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Existenzängste

Hi Chrissi,

bei uns zu Hause war nie genug Geld da und wir mussten als Kinder oft auf vieles verzichten. Wenn dann mal Geld da war, wurden erst mal die Wünsche der Eltern, vielmehr meines Vaters erfüllt, ehe irgendetwas bei uns Kindern an kam.

Wenn ich dann mal Geld hatte, hortete ich für den Fall der Fälle.
Und auch noch im späteren Verlauf meiner Verdienstkarriere hortete ich alles mögliche.
Ich hab das recht gut in den Griff bekommen, als ich mich auf Ursachenforschung gemacht habe.
Dennoch passiert es mir auch noch heute ab und zu und hinterlässt bei mir eine Mischung aus Scham und Schuld.

Wie sah es denn finanziell bei euch zu Hause aus?
 

Hallo Gelöscht 132596,

schau mal hier: Existenzängste. Hier findest du vielleicht was du suchst.

@Dalmatiner , das mit der Therapie kannst du hier bei uns ns auf dem Land knicken. Ich war 2022 als der Ukrainekrieg anfing hier beim Hausarzt um iimir eine Überweisung zu holen für ne Therapie. Das war schon einen Aktion , weil er sowas für überflüssig hält. Hat mir nach einigem hin und her aber einen ausgestellt. Dann hab ich tagelang rumtelefoniert , nirgends jemand gefunden der noch Patienten annimmt. Einer in ca 100 km Entfernung hátte mich auf die Warteliste gesetzt , aber gleich dazu gesagt , dass die Wartezeit ca 2 Jahre beträgt.
Ich hab es dann irgendwann aufgegeben.
Ansatzweise sammel ich auch zu viele Dinge. Aber ich geb auch immer mal wieder einiges ab.
Das hat etwas befreiendes.
Und ich finde das fühlt sich genau so gut an, wie die Sicherheit etwas doppelt zu haben.
Probier es mal.
Und wenn der der die Dinge erhält darüber noch sichtlich erfreut ist, ist es gleich doppelt so schön.

Und das mit den 2 Jahren oder 100 Km, sind " Schutzreflexe " das Problem nicht angehen zu müssen, vermute ich.
Ich weiß das Psychologen auch online arbeiten können. Es dürfte Selbsthilfegruppen geben, und auch die KK bietet Kurse mit psychologischem Hintergrund.
Und ich könnte mir vorstellen, das auch z.B. Verbraucherberatungen Lösungsansätze bei solchen Problemen ( Konsumzwang ) haben.
 
Deine Einkäufe sind von Angst getrieben.
So etwas ist schon ein wenig problematisch.
Ich kaufe im Angebot auch schon mal eine Packung mehr auf Vorrat. Ansonsten weiß ich aber auch, das es in der nächsten Woche neue Artikel im Angebot geben wird.
Das sorgt dann für eine gewisse Abwechslung im Speiseplan.

Du musst aber zwanghaft mehrere Artikel kaufen, weil du befürchtest ansonsten nichts mehr zu haben.
Diesen Ängsten solltest du dich stellen.
Vielleicht bekomme ich die geliebten Schuhe nach 2 Jahren nicht mehr nachgekauft.
Dafür finde ich dann aber ein anderes Paar, welche vielleicht noch komfortabler sind.

Alleine wird es bestimmt schwierig etwas an der Situation zu ändern, deshalb würde ich versuchen mir Hilfe zu suchen.
Auch wenn es in deiner Umgebung schwierig ist einen Therapeuten zu finden, versuche alles um Hilfe zu bekommen.
Langfristig wirst du davon profitieren.

Für die Partnerschaft kommt's jetzt zu spät, aber vielleicht wären getrennte Wohnungen hilfreich gewesen.
 
@Chrissi1969 tut mir leid, ich musste meinen Beitrag hier löschen. Wenn Du meine Gedanken zu Deiner Situation wissen möchtest, können wir gerne per pn schreiben.
(...)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich möchte gerne Deinen Sammelzwang als nicht-erfolglos kategorisieren und begründe das auch.
Voraussetzung ist:
1.Du sammelst was Du absehbar gebrauchen wirst und wirfst anhand dieser Entscheidung wenig weg, was umkommt.
2. Bei der Lagerung der Dinge fallen keine Extrakosten an.
Und nicht zu vergessen, 3.: Wegen der Einkäufe scheinst du dich immerhin nicht zu verschulden oder sonstwie in finanzielle Schieflagen zu geraten.

Wäre das anders, wären das eher alles Indizien für Kaufsucht.
Ich kannte mal einen Kollegen, dessen Gattin hat auf dem höchsten Punkt der Krise seine EC-Karte samt Geheimzahl geklaut, um einzukaufen. Er hat sie nichtsahnend gestohlen gemeldet, bei der Polizei hat er dann ein Video der "Diebin" gezeigt bekommen und fiel aus allen Wolken.
Andererseits, wenn dein Partner sich deswegen getrennt hat, beschreibst du hier vielleicht nicht das ganze Ausmaß?

Was mich interessieren würde: an welchem Punkt kaufst du denn verbrauchte Dinge nach?
Wenn du drei Käse kaufen "musst", holst du Nachschub, wenn alle drei weg sind?
Oder isst du einen und "musst" dann drei neue kaufen?

Ich zum Beispiel, ich kaufe Schuhe, die ich richtig toll finde, auch doppelt. Ich hasse Schuhekaufen zutiefst und bin froh, wenn dann fünf Jahre Ruhe ist. Dann schaue ich aber auch nicht nach Schuhen, ich gehe erst wieder (genervt) auf die Suche, wenn das zweite Paar von meinen Füßen zu fallen droht.
Wie ist das also bei dir?
Erstmal ist "viele Dinge kaufen" kein ernstes Problem, je nachdem, wie die Details beschaffen sind.
 
Zitat entfernt (...)
(...)

Hier ist auch nicht von wahllosem Horten von allem selbst Müll die Rede , sondern davon, das Dinge im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten auf Vorrat gekauft werden.

2001 wollte ich mal einen Laden aufmachen und da konnte ich einen Posten Plastiktüten umsonst bekommen, ich hatte also 50.000 Plastiktüten ....gut ich hab den Platz ....aber habe mich gewehrt die wegzuwerfen und wenn ich in den letzten 25 Jahren jede Woche 4 Mal einkaufen gehe...und Tüten brauche, kaufe ich die ob nun 10 oder 20 oder 50 oder 75 Cent völlig egal ....so hab ich welche ....genauso egal ....aber das Gefühl ist besser, als wenn ich keine hätte.

Das ist nahezu auf alles übertragbar.....es hat etwas mit werteorientierter Sicherheit zu tun.

Beispiel aus meinem Leben - mein Urgroßvater war ein sparsamer Mensch als ich ihm mal helfen wollte als Kind in der Werkstatt, weil ich grade nix zu tun hatte zeigte er mir eine große Holzkiste mit Nägeln. Die waren alle unterschiedlich und verbogen , die sollte ich grade kloppen, gesagt getan, die kamen nachher wieder in die Kiste , Kiste wurde abgeschlossen - " Wenn ein Krieg kommt sind die wichtiger als Gold" sagte er immer - ich als Kind hab das nie verstanden...als ich den ganzen Kram dann irgendwann mal übernahm, da hatte sich viel Zeug angesammelt 3 Generationen Kram....und was hab ich in der Werkstatt gefunden, die Holzkiste , mit Schloss.
Nach 45 Jahren alle Nägel noch da eingeölt nicht verrostet......aber ab zum Schrotti....Kann mir grade Nägel leisten ....
na und was kaufe ich, das Paket mit den 10.000 Stück ..........aber besser 10.000 zu haben, als nur 1000 die sind ja schnell vernagelt....
Mehl genauso - wozu brauche ich 5 Kg Mehl ??? Niemals - auf einmal ....aber hab ich im Schrank.
Salz 4 Pakete . Zucker 4 Pakete , etc. Spüli eben gesehen, 5 Flaschen ....
ich kaufe glaube ich alle Dinge , die ich ständig brauche, meist im Angebot in größeren Mengen.

Aber mich wirft es nicht aus der Bahn, wenn was aufgebraucht ist oder zuende geht , es macht mir auch keine Angst, das wäre aber so , wenn es wie in einem Kriegsgebiet immer nur sporadisch was gäbe , das wäre purer Stress oder etwas zu brauchen und ich hab das Geld nicht - viel schlimmere Vorstellung für mich , wenn ich es als Sicherheitsverlust sehe.
Solange ich aber das Geld habe , so lange kann ich auch die Ware kaufen, bessere Situation für die Sicherheit...selbst beim Öl für die Heizung - klar ist es ein besseres Gefühl, das Öl im Tank zu haben, als nur das Geld auf der Bank.....es ist werteorientiertes Sicherheitsdenken - denke ich .

Gelernt aus der Generation des Aufbaus ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Entweder du legst dir einen sinnvollen Notvorrat, da gibt es ja Empfehlungen, oder du kaufst wirklich nur das, was du vor dem schlecht werden verbrauchen kannst.

Alles andere ist drüber. Kleidung, Schuhe, wenn du Platz hast, sehe ich nicht so das Problem das kannst du auch wieder weggeben. Aber woher kommt das?
Wenn das so einfach wäre, hätte ich das Problem nicht.
Es ist ja die stândige Angst da , es könnte von irgendwas zu wenig da sein.
 
Ich möchte gerne Deinen Sammelzwang als nicht-erfolglos kategorisieren und begründe das auch.
Voraussetzung ist:
1.Du sammelst was Du absehbar gebrauchen wirst und wirfst anhand dieser Entscheidung wenig weg, was umkommt.
2. Bei der Lagerung der Dinge fallen keine Extrakosten an.

Unter dieser Bedingung gilt:
Zum Zeitpunkt heute setzt Du einen Erwerb zulasten Deines Arbeitseinkommens ein.
Das heisst: Für einen Stundenlohn kaufts Du Klopapier, welches Du ohne Mehrkosten lagerst.
Da Du den Stundenlohn bei der Sparkasse bunkern könntest. würdest Du ohne Verrenkungen recht sicher weniger Zinsen bekommen als die Inflation ausmacht.
Daher verdunstet schnell verfügbares Vermögen dort. Du bekommst also nicht denselben Betrag inflationsbedingt erhöht zurück.
Nun gibt es dazu aber die Teuerungsrate. Die bemisst sich nicht anhand der Inflation sondern anhand steigender Nebenkosten bei zu tätigenden Investitionen.
Damit meine ich, dass Unternehmen zwar mitkriegen, dass sie billiger anbieten könnten, sofern deren Kosten gesunken sind( vergleiche: Tankstelle), aber dass es ihnen leider.. leider so schnell nicht möglich war, die Preise anzupassen, sie also zähneknirschend die Gewinne mitnehmen.

Wer also heute ein Ding kauft und sagt: war ok, der vergleicht später, ob er zu derselben Stundenarbeitsleistung das gleiche Produkt noch mal kaufen könnte und stellt oft fest: nee - ich müsste nun dafür länger arbeiten. Er nutzt es aber zu dem Stundensatz von damals. Dagegen steht, dass er Zinsen hätte haben können.
Aber nicht so viel wie die Geldentwertung ausmacht, sonst täte das jeder, und man hätte die wundersame Geldvermehrung - aber keine Arbeit mehr.

Also halte ich es für klüger in Dinge zu investieren, und bei einer Nutzung oder einem Verkauf zu behaupten: Will ich es nutzen oder willst Du es haben, dann hat es den Wert den ich selbst aufgewendet habe.

Dein potentieller Partner muss die Sichtweise nicht verstehen, da Du vor der endgültigen Bindung autonom bist und selbst bestimmst was Du tust.

Sollte er sich also vorher schon einmischen, dann später erst recht: Du verbiegst Dich für Ihn.

Ob Du das brauchst entscheidest Du selbst.
Wenn ich das so sehe verleitet es mich eher dazu noch mehr zu bunkern 😄😄😄😄😄
 
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Dennoch passiert es mir auch noch heute ab und zu und hinterlässt bei mir eine Mischung aus Scham und Schuld.

Wie sah es denn finanziell bei euch zu Hause aus?
Finanziell ging es uns eigentlich nicht schlecht. Aber meine Mutter war absolut geizig, sie gönnte nur sich selbst was.
 

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