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Finde einfach keine gleichaltrigen Freunde

G

Gast

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Also da ich glaube, dass mein Problem nicht gerade alltäglich ist, versuche ich mal, es so gut es geht zu erklären. Vielleicht gibt es ja hier jemanden, dem es so ähnlich geht oder der mir helfen kann.

Also es ist so, dass ich eigentlich schon immer Schwierigkeiten hatte, unter meinen „Altersgenossen“ richtige Freunde zu finden. In der Schule war ich eher eine Außenseiterin, und ich habe eben all diese typischen „Jugendlichen“-Sachen wie Komasaufen, wilde Partys und Drogen nie mitgemacht. Wenn ich so an meine Schulzeit zurückdenke, waren eigentlich diejenigen, mit denen ich mich am besten verstanden habe und die ich gerne mal wieder treffen würde, meine Lehrer. Ich weiß, das muss irgendwie total freakig klingen, aber jetzt, wo ich schon im dritten Semester an der Uni bin, ist es wieder genauso. Ich finde die Tutoren und Profs überwiegend sympathisch und habe zu denen einen guten Draht (bin jetzt auch HiWi), während ich mit den meisten meiner Kommilitonen nicht wirklich klar komme. Die sind überwiegend noch so pubertär und haben nichts im Kopf als Alkohol und Sex. Auch von ihrer ganzen Art her sind mir da die meisten absolut unsympathisch. Meine derzeit beste Freundin ist knapp 10 Jahre älter als ich (hatte erst ne Ausbildung gemacht und gearbeitet vor dem Studium).

Mittlerweile habe ich eben gemerkt, dass ich mich mit älteren Leuten viel besser verstehe als mit Gleichaltrigen. Egal ob Lehrer, Professoren oder die Freunde meiner Eltern – ich komme mit denen 10-mal besser klar und kann mich besser unterhalten als mit Gleichaltrigen. Vielleicht bin ich selber zu schnell „erwachsen“ geworden, keine Ahnung.
Das Problem ist eben, dass ich immer so ziemlich die Jüngste war und jetzt im Studium auch wieder bin (3tes Semester, 19 Jahre) und außerdem noch jünger aussehe als ich bin (wurde neulich auf 16 geschätzt und werde auch ständig von allen geduzt).
Diejenigen, mit denen ich gerne Kontakt habe, sind einfach in einer ganz anderen „Sphäre“, weil sie z.T. schon Familie haben, ein eigenes Haus etc. und ich bin eben nur ne ganz normale Studentin. Ich verstehe mich zwar mit den älteren gut, werde aber bei denen nicht als „gleichwertig“ anerkannt, was ja irgendwo auch logisch ist. Was ich damit sagen will: Mit ihnen kann ich keine richtigen Freundschaften schließen, weil die Altersbarriere da eben doch zu groß ist. Mit gleichaltrigen kann ich aber auch keine richtigen Freundschaften schließen, weil ich mit ihnen nicht klarkomme.

Irgendwie habe ich das Gefühl, nirgends so richtig „hinzupassen“, wenn ihr versteht, was ich meine. Ich kann meine Persönlichkeit aber auch nicht ändern, wie soll das gehen?
Hilfe :-(
 
Hallo Gast,

ich kann Dein Problem sehr gut verstehen. Ging bzw. geht mir genau so. Bin zwar inzwischen 38 aber Freundschaften bzw. engeren Kontakt habe ich fast ausschliesslich zu Menschen die wesentlich älter sind. Die Gründe dafür sind einfach die Selben, die Du genannt hast. Du scheinst offensichtlich auch ein Mensch zu sein, der eher das interessantere tiefgründige Gespräch und die Verbindlichkeit der Aussage in einem anderen Menschen sucht. Daran kann ich nichts falsches erkennen.
Das Gefühl nirgends so dazuzugehören ist allerdings schon ein etwas fahler Beigeschmack. Das gebe ich zu. Aber Du bist definitiv nicht allein mit diesem Problem. Auf jeden Fall denke ich, hast Du keinen Grund an Dir selbst zu zweifeln.

Viele Grüße

Gastro
 

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