist es auch das Alter meiner Mitmenschen, welches ihr Verhalten auf die Art und Weise beeinflusst, dass sie leicht zu verunsichern sind. Das kann ich zumindest nur hoffen, denn ich werde mich vorraussichtlich nicht sehr ändern, manche seltsamen Denkweisen gehören einfach zu mir und andere Gedanken sind dann eben meine Krankheit, mit der ich lernen muss zu leben. Ich habe einfach nur Angst... dass ich nie wieder normale Beziehungen zu anderen Menschen haben kann...

Ach ja, noch etwas - du hast geschrieben, du arbeitest mit psychisch Kranken, vielleicht weißt du in der Sache weiter: Ich habe schon mehrere Diagnosen bekommen, Depressionen, BPS, Angststörung etc. Erstmal scheinen mir manche dieser Diagnosen sehr unpassend - zumal ich erst 16 bin (in Hinsicht auf Borderline). Werden diese Diagnosen einfach so gestellt ohne sich da groß Gedanken drüber zu machen oder wie? Und 'zählen' die alle oder hat nur noch die letzte Diagnose Gültigkeit? Wäre echt super, wenn du da etwas von wüsstest... Das erscheint mir alles ein wenig fragwürdig...
 
Liebe Galaxie,

für mich war, bevor ich im psychiatrischen Bereich gearbeitet habe, immer klar, daß nur Menschen interessant für mich sind, die anders sind, besonders. Das Normale hat mich nie gereizt. Und diese Einstellung habe ich später auch oft bei anderen kennengelernt. Also verzweifle nicht, Menschen, die das Besondere mögen, gibt es auch...

Tja und zu den Diagnosen kann ich nur sagen, daß sie eigentlich sehr sorgfältig in stundenlangen Testverfahren/Gesprächen herausgefunden werden sollten. Dies ist leider oft nicht der Fall. Ich habe schon sehr viele Menschen kennengelernt, denen verschiedenste Diagnosen angeheftet wurden. Das ist meines Erachtens grob fahrlässig.

Versuche lieber, Dich nicht so sehr in den Sumpf des psychiatrischen Bereichs zu begeben. Suche und finde eine Nische in der "normalen" Welt - eigentlich kann sich doch heutzutage jeder so ausleben, wie er/sie will, solange es anderen nicht schadet. Es ist für die meisten einfach keine gute Sache, als psychisch krank abgestempelt und stigmatisiert zu werden... Sag ich als Tätige in diesem Bereich. Vielleicht sollten hier doch auch die Experten aus Erfahrung etwas zu sagen...
Es begleiten Dich gute Wünsche von
Indianerin:blume:
 
Hallo Galaxie

Mit Psychisch Kranken eine Freundschaft oder Beziehung zu führen kann mitunter sehr schwierig sein vor allem wenn der Psychisch Kranke seine Schiene weiterfährt wenn Heilung unmöglich erscheint oder Heilung nicht möglich ist.
Das so eine Beziehung eine Chance hat kann von mir aus gesehn nur einen Erfolg haben wenn der Partner des Kranken in seine Behandlung voll mit einbezogen werden kann und das beidseitige
Betreuung vorhanden ist.
So eine Beziehung kann schon mal an die Belastbarkeitsgrenzen stossen vor allen wenn der Psychisch Kranke Einsichtslos ist.
Den meist sehn Psychisch Kranke alle anderen Krank nur sich selbst nicht.
Wünsche dir aber von Herzen das du einen verständnisvollen Partner findest .
 
Hallo Galaxie

Wenn du mal einen Partner findest der mit dir eine feste Beziehung eingehn möchte und ihr Beide in die gleiche Therapie geht um nicht an deiner Psychischen Erkrankung zu scheitern wäre es sehr
wichtig das die Therapie

NICHT Grösstenteils daraus hinausläuft das dein Partner dich die Kranke verstehn lernt sondern das die Therapie darauf hinaus läuft das du wieder Gesund denken lernst.

Alles Liebe und Toi Toi Toi !
 
Hey, also dann schreib ich jetzt auch mal was dazu, habe jetzt seit 4 jahren eine sehr glückliche beziehung mit einer Frau die Borderline und wahnvorstellungen hat. Extremes verhalten ist an der Tagesordnung und es ist immer wieder ein kampf. dennoch muss ich sagen das es jeden tag wieder das schönste ist ihre stimme zu hören und sie zu sehn. Hatte davor schonmal ne shizophrene und das war auch nicht leicht, ich denke da müssen sich die richtigen menschen einfach finden damit es passt. sogar für mich gabs den richtigen (wenn auch schwer zu bändigenden 😉) deckel...
arbeite auch in dem bereich, muss leider auch sagen das es mit den diagnosen oft n bisschen durcheinander geht, die meisten schwer kranken sind nach ein paar jahren durch viele kliniken gekommen und merken dann beim vergleichen welches die "hauptdiagnosen" sind (also jene welche einfach jedes mal festgestellt werden konnten)
Mit der richtigen Therapie für den erkrankten ist schon eine gute basis geschaffen für einen leichteren umgang mit dem mitmenschen.
lg pflegerle
 
Hallo,

ich leide seit vielen Jahren an einer bipolaren Störung.Ich habe Einsicht,wenn das kommt.Nehme Medis und bin in einer Therapie.

Ich fühle mich nicht gut bei Schizophrenen und tue mich schwer mit
nervösen,agressiven Menschen,die mich verängstigen und mich
irritieren.

Komischerweise habe ich langjährige zwei Freundinnen(über 20 Jahre)
und die mir sagen,dass sie mich sehr gerne mögen.Wir sehen uns,mailen,telefonieren miteinander.

Ich habe 34 Jahre mit einem Menschen zusammen gelebt,sodass ich Dir sagen kann:
JA !!Das geht aber nur,wenn sie/er diese Krankheit kennenlernt.
Die Hilflosigkeit und die Angst muss eingestanden werden.Man
sollte gemeinsam zu Aerzten gehen und mit dem Arzt/der Aerztin
Wege finden,was das Zusammenleben erleichtert.

Mein Sohn ist 41 Jahre alt und wir hatten nicht immer die gleiche
Einstellung.Trotzdem haben wir einen Konsens gefunden und leben gut miteinander.

Ein unsensibler Mensch wird das nie eingehen.So gesehen hast Du
die Möglichkeit,eher an jemanden zu geraten,der zumindest Interresse
hat,trotz Krankheit!DIE MOEGLICHKEIT BESTEHT ALSO!

Das Beste hoffe ich für Dich und grüsse Dich herzlich,VINDOBONA.
 
Aber ist es nicht unmöglich, eine Beziehung zu führen, wenn man psychisch krank ist?Man sollte immer den Einzelfall nehmen und nicht verallgemeinern. Eine Beziehung mit einem psychisch Kranken kann genauso schief gehen wie mit einem sogenannten normalen Menschen. Wobei es den "normalen" Menschen eigentlich nicht gibt. Die Spannbreite ist so groß. Es kommt immer auf den einzelnen Menschen an. Das Arbeiten mit Schachteln, wo ich jeden Menschen hineinstecke und etikettiere ist für mich krank. Man sollte sich an der eigenen Wahrnehmung orientieren und nicht an sozialen Gesetzen, die andere aufstellen und die dann in das Unterbewußtsein tröpfeln. Ich stelle mal eine Gegenfrage. Ist es nicht unmöglich, eine Beziehung zu führen, wenn man bereits Vorurteile hat? Ist nicht böse gemeint, sondern ehrlich. Wenn derjenige, der sich nun psychisch krank fühlt - auf sich selber bezogen - die Frage stellt, ist das doch auch schon vorauseilender Gehorsam zur Einhaltung dieser Vorurteile. Und das sich selber gegenüber. Sollte man nicht machen. Lieber eine gewisse Eigenliebe entwickeln und die Absurdität von Vorurteilen erkennen, die nur darauf aus sind sich selber besser zu sehen, als andere, auszugrenzen und abzuwerten. Kranken Denkweisen sollte man nicht folgen. 🙂
 
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