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Familienzwist und ich stehe dazwischen

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Gast

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Heute habe ich ein Problem, bei dem ich hoffe, dass ihr mir (meiner Familie) helfen könnt. Also:

Auslöser für den Familienzwist ist mein Onkel. Mein Bruder hat in seiner Firma fast 10 Jahre gearbeitet. Die Firma lief anfangs sehr gut, hat sich nach kurzer Zeit vergrößert und mit einem Auftrag übernommen. Mein Bruder bekam dann am Ende nur einen Teil seines Gehaltes ausgezahlt, die letzten 12 Monate GAR NICHTS mehr. Das brachte die Familie meines Bruders natürlich in finanzielle Schwierigkeiten und zwar derart, dass sie fast ihre Eigentumswohnung verloren hätten, wenn meine Schwägerin nicht noch ein paar Nebenjobs angenommen hätte. Trotzdem gab es eine Zeit, in der sich die Familie nur von Tütensuppen ernähren konnte, weil einfach kein Geld mehr da war. Sie mussten sich oft Geld in der Verwandtschaft leihen, um ihrem Sohn zu Weihnachten ein Geschenk zu kaufen und überhaupt über die Runden zu kommen.
Mein Onkel lebte in dieser Zeit in Saus und Braus. Urlaub in St. Moritz, viele Parties dicke Autos etc.
Das schlimme an der Sache war, dass mein Bruder weder meinen Eltern noch mir irgendwas davon erzählt hat. Erst nach einem Jahr und erst nach Bohren meines Vaters hat er mit der Sprache rausgerückt. Meine Eltern und besonders meine Mutter war entsetzt über diese Situation und rief meinen Onkel an, um die Sache zu klären. Sie war sowas von enttäuscht von ihrem Bruder, das kann ich gar nicht in Worte fassen. Jetzt nahm die ganze Sache ihren Lauf. Von meiner Mutter zur Rede gestellt, gab er ihr nur zu verstehen, dass die Firma halt im Moment nicht so gut läuft und alle halt etwas kürzer treten müssen. Die Krönung kam ein paar Tage später, als meine Mutter ihn besuchte und er mit einem Glas Champagner und neuer Freundin (!) im Garten saß. Dass er sich von seiner Frau vorübergehend getrennt hatte, hatten wir gehört, aber das war erst ein paar Tage her. Na ja, egal, seine Sache. Aber er läßt die Korken knallen und mein Bruder knabbert am Hungertuch? Wo gibts denn sowas?
Meine Großmutter hielt trotzdem zu unserem Onkel, er machte alles richtig - fertig.
Das Ende vom Lied war, dass er Insolvenz angemeldet hat und mein Bruder bis heute auf sein Geld wartet. Er hat versucht die Zwangsvollstreckung durchzuziehen, aber bisher erfolglos.
Die Härte ist, dass unser Onkel immer wieder bei mir angerufen hat und die Sache ganz anders dargestellt hat. Dass er dabei gelogen hat, ist mir klar und auch beweisbar. Er hat versucht, einen Keil zwischen unsere Familie zu treiben. Da sind Sachen passiert, es würde Studen dauern, sie zu erzählen. Seit dem ist das Verhältnis zum Onkel natürlich auch etwas distanzierter. Ich rede zwar mit ihm, aber das Vertrauensverhältnis ist zerstört. Er sieht seine Schuld einfach nicht!! Wenn er sich wenigstens bei meinem Bruder entschuldigt hätte und IRGENDWIE versucht hätte, ihm finanziell zu helfen. NIX! Ich habe ihm gesagt, wenn er die Familie wieder zusammen führen will, muss ER etwas tun. ER muss mit meiner Mutter und meinem Bruder sprechen und sich entschuldigen und nicht mich als Sprechrohr missbrauchen. Ich würde den Teufel tun, mich da einzumischen. Denn das Ende vom Lied wäre, dass in unserer Familie dann auch noch der Bruch käme. Auf keinen Fall!

Ich halte natürlich zu meinem Bruder, denn ich habe die Klageschriften gelesen und auch die Urteile, die eindeutig sind.

Das eigentliche Problem ist nun das Verhältnis zwischen meiner Mutter und ihrer Mutter. Nachdem meine Großmutter immer zu ihrem Sohn (unserem Onkel) hielt (es kamen noch ein paar alte Geschichten dazu, worauf ich glaube ich nicht eingehen muss von wegen Lieblingskind und so), hat meine Mutter mit ihrer Mutter gebrochen und es besteht absolut kein Kontakt mehr. Auch zwischen meinem Bruder und unserer Großmutter wird kein Wort gesprochen. Ich bin die einzige, die die Großeltern noch besucht oder zu sich holt. Und bei mir heulen sich alle aus. Gerade erst komme ich von einem Besuch bei den Großeltern. Großmutter wird in zwei Wochen 90 und weiß genau, dass ihre Tochter und ihr Enkel nicht kommen wird, was sie sehr traurig macht. Sie ist sich nicht bewusst, was sie mit ihrer Haltung ausgelöst hat. Irgendwie kann ich sie verstehen, welche Mutter hält nicht zu ihrem Kind? Aber wenn auch das Enkelkind betroffen ist?

Meine Mutter lehnt jeden Kontakt mit ihrem Bruder ab, was auch verständlich ist. Sie hat auch einen berechtigten Groll auf ihre Mutter, was die alten Geschichten angeht, was ich auch verstehen kann. Nur: ICH STEHE IMMER DAZWISCHEN.

Ich frage mich, was ich machen kann. Wenn ich an meinen Geburtstag denke oder den meines Mannes oder meiner Tochter. Nie kann ich alle zusammen einladen. Großmutter ruft immer vorher an und fragt, ob wir feiern. Ich schäme mich dafür, aber ich lüge sie dann an, dass wir erst später feiern, damit sich meine Mutter und Großmutter nicht begegnen. Sie reden ja nicht miteinander! Sie begrüßen sich nicht einmal! Das kann ich irgendwie nicht so gut vertragen. Klar. Und wenn ich in den letzten Jahren gefeiert habe, dann brachte mein Onkel meine Großmutter (entschuldige den Ausdruck) kackfrech zu uns und gesellte sich ohne Scham zu uns. Ich sah, dass meine Mutter kurz vorm explodieren war und sich zurückhalten musste. Sie ist eigentlich eine eher ruhige Person, aber wenn es um ihr Kind geht, wird sie zur Löwin.
Du siehst, eine äußerst heikle Angelegenheit.

Ich frage mich nur, ob meine Mutter es einmal bereuen wir, mit ihrer Mutter gebrochen zu haben. Sie wird 90!! Sie ist noch gut drauf, aber wer weiß, wie lange noch? Und Großvater wird 94. Dass das Verhältnis zwischen meiner Mutter und ihrem Bruder für allezeiten zerstört ist, ist mir schon klar. Sie will ihm nicht mehr begegnen. Nur Großmutter tut mir leid. Sie ist halt eine (sehr) alte Frau und dass sie das auf ihre alten Tage erleben muss, ist schon hart.
Die ganze Sache belastet mich schon sehr.
Kannst du mir (uns) einen Rat geben, wie sich die Sache vielleicht etwas entschäft? Wenn ich an den Geburtstag denke, wird mir schon ganz schlecht. Das wird sicher ein ganz trauriger Tag für Omi. Und es kommen so viele Leute, die von der Sache gar nichts wissen und nach meiner Mutter fragen werden. Denen kann ich doch nicht erzählen, dass die Familie zerstritten ist, oder?
Also, was kann ich tun?

Gruß
Skarlett
 
ICH STEHE IMMER DAZWISCHEN.

Ich frage mich, was ich machen kann.

Hallo Skarlett,
du stehst nur dann dazwischen, wenn du dich
da hin stellst. Fühl dich mal frei und stell dich
dort hin, wo es dir gut geht.

Das geht auch trotz Verwandtschaft, auch wenn
es schwer ist.

Und was den Geburtstag betrifft: Auch da kannst
du entscheiden, wie der Tag wird - indem du dich
z.B. auf die Gäste konzentrierst, auf die du dich
freust - oder indem du vorab mit ein paar Ge-
spräche klärst/erklärst, weshalb die Situation so
ist, wie sie ist.

Wenn es gerichtlich geklärt ist, kannst du auch
die Wahrheit sagen, ohne wegen Rufschädigung
in Gefahr zu kommen.

Onkel hin oder her - wenn jemand so viel Leid
verursacht und sich so verhält - dann sollte man
das auch nicht vertuschen oder beschönigen.

Alles Gute!
Werner
 
Hallo Werner,

danke für deine aufmunternden Worte. Aber:

Zitat: du stehst nur dann dazwischen, wenn du dich
da hin stellst. Fühl dich mal frei und stell dich
dort hin, wo es dir gut geht.

Gut gebrüllt, Löwe. So easy ist das aber nicht. Ich mag ja alle Menschen meiner Familie gern. Und wenn Großmutter mir ihr Leid klagt, dass Mutter nichts mehr von ihr wissen will und sie wisse gar nicht, was sie ihr getan hätte.... bricht mir das Herz. Diese Frau hat mich quasi groß gezogen. Klar müssten die beiden das unter sich ausmachen, tun sie aber nicht.

Es gibt halt einfach Situationen, da kann ich diesem Konflikt nicht aus dem Weg gehen. Er trifft mich direkt. Gerade gestern, wir saßen am Kaffeetisch mit Oma und Opa, da kam mein Onkel mit seiner Frau dazu. SUPER! Mit der Tante komme ich bestens klar, die ist auch nur ein Opfer, aber Onkelchen hat neuerdings eine Art an sich - so überheblich, ich weiß nicht. Sollte ich jetzt den Tisch verlassen, weil ich dem nicht ausgesetzt sein will?
Ich meine, im Grunde biete ich meinem Onkel schon die Stirn. Das Thema ist schließlich seins und nicht meins. Mit ihm rede ich ja gar nicht mehr darüber, klare Ansage. Aber Großmutter ist immer so traurig. Wenn ich komme weint sie. Und mit unseren eigenen Geburtstagen? Was soll ich machen? Eigentlich möchte ich alle dabei haben, ich weiß aber, dass das Probleme gibt. Immer zweimal feiern? Einmal mit den Eltern, dann mit den Großeltern? Na ja, geht auch. Tief im Innern habe ich das Gefühl, ich müsste zwischen ihnen vermitteln, zwischen meinen Großeltern und meiner Mutter meine ich. Aber bringt das wirklich was, ausser vielleicht neuen Stress?

Gruß
Skarlett
 

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