Hallo,
ich wende mich an euch, weil ich nicht mehr weiter weiß. Ich hatte schon immer Probleme mich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und mir fällt es schwer Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen. Das Lähmt mich dann sehr lange und ich sitze vor dem leeren Blatt, Word Dokument ohne einen Schritt weiter zu kommen. Wenn ich merke, dass es inhaltlich nicht voran geht, frage ich warum und was ich tun kann, um mein Arbeitsverhalten zu verbessern und meine Aufschieberei zu überwinden.
Im Moment befinde ich mich in einer besonders blöden Situation. Ich hätte eine Aufgabe für die Uni im Umfang von ca. 20Seiten bis zum 7.Januar fertig stellen müssen, habe stattdessen aber in den Weihnachtsferien andere Aufgaben für die Uni erledigt und diese wichtige Aufgabe total verdrängt. Als mir klar wurde, dass ich es innerhalb der kurzen Zeit nicht mehr schaffen kann, bin ich nervös geworden, habe Panik bekommen und zwar ständig darüber gegrübelt, wie ich es noch schaffen kann, aber mich nicht mehr inhaltlich mit dem Thema der Aufgabe beschäftigt. Als mir auf die Frage, wie schaffe ich es bis Dienstag mit der Aufgabe fertig zu werden keine Antworten mehr eingefallen sind und ich mich durch gefühlte 1000 Tipps zu Aufschieberitis/Prokrastination/Faulheit bekämpfen durchgelesen hatte, haben sich meine Gedanken verändert. Ich wollte nur noch wissen, was ich als Ausrede nehmen kann, um mehr Zeit zu bekommen und die Aufgabe zu meiner und des Dozenten Zufriedenheit zu erledigen. Ich hab nach Tipps gesucht, wie man schnell Krank wird, wie man Krankheiten simuliert und welche Krankheiten sich dafür eignen. Ich habe versucht mir den Arm zu brechen oder mir selbst ein blaues Auge zu hauen, doch beides hat nicht geklappt, da ich ein ziemlich gutes Bindegewebe und eine dunkle Hautfarbe habe. Sodass man den blauen Fleck unterm Auge nur sieht, wenn man so ca. 10cm vor mir steht.
Ich habe mich also einfach so krank gemeldet. Gut ging es mir ja auch nicht. Ich konnte nicht schlafen, mich nicht konzentrieren und habe ständig Dinge vergessen. Wörter, die eigentlich zu meinem alltäglichen Sprachgebrauch gehören sind mir nicht mehr eingefallen. Insgesamt erschien mir mein Denken verlangsamt. Doch einer guten Freundin, die mich anrief nachdem ich die Mail mit der Krankmeldung an den Dozenten geschrieben hatte erzählte ich nichts von meinem eigentlichen Symptomen und gab vor, dass ich die Aufgabe schon erledig hätte nur durch einen dummen Fehler wieder gelöscht und dass ich eine Magen-Darmgrippe hätte, weil ich Angst hatte, dass sie sich verplappern würde, wenn sie die Wahrheit kennen würde.
Auch wenn mir diese Lüge mehr Zeit verschafft hat, war ich nur die ersten 5 Minuten erleichtert. Danach ging das Gedankenkarussell von vorne los. Schlimmer als zuvor. Ich habe mich nur selten aufraffen können etwas für diese Uni-Aufgabe zu tun, die doch so wichtig ist. Ich habe mich abgelenkt mit der Suche nach Tipps und bin auf eine Seite der Uni Münster gestoßen. Der dortige Online-Selbststest ergab, dass ich im vergleich zu den anderen Teilnehmenden zu 95% mehr zu Prokrastination tendiere. Außerdem bekam ich den Tipp mir professionelle Hilfe zu holen, weil meine Werte bei dem Punkt zu Depressionen in dem Test auch sehr hoch waren.
Anstatt die Zeit zu nutzen und alles dafür zu geben meine Aufgabe zu erfüllen habe ich weiter nach Informationen gesucht, mir Adressen von Therapeuten und Coaches herausgeschrieben, mich aber nicht getraut dort anzurufen.
Ich habe mir selbst vorgespielt krank zu sein und mich total eingeigelt. Bin kaum noch aus dem Bett gekommen, habe mich von Zwieback und Haferschleim ernährt und mich nicht mehr aus dem Haus getraut. Als die gute Freundin anrief hab ich den Hörer nicht mehr abgenommen. Mein selbstauferlegtes Verbot in Facebook zu gehen, habe ich durchgehalten. Ich wollte auch mit niemandem schreiben, weil ich nicht noch mehr lügen wollte.
Ich habe mich mit meinen Zielen für dieses Jahr und in der Zukunft auseinander gesetzt. Ich schwinge immer so hin und her zwischen totaler Begeisterung für meine Ziele und totaler Mutlosigkeit. Das eine Mal gerate ich ins Schwärmen und Träumen und denke: "Oh, das wäre doch so toll, wenn das klappen würde. Das wäre genau das Leben, das ich leben will!" und das andere Mal bin ich total am Zweifeln. Was ist wenn ich meine Ziele nicht erreichen kann? Wie soll ich meine Ziele jemals erreichen, wenn ich dieses schreckliche Aufschiebeverhalten habe, das ich schon so lange loswerden will? Ich bin verzweifelt, weil ich schon so viel in meine Ziele investiert habe. Finanzieller und auch emotionaler Art. Ich habe mich zum Beispiel von meinem Freund getrennt, weil er andere Zukunftsvorstellungen hatte als ich. Was ist, wenn es doch nicht die richtigen Ziele für mich sind? Dann fallen mir ein paar Dinge ein, die mir Angst machen, mein Ziel tatsächlich zu erreichen. Werden meine Freunde dann noch zu mir halten? Werde ich genug verdienen? Werde ich je einen Mann finden, der bereit ist dieses Leben mit mir zu führen? Sollte ich mich nicht besser mit kleinen Dingen zufrieden geben, als auf dem Weg zu den Sternen zu scheitern?
Gleichzeitig dreht sich mein Gedankenkarussell ständig über meine Lüge und den Druck den ich mir damit selbst aufgebaut habe. Ich bin sonst eine sehr ehrliche Person und nun habe ich so etwas wie ein Doppelleben, weil ich es wieder einmal nicht geschafft habe meinen inneren Schweinehund zu bändigen und ins Handeln zu kommen. Ich habe Angst vor dieser Aufgabe, genauer gesagt vor dem Vergleich mit den Anderen, die zum Teil ihre Aufgabe schon abgeschickt haben und durchweg sehr gute Leistungen erbracht haben. Ich habe auch Angst davor, dass auffliegt, dass ich eine Ausrede verwendet habe.
Ich habe mich sehr zurückgezogen. Zwischenzeitlich habe ich mich nicht mal mehr aus dem Haus getraut, um meine Post aus dem Briefkasten zu holen, aus Angst mir würde dort jemand begegnen.
So vergeht die Zeit und ich bin immer noch nicht wesentlich weiter gekommen mit meiner Uni-Aufgabe. Gestern Abend (und erneut heute Morgen) ist es dann so weit gekommen, dass ich mich geritzt habe. Ich wollte mich bestrafen. Endlich herausholen aus meiner Welt der Illusionen. Ich wollte endlich aufwachen, konzentriert bei der Sache sein. Mich nicht mehr von meinen Träumereien, Zweifeln und Befürchtungen ablenken lassen.
Wenn ich es nicht schaffe, mein Aufschiebeverhalten endlich in den Griff zu bekommen, werde ich meine Ziele niemals erreichen. Und was viel schlimmer ist: ich werde gar nichts erreichen in dieser Welt. Ich versuche schon seit Jahren alles Mögliche, um mein Verhalten zu ändern. So langsam glaube ich nicht mehr daran, dass ich es schaffen kann. Doch wofür lohnt es sich dann noch zu Leben, wenn man sich selbst ständig eine Bremse ist, anstatt das zu tun, was richtig wäre?
Manchmal denke ich, es macht keinen Unterschied ob ich lebe oder sterbe, wenn ich sowieso nie zu der Person werde, die ich gerne sein würde...
Doch ich weiß natürlich auch, dass es den Leuten, die mich gern haben gegenüber unfair ist, so zu denken.
Wie schaffe ich es mein Aufschiebeverhalten dauerhaft zu verändern und endlich die Dinge in Angriff zu nehmen, die wirklich wichtig sind?
Grüße
ich wende mich an euch, weil ich nicht mehr weiter weiß. Ich hatte schon immer Probleme mich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und mir fällt es schwer Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen. Das Lähmt mich dann sehr lange und ich sitze vor dem leeren Blatt, Word Dokument ohne einen Schritt weiter zu kommen. Wenn ich merke, dass es inhaltlich nicht voran geht, frage ich warum und was ich tun kann, um mein Arbeitsverhalten zu verbessern und meine Aufschieberei zu überwinden.
Im Moment befinde ich mich in einer besonders blöden Situation. Ich hätte eine Aufgabe für die Uni im Umfang von ca. 20Seiten bis zum 7.Januar fertig stellen müssen, habe stattdessen aber in den Weihnachtsferien andere Aufgaben für die Uni erledigt und diese wichtige Aufgabe total verdrängt. Als mir klar wurde, dass ich es innerhalb der kurzen Zeit nicht mehr schaffen kann, bin ich nervös geworden, habe Panik bekommen und zwar ständig darüber gegrübelt, wie ich es noch schaffen kann, aber mich nicht mehr inhaltlich mit dem Thema der Aufgabe beschäftigt. Als mir auf die Frage, wie schaffe ich es bis Dienstag mit der Aufgabe fertig zu werden keine Antworten mehr eingefallen sind und ich mich durch gefühlte 1000 Tipps zu Aufschieberitis/Prokrastination/Faulheit bekämpfen durchgelesen hatte, haben sich meine Gedanken verändert. Ich wollte nur noch wissen, was ich als Ausrede nehmen kann, um mehr Zeit zu bekommen und die Aufgabe zu meiner und des Dozenten Zufriedenheit zu erledigen. Ich hab nach Tipps gesucht, wie man schnell Krank wird, wie man Krankheiten simuliert und welche Krankheiten sich dafür eignen. Ich habe versucht mir den Arm zu brechen oder mir selbst ein blaues Auge zu hauen, doch beides hat nicht geklappt, da ich ein ziemlich gutes Bindegewebe und eine dunkle Hautfarbe habe. Sodass man den blauen Fleck unterm Auge nur sieht, wenn man so ca. 10cm vor mir steht.
Ich habe mich also einfach so krank gemeldet. Gut ging es mir ja auch nicht. Ich konnte nicht schlafen, mich nicht konzentrieren und habe ständig Dinge vergessen. Wörter, die eigentlich zu meinem alltäglichen Sprachgebrauch gehören sind mir nicht mehr eingefallen. Insgesamt erschien mir mein Denken verlangsamt. Doch einer guten Freundin, die mich anrief nachdem ich die Mail mit der Krankmeldung an den Dozenten geschrieben hatte erzählte ich nichts von meinem eigentlichen Symptomen und gab vor, dass ich die Aufgabe schon erledig hätte nur durch einen dummen Fehler wieder gelöscht und dass ich eine Magen-Darmgrippe hätte, weil ich Angst hatte, dass sie sich verplappern würde, wenn sie die Wahrheit kennen würde.
Auch wenn mir diese Lüge mehr Zeit verschafft hat, war ich nur die ersten 5 Minuten erleichtert. Danach ging das Gedankenkarussell von vorne los. Schlimmer als zuvor. Ich habe mich nur selten aufraffen können etwas für diese Uni-Aufgabe zu tun, die doch so wichtig ist. Ich habe mich abgelenkt mit der Suche nach Tipps und bin auf eine Seite der Uni Münster gestoßen. Der dortige Online-Selbststest ergab, dass ich im vergleich zu den anderen Teilnehmenden zu 95% mehr zu Prokrastination tendiere. Außerdem bekam ich den Tipp mir professionelle Hilfe zu holen, weil meine Werte bei dem Punkt zu Depressionen in dem Test auch sehr hoch waren.
Anstatt die Zeit zu nutzen und alles dafür zu geben meine Aufgabe zu erfüllen habe ich weiter nach Informationen gesucht, mir Adressen von Therapeuten und Coaches herausgeschrieben, mich aber nicht getraut dort anzurufen.
Ich habe mir selbst vorgespielt krank zu sein und mich total eingeigelt. Bin kaum noch aus dem Bett gekommen, habe mich von Zwieback und Haferschleim ernährt und mich nicht mehr aus dem Haus getraut. Als die gute Freundin anrief hab ich den Hörer nicht mehr abgenommen. Mein selbstauferlegtes Verbot in Facebook zu gehen, habe ich durchgehalten. Ich wollte auch mit niemandem schreiben, weil ich nicht noch mehr lügen wollte.
Ich habe mich mit meinen Zielen für dieses Jahr und in der Zukunft auseinander gesetzt. Ich schwinge immer so hin und her zwischen totaler Begeisterung für meine Ziele und totaler Mutlosigkeit. Das eine Mal gerate ich ins Schwärmen und Träumen und denke: "Oh, das wäre doch so toll, wenn das klappen würde. Das wäre genau das Leben, das ich leben will!" und das andere Mal bin ich total am Zweifeln. Was ist wenn ich meine Ziele nicht erreichen kann? Wie soll ich meine Ziele jemals erreichen, wenn ich dieses schreckliche Aufschiebeverhalten habe, das ich schon so lange loswerden will? Ich bin verzweifelt, weil ich schon so viel in meine Ziele investiert habe. Finanzieller und auch emotionaler Art. Ich habe mich zum Beispiel von meinem Freund getrennt, weil er andere Zukunftsvorstellungen hatte als ich. Was ist, wenn es doch nicht die richtigen Ziele für mich sind? Dann fallen mir ein paar Dinge ein, die mir Angst machen, mein Ziel tatsächlich zu erreichen. Werden meine Freunde dann noch zu mir halten? Werde ich genug verdienen? Werde ich je einen Mann finden, der bereit ist dieses Leben mit mir zu führen? Sollte ich mich nicht besser mit kleinen Dingen zufrieden geben, als auf dem Weg zu den Sternen zu scheitern?
Gleichzeitig dreht sich mein Gedankenkarussell ständig über meine Lüge und den Druck den ich mir damit selbst aufgebaut habe. Ich bin sonst eine sehr ehrliche Person und nun habe ich so etwas wie ein Doppelleben, weil ich es wieder einmal nicht geschafft habe meinen inneren Schweinehund zu bändigen und ins Handeln zu kommen. Ich habe Angst vor dieser Aufgabe, genauer gesagt vor dem Vergleich mit den Anderen, die zum Teil ihre Aufgabe schon abgeschickt haben und durchweg sehr gute Leistungen erbracht haben. Ich habe auch Angst davor, dass auffliegt, dass ich eine Ausrede verwendet habe.
Ich habe mich sehr zurückgezogen. Zwischenzeitlich habe ich mich nicht mal mehr aus dem Haus getraut, um meine Post aus dem Briefkasten zu holen, aus Angst mir würde dort jemand begegnen.
So vergeht die Zeit und ich bin immer noch nicht wesentlich weiter gekommen mit meiner Uni-Aufgabe. Gestern Abend (und erneut heute Morgen) ist es dann so weit gekommen, dass ich mich geritzt habe. Ich wollte mich bestrafen. Endlich herausholen aus meiner Welt der Illusionen. Ich wollte endlich aufwachen, konzentriert bei der Sache sein. Mich nicht mehr von meinen Träumereien, Zweifeln und Befürchtungen ablenken lassen.
Wenn ich es nicht schaffe, mein Aufschiebeverhalten endlich in den Griff zu bekommen, werde ich meine Ziele niemals erreichen. Und was viel schlimmer ist: ich werde gar nichts erreichen in dieser Welt. Ich versuche schon seit Jahren alles Mögliche, um mein Verhalten zu ändern. So langsam glaube ich nicht mehr daran, dass ich es schaffen kann. Doch wofür lohnt es sich dann noch zu Leben, wenn man sich selbst ständig eine Bremse ist, anstatt das zu tun, was richtig wäre?
Manchmal denke ich, es macht keinen Unterschied ob ich lebe oder sterbe, wenn ich sowieso nie zu der Person werde, die ich gerne sein würde...
Doch ich weiß natürlich auch, dass es den Leuten, die mich gern haben gegenüber unfair ist, so zu denken.
Wie schaffe ich es mein Aufschiebeverhalten dauerhaft zu verändern und endlich die Dinge in Angriff zu nehmen, die wirklich wichtig sind?
Grüße