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Ex-Schülerin schreibt Brief an ihren Lehrer (und dann noch öffentlich!)

  • Starter*in Starter*in LVchen
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Huhu,

danke für den Beitrag, sehr interessant!
Ich finde die Schülerin total daneben! Sie sollte sich glücklich schätzen einen Lehrer gehabt zu haben, der fürs Leben und nicht für die letzte Klausur unterrichtet hat! Diese Lehrer gibt es wirklich so selten!

Und dass man die Uni nicht mit der Schule vergleichen kann, das wurde uns von der Schule aus schon häufiger gesagt! Es ist schlimm genug, das solche Zustände an Unis herrschen, aber dann sollten diese kritisiert werden und nicht der gute Unterricht eines Lehrers, der die Fehler des Systems erkannt hat und aktiv dagegen arbeitet. Und wenn man sich gedanklich austauschen will, dann sind freiwillige Gruppen an Unis keine Mangelware und auch während der Schulzeit nicht, man muss sich nur engagieren wollen! Klar, sie musste sich um weiter zu kommen an das System anpassen, aber ihre guten Noten hätte sie dazu nutzen können, ein wenig mehr ihr Hirn ein zuschalten...
Und oh, die Erkenntnis das Denken anstrengend ist, auf die kam Madame auch sehr früh...schade, dass diese Person den Bachelor geschafft hat, kapiert hat sie nichts!

Liebe Grüße
 
Brief an.den Ex-Lehrer: "Sie haben uns völlig falsch vorbereitet" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL

Brief an die.Ex-Schülerin: "Charlotte, was soll ich Dir Tröstliches sagen?" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL


Dass der Lehrer auch noch darauf reagiert hat, ist einfach mal so was von daneben. :mad:

Was erwartet denn die Frau?
Die Schule ist ein ganz anderer Schnack als die Uni. 🙄

Ich frage mich, was die Dame studiert.
Sie behauptet, dass sie irgendwas mit Medien studiere. Der Lehrer ist Geschichtslehrer - was hat das mit Medien zu tun?

Dann sagt die Dame noch: "Zwar fand ich acht Prüfungen in drei Wochen heftig, aber ein Studium soll ja auch anspruchsvoller sein als die Schule. Umso überraschter war ich von den Prüfungen und von meinen Noten. Wo ist denn die Eigenleistung, wenn ich fünf Theorien nenne und erläutere? Und warum waren meine Noten trotzdem so schlecht? ...
Ich habe einfach kein Buch mehr in die Hand genommen, sondern 200 Folien in mein Kurzzeitgedächtnis geprügelt. Ich habe sogar ein halbes Jahr im Ausland verbracht und danach alle Prüfungen mitgeschrieben, ohne je die Vorlesung betreten zu haben! Das war ganz einfach, ich musste ja nur ein Skript auswendig lernen. Meine Noten waren in jenem Semester gut wie nie zuvor. Meine Angst, wegen schlechter Noten keinen Platz im Masterstudium zu bekommen, war am Ende wohl doch größer als der Wille, dem System zu trotzen. "

Das hört sich nicht nach einem Geschichtsstudium an. Im Geschichtsstudium gibt es keine/kaum Skripte. Man sitzt meistens in Seminaren und schreibt Hausarbeiten. Dort gibt es keine 8 Klausuren im Semester - die gibt es vielleicht im ganzen Studium, wenn überhaupt, da man primär doch Hausarbeiten schreibt als Prüfungsleistung. (Zumindest ist es bei mir so und an anderen Unis soll es auch so sein laut Dozenten).
Für Hausarbeiten braucht man in der Tat keine Fakten, mann muss nur wissen, wo man die Infos findet ;-)
Die Dame scheint nicht Geschichte zu studieren. Skripte, Vorlesungsfolien und Klausuren - das hört sich nach BWL mit Nebenfach Medienwissenschaften z.B. an. Oder VWL. Die Dame studiert keinesfalls hauptsächlich Geschichte - somit kann man das nicht vergleichen. Würde sie Geschichte studieren, würde sie kritisieren, dass man keine Hausarbeiten schreibt in der Schule.

Aber letztendlich stellt sich die Frage, warum die Schule das alles vorkauen muss. Die Uni fordert nunmal Eigeninitiative. Wenn die Dame nicht richtig lernen kann, dann liegt das nicht an der Schule, sondern an ihrer schlechten Selbstorganisation.
Das schaffen andere ja auch auf Anhieb und die kennen das auch nicht aus der Schule.
 
Hast Du die Texte überhaupt gelesen oder nur die Überschrift?
Ich glaube, dass Dir die Ironie entgangen ist, sonst würdest Du das nicht wörtlich nehmen. Der Text ist doch keine Kritik am Lehrer und seinem Stil, ganz im Gegenteil, sie ist eigentlich ein großes Lob. Das ist Kritik am Bachelor-System und am stumpfen Auswendiglernen.

Die Einleitung im Spiegel finde ich komplett daneben, in der der Brief als "Abrechnung" und "Attacke" bezeichnet wird. Ich habe das komplett anders gelesen.
 
@ Alain

Das habe ich auch zuerst gedacht, dass es Ironie sein sollte, aber die Antwort des Lehrers ist ernst und die "Attacke" wie es der Spiegel betitelt, spricht auch eher dafür, dass das nicht ironisch gemeint ist...
 
@ Alain

Das habe ich auch zuerst gedacht, dass es Ironie sein sollte, aber die Antwort des Lehrers ist ernst und die "Attacke" wie es der Spiegel betitelt, spricht auch eher dafür, dass das nicht ironisch gemeint ist...

Gerade die Antwort bestärkt mich in dem Glauben daran, dass es keine Attacke war. In den letzten beiden Absätzen spricht der Lehrer an, dass sie den vermissten Transfer schon geleistet habe. Verknappt gesagt hat sich das Mädchen das Studium in etwa so vorgestellt, wie sie den Unterricht bzw. den Umgang mit Lernstoff damals in der Schule bei diesem Lehrer vermittelt bekam. Das "Tut mir leid" des Lehrers ist ja auch nicht wörtlich zu nehmen, wie der folgende Satz belegt.

Natürlich sollte das Studium in etwa so sein, wie sich die junge Frau das vorgestellt hat. Dass früher auch nicht alles rosig war und man heute wirklich für jeden Stuss eine Studie oder einen noch so abstrusen "Beleg" findet, stimmt in meinen Augen auch.

Hier sind meiner Ansicht nach zwei Menschen, Schülerin und Lehrer, genau der gleichen Meinung. Beim Lehrer haben wahrscheinlich der Enthusiasmus und bestimmte Ideale der Ernüchterung schon etwas länger Platz gemacht, wobei er betont, dass er nicht verbittert ist. Für die Schülerin ist das eine frische Erfahrung, die sie eben auf diese Weise, also fast schon auf literarische Weise, in Form eines offenen Briefes, zu verarbeiten und anzuprangern versucht. Das zeigt Engagement, den Willen aufzurütteln. (Privat hätte der Brief kaum einen Sinn gehabt)

Das betroffene Bild des Lehrers und die Einleitung finde ich irreführend, ich sehe die beiden auch inhaltlich auf einer Wellenlänge und denke, der Text spricht eine deutliche Sprache. Der Lehrer antwortet ja auch nicht ganz ohne Ironie oder gar Sarkasmus (siehe die Stelle mit dem niedersächsischen Zentralabi).

Ich denke, dass der Lehrer auch ein eher seltenes Exemplar ist, dass er den Kindern damals wirklich beizubringen versuchte, Dinge zu reflektieren und selbst zu erarbeiten, zu eigenen Ergebnissen zu kommen. Das geht vielen Studiengängen heute ab. Da trennt sich dann normalerweise auch die Spreu vom Weizen.

Natürlich kann ich nur für sehr wenige Studiengänge sprechen und ich will nicht den selben Fehler machen, der in den Texten hervorgehoben wird. Aber aus meiner Erfahrung ist da was dran.
 
Also ich habe nicht studiert - bin also bissel blöd und sicherlich glaubst du, daß es überflüssig ist, meinen Beitrag zu lesen. Da du michbissel kennst, liest du vielleicht doch weiter🙂:

Ich habe nur die Hälfte des Briefes der Schülerin gelesen. Bis dahin fand ich die Schilderungen rundweg sarkastich - kein Vorwurf an den Lehrer, sondern
eine Schilderung der unmöglichen Methoden der verschiedenen Universitäten.

Könnte sein, daß sich in der zweiten Hälfte des Briefes noch die Sache ins Gegenteil verkehrt. Aber erstmal meine Gedanken zur ersten Hälfte.

Wenn ich höre: "nicht mein Wortlaut" - dann kann da was nicht richtig sein!.

IMMER gibt es verschiedene RICHTIGE Wege nach Rom!
Auch in der Mathematik gibt es nun mal verschiedene Wege und wenn die ein Lehrer nicht kennt und akzeptiert, sondern seine Schüler zwingt, SEINE Methode zu verwenden, ist er am falschen Platz: egal ob Lehre, Dozent oder Proffessor, wobei ich das bei Proffessoren noch am ehesten NICHT vermute.
Die eine Dozentin da muß sich wohl erst noch die Sporen verdienen?

Ja sicher, es gibt "Kurzkontrollen", wo die Fakten abgefragt werden, aber wo "Wege" eine Rolle spielen, sollte wohl jeder seine Wege wählen dürfen oder nein: wählen müsssen. Sie sind ja auch markant für die Schnelligkeit oder/und Sicherheit.

Bücher sind Freunde - Freund muß man suchen, finden und es ist ein Verdienst Freundschaften aufrechtzuerhalten.

Ein Studium ohne Bücher ist, wie ein Leben ohne Freunde. Es wird dir immer was fehlen.

- - - 🙂🙂
Anfügung
Ahhhh, jetzt habe ich den Beitrag von Alain gelesen und er schreibt genau das, was ich aussagen wollte, nur er hat wohl beides, ganz gelesen.
 
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