Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

falsches Studium - kurz vor dem Abschluss

K

Katze341

Gast
Hallo,

ich befinde mich in einer sehr unangenehmen Situation. Ich befinde mich im 3. Mastersemester und merke, dass ich einen riesen Fehler gemacht habe. Ich habe etwas studiert, dass mich eigentlich nie interessiert hat, auch nicht als ich das Studium angefangen habe.
Ich habe ein sehr schlechtes Abi gehabt (3,1) und wusste nach der Schule überhaupt nicht wo es hingeht. Der Zivildienst hat mich dann noch weiter verunsichert, ich war immer total müde und habe eigentlich nur auf den Deckel bekommen von meinen Vorgesetzten. Gegen Ende der Tätigkeit hat sich herausgestellt, dass ich das Pfeifferische Drüsenfieber hatte.
Die wichtigste Anforderung für mein Studium war, etwas zu machen dass ich mir zutraue zu schaffen und wo ich später im Beruf wenig unter Druck stehe. Da ein Freund von mir Vermessungswesen an der TU studiert hat, der einen noch schlechteren Abischnitt als ich hatte und man damit wohl, wie ich dachte, gut als Vermessungsbeamter arbeiten kann, habe ich das Studium damals angefangen.
Die Situation hat sich dann aber sehr schnell geändert. Ich habe gemerkt, dass ich durchaus ein Talent für Mathe besitze und habe durchwegs gute Noten bekommen. Interessiert haben mich die Vorlesungen aber bis auf die Grundlagenfächer Physik, Mathe und Informatik (und später Bildverstehen) nicht. Seit dem 3. Semester hatte ich dann eigentlich auch den Wunsch zu Informatik zu wechseln. Ich habe mir dann aber gesagt, dass ich den Bachelor jetzt noch durchziehen muss. "Wer weiß ob ich dem Informatik Studium gewachsen bin? Lieber das machen in dem ich gut bin." Während dem Bachelor haben sich dann meine Noten gegen Ende etwas verschlechtert aber waren immer noch über dem Durchschnitt.
Da wäre eigentlich spätestens der Zeitpunkt gekommen zu wechseln. Dann kam aber wieder die Stimme: "Jetzt nochmal einen Bachelor anfangen? Mit lauter 17-Jährigen in den Vorlesungen sitzen? Und am Ende schaffst du das Studium dann nicht. Und vielleicht ist es dir ja auch viel zu theoretisch und dann hast du schon wieder Zeit verloren." Ich habe mich dann als alternative für den konsekutiven Master für den Bachelor in Medieninformatik beworben um dann zu merken, dass der eigentlich garnicht in Frage kommt. Wenn dann ein normales Informatik Studium. Danach habe ich erst festgestellt, dass ich mir für mein eigentliches Wunschstudium sogar 60 Credits hätte anrechnen können. Ich habe dann aber den konsekutiven Master angefangen, auch weil der einzige geeignete nicht-konsekutive Informatik Master leider eingestellt wurde (der wäre perfekt gewesen). Dann habe ich mich noch für ein Auslandssemester beworben und danach konnte ich natürlich auch nicht mehr wechseln. Denn dann wäre ja die Bewerbung umsonst gewesen.
Ich sehe das leider jetzt erst alles relativ klar. Ich befinde mich im Moment in meinem Auslandssemester und merke, dass ich dem Informatik Studium durchaus sehr gut gewachsen wäre. Auch, dass es mich durchaus sehr interessiert hätte, denn hier habe ich zum ersten Mal die Möglichkeiten Vorlesungen von anderen Fachrichtungen zu hören. Leider macht mich das gerade total fertig, auch weil ich mir einfach nicht wirklich vorstellen kann in meinem Fachbereich zu arbeiten (wenn ich denn überhaupt einen Job finden würde, denn die Aussichten sind nicht gerade rosig). Ich werde ständig mit jüngeren Leuten konfrontiert, die total überzeugt sind von ihrem Studium. Ich habe das Gefühl, dass ich einfach total etwas verpasst habe: das Gefühl etwas zu studieren, dass ich wirklich studieren will, weil interessant und gute Berufsaussichten und nicht aus Angst. Jetzt bin ich aber leider schon 25 (2 Jahre Pause nach Abi) und werde in ein paar Monaten 26.
Ich frage mich ob ich danach nochmal neu anfangen kann und dann auch noch einen guten Job finden kann. Wenigstens noch den Bachelor machen und dann vllt berufsbegleitend den Master. Oder meine Perspektive total ruiniert habe. Dieses Thema beschäftigt mich im Moment so sehr, dass auch meine Arbeit darunter leidet und ich sehe auch keine Möglichkeit wie sich das bald ändern könnte. War jemand schon mal in einer ähnlichen Lage und kann mir Ratschläge geben?
Vielen Dank und Grüße,
Katze123
 
Das ist jetzt natürlich alles meine eigene persönliche Meinung und wenn du irgendwas davon blöd findest, dann ignorier es einfach, aber ich weiss nicht, wie ich es politisch korrekt ausdrücken soll, deshalb:

Tu es!

Wenn du so klar siehst, was du machen möchtest, dann gibt es für mich keinen Zweifel, dass das der richtige Weg für dich sein wird. Es ist scheissegal, wie alt du bist und wie alt deine Kommilitonen sind und ob es nicht schon "zu spät" ist, nochmal etwas neues anzufangen. Wirklich. 🙂

Mach nicht den Fehler, dich zu sehr von solchen gesellschaftlichen Konventionen ausbremsen zu lassen, denn irgendwann wirst du das bereuen. Irgendwann bist du 50 Jahre alt und Vermessungsbeamter und weisst schon gar nicht mehr, wie das ist, wenn man sein Leben nicht hasst, weil du 8 Stunden pro Tag, 5 Tage die Woche etwas machst, worauf du keine Lust hast - und viel schlimmer noch, weil du die ganze Zeit darüber nachdenkst, wie es wohl wäre, wenn du damals eine andere Entscheidung getroffen hättest.

Also, wenn du es dir finanziell irgendwie erlauben kannst, würde ich an deiner Stelle ein Informatik-Studium beginnen. Du kannst ja sogar richtig viel anrechnen lassen! Wenn dann alles gut läuft, kannst du so in 2 Jahren bereits deinen Bachelor entgegennehmen. 🙂 Einen Master braucht man in der Informatik ja nicht unbedingt, Berufserfahrung bzw. ein gutes Portfolio ist da eigentlich wichtiger. Jedenfalls meiner Erfahrung nach. Und hey, falls du dann nach einem Semester merkst, dass es doch nicht so ist, wie du es dir vorgestellt hast, hast du doch nicht viel verloren. Dann kannst du immer noch Vermessungsbeamter werden!

Ach ja, mir fällt gerade ein, dass es auch im Bachelor-Studium die Möglichkeit gibt, an einer FH ein duales Studium zu machen! Dann wärst du gleich von Anfang an näher am Berufsleben.

Und hey, denk bitte nicht, dass das, was du bisher gemacht hast, irgendwie eine Verschwendung gewesen ist. Das war es nicht! Du hast genau das gebraucht, um an die Stelle zu kommen, wo du jetzt bist und dieser Umweg war halt gerade Teil deines persönlichen Weges. 🙂 Und alles, was du dabei über dich und deine Fähigkeiten und Interessen gelernt hast, kannst du jetzt sehr gut gebrauchen!
 
Falls es daran scheitert, dass du nicht traust, nochmal "nur" zu studieren in deinem Alter, was hältst du dann von einem Fernstudium? Informatik kannst du mindestens an der Fernuni Hagen studieren, dort sogar sehr günstig (angegeben mit 1600€) und an der Wilhelm-Büchner-Hochschule (dort wesentlich teurer, jenseits von 10.000€).
Das machst du dann größtenteils allein, ohne viel jüngere Kommilitonen dabeizuhaben, und nach eigenem Tempo.

Dauert natürlich länger als wenn du dich nur auf's studieren konzentrieren kannst, dafür wäre ein Abbruch lediglich finanziell ein Verlust, würde aber auf dem Lebenslauf nicht auftauchen müssen. Und wie s23w schon sagte, kannst du dir sicher eine Menge schon von Anfang an anrechnen lassen.

Ich weiß nicht, was ich an deiner Stelle tun würde, im Grunde befinde ich mich sogar in einer etwas ähnlichen Lage und rätsele auch noch 🙂
Bisher denke ich aber, dass wir es auf jeden Fall probieren sollten. Man bereut immer nur das, was man NICHT versucht hat, oder? Und wir sollten doch halbwegs zufrieden sein mit dem, womit wir für die nächsten 40+ Jahre den Großteil unserer wachen Zeit verbringen werden.

Mehr Mut! 🙂
 
Vielen Dank für die einfühlsamen und aufmunternten Worte!
Finanziell sollte es kein Problem werden. Ich mache mir nur etwas Sorgen um meine berufliche Zukunft. Einerseits könnte für manchen Arbeitgeber diese Fächerkombination ganz interessant sein, andererseits bin ich dann doch lange am studieren und bin dann mit 28 ohne nennenswerte Berufserfahrung auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit vielen sehr viel jüngeren Kandidaten. Ein duales Studium mit Fh kommt für mich kaum in Frage, da ich mich sehr für die Theorie interessiere und die an der Fh etwas zu kurz kommt. Ein Fernstudium wäre denkbar, wenn ich ein interessantes Jobangebot nach meinem Master bekommen sollte und das dann nebenberuflich machen kann. Dann würde ich aber wohl eher den Master in praktischer Informatik machen da der Bachelor so viel zu lange dauert.
Erstmal muss ich natürlich meinen aktuellen Master fertig machen. Im Moment kann ich eh nichts an meiner Situation ändern und es bringt mir auch nicht viel jetzt schon sehr viel darüber nachzudenken. Das hätte ich früher machen müssen. Trotzdem mache ich mir eine Menge Gedanken und bereue meine Entscheidung nach dem Bachelor sehr.
@Gast: in welcher Lage befindest du dich, wenn ich fragen darf ? 😉
Viele Grüße,
Katz
 
Ich sage auch, tu es.
Besser als es nicht zu tun. Was wird passieren, wenn Du es nicht tust ? Du wirst für immer Deinem Traum hinterherheulen, den Du nicht verwirklicht hast.
Lieber spät als nie.

Und was bringt Dir eine Ausbildung bei etwas das Du niemals machen willst ?
Eine gute Abschlussnote ist nicht das einzige was Du haben musst. Du musst mit diesem Job dann auch weitermachen ! Sei Dir da im Klaren. Nach dem Studium hast Du dieses Fach nicht hinter Dir, da geht es erst los.
Weshalb also weitermachen ?

Ich weiß, die verlorene Zeit hinzunehmen ist brutal.
Das will man nur sehr schwer akzeptieren.
Aber so macht man sich nur noch mehr kaputt.

P.S.: Bin gerade erschrocken, dachte am Anfang, dass das ein alter Thread von mir sei.
Bin auch 25, hab mir beim Zivildienst vor 3 Jahren auch das Pfeiffersche Drüsenfieber geholt und stecke auch gerade in einem Studium fest, bei dem ich nicht weiß ob ich das beenden werde.
War gerade echt gruselig das zu lesen.
 
Balsam für die Seele, diese Dinge hier zu lesen! Wirklich.

Wie ist es dir inzwischen ergangen? Ich hoffe gut!

Da du doch recht sicher bist, in dem was du zukünftig machen möchtest, kannst du den Schritt ruhig wagen. Es ist wichtig, loszugehen anstatt stehenzubleiben. Das Leben wartet auch mit vielen schönen Seiten auf, aber es bedarf der Lebensfreude, diese Seiten zu erkennen und auch zu genießen, aus ihnen Kraft zu schöpfen.

Wie viele Wege führen nach Rom? Angeblich alle! Auch der Weg zum Glück und der Zufriedenheit, die nicht immer am größten sein müssen jedoch existent sein sollten, führt über viele Ecke und Kanten. Die wenigsten nehmen den Weg dabei gerade und es zeugt auch von Reife, einen Neuanfang zu wagen, der bedacht ist.

Wage den Schritt, du wirst ihn bestimmt nicht bereuen. Verharst du jetzt in der Situation der aktuellen Jobsuche, bindest du dich vllt unter dem Schein vorübergehnder Zufriedenheit erst einmal was zu haben und steckst so nur unnötig fest
 
Hallo!
Die anderen haben ja schon relativ viel dazu gesagt. Ich bin auch der Meinung, dass Du einfach machen solltest, was Dir Spaß macht und was Du magst. Hab keine Angst davor, mit vielen jüngeren Personen zusammen zu studieren, ich kenne über 40 Jährige, die studieren. Falls es für Dich doch ein Problem darstellen sollte, kannst Du DIch ja immer noch beispielsweise für ein Fernstudium (siehe hier) entscheiden, wie ich es getan habe. So kann man beispielsweise nebenbei nnoch arbeiten gehen.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 1) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben