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Finde keinen Anschluss auf dem Lande und überhaupt

Meduse

Mitglied
Bin vor ca. 16 Jahren mit meinem Mann und den beiden Kindern auf´s Land gzogen. Das Haus ist das Elternhaus meines Mannes, alles ist toll, wir haben eine riesige Wohnfläche zur Verfügung, ein weitläufiges Grundstück, alles wunderschön. Leider habe ich nie Kontakt zu den Dorfbewohnern gefunden, zu verschieden ist die Lebenseinstellung. Da sich die meisten hier auch schon von Kind auf kennen, wird man auch ziemlich ausgegrenzt. Außer Schützenfest und Sportverein, Landfrauen ist nicht viel im Angebot, leider alles nicht meine Welt... Beim besten Willen nicht. Dadurch das mein Mann ein ziemlicher Einzelgänger ist, haben wir auch kaum Freunde. Ich selbst bin in meiner Kindheit sehr oft umgezogen, konnte auch keine engen Freundschaften aufbauen. Die Stadt ist in weiter Ferne, habe schon ein paar Kurse in der VHS gemacht, waren alles nette Frauen, leider ist der Kurs irgentwann vorbei und dann stehe ich wieder alleine da. Irgentwie tue ich mich langsam schwer, dabei bin ich ein geselliger Typ. Mein Mann ist zufrieden und kann nicht verstehen das ich mir einen Freundeskreis wünsche, für Ihn ist es nicht wichtig. Das nervt mich auch, weil überhaupt keine Initiative in puncto Freizeitgestaltung von ihm kommt. Er ist total langweilig in dieser Beziehung und findet auch keinen Grund das zu ändern. Manchmal denke ich an seiner Gleichgültigkeit geht unsere Ehe noch kaputt...
 
Hallo Meduse,

Das mit dem aufs Land ziehen und keinen Anschluss finden, kenne ich auch zu gut.
Wenn man als neu Zugezogener in eine eingeschworene Dorfgemeinschaft kommt, ist es sehr schwer, da Zugang zu finden und das ist nicht jedermanns Sache.
Ich persönlich bin in der Provinz jedenfalls nie glücklich geworden und bin letztendlich nach Berlin gezogen und siehe da- nun habe ich Freunde und wieder Spaß am Leben.
Ich wollte dich jetzt nicht entmutigen, aber so ist es bei mir ausgegangen.
Auf dem Land Freunde zu finden, wird wohl ziemlich schwierig werden.
Du musst dir überlegen, ob das auf Dauer etwas für dich ist.
LG
Sangmo
 
Ich habe mich dann aufs 'beobachten' eingestellt u. schnell festgestellt wer eher 'einsam' im Ort war u. diese Frauen dann zu mir eingeladen. Wir waren in kürzester Zeit beste Freunde.
-> Das finde ich eine sehr guten Rat!



Außer Schützenfest und Sportverein, Landfrauen ist nicht viel im Angebot, leider alles nicht meine Welt.... damit gewinnst du allerdings keinen Blumentopf. Auf mich wirkt diese Aussage etwas hochmütig. Denkst du die können dir nicht das Wasser reichen? Vll kommst du bei ihnen so rüber.
-> Das hat doch inichts mit Hochmütigkeit zu tun. Wenn man kein typischer Dorfmensch ist, dann ist es extrem schwer, mal Anschluss zu finden. Und da fühlt mna sich schnell ausgegrenzt und dann ihre behauptung, dass das nicht ihre welt ist, ist keinesfalls anmaßend!

Ansonsten gebe ich dir den Tipp, dass du immer weiter versuchen solltest, Anschluss zu finden. Denn irgendwann wird sich das Familiäre einstellen. Dann kennst du die Leute so sehr, als wären sie deine Familie.
Du musst dich auf sie einlassen. D.h. Vorurteile abbauen, dich angenommen fühleen, die Scheu usw. ablegen, so gut es geht. Du musst wirklich die Einstellung haben, dass du die Leute magst und sie dich mögen. Wenn du ihre Nähe auschst werden sie denken, dass du sie magst und das macht einen guten Eindruck.
 
Außer Schützenfest und Sportverein, Landfrauen ist nicht viel im Angebot, leider alles nicht meine Welt.... damit gewinnst du allerdings keinen Blumentopf. Auf mich wirkt diese Aussage etwas hochmütig. Denkst du die können dir nicht das Wasser reichen? Vll kommst du bei ihnen so rüber.


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Haben wir die gleiche Definition von "Dorf"?

Naja was ist denn ein Schützenfest?
Es gibt Freibier und der Schützenkönig bezahlt die ganze Feier. Für die meisten ist es ein große Besäufnis, für den Schützenkönig der finanzielle Ruin.
Das ist nicht jedermanns Sache.

Sportvereine sind auf den Dorf auch nicht so breit aufgestellt.
Vielleicht gibt es noch eine Fußball-Altherrenspielgemannschaft, die sich mit 5-6 Nachbardörfern zusammensetzt, aber das war es dann oft schon. Fußballdamenmannschaften und andere Sportarten sind absolute Raritäten.

Und was sind Landfrauen?
Je nach Zusammensetzung unter Umständen auch eine bäurliche Vereinigung, die 1 mal pro Jahr vielleicht einen Tagesausflug macht und vielleicht alle 10 Jahre mal ein Fest mit ein paar Bier und Fressbuden organisiert.

Und auch bei der Freiwilligen Feuerwehr gibt es nicht immer einen Damenabteilung.

Es gibt schon deutliche Unterschiede zwischen Dörfern und Städten.
In manchen Dörfern besteht das Gemeindeleben aus unregelmäßigen Saufveranstaltungen, in denen die Perspektivlosigkeit der Peripherie begossen wird.

Auch gelten Leute, die studieren oder mehr als einen Hauptschulabschluss in ihren Leben erreicht haben, als arrogant in den Augen der dörflichen Ureinwohner.

btw: Kennst du "Bauer als Frau"?
Unter den Dorfbewohnern gelten bereits Bananenchips, Weintrauben und Rum als Nahrungsmittel einer fremden Kultur. Manche Bewohner haben noch nicht mal einen elektischen Herd oder einen Backofen - sie kochen mit Holz. ;-)
 
Vielen Dank,für Euer Feedback, finde auch kritische Anmerkungen sehr gut, es nützt ja auch nicht viel in Watte gepackt zu werden. Vielleicht ist ja was dran mit dem Hochmut, aber wer gibt das schon gerne zu? Lieber könnte ich mich dahinter verstecken, wenn ich behaupte das ist eben alles nichts für mich. Und grad beim Schützenverein ist es ja wirklich so, das die Frauen nur dazu gut sind, ihren Männern die Hemden vorher glatt zubügeln. Oder Sie anschließend besoffen abzuholen. Naja und Feuerwehr ist auch nicht so ganz anders, aber ansonsten sollte ich mich vielleicht doch mehr darauf einlassen, wie z.B. Landfrauen. Stimmt schon ich habe wirklich meine Vorurteile, das muss ich zugeben. Jedensfalls bin ich Euch sehr dankbar dafür, das Ihr meinen Brief gelesen und dazu Gedanken gemacht habt. Es tut mir richtig gut, danke für Eure Zeit!
 
Bei den Aussagen über Schützenverein, dem Sportverein, Feuerwehr und wohl auch den lieben Landfrauen hat unser Gast doch wohl den Nagel auf den Kopf getroffen, zumindest habe ich es auch so erlebt.

Allerdings finde ich den Rest doch ein bißchen sehr überzogen, man sollte doch nicht irgentwelche Klischees, die RTL erfolgreich vermarket, als bare Münze nehmen. Mein Mann kommt ja schließlich vom Lande, er hat Abitur und nichts gegen Leute mit einem Hauptschulabschluss, in dieser Beziehung ist er zumindest sehr fortschrittlich.
 

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