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Freundeskreise verloren

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 124975
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G

Gelöscht 124975

Gast
Hallo zusammen,

ich hoffe, dieser Beitrag wird jetzt nicht zu unübersichtlich.

In den letzten zwei Jahren habe ich fast alle meine Freundinnen und Freunde sowie auch Bekannte verloren. In "meiner" Stadt wohne ich aktuell im elften Jahr. Ich bin hier seinerzeit zum Studium hingezogen und hatte hier einen großen Freundes- und einen Bekanntenkreis. Meine Heimatstadt ist aber "nur" rund 70 Kilometer entfernt. Also auch nicht so weit und zu drei Leuten aus dieser hatte ich noch regelmäßig Kontakt und auch Treffen, auch wenn regelmäßig hier nur so vier bis fünf Mal pro Jahr meint.

Daneben hatte ich hier noch ein paar einzelne Kontakte, die teils auch Freunde waren. Teilweise stammten die aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, aber nicht ausschließlich.

Zu zwei Freunden und darunter auch meinem engsten Freund habe ich den Kontakt abgebrochen, da sie während Corona echt extrem wurden, beide jedoch in andere Richtungen. Einer der beiden hing mittenmal Verschwörungstheorien an. Er war da schon immer ein bisschen anfällig für, aber während Corona wurde es richtig extrem. Und damit meine ich nicht, dass er immer mal ein bisschen über die Maßnahmen gemeckert hat. Sondern das ging in die Richtung, dass Angela Merkel den Impfstoff manipuliert habe, um uns allen zu DDR-Staatsbürgern zu machen usw. Ich habe die Treffen nicht mehr ausgehalten. Immer, wenn man dann mal etwas sagte, meinte er, ich sei schon ein treudoofer, nicht denkender Lemming.

Der andere Freund war sehr corona-hysterisch, was für mich auch sehr anstrengend war. Ihn hatte ich fast 1 1/2 Jahre nicht mehr gesehen, weil er sich so eingeigelt hat. Bei Treffen im Dezember 2021 war er nur über Menschen am schimpfen, die sich seiner Meinung nach nicht gut genug an die Corona-Regel hielten (wir haben uns immer nur an der frischen Luft, zum Beispiel im Zoo getroffen). Irgendwann Anfang 2022 traf er Aussagen, dass man ungeimpfte Menschen in Lager stecken solle. Mich erinnerte das sehr an die Nazizeit, auch wenn er das natürlich nicht gesagt hat. Er hatte das wohl von irgendeinem Politiker aufgeschnappt, der Ungeimpfte ins Gefängnis stecken wollte. Da war für mich dann auch da Ende.

Beim Bekanntenkreis handelte es sich um eine Badminton-Gruppe. Die ist seit Corona aber nicht mehr ans Laufen gekommen. Neben dem Badminton sind wir auch ab und an mal am Wochenende losgezogen, weil wir alle ungefähr gleich alt waren/sind. Ich muss dazu sagen, dass ich auch kein WhatsApp nutze. Ich habe die Leute mehrmals angeschrieben, es kamen aber immer nur Aussagen, dass das wohl nichts mehr werde. Ich war zuletzt auch immer mal wieder in der Sporthalle zur Uhrzeit, zu der wir uns damals immer getroffen haben. Die sind gar nicht mehr da gewesen... Irgendwie ist das sehr schade, weil das immer viel Spaß gemacht hat.

Und der wirklich gute Freundeskreis vom Studium ist daran zerstritten, dass ein Pärchen ungeimpft ist. Dass die im Winter 2021/22 nicht mehr dabei sein konnten, ist vollkommen okay gewesen aus meiner Sicht. Teilweise vielen über diese aber Kommentare unter der Gürtellinie und es herrschte Einigkeit darüber, dass man sie auch nach Corona nicht mehr einlädt aufgrund ihres "asozialen Verhaltens". Ich habe dann gesagt, dass ich das nicht mitmache und den Freundeskreis ebenfalls verlasse, wenn man sich so gegenüber Menschen verhält, nur weil sie sich gegen einen medizinischen Eingriff verwehren. Und da war ich dann raus...

Ich habe aktuell nur noch drei bis vier Kontakte. Eine Freundin aus meinem Geburtsort, die auch noch dort wohnt. Dann noch das nicht geimpfte Pärchen, die bei mir vor Ort wohnen. Und dann habe ich noch zwei einzelne Bekannte, die aber 12 und 18 Jahre älter sind als ich und mit denen ich gelegentlich mal was mache.

Leider haben zwei sehr enge Freundinnen von mir, die ich schon seit zwölf und sieben Jahren kannte, diesen Frühjahr den Kontakt zu mir beendet. Ich war aufgrund der Entwicklungen in meinen Freundeskreisen und dem vielen Alleinsein sehr frustriert und bin das eigentlich immer noch... Sie meinten, dass ich nur noch negative Stimmung verbreiten würde und dabei früher immer so fröhlich gewesen sein. Das kam ohne Vorwarnung und relativ kurz nacheinander und das hat mir nochmal einen richtigen Schlag gegeben...

Ich muss schon zugeben, dass es mir letzten Winter auch nicht gut ging. Ich bin kurz vor Corona auf Teilzeit gegangen, um aus Interesse Politik zu studieren. Dann kam Corona. Ich hatte mich schon richtig auf den verbalen Austausch und die wissenschaftlichen Streitgespräche an der Uni gefreut. Das Studium habe ich jetzt im Dezember abgeschlossen und ich arbeite ab Freitag wieder Vollzeit. Dennoch war ich fast das komplette Studium Einzelkämpfer und im letzten Semester kam an der Uni auch kein richtiger Kontakt zu Kommilitonen mehr zustande, da alle, die ich aus den Online-Erstiveranstaltungen irgendwie in anderen Semestern und anderen Kursen waren. Ich hatte mir das alles ein bisschen anders vorgestellt und ich kann auch verstehen, dass ich für die Freundinnen anstrengend war aufgrund meiner Traurigkeit. Ich hätte mich aber dennoch über eine Vorwarnung gefreut.

Morgen gehe ich mit einem der Freunde an meinem letzten Urlaubstag in die Sauna und nächste Woche an meinem 30. Geburtstag geht die Freundin aus meinem Geburtsort noch mit mir essen und ich freue mich da auch schon sehr darauf. Ich freue mich schon darauf morgen endlich nochmal den Freund zu treffen. Mein letztes Treffen mit einer anderen Person (und damit meine ich nicht die Kontakte auf der Arbeit, sondern Freunde/Bekannte) war Ende November. Insgesamt macht mich das alles ziemlich traurig.

Ich bin irgendwie noch nicht bereit, mir einen neuen Freundeskreis zu suchen. Ich bin immer mal weggegangen, so richtig ergeben hat sich aber noch nichts. Bei mir kommt aber wohl auch hinzu, dass ich mich halt nach dem sehne, was früher mal war. Aber das ist nun mal vergangen und wird sich auch nicht mehr reaktivieren lassen. Auch bin ich aktuell von den anderen Menschen und deren Verhalten in den letzten beiden Jahren (und damit meine ich insbesondere meinen Freundeskreis und deren Verhalten gegenüber den Nichtgeimpften) noch sehr enttäuscht. Ich muss denke ich noch ein bisschen Gras über die Sache wachsen lassen, ehe ich mich wieder auf neue Leute einstellen kann.

Habt ihr unter Umständen während Corona ähnliche Erfahrungen gemacht? Glaubt ihr, ich bin an der ganzen Situation auch selbst irgendwie schuld?

Ich danke euch für eure Antworten. Es hat mir mal gut getan, mir das runterzuschreiben.

Euer Lonesome.
 
Hallo zusammen,

ich hoffe, dieser Beitrag wird jetzt nicht zu unübersichtlich.

In den letzten zwei Jahren habe ich fast alle meine Freundinnen und Freunde sowie auch Bekannte verloren. In "meiner" Stadt wohne ich aktuell im elften Jahr. Ich bin hier seinerzeit zum Studium hingezogen und hatte hier einen großen Freundes- und einen Bekanntenkreis. Meine Heimatstadt ist aber "nur" rund 70 Kilometer entfernt. Also auch nicht so weit und zu drei Leuten aus dieser hatte ich noch regelmäßig Kontakt und auch Treffen, auch wenn regelmäßig hier nur so vier bis fünf Mal pro Jahr meint.

Daneben hatte ich hier noch ein paar einzelne Kontakte, die teils auch Freunde waren. Teilweise stammten die aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, aber nicht ausschließlich.

Zu zwei Freunden und darunter auch meinem engsten Freund habe ich den Kontakt abgebrochen, da sie während Corona echt extrem wurden, beide jedoch in andere Richtungen. Einer der beiden hing mittenmal Verschwörungstheorien an. Er war da schon immer ein bisschen anfällig für, aber während Corona wurde es richtig extrem. Und damit meine ich nicht, dass er immer mal ein bisschen über die Maßnahmen gemeckert hat. Sondern das ging in die Richtung, dass Angela Merkel den Impfstoff manipuliert habe, um uns allen zu DDR-Staatsbürgern zu machen usw. Ich habe die Treffen nicht mehr ausgehalten. Immer, wenn man dann mal etwas sagte, meinte er, ich sei schon ein treudoofer, nicht denkender Lemming.

Der andere Freund war sehr corona-hysterisch, was für mich auch sehr anstrengend war. Ihn hatte ich fast 1 1/2 Jahre nicht mehr gesehen, weil er sich so eingeigelt hat. Bei Treffen im Dezember 2021 war er nur über Menschen am schimpfen, die sich seiner Meinung nach nicht gut genug an die Corona-Regel hielten (wir haben uns immer nur an der frischen Luft, zum Beispiel im Zoo getroffen). Irgendwann Anfang 2022 traf er Aussagen, dass man ungeimpfte Menschen in Lager stecken solle. Mich erinnerte das sehr an die Nazizeit, auch wenn er das natürlich nicht gesagt hat. Er hatte das wohl von irgendeinem Politiker aufgeschnappt, der Ungeimpfte ins Gefängnis stecken wollte. Da war für mich dann auch da Ende.

Beim Bekanntenkreis handelte es sich um eine Badminton-Gruppe. Die ist seit Corona aber nicht mehr ans Laufen gekommen. Neben dem Badminton sind wir auch ab und an mal am Wochenende losgezogen, weil wir alle ungefähr gleich alt waren/sind. Ich muss dazu sagen, dass ich auch kein WhatsApp nutze. Ich habe die Leute mehrmals angeschrieben, es kamen aber immer nur Aussagen, dass das wohl nichts mehr werde. Ich war zuletzt auch immer mal wieder in der Sporthalle zur Uhrzeit, zu der wir uns damals immer getroffen haben. Die sind gar nicht mehr da gewesen... Irgendwie ist das sehr schade, weil das immer viel Spaß gemacht hat.

Und der wirklich gute Freundeskreis vom Studium ist daran zerstritten, dass ein Pärchen ungeimpft ist. Dass die im Winter 2021/22 nicht mehr dabei sein konnten, ist vollkommen okay gewesen aus meiner Sicht. Teilweise vielen über diese aber Kommentare unter der Gürtellinie und es herrschte Einigkeit darüber, dass man sie auch nach Corona nicht mehr einlädt aufgrund ihres "asozialen Verhaltens". Ich habe dann gesagt, dass ich das nicht mitmache und den Freundeskreis ebenfalls verlasse, wenn man sich so gegenüber Menschen verhält, nur weil sie sich gegen einen medizinischen Eingriff verwehren. Und da war ich dann raus...

Ich habe aktuell nur noch drei bis vier Kontakte. Eine Freundin aus meinem Geburtsort, die auch noch dort wohnt. Dann noch das nicht geimpfte Pärchen, die bei mir vor Ort wohnen. Und dann habe ich noch zwei einzelne Bekannte, die aber 12 und 18 Jahre älter sind als ich und mit denen ich gelegentlich mal was mache.

Leider haben zwei sehr enge Freundinnen von mir, die ich schon seit zwölf und sieben Jahren kannte, diesen Frühjahr den Kontakt zu mir beendet. Ich war aufgrund der Entwicklungen in meinen Freundeskreisen und dem vielen Alleinsein sehr frustriert und bin das eigentlich immer noch... Sie meinten, dass ich nur noch negative Stimmung verbreiten würde und dabei früher immer so fröhlich gewesen sein. Das kam ohne Vorwarnung und relativ kurz nacheinander und das hat mir nochmal einen richtigen Schlag gegeben...

Ich muss schon zugeben, dass es mir letzten Winter auch nicht gut ging. Ich bin kurz vor Corona auf Teilzeit gegangen, um aus Interesse Politik zu studieren. Dann kam Corona. Ich hatte mich schon richtig auf den verbalen Austausch und die wissenschaftlichen Streitgespräche an der Uni gefreut. Das Studium habe ich jetzt im Dezember abgeschlossen und ich arbeite ab Freitag wieder Vollzeit. Dennoch war ich fast das komplette Studium Einzelkämpfer und im letzten Semester kam an der Uni auch kein richtiger Kontakt zu Kommilitonen mehr zustande, da alle, die ich aus den Online-Erstiveranstaltungen irgendwie in anderen Semestern und anderen Kursen waren. Ich hatte mir das alles ein bisschen anders vorgestellt und ich kann auch verstehen, dass ich für die Freundinnen anstrengend war aufgrund meiner Traurigkeit. Ich hätte mich aber dennoch über eine Vorwarnung gefreut.

Morgen gehe ich mit einem der Freunde an meinem letzten Urlaubstag in die Sauna und nächste Woche an meinem 30. Geburtstag geht die Freundin aus meinem Geburtsort noch mit mir essen und ich freue mich da auch schon sehr darauf. Ich freue mich schon darauf morgen endlich nochmal den Freund zu treffen. Mein letztes Treffen mit einer anderen Person (und damit meine ich nicht die Kontakte auf der Arbeit, sondern Freunde/Bekannte) war Ende November. Insgesamt macht mich das alles ziemlich traurig.

Ich bin irgendwie noch nicht bereit, mir einen neuen Freundeskreis zu suchen. Ich bin immer mal weggegangen, so richtig ergeben hat sich aber noch nichts. Bei mir kommt aber wohl auch hinzu, dass ich mich halt nach dem sehne, was früher mal war. Aber das ist nun mal vergangen und wird sich auch nicht mehr reaktivieren lassen. Auch bin ich aktuell von den anderen Menschen und deren Verhalten in den letzten beiden Jahren (und damit meine ich insbesondere meinen Freundeskreis und deren Verhalten gegenüber den Nichtgeimpften) noch sehr enttäuscht. Ich muss denke ich noch ein bisschen Gras über die Sache wachsen lassen, ehe ich mich wieder auf neue Leute einstellen kann.

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In den letzten zwei Jahren habe ich fast alle meine Freundinnen und Freunde sowie auch Bekannte verloren. In "meiner" Stadt wohne ich aktuell im elften Jahr. Ich bin hier seinerzeit zum Studium hingezogen und hatte hier einen großen Freundes- und einen Bekanntenkreis. Meine Heimatstadt ist aber "nur" rund 70 Kilometer entfernt. Also auch nicht so weit und zu drei Leuten aus dieser hatte ich noch regelmäßig Kontakt und auch Treffen, auch wenn regelmäßig hier nur so vier bis fünf Mal pro Jahr meint.

Daneben hatte ich hier noch ein paar einzelne Kontakte, die teils auch Freunde waren. Teilweise stammten die aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, aber nicht ausschließlich.

Zu zwei Freunden und darunter auch meinem engsten Freund habe ich den Kontakt abgebrochen, da sie während Corona echt extrem wurden, beide jedoch in andere Richtungen. Einer der beiden hing mittenmal Verschwörungstheorien an. Er war da schon immer ein bisschen anfällig für, aber während Corona wurde es richtig extrem. Und damit meine ich nicht, dass er immer mal ein bisschen über die Maßnahmen gemeckert hat. Sondern das ging in die Richtung, dass Angela Merkel den Impfstoff manipuliert habe, um uns allen zu DDR-Staatsbürgern zu machen usw. Ich habe die Treffen nicht mehr ausgehalten. Immer, wenn man dann mal etwas sagte, meinte er, ich sei schon ein treudoofer, nicht denkender Lemming.

Der andere Freund war sehr corona-hysterisch, was für mich auch sehr anstrengend war. Ihn hatte ich fast 1 1/2 Jahre nicht mehr gesehen, weil er sich so eingeigelt hat. Bei Treffen im Dezember 2021 war er nur über Menschen am schimpfen, die sich seiner Meinung nach nicht gut genug an die Corona-Regel hielten (wir haben uns immer nur an der frischen Luft, zum Beispiel im Zoo getroffen). Irgendwann Anfang 2022 traf er Aussagen, dass man ungeimpfte Menschen in Lager stecken solle. Mich erinnerte das sehr an die Nazizeit, auch wenn er das natürlich nicht gesagt hat. Er hatte das wohl von irgendeinem Politiker aufgeschnappt, der Ungeimpfte ins Gefängnis stecken wollte. Da war für mich dann auch da Ende.

Beim Bekanntenkreis handelte es sich um eine Badminton-Gruppe. Die ist seit Corona aber nicht mehr ans Laufen gekommen. Neben dem Badminton sind wir auch ab und an mal am Wochenende losgezogen, weil wir alle ungefähr gleich alt waren/sind. Ich muss dazu sagen, dass ich auch kein WhatsApp nutze. Ich habe die Leute mehrmals angeschrieben, es kamen aber immer nur Aussagen, dass das wohl nichts mehr werde. Ich war zuletzt auch immer mal wieder in der Sporthalle zur Uhrzeit, zu der wir uns damals immer getroffen haben. Die sind gar nicht mehr da gewesen... Irgendwie ist das sehr schade, weil das immer viel Spaß gemacht hat.

Und der wirklich gute Freundeskreis vom Studium ist daran zerstritten, dass ein Pärchen ungeimpft ist. Dass die im Winter 2021/22 nicht mehr dabei sein konnten, ist vollkommen okay gewesen aus meiner Sicht. Teilweise vielen über diese aber Kommentare unter der Gürtellinie und es herrschte Einigkeit darüber, dass man sie auch nach Corona nicht mehr einlädt aufgrund ihres "asozialen Verhaltens". Ich habe dann gesagt, dass ich das nicht mitmache und den Freundeskreis ebenfalls verlasse, wenn man sich so gegenüber Menschen verhält, nur weil sie sich gegen einen medizinischen Eingriff verwehren. Und da war ich dann raus...

Ich habe aktuell nur noch drei bis vier Kontakte. Eine Freundin aus meinem Geburtsort, die auch noch dort wohnt. Dann noch das nicht geimpfte Pärchen, die bei mir vor Ort wohnen. Und dann habe ich noch zwei einzelne Bekannte, die aber 12 und 18 Jahre älter sind als ich und mit denen ich gelegentlich mal was mache.

Leider haben zwei sehr enge Freundinnen von mir, die ich schon seit zwölf und sieben Jahren kannte, diesen Frühjahr den Kontakt zu mir beendet. Ich war aufgrund der Entwicklungen in meinen Freundeskreisen und dem vielen Alleinsein sehr frustriert und bin das eigentlich immer noch... Sie meinten, dass ich nur noch negative Stimmung verbreiten würde und dabei früher immer so fröhlich gewesen sein. Das kam ohne Vorwarnung und relativ kurz nacheinander und das hat mir nochmal einen richtigen Schlag gegeben...

Ich muss schon zugeben, dass es mir letzten Winter auch nicht gut ging. Ich bin kurz vor Corona auf Teilzeit gegangen, um aus Interesse Politik zu studieren. Dann kam Corona. Ich hatte mich schon richtig auf den verbalen Austausch und die wissenschaftlichen Streitgespräche an der Uni gefreut. Das Studium habe ich jetzt im Dezember abgeschlossen und ich arbeite ab Freitag wieder Vollzeit. Dennoch war ich fast das komplette Studium Einzelkämpfer und im letzten Semester kam an der Uni auch kein richtiger Kontakt zu Kommilitonen mehr zustande, da alle, die ich aus den Online-Erstiveranstaltungen irgendwie in anderen Semestern und anderen Kursen waren. Ich hatte mir das alles ein bisschen anders vorgestellt und ich kann auch verstehen, dass ich für die Freundinnen anstrengend war aufgrund meiner Traurigkeit. Ich hätte mich aber dennoch über eine Vorwarnung gefreut.

Morgen gehe ich mit einem der Freunde an meinem letzten Urlaubstag in die Sauna und nächste Woche an meinem 30. Geburtstag geht die Freundin aus meinem Geburtsort noch mit mir essen und ich freue mich da auch schon sehr darauf. Ich freue mich schon darauf morgen endlich nochmal den Freund zu treffen. Mein letztes Treffen mit einer anderen Person (und damit meine ich nicht die Kontakte auf der Arbeit, sondern Freunde/Bekannte) war Ende November. Insgesamt macht mich das alles ziemlich traurig.

Ich bin irgendwie noch nicht bereit, mir einen neuen Freundeskreis zu suchen. Ich bin immer mal weggegangen, so richtig ergeben hat sich aber noch nichts. Bei mir kommt aber wohl auch hinzu, dass ich mich halt nach dem sehne, was früher mal war. Aber das ist nun mal vergangen und wird sich auch nicht mehr reaktivieren lassen. Auch bin ich aktuell von den anderen Menschen und deren Verhalten in den letzten beiden Jahren (und damit meine ich insbesondere meinen Freundeskreis und deren Verhalten gegenüber den Nichtgeimpften) noch sehr enttäuscht. Ich muss denke ich noch ein bisschen Gras über die Sache wachsen lassen, ehe ich mich wieder auf neue Leute einstellen kann.

Habt ihr unter Umständen während Corona ähnliche Erfahrungen gemacht? Glaubt ihr, ich bin an der ganzen Situation auch selbst irgendwie schuld?

Ich danke euch für eure Antworten. Es hat mir mal gut getan, mir das runterzuschreiben.

Euer Lonesome.

Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, waren größtenteils andere. Aber einen Trost habe ich für dich:

Für mich klingt es so, als ob du ehrlich warst. Du hast deine Meinung offen vertreten, du warst authentisch und hast zu deiner Wahrheit gestanden.

Du weißt jetzt besser, was du denkst und was für dich wichtig ist als vor 3 Jahren.

Es ist traurig, dass viele deiner Freundschaften in dieser Zeit zerbrochen sind. Menschen sind Gesellschaftswesen, die meisten von uns brauchen die Gesellschaft anderer Menschen.

Aber so, wie es klingt, sind die Freundschaften, die wirklich tief, wirklich wichtig sind, geblieben.

Es gibt ein Sprichwort: Freunde in der Not, gehen tausend auf ein Lot.

Die echten Freunde sind immer noch deine Freunde. Die Bekanntschaften zum Spaß haben und Kaffee trinken, hast du verloren.

Aber die wirst du leicht ersetzen können, sobald du dich entschieden hast, ehrlich danach zu suchen.

Im Moment trauerst du noch um das, was war und das darfst du. Das steht dir zu.

Wenn du kannst, tu etwas für dich alleine, bis du bereit bist, wieder Menschen kennenzulernen:

Spaziergänge, Lesen, Sport, Wellness, Ausstellungen, Kino, Natur, vielleicht, wenn du später dazu bereit bist, ein neues Hobby oder ehrenamtliches Engagement?

Es fühlt sich im Moment nicht so an für dich, aber ich glaube, langfristig wirst du an diesen Erfahrungen wachsen.

Alles Gute!
 
Ich finde, du hast nichts falsch gemacht, und ich verstehe deine Enttäuschung.

Die zwei Freundinnen waren wohl keine echten Freunde, denn jemanden absägen, weil es ihm nicht gut geht, ist nicht das, was ich unter Freundschaft verstehe. Es sei denn, du wärst längere Zeit immer nur am Jammern gewesen. Das ist manchmal schwer auszuhalten auf längere Sicht. Aber selbst dann kann man etwas auf Distanz gehen und den Kontakt trotzdem halten. So aber warst du nur gut genug, solange du funktioniert hast.

Ich habe keinen guten Rat für dich. Mir fällt nur an zwei Stellen auf, dass du die Lage praktisch verschlimmerst, indem du sie so ernst nimmst. Stelle 1 ist der besagte Verlust der zwei Freundinnen. Stelle 2 ist, wenn du schreibst, dass du wegen der Enttäuschungen erst mal nicht offen für neue Leute bist. Vielleicht musst du lernen, dich weniger emotional vom Freundeskreis abhängig zu machen. Wie auch immer das aussehen mag. Ich weiß, das ist leicht daher gesagt. Vielleicht ist das jetzt auch der Anstoß, mehr in Richtung Familiengründung zu denken.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück.
 
Das schlug bislang fehl und ich finde das sehr anstrengend.
Ich finde, du hast nichts falsch gemacht, und ich verstehe deine Enttäuschung.

Die zwei Freundinnen waren wohl keine echten Freunde, denn jemanden absägen, weil es ihm nicht gut geht, ist nicht das, was ich unter Freundschaft verstehe. Es sei denn, du wärst längere Zeit immer nur am Jammern gewesen. Das ist manchmal schwer auszuhalten auf längere Sicht. Aber selbst dann kann man etwas auf Distanz gehen und den Kontakt trotzdem halten. So aber warst du nur gut genug, solange du funktioniert hast.

Ich habe keinen guten Rat für dich. Mir fällt nur an zwei Stellen auf, dass du die Lage praktisch verschlimmerst, indem du sie so ernst nimmst. Stelle 1 ist der besagte Verlust der zwei Freundinnen. Stelle 2 ist, wenn du schreibst, dass du wegen der Enttäuschungen erst mal nicht offen für neue Leute bist. Vielleicht musst du lernen, dich weniger emotional vom Freundeskreis abhängig zu machen. Wie auch immer das aussehen mag. Ich weiß, das ist leicht daher gesagt. Vielleicht ist das jetzt auch der Anstoß, mehr in Richtung Familiengründung zu denken.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück.

Mir hat die extreme Jammerei die Lust am Weiterlesen genommen , es nimmt einem den Atem.
Der Anlass ist nichtig und längst vorbei.
Corona Sanktionen

Rat zu befolgen , ist Dir zu anstrengend ^ @Verfasser

Bekannte und Freunde zu Lebensinhalten zu machen ist f a l s c h

Dein Studium ist jetzt zu Ende.
Vielleicht solltest Du in Deine Heimatstadt zurückziehen , zur Familie .
Dann hast Du ein Grundgerüst sozialer Kontakte.

Suche Dir einen Lebenssinn , eine Partnerin , ein Ziel,
D u bist keine 20 mehr , wo das Leben nur aus Verabredungen mit Bekannten zählt .

Ich würde n i e mein Lebenssinn abhängig von anderen Leuten machen , die nicht zu meiner eigenen Familie gehören , die ich liebe.
Das ist meine Burg

Bau Dir eine eigene Burg.
 
Habt ihr unter Umständen während Corona ähnliche Erfahrungen gemacht? Glaubt ihr, ich bin an der ganzen Situation auch selbst irgendwie schuld?
In der Krise erkennt man, was real ist. Wenn man sich wegen unterschiedlicher Ansichten zur Coronapolitik entzweit, war es eine Bekanntschaft. Keine Freundschaft.
Mit 30 würde ich mir keinen neuen Kreis von Bekannten suchen, sondern eine Partnerschaft.
Der neue Freundeskreis ergibt sich dann.
 
Mir hat die extreme Jammerei die Lust am Weiterlesen genommen , es nimmt einem den Atem.
Der Anlass ist nichtig und längst vorbei.
Corona Sanktionen

Rat zu befolgen , ist Dir zu anstrengend ^ @Verfasser

Bekannte und Freunde zu Lebensinhalten zu machen ist f a l s c h

Dein Studium ist jetzt zu Ende.
Vielleicht solltest Du in Deine Heimatstadt zurückziehen , zur Familie .
Dann hast Du ein Grundgerüst sozialer Kontakte.

Suche Dir einen Lebenssinn , eine Partnerin , ein Ziel,
D u bist keine 20 mehr , wo das Leben nur aus Verabredungen mit Bekannten zählt .

Ich würde n i e mein Lebenssinn abhängig von anderen Leuten machen , die nicht zu meiner eigenen Familie gehören , die ich liebe.
Das ist meine Burg

Bau Dir eine eigene Burg.

Hast du eine Leseschwäche oder willst du nur provozieren. Ich schrieb nicht, dass mir das Befolgen des Rates zu anstrengend ist, sondern das ich das Suchen neuer Kontakte anstrengend finde. Das ist ein Unterschied.

Außerdem besteht meine Familie nur aus meinen Eltern. Und die sind fast 70 Jahre alt.

Und ja, die Corona-Sanktionen sind vorbei. Das ändert aber nichts daran, dass sich die Folgen davon noch stark auf mich auswirken.
 

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