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fehlende Referenzen im Lebenslauf - wie erklären?

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Hallo,

ich habe von 2013 - 2014 ein einjähriges Praktikum in einer kleinen Werbeagentur gemacht. Habe dort im Grunde das Büro allein geschmissen, da der Chef oft außer Haus war und die anderen (wenigen) Mitarbeiter keine Zeit hatten, mir zu helfen. Ich war sozusagen "Mädchen für alles" und habe in dieser Zeit auch ungemein viel gelernt.

Mir war eigentlich von Anfang an klar, dass ich nach diesem Praktikum Marketing und Werbung studieren möchte, mein Chef dagegen war wohl der Ansicht, dass ich bei ihm gleich im Anschluss an das Praktikum eine Ausbildung anfange. Ich schätze, wir haben da auch ein wenig aneinander vorbei geredet. Er hat sogar schon den Ausbildungsvertrag fertig gemacht, den er mir dann in meiner letzten Arbeitswoche hinlegte.

Als ich ihm dann erklärte, dass er das falsch verstanden hätte, mir das Praktikum zwar viel Spaß gemacht hat, ich aber lieber studieren möchte, war er ziemlich ungehalten und sauer. Mir war das natürlich unangenehm, aber ändern konnte ich es auch nicht mehr. Ich fragte ihn dann während dieser letzten Arbeitswoche, ob er mir ein Zeugnis ausstellen könne. Er sagte jedesmal nur "jaja, mach ich dann", aber das passierte nicht. Auch an meinem letzten Arbeitstag hatte er es nicht geschrieben und war offenbar immer noch stinksauer auf mich.

Ich sagte ihm mehrfach, auch mit Nachdruck, dass ich eines benötige als Referenz für meine Unterlagen. Mein Chef meinte dann nur, er schicke es mir mit der Post und das ist natürlich auch nie geschehen. Er hat dann wohl relativ schnell eine neue Sekretärin angestellt, die ihn jedesmal, wenn ich anrief und nach dem Zeugnis fragen wollte, verleugnete. Er sei nicht da oder habe keine Zeit. Auf meine E-Mails reagierte er nicht.

Etwa 2 Monate nach Ende meines Praktikums stellte sich dann heraus, dass die Agentur Konkurs gegangen und mein früherer Chef insolvent ist. Da ich aus einer Großstadt komme und sein Vor- und Nachname leider Allerweltsnamen sind (aka Hans Müller), hatte ich kaum mehr eine Chance, ihn ausfindig zu machen. Ich kam mir schon vor wie der letzte Stalker, aber mir war das Zeugnis eben wichtig.

Tja was soll ich sagen, ich habe bis heute keines und kann mein Praktikum und das damit gelernte nicht belegen. Nächste Woche habe ich ein Vorstellungsgespräch für einen Nebensjob als Bürohilfe und totale Angst, dass ich auf den fehlenden Arbeitsnachweis angesprochen werde. Falls das passiert, was soll ich sagen? Ich möchte ja auch nicht über meinen Ex-Chef herziehen, aber ich möchte auch nicht nachlässig klingen, als hätte ich mich nicht um ein Arbeitszeugnis gekümmert - den das habe ich ja.

Hat jemand einen Tip für mich?
 
Du kennst doch noch bestimmt alte Mitarbeiter. Vielleicht fragst du da mal jemanden nach seiner Adresse/Telefonnummer/E-Mail.
Hast du nicht am Anfang des Praktikums ein Vertrag unterschrieben? Vielleicht kannst du den auch provisorisch vorzeigen.

Ansonsten würde ich wahrscheinlich zur Polizei gehen! Das ist definitiv nicht rechtens. Wenn du so lange bei ihm gearbeitet hast (wahrscheinlich für lau), dann steht dir das mehr als zu. Ich würde der Sache auf jeden Fall nochmal genauer nachgehen.
 
Zur Polizei? Was soll die denn machen? 🙄

@TE
Du hast zwar ein Recht auf ein Zeugnis, aber das nuin einzuklagen halte ich für langwierig, teuer und wenig aussichtsreich.

Aber keine Referenz zu bekommen, ist nicht so ungewöhnlich, erst Recht nicht, wenn die Firma nicht mehr existiert. Sicher kannst Du Dein Praktikum dort mit dem Praktikumsvertrag nachweisen. Deine Tätigkeiten kannst Du selbst mit einer Art Profil beschreiben, in dem Du detailliert aufzählst, was Du dort gemacht hast.

Selbst wenn das alles nicht existiert, wird Dein Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch doch merken, dass Du weißt, wovon Du sprichst. Über Themen, in denen man Ahnung hat, spricht man auch entsprechend souverän.

Also, Dein berufliches Wohl und Wehe hängt nun nicht von dieser fehlenden Referenz ab.
 
Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf ein Zeugnis, auch als Praktikant. Ich würde schnellstmöglich Anzeige erstatten, sonst ist das Zeugnis weg. Hat mein alter Betrieb auch so gemacht und mir dann nur teilweise die Zeugnisse gegeben.

http://tu-dresden.de/die_tu_dresden...i 2012/Zeugnisanspruch und Zeugnispflicht.pdf

Wer das Arbeitszeugnis dort ausstellt, gilt nicht für dich. Alles andere schon.

Hier noch eine Quelle:
§ 630 BGB Pflicht zur Zeugniserteilung - dejure.org

in elektronischer Form heißt, es darf dir nicht über E-Mail zugesandt werden, sondern muss per Post geschickt werden oder persönlich übergeben werden.
Sag ich nur, weil man das schnell mit elektronisch erstellt verwechseln kann.


Bei den Lücken im Lebenlauf entweder versuchen mit der Wahrheit durchzukommen oder dir was anderes überlegen.
Z.B. deine Oma musste gepflegt werden oder was anderes, was nicht geprüft werden könnte.

Manche Arbeitgeber glauben das eine mehr, manche das andere.
 
Hallo,

ich habe von 2013 - 2014 ein einjähriges Praktikum in einer kleinen Werbeagentur gemacht. Habe dort im Grunde das Büro allein geschmissen, da der Chef oft außer Haus war und die anderen (wenigen) Mitarbeiter keine Zeit hatten, mir zu helfen. Ich war sozusagen "Mädchen für alles" und habe in dieser Zeit auch ungemein viel gelernt.

Mir war eigentlich von Anfang an klar, dass ich nach diesem Praktikum Marketing und Werbung studieren möchte, mein Chef dagegen war wohl der Ansicht, dass ich bei ihm gleich im Anschluss an das Praktikum eine Ausbildung anfange. Ich schätze, wir haben da auch ein wenig aneinander vorbei geredet. Er hat sogar schon den Ausbildungsvertrag fertig gemacht, den er mir dann in meiner letzten Arbeitswoche hinlegte.

Als ich ihm dann erklärte, dass er das falsch verstanden hätte, mir das Praktikum zwar viel Spaß gemacht hat, ich aber lieber studieren möchte, war er ziemlich ungehalten und sauer. Mir war das natürlich unangenehm, aber ändern konnte ich es auch nicht mehr. Ich fragte ihn dann während dieser letzten Arbeitswoche, ob er mir ein Zeugnis ausstellen könne. Er sagte jedesmal nur "jaja, mach ich dann", aber das passierte nicht. Auch an meinem letzten Arbeitstag hatte er es nicht geschrieben und war offenbar immer noch stinksauer auf mich.

Ich sagte ihm mehrfach, auch mit Nachdruck, dass ich eines benötige als Referenz für meine Unterlagen. Mein Chef meinte dann nur, er schicke es mir mit der Post und das ist natürlich auch nie geschehen. Er hat dann wohl relativ schnell eine neue Sekretärin angestellt, die ihn jedesmal, wenn ich anrief und nach dem Zeugnis fragen wollte, verleugnete. Er sei nicht da oder habe keine Zeit. Auf meine E-Mails reagierte er nicht.

Etwa 2 Monate nach Ende meines Praktikums stellte sich dann heraus, dass die Agentur Konkurs gegangen und mein früherer Chef insolvent ist. Da ich aus einer Großstadt komme und sein Vor- und Nachname leider Allerweltsnamen sind (aka Hans Müller), hatte ich kaum mehr eine Chance, ihn ausfindig zu machen. Ich kam mir schon vor wie der letzte Stalker, aber mir war das Zeugnis eben wichtig.

Natürlich kann man das ermitteln.
Entweder bei deiner Stadtverwaltung, Gemeindeverwaltung, über das Gewerbeamt.
Oder beim Amtsgericht über das Handelsregister.

Tja was soll ich sagen, ich habe bis heute keines und kann mein Praktikum und das damit gelernte nicht belegen. Nächste Woche habe ich ein Vorstellungsgespräch für einen Nebensjob als Bürohilfe und totale Angst, dass ich auf den fehlenden Arbeitsnachweis angesprochen werde. Falls das passiert, was soll ich sagen? Ich möchte ja auch nicht über meinen Ex-Chef herziehen, aber ich möchte auch nicht nachlässig klingen, als hätte ich mich nicht um ein Arbeitszeugnis gekümmert - den das habe ich ja.

Hat jemand einen Tip für mich?

Denke daran, dass du nur ein Jahr Zeit hast, ein Zeugnis anzufordern. Du hast Anspruch auf ein Zeugnis.
Durchsetzen, na ja... theoretisch ja, praktisch wohl vergeblich.

Wenn du das natürlich nicht so schnell beweisen kannst, dann erkläre einfach, dass es die Firma nicht mehr gibt.
Schreib es in deinen Lebenslauf rein. Etwa "Firma ging in Konkurs. Zeugnis wurde trotz mehrmaliger Aufforderung an die Firma, verweigert.
Bei einem Nebenjob wird das auch nicht so von Bedeutung sein.
 

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