Ich frage mich, was die Dame studiert.
Sie behauptet, dass sie irgendwas mit Medien studiere. Der Lehrer ist Geschichtslehrer - was hat das mit Medien zu tun?
Dann sagt die Dame noch: "Zwar fand ich acht Prüfungen in drei Wochen heftig, aber ein Studium soll ja auch anspruchsvoller sein als die Schule. Umso überraschter war ich von den Prüfungen und von meinen Noten. Wo ist denn die Eigenleistung, wenn ich fünf Theorien nenne und erläutere? Und warum waren meine Noten trotzdem so schlecht? ...
Ich habe einfach kein Buch mehr in die Hand genommen, sondern 200 Folien in mein Kurzzeitgedächtnis geprügelt. Ich habe sogar ein halbes Jahr im Ausland verbracht und danach alle Prüfungen mitgeschrieben, ohne je die Vorlesung betreten zu haben! Das war ganz einfach, ich musste ja nur ein Skript auswendig lernen. Meine Noten waren in jenem Semester gut wie nie zuvor. Meine Angst, wegen schlechter Noten keinen Platz im Masterstudium zu bekommen, war am Ende wohl doch größer als der Wille, dem System zu trotzen. "
Das hört sich nicht nach einem Geschichtsstudium an. Im Geschichtsstudium gibt es keine/kaum Skripte. Man sitzt meistens in Seminaren und schreibt Hausarbeiten. Dort gibt es keine 8 Klausuren im Semester - die gibt es vielleicht im ganzen Studium, wenn überhaupt, da man primär doch Hausarbeiten schreibt als Prüfungsleistung. (Zumindest ist es bei mir so und an anderen Unis soll es auch so sein laut Dozenten).
Für Hausarbeiten braucht man in der Tat keine Fakten, mann muss nur wissen, wo man die Infos findet ;-)
Die Dame scheint nicht Geschichte zu studieren. Skripte, Vorlesungsfolien und Klausuren - das hört sich nach BWL mit Nebenfach Medienwissenschaften z.B. an. Oder VWL. Die Dame studiert keinesfalls hauptsächlich Geschichte - somit kann man das nicht vergleichen. Würde sie Geschichte studieren, würde sie kritisieren, dass man keine Hausarbeiten schreibt in der Schule.
Aber letztendlich stellt sich die Frage, warum die Schule das alles vorkauen muss. Die Uni fordert nunmal Eigeninitiative. Wenn die Dame nicht richtig lernen kann, dann liegt das nicht an der Schule, sondern an ihrer schlechten Selbstorganisation.
Das schaffen andere ja auch auf Anhieb und die kennen das auch nicht aus der Schule.