Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Familie und Freundin unzufrieden mit meiner beruflichen Entscheidung

HDCraftY

Neues Mitglied
Hallo,

das könnte etwas länger werden.

Nach dem ich mit 18 normal mein Abitur abgeschlossen hatte, habe ich einige Jahre hin- und herstudiert, ich wusste nicht so recht, was ich machen sollte und hatte kein Ziel vor Augen. Erst mit 22 habe ich das alles auf die Reihe bekommen und habe angefangen Mathematik zu studieren, was ich dann auch mit einem B.Sc. abgeschlossen habe. Parallel dazu habe ich als Hobby Kunstgeschichte an der gleichen Universität studiert. Da hat zeitlich gepasst und auch in diesem Fach habe ich meinen Abschluss gemacht.

Jetzt stehe ich kurz davor im Bereich Finanz- und Versicherungsmathematik meinen Masterabschluss abzuschließen. Auch hier habe ich mein Hobby weitergeführt, sodass ich auch, leicht zeitversetzt, einen Master in Kunstgeschichte erhalten werden.
Soweit so gut.

In den letzten Jahren bzw. während meiner Masterstudien, ist in mir die Überlegung bzw. der Wunsch herangereift eine Ausbildung bei der Polizei bzw. beim BKA als Kriminalkommissar anzufangen. Gerade im Bereich der Wirtschafts- und Kunstkriminalität wären meine beiden Studiengänge äußerst hilfreich und ich habe mich vor einigen Monaten auf gut Glück dort beworben und habe dann vor einigen Wochen die Zusage bekommen.

Natürlich habe ich das meiner Familie und meiner Freundin erzählt, welche verständlicherweise etwas verhalten reagiert haben. Mittlerweile nimmt das aber massiv überhand und jeder versucht mich aktiv davon abzuhalten, obwohl die Sache mittlerweile schon in trockenen Tüchern ist.
Jetzt denken sich einige wohl zurecht; ist doch logisch. Der Beruf ist nicht ungefährlich, die Arbeitszeiten sind mies und das Gehalt ist auch nicht so berauschend.
Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass sich vor allem meine Freundin an der Gehaltsgeschichte stört. Bei jeder Diskussion zu dem Thema ist das ihr Hauptfokus.
Ich weiß nicht mehr wirklich weiter. Für mich ist die Sache schon abgeschlossen. Die Ausbildung beginnt in in Kürze. Sie selbst promoviert noch in einer Naturwissenschaft.

Habt ihr vielleicht irgendwelche Ratschläge für mich ? Der Wunsch zu Polizei zu gehen, war kein spontaner. Ich habe schon fast zwei Jahre davor immer mal wieder darüber gesprochen, aber ich glaube, dass mich niemand ernst genommen hat und alle geglaubt haben, dass das wieder einer meiner typischen Idee ist, die ich dann nie umsetze. Daher glaube ich, dass es für sie umso schockierender war als sie erfahren haben, dass ich das ernst meine.
 
Wenn deine Freundin dich wirklich gern hat, sollte sie dich bestärken statt dich verunsichern und hinterfragen, schade, dass sie das nicht tut.

Ich würde mir da nicht reinreden lassen, was hat deine Familie und Freundin denn davon, wenn du es nicht machst und den Rest deines Arbeitslebens das tust, was sie wollen, aber dafür total unglücklich bist?

Mach ihnen klar, dass DU damit leben musst, nicht sie. Sie machen ja auch, was sie gerne möchten, warum also solltest du das nicht dürfen?
 
Es ist dein Traumberuf, ja. Doch deine Freundin wird vielleicht einmal deine Frau. Eure Zukunft. Spreche mit ihr. Nehme ihr die Ängste und gib ihr Sicherheit, dann sollten sich alles beruhigen.
In meinem Fall war das nicht anders. Mein Freund studierte und wechselte dann zu einem normalen Ausbildungsberuf, da dies eher sein Traum war - er verdient jetzt 1200€ und arbeitet im Schichtdienst, alle 2 Wochen sehen wir uns nicht denn er Arbeitet den ganzen Tag und wenn er wieder kommt Arbeite ich. Sollte ich Arbeitslos werden, kann er mit diesem Gehalt uns nicht versorgen, ich könnte dies. Ich hatte vorher schon Angst, habe ihn aber unterstützt. Jetzt erweitern sich meine Ängste und er sieht sich nicht unterstützt in dem was er tut. Ein normales Gespräch ist nicht möglich wo ich all dies klären kann.
Rede mit deiner Freudin, nehmt euch viel Zeit.

Bei deinen Eltern kann es vielleicht auch schon mit dem Begriff Polizei im Zusammenhang sein. Ich kann mir nicht direkt vorstellen was du dann tun wirst? Vielleicht haben sie auch Angst um dich?
 
Hallo,

"jeder versucht mich aktiv davon abzuhalten", schreibst du.
Ich finde so etwas sehr traurig.

Du bist schließlich derjenige, der in Zukunft Tag für Tag seinem gewählten Beruf nachgehen, darin Leistung erbringen und jeden Morgen dafür aufstehen muss. Und nicht andere. Deshalb zählen letztendlich vor allem deine Wünsche, wenn es um deine berufliche Zufriedenheit geht - so sehe ich das.

Was nun nicht bedeutet, dass Nahestehende damit keine Probleme haben dürfen. Doch, das dürfen sie schon. Aber dich deswegen gezielt davon abhalten wollen...

Hmm naja, am Ende musst du selbst entscheiden, inwieweit du dich durch deren Wünsche gegenüber deinen Wünschen beeinflussen lässt. Rechne jedoch auch damit, dass nach deinem Ausbildungsstart keine Ruhe einkehren wird und du deren Unzufriedenheit dann eventuell mittragen musst...

Stimmt schon, ziemlich schwierig das Ganze.
 
Was hättest Du denn noch für Alternativen beruflich, die Deiner Freundin und der Familie besser passen würden?

Ich an Deiner Steller würde allerdings jetzt erstmal das verfolgen, was DU willst und diese Ausbildung bei der Polizei machen.
 
Ich finde es gibt fast nichts schlimmeres, als nicht von der Familie unterstützt zu werden.

Ich habe auch so nette Verwandte, die der Meinung sind sie wüssten wie ich mein Leben leben soll.

Mein Tipp: Stell dir die Frage: Lebst du für die oder für dich?

Ich sag dir ehrlich: Bei der Polizei oder als Hauptkommissar anzufangen
ist eine riesen Chance! Lass dir das nicht kaputt machen.
Trenn dich notfalls von Leuten, die dir das versauen wollen.

Ich fange nächstes Jahr nebenberuflich auch noch eine 5 jährige Therapeutenausbildung in Teilzeit an
und in meiner Verwandtschaft sind schon alle halb durchgedreht, als ich noch den Master anschließen wollte.
Ständig kommen fragen: "Als was willst du damit arbeiten? Willst du nicht endlich mal in die Rentenkasse einzahlen? Jetzt wirds aber Zeit."

Ich hab mich jetzt seit 4 Monaten von allen los gesagt und zu denen den Kontakt abgebrochen und nur noch zu den wichtigsten Kontakt (meine Mutter, meine Oma.)

Ich meine, wer sind alle Anderen, dass sie sich anmaßen über dein Leben zu bestimmen?

Mich bringt sowas mittlerweile auf die Palme.
Ich würde mir nicht anmaßen über die Lebenspläne anderer zu urteilen.

Von mir aus können Verwandte in den Dschungel gehen und als Kokosnussbeauftragte arbeiten, Selbstversorgergruppen gründen, im Wald leben oder sonstwas machen. Aber doch bitte nicht über die Lebensentwürfe anderer urteilen.

Sowas ist maximal daneben.

Und die Polizei hat schon familienfreundlichere Modelle als vor Jahren. Du kannst heute als Kommissar auch in Teilzeit arbeiten oder ein Babyjahr nehmen. Auch als Mann.

Mach um Gottes Willen die Ausbildung zum Polizisten.

Wenn es jetzt um eine Ausbildung als Fischer ginge oder ein Studium der Skandinavistik, hätte ich dir davon abgeraten, aber dein Job ist doch krisensicher.

Ich hab eher den Gedanken, dass deine Familie Angst hat, dass dir etwas passiert.

Stell dir mal vor, du machst das nicht. Was ist denn besser? Mit 40 unglücklich zu sein und die Chance nie genutzt zu haben und jeden Tag verbittert auf Arbeit zu rennen, als glücklich zu sein?

Ich würde mir auch überlegen, in welcher Beziehung ich zu meiner Freundin stehe.
Wenn sie dich wirklich liebt, unterstützt sie dich.

Aber einen verheißungsvollen Job zu Gunsten der Freundin aufzugeben. Ist es das wert?
 
Vielleicht kommt deine Familie nicht damit klar, weil vom Studium zur Ausbildung gehst. Viele Akademiker sehen darin einen Rückschritt, dabei ist der Beruf des Polizisten doch sehr gut. Vielleicht hat deine Familie auch Zweifel, weil es nun die dritte Berufsrichtung wäre? Es gibt Menschen, die diverse Studiengänge und Ausbildungen machen, weil sie dich einfach nicht festlegen können. Es gibt auch Partner, die sich grundsätzlich nur Akademiker als Partner suchen. Jemand mit einer Ausbildung würde für sie nicht in Frage kommen.

Ich würde mit deiner Freundin sprechen und ihr klarmachen, dass es etwas ist, was du gerne machen möchtest und ich würde die Ausbildung beginnen. Irgendwann gibt die Familie schon Ruhe und wenn es dir evt irgendwann nicht gefällt, kannst du immernoch auf deine 2 Studiengänge zurückgreifen.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben