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Fragilität und Vergänglichkeit

  • Starter*in Starter*in Joey_Silver
  • Datum Start Datum Start
Das ist Vergänglichkeit für mich – ein notwendiges Korrektiv, das mir den Kopf zurechtrückt und mich überlegen lässt, was die wirklich wichtigen Dinge in meinem Leben sind.

Im positiven und gleichzeitig spirituellen Sinne ist für mich Vergänglichkeit das, was mich mit allem, was da ist, was lebt, unwiederlegbar verbindet.

Sie erzeugt in mir ein sicheres Gefühl der Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit (das mir sonst so häufig fehlt!), da ich durch sie uns alle einer großen Macht unterordnet, einer universellen Ordnung, die alles erschafft und dann vergehen lässt, wahrnehme und erlebe. Dieser Macht/Ordnung gegnüber, sind wir alle gleich. Unser Anfang ist gleich und unser Ende. Dazwischen ist das Leben, in dem viele , oft zu viele Unterschiede zwischen uns aufgebaut werden und wir unsere Verbundenheit und Zugehörigkeit zum Teil vergessen oder in Frage stellen.

Ich merke immer wieder, dass mir diese Erkenntnis, diese Sicht hilft, mein Gefühl des Fremdseins unter den Menschen oder in der Welt zu mildern und zu überwinden und dadurch erleichtert und "verbessert" sie mein Leben. Deshalb - auch ein wichtiges Thema für mich, Joey_Silver. 🙂
 
Oh, wenn du "herumschlagen" schreibst, dann löst das in dir wohl nicht so Gutes aus? 🙂


Ja, bei mir ist das auch so. Gerade, wenn ich Ruhe hab, alles "gut scheint", taucht dieses Gefühl auf. Manchmal in echt verrückten Situationen. Letztens bin ich einfach eine Straße runtergetrabt und seh zwei Typen, die sich unterhalten. Und mir wird klar, dass wir nur Besucher sind und eines Tages weiterziehen werden. Aber dieses Gefühl belastet mich nicht.


jaa, ich bin da phasenweise echt ängstlich vor dem was kommt.

Hm, das ist ja kein Zustand für dich. Also dass die Trauer und insbesondere nach einem solchen Ereignis diese Fragen zum Leben dazugehören, steht ja außer Frage. Aber wenn die Angst hinderlich wird und nicht mehr nur zeigt, dass das Jetzt kostbar ist, sollte man sich was überlegen.
Dazu fallen mir spontan zwei Fragen an dich ein (ich hoffe, ich tret dir damit nicht zu nah 🙂):
Hast du vielleicht einen "Glauben" (wie auch immer der aussehen mag), der dir die Frage nach dem "Danach" beantwortet, der dir vielleicht hilft, damit umzugehen? Vielleicht der Gedanke, dass wir alle genauso aus dem "Nichts" gekommen sind? Denn was waren wir vor unserer Geburt?

ich glaube dass ich glaube - zumindest habe ich da die große Hoffnung dass da nachher noch etwas ist und mein Bewusstsein nicht einfach weg ist. Meine Eltern glauben auch (sind aber nicht irgendwie überfromm oder so! 😉 ), mit denen haben ich neulich Abend auch ein längeres Gespräch zum Thema geführt weil ich da echt ein bisschen sehr am paniken war...😱
andererseits hat sogar meine Mutter gemeint die wirklich in Gott vertraut : "und wenn du dann weg bist - muss es dich nicht mehr kümmern, dann bist du ja weg!" 😛
also wir sind Christen, falls das relevant ist. von dem Bild bin ich geprägt 🙂

ich hoffe ich komme aus diesem Zustand demnächst auch wieder raus - wobei, wie Du es sagst, das verstärkende Erlebnis womit die starke Angst im Moment zusammenhängt ja noch ziemlich frisch ist.
mache mir meist sehr ausgedehnt über etwas Gedanken und brauche auch meine Zeit Dinge aller Art zu verarbeiten.

Und: Glaubst du, es wäre anders, wenn du in deinem Leben schon etwas "Bleibendes" geschaffen hättest (ohne zu wissen, was du schon getan hast 😀) Also ich meine: Wenn du deinem Leben einen Sinn gegeben hättest, der dich überleben wird? Klingt jetzt ein bisschen abstrakt, ich denk noch mal nach, ob ich das konkreter machen kann, was ich meine... *grübel*
Vielleicht steckt auch ein bisschen "es ist zu schön, um wahr zu sein" oder "darf ich so glücklich sein oder ist glücklich sein nicht nur die Ruhe vor dem Sturm" in deinen Gedanken drin?

Wenn ich es schaffen würde, denen die nach mir kommen oder denen die noch bleiben wenn ich schon weg bin etwas zu hinterlassen, was ihnen z.B. hilft oder sie tröstet, wäre das ein gutes Gefühl...
dass sozusagen das was ich geschaffen habe oder ein Aspekt meiner Persönlichkeit durchs Weitergeben hier bleibt, klingt schon schön 🙂

Leider kann ich mich nur wiederholen dass die eigentliche Angst oder der Zweifel ist, dass meine Gedanken bzw. meine Fähigkeit irgendwas wahrzunehmen dann weg sind.
Interessant finde ich in dem Zusammenhang ja auch immer die Aussage "Energie kann nicht verschwinden, sie ändert nur ihre Form" ... also selbst wenn die Seele nur Chemie sein sollte - wo ist sie dann später ? 😕
etwas existentiell, aber so ist es eben 🙄
ich schätze die ähigkeit Dine wahrnehmen zu können doch sehr 😀



was du als letztes noch geschrieben hast hat mich auch wieder sehr angesprochen, so ist das auch besonders wenn ich mit meinen Eltern Streit habe - ein paar Minuten später will ich sie wieder in den Arm nehmen und dafür sorgen dass ein einzelner Streit nicht zwischen uns steht (das klingt vielleicht jetzt sehr elternfixiert, aber sie sind bei mir auch die zuverlässigsten Bezugspersonen die ich habe. bin außerdem Einzelkind^^).
habe in der Hinsicht eine behütete Kindheit gehabt in der ich auch Fragen stellen durfte und auch die bestmöglichen Antworten erhalten habe die man mir geben konnte.


(p.s. Joey_Silver: ich würde dir gerne auf die Pinnwand oder so schreiben, aber weil ich noch nicht langgenug registriert bin oder noch nicht genug bEiträge habe geht das wohl noch nicht. ich wollte nur anmerken: hey, du hast ein Philipp Poisel - Zitat auf deinem profil! 🙂 )
 
Ich weiß nicht. Vergänglichkeit als Korrektiv? Wäre wirklich alles für immer mit diesem Leben aus und vorbei, dann wäre strenggenommen ziemlich viel ganz egal.

Ich lebe mehr mit dem unbeweisbaren Gefühl der Ewigkeit. Und weil ich unter dieser Prämisse strenggenommen nie wirklich sterben könnte, kommt meinen Handlungen eine größere Bedeutung zu. Ich kann mich meiner Verantwortung dann nicht im Zeitpunkt meines Ablebens entziehen, weil es irgendwie weiter geht. Wenn die Relevanz meines Lebens mit seinem Ende aufhört - welchen Sinn hätte das denn?

Aber ich verstehe den Threadersteller schon. Auch ich bin dankbar für sehr vieles, was mir in meinem Leben widerfahren ist. Den Wert dieser guten Erfahrungen mache ich allerdings nicht von meiner Lebensspanne abhängig.
 

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