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Ex hat mich systematisch klein gehalten. ich bin raus...wie stärken?

G

Gast

Gast
Hallo liebes Forum,

wie der Titel schon impliziert geht es um meinen Ex Freund und natürlich hänge ich da noch mit Gedanken/Gefühlen drin.
Wir lernten uns vor 2 Jahren kennen. Er wohnte unter seiner Mutter. In seiner Wohnung gab es noch einige Dinge von seiner Ex Freundin.
Angeblich hat sie ihn betrogen und es War Vllt 3 Monate her zu diesem Zeitpunkt. Jedoch waren mir ihre Ohrenarzt auf seinem Nachttisch schon suspekt.
Innerhalb der ersten Wochen schaute er bereits ungefragt in mein Handy und diktierte mir wie ich mich beim ausgehen zu verhalten habe zb. Was Bier ausgeben lassen betrifft. Er schrieb weiter mit Spitznamen mit seiner Ex... es ging wohl noch um gewisse Dinge die sie aus der Wohnung holen musste.
Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen.
Da sie auch teil seines Freundeskreises war hatte ich auch dort meine Startschwierigkeiten. Bei der Einladung eines Freundes hieß es "ich weiß nicht wie die Mädchen auf sie reagieren". Man sollte meinen mit Ende 20 ist man alt genug doch iwie war mir da bereits die Lust vergangen.
Einerseits wollte er mich mitnehmen...andererseits war mir auch alles so komisch.
Nach ein paar Wochen sagte er mir bereits dass er mich lieben würde und schenkte mir seine Wohnungsschlüssel. Mir persönlich war es zu schnell.
Da ich also nicht gerne in seiner Wohnung war kam er oft zu mir. Ich wohnte noch bei meinen Eltern. Hatte gerade die Ausbildung abgeschlossen.
Doch bald war es mir so als wäre er mehr Freund meiner Eltern als meiner. Einerseits gut andererseits fand ich es zu viel des Guten.
Er miemte den perfekten Schwiegersohn.
Etwa nach einem Jahr zog ich erstmals aus und natürlich mit ihm zusammen.
schnell wurde mir klar, dass es mir definitiv zu eng war.
Er War schlampig. Ich war es gewohnt Dinge sofort wegzuräumen. Irgendwann stellte ich das meckern ein und sah auch keinen Grund hinterher zu sein.
plötzlich fing er jedoch an an mir zu zweifeln. Dass ich ja noch keine richtige Frau wäre die hinter ihrem Mann stehen würde. Es war mir zu unkonkret. Ich war zu der Zeit arbeitssuchend. Es war Winter und wohl litt ich etwas an Depressionen.
Ich kam gerade aus einer Arbeit mit einem mobbenden Chef. Schnell fand ich eine neue Beschäftigung.
Mein Freund äußerte ständig "du machst ja nix". Er misste seinen Aufgaben viel mehr Wert bei. Das fand ich unsinnig. Ich war der Auffassung, dass in einer Lebensgemeinschaft man zu gleichen Teilen etwas schafft. Zumindestens seinen eigenen Krempel wegräumt.
Doch er meinte mich emotional zu erpressen und sagte "wenn eine Frau ihren Mann liebt würde Sie...". Ich weiß nicht aus welchem Katalog das stammt. Er stellte meine Liebe in Frage und verglich es mit einer sachlichen Kritik. Ich sollte kochen wenn er heim kommt. Das Problem war, dass er nach der Arbeit ständig zum Sport ging und um 21-22 Uhr war es mir zu spät zum essen.
Irgendwie funktionierte es nicht und jegliche Versuche ein Kompromiss zu finden scheiterten weil er mit dem Finger auf mich zeigte und sagte ich sei faul.
So wurde eine sachliche Eben wieder auf Beziehungs Ebene gehoben und er war fein raus.
Er gab mir mehr und mehr zu verstehen wie falsch ich bin und sagte auch ich sei noch keine richtige Frau.
seine Mutter die nun 200 Meter weiter wohnte kam unangemeldet vorbei und sagte zu mir, dass ihr Sohn mal langsam planen will...und sie beäugte die Wohnung und maßte sich an darüber zu urteilen. Wieder stand nur ich da wie ein Hornochse.
Die Zeit verging. Ich würde Stiller. Wurde unzufriedener. Mein Partner zog sich zurück. Als ich fragte was los sei und mir Zärtlichkeit fehlen würde sagte er "Such dir einen Arbeitslosen, die haben immer bock".
Es tat alles so weh.
Kommunikation war kaum möglich. Ich wusste nicht was mit ihm los war. Er War wie ausgewechselt. Seine Mutter hatte zu der Zeit eine Affäre mit einem Mann in seinem Alter. Ich spekuliere es hatte damit zu tun und er projizierte da etwas auf mich was Unterstützung anging.
Ich meine in welchem Zeitalter leben wir? Wir hatten kein gemeinsames Konto. Ich war finanziell nicht auf ihn angewiesen und er wollte welche Unterstützung von mir? Ich war 24, er 31.

Die Krönung kam aber zu seinem Geburtstag.
Er wollte bei uns ein Dinner machen vor seiner Feier zwei Tage später. Da er später nach hause kommt wollte ich wissen wie er sich das vorstellt. Drei Tage vorher wusste er weder was er essen möchte noch wen er einlädt. Ich habe gefragt ob es denn überhaupt nötig ist, meine Mutter hatte ihn das auch gefragt. Er meinte nur zu mir "du hilfst ja eh nicht". Wieder tauchte das trotzige Kind auf und ich machte eine Liste wie wir das alles schaffen würden.
doch dann sagte seine Mutter sie könne an dem Tag nicjt und er wollte dann plötzlich nicht mehr.
aber wieder sah es aus als würde ich nichts schaffen.
Der Abend vor seiner Feier bereitete er mit seinem Freund bei der Mutter essen für die Feier vor.
Ich nahm mir extra frei. Ich kam hinzu und wollte helfen. Mein Freund meinte dann "Ich würde es lieber mit x alleine machen".
Ich fragte mich warum ich überhaupt da war. Er hätte sagen können "Schatz, setzt dich, entspann dich, wir machen das schon". Ich war sauer, nachdem was die Wochen vorher war...er mich in seine Planungen nicht einbezog und andererseits von Partnerschaft und Rückhalt sprach. Ich ging heim. Und wieder sah es aus als wäre ich die Hexe. Vllt bin ich es...dann müsst ihr mir das am besten sagen.🙂)
Ich half 4 Std. Mit aufbauen am nächsten Tag.
Mir war übel, ich wollte nicht wirklich feiern...ich wusste wenn ich nicht komme wäre das das Ende, wobei es dann wahrscheinlich klüger gewesen wäre.
Ich kam also mit meiner Familie zur Feier und war einfach Gast.
Die Mutter ließ hinter meinem Rücken bei meinem Vater verlauten, dass es unmöglich sei was ich mir da leiste.
Ihr könnt euch nicht vorstellen wie unangenehm mir dieser abend war.
ich War im falschen Film. Die Mutter und die Schwester meines Freundes haben mich Wochen zuvor gefragt ob ich eine Idee habe für ein Event für den abend. Ich schlug eine Filmcollage vor.
und dann standen alle im Vorführungsraum und ohne dass die beiden mich mal hätten eingeweiht zeigten sie stolz ihre Idee, ihren Film. Weinten vor eigenstolz. Ich hätte kotzen können. Ich stand zwei Reihen hinter meinem Freund und er Arm in Arm mit seinem Kumpel der auch Geburtstag hatte. Ich wusste nicht mehr wo mein Platz war.
als ich dann erfuhr dass die Mutter sich über mich aufregte war ich sauer. Es ging soweit dass unsere Familien sich aufstachelten. Mein Freund hat mir nie verziehen dass er wegen mir seine Mutter angemeckert hat. Er wusste wohl dass ihr Verhalten nicht auf Augenhöhe stattfand.
Der Abend hatte erst später seine Krönung. Ich unterhielt mich nach dem Abend mir einem Gast über Berufsrisiken weil mein freund die selbe Ausbildung machen wollte. Während wir also über Gefahren und Tod sprachen wollte mein Freund n Kuss haben. Ich verwies ihn auf später. Es war mitten im Gespräch nicjt passend.
als ich es beendet hatte sah mein Freund mich an und sagte "Du bist so eine Schlampe". Er fand nach so einem Abend hätte ich die Füße still halten und an seiner Seite stehen müssen. Für mich wieder so unkonkrete Kritik. Weil er war dauernd überall und nirgendwo und wir waren die Wochen vorher nie so harmonisch. Nicht nur wegen mir. Aber auch hier sollte ich büßen und die Feier verlassen.
und ich dumme Gans habe am nächsten tag brav mit abgebaut und er konnte weiterhin auf mir Rum trampeln.

Als ich nun vor 4 Monaten von heute auf morgen zu meinen Eltern zog kam auch keine Reue von ihm. Kein Versuch die liebe zurück haben zu wollen. Mir scheint es ging ihm ständig um sein Ego. Hauptsache er fühlte sich besser. Er wollte in spät. Einem Jahr ein Kind...ich sagte "schön dass WIR drüber gesprochen haben". Es war nie Platz für mich in dieser Vorstellung.
er stellte mir nur noch Steine in den Weg. Selbst unsere Vermieterin bekam mit wie er sich benimmt als wir die Wohnung zur Besichtigung freigeben. Sie war so enttäuscht von ihm.
Nun lebt er wieder bei seiner Mutter und ich in einer lieben Wg.
Mir geht das alles noch so nah. Ich bin sauer auf mich und mir ist es unbegreiflich was ich dieser Familie angetan habe, dass die so zu mir waren. Ich hätte ziemlich starke Zweifel an mir selbst, doch irgendwann konnte ich nicht mal mehr glauben dass ich mir alles selber zuzuschreiben hatte.
Werte aus den 50 er Jahren. Verkehrte Rollenverteilung.
Doch was ich am schlimmsten fand, dass er mir einreden wollte eine Schlampe zu sein, im Prinzip genauso wie er über die Frau davor gesprochen hat.
er hat manipuliert. Ich hab es zugelassen. Ihm ging es doch nie wirklich um liebe oder Sachlichkeit. Sondern um macht und Besitz.
Und noch heute wenn er mir schreibt versucht er mich zu "kriegen" indem er indirekte aussagen tätigt.
Ich habe mir selbst eine kontaktsperre verabreicht.
Doch was glaubt ihr wie schwer es mir fällt erhobenen Hauptes da raus gegangen zu sein.
meine Familie ist nach wie vor nett zu ihm. Seine Mutter und Schwester haben mich nur noch ignoriert. Der Vater und die andere Tochter haben keinen Kontakt mehr zu der Seite der familie. Sehr viel Hass muss da gewesen sein. Ich bin wirklich kein Unmensch und man kann mit mir reden.
Gerade wenn ich noch jung bin bin ich auch dankbar für Tipps. Aber pure Abwertung meiner Person und so viel Hass habe ich selten erlebt. So wenig selbst Reflexion und Abgabe von Verantwortung indem man Schuld abgibt. Sowas löst gar nix.
Hauptsache der A**** hat sich nicjt selber trennen wollen.
Sein bester Satz war "wenn du unzufrieden bist ist das dein problem". Und da waren wir offenbar noch in einer Beziehung. Das waren die Knaller. Die kleineren Vorfälle lasse ich Weg. Es ging meistens darum mir zu sagen wie unfähig ich sei. Ich war stets ehrlich, doch irgendwann erzeugt so ein misstrauen genau das was die versuchen zu vermeiden. Was hilft es die Wahrheit zu sagen wenn dir der andere kein Vertrauen schenkt und dir sagt du bist der Fehler in seinem System? Irgendwann hatte ich sehr angst vor ihm weil ich nicht mehr an ihn rankam und ich nicjt weiter wusste. Er War so kühl und so fies geworden. Anstatt über Gefühle zu reden hat er mich fertig gemacht. Mich bestraft mit Ignoranten für Dinge die ich im seinen Augen nicht falsch gemacht hat und sonst hat er eine Attitude an den Tag gelegt als sei ich sein größter Schatz.
Gruseliger grund grenzt überschreitender ging es für mich nicht.
Sorry ich hab genug eigene Psycho Hygiene betrieben um mir so einen Schuh nicht länger anziehen zu wollen.
Habt ihr Ideen wie ich besser damit abschließen kann?
Es war für mich schon eine Art Missbrauch. Dieser Mann ist so charmant und so überzeugt von sich wie seine Mutter eben. Das was er zu viel hatte hab ich zu wenig. Nur ist das die Rechtfertigung für solch ein benehmen?
Ein Freund sollte doch nicht noch klein machen.
Ich bin traurig darüber und wütend.
Ich würde mich über objektive eindrücke freuen.
Lg
 
Hi,

oh je - das liest sich für mich nach langsamer, aber sehr zielgerichteter Manipulation - und gerade wenn es so langsam geht und man selbst verliebt ist - kann ich gut nachvollziehen, dass man in diese Rolle relativ leicht reinschlüpft.

Der Eindruck, den man aus deinen Erzählungen erhält ist für mich so sonnenklar wie für dich:
Dein Ex war ein A****, der's geschafft hat dir allein die Schuld an allem unter zu schieben, was so schlicht nicht wahr - und noch weniger fair ist.

Mein Tipp für dich:
Sei erst einmal stolz auf dich, dass du dort raus bist. Sei froh, dass es so mies gekommen ist - denn schlimmer geht's immer. Ich an deiner Stelle würde schauen, dass ich möglichst viel Kontakt mit Menschen bekomme, die mir gut tun. Die mich ablenken und mögen - und letztendlich wieder aufbauen. Dein Selbstwertgefühl hat nämlich sicher nen ordentlichen Knacks bekommen...

LG
 
Danke für euer Verständnis.
Ihr habt beide gute Anregungen.
Natürlich habe ich in diese Verbindung etwas mit rein gebracht was das alles begünstigt hat.
Dennoch alles keine Rechtfertigung für schlechte Kommunikation und destruktives Verhalten. Gerade wenn es in Richtung "in Guten wie in schlechten Zeiten" gehen soll, müssen beide sich wohl fühlen.
Offenbar war ich allein und habe alles überbewertet.
jetzt wo ich alleine bin weiß ich, dass ich mir hätte weniger annehmen können und ich verzeihe auch, weil jeder so gut er konnte gehandelt hat.
Es ist nun mal traurig, dass die Schnittstelle immer kleiner wurde und er mich als Frau an seiner Seite titulierte und im Prinzip keinen Schutz bot.
Nach wie vor denke ich, dass ein Mann sich abnabeln muss von der Mutter, was hat er mit ihr zu schaffen?
Es sieht alles nicht so aus als würde er verstehen wovon ich sprach.
Und sicher wird er den passenden Deckel finden.
Er hatte gute Vorstellungen. Nur dieser Zwang, der Druck hat ihn so weit weg gebracht.
Ich wollte keine Beziehung mit seiner Mutter führen.
Doch er hat ihr auch weder Grenzen gesetzt noch zu mir als Mensch mit Vorstellungen gehalten.
Bei jemandem wo "Füße still halten" und "seit wann hast du hier was zu sagen" zum Vokabular gehören muss ich mich nichts über seiner Erziehung fragen.
Sicher war ich auch oft ungehobelt und trotzdem gesprächsbereit. Und wie soll ich mich als heranwachsende Frau mit einer "gestandenen Frau" wie er seine Mutter nennt benehmen, wenn es auf einer Kind Ebene stattfindet?
Es kam so oft vor, dass auch mein Freund in so eine Spielebene rutschte.
Ich sollte ihm einmal etwas bestimmtes kaufen. Am abend brachte ich es mit und sagte meine Mutter hatte das noch geschlossen verpackt zu Hause.
Er War sauer. "Ich geben dir eine Aufgabe und nicht mal das bekommst du hin".
Was folgte waren Einwände weswegen es das falsche Produkt sei. Es war das Richtige. Irgendwann reichte es mir und ich wollte es wieder zurück geben und er hatte es versteckt und lag kichernd auf der Couch wie ein Kind. Ich war tierisch sauer, geknickt.
alles war so ein Machtspielchen.
Daher konnte ich seinen Rückzug oft nicht aushalten, weil es für mich wie eine Bestrafung war. Er ließ mich mit allem stehen.
Ich weiß nicht wieviel selbstbewusstsein oder Gelassenheit ich da gebraucht hätte.
Klar kann er nur das mit mir machen was ich eh annehme. Und deswegen will man dass der andere sich schlecht fühlt?
Das ist leider krank. Nur irgendwie wurde nur ich krank...
Was ihn natürlich bestätigte wie schwach ich bin. Er sagte ich soll frei sein.
Dann war ich es und er hat dennoch ständig bestraft anstatt zu sagen was sein Wunsch ist.
Die Wand zwischen uns war sehr dick und nur in der Öffentlichkeit funktionierten wir super. Was für ihn wohl auch wichtiger ist.
Eine Frau die ihn umsorgt und den Weg freihält "wenn es losgeht mit Haus und Kinder".
Das klang für mich alles wie ein Käfig. Sein Projekt. Doch meins oder unseres nicht.
Meint ihr das lag alles an meinem mangelndem Selbstwertgefühl?
Etwas... mich störte die Kommunikation.
Es ist gut dass er wieder bei der Mutter wohnt. Ich frag mich für welchen Übergang...er hatte 4 Monate Zeit. Selbst ich habe mir eine Bleibe gesucht, die ja offenbar so unfähig ist.
Doch was will ich erwarten von jmd der mit dem Finger auf andere zeigt und denkt er IST was besseres. Jemand der so viel scheint... und sich über seinen Glauben als was besseres definiert... ist so intolerant. Schön, dass seine Mama ihn wieder aufbauen kann. Für sie und seine Schwester ist er "Die Sonne die den Raum betritt". Vater, Bruder und Ehemann Ersatz.
Nur schade, dass ich davo nicht alles wollte. Ich wollte einfach deine Freundin sein. Jemand der alles sein muss kann Vllt gar nicjt wissen was er wirklich braucht und übernimmt Dinge von denen es heißt dass es so sein muss.
Vielen Dank für euren Beitrag.
Und eine schöne Weihnachtszeit euch allen.
 

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