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    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Etwas zum nachdenken

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Augenblicke

Gast
Ich kenne einen Mann der mir folgendes erzählte:

Meine Frau, wir führten so eine glückliche Beziehung, sie hat mich wegen eines anderen verlassen. Ich habe alles für sie getan, ihr regelmäßig Blumen geschenkt, sie ausgeführt, ihr Komplimente gemacht ... es war eine Traumehe.
Aus heiterem Himmel ist sie weg, bei einem Anderen. Wieso ist sie so grausam zu mir ? Wieso tut sie mir das an ???

Was mach ich jetzt ?
Ich nehm den Mann erstmal in den Arm, tröste ihn. Ich erzähle ihm, dass er damit nicht alleine steht, mir das auch alles passiert ist und die Welt so ungerecht ist. Dass er den Kopf hochhalten soll. Er möchte seine Frau zurück gewinnen. Ja, ich weiß wie er es schaffen kann und sage ihm, dass er ihr Blumen schicken soll etc.

Dann hab ich eine Frau kennen gelernt, die mir folgendes erzählte:

Mein Mann hat mich jahrelang betrogen. Er hat mich unterdrückt, ja sogar eingesperrt. Ich war schwanger, im betrunken Kopf hat er mir in den Bauch getreten bis ... ja bis ... und dann bricht sie zusammen.
Sie hat es nie geschafft ihn zu verlassen. Jetzt hat sie jemanden kennen gelernt. Mit dem hat sie nix, aber er hilft ihr. Sie bekommt Hilfe um von ihrem gewaltätigem Mann los zu kommen. Er belästigt sie immer noch mit Anrufen, Briefen etc

Was soll ich tun ?
Ich sage ihr, dass sie stark sein soll. Sie soll sich an den Leuten halten, die ihr ohne Hintergedanken helfen wollen. Sie soll sich nicht unterkriegen lassen. Auch wenn es schwer ist, sie soll hart bleiben und unter keinen Umständen auf die Drohungen und Erpressungen eingehen.

Wer aufmerksam mitgelesen hat, dem ist schon was aufgefallen ...

Wie schnell lasse ich mich verleiten etwas zu glauben, was jemand unter Tränen berichtet ? Wie schnell lasse ich mich dazu verleiten etwas zu raten, womit ich dem falschen Menschen helfe ? Wie schnell lasse ich mich dazu verleiten, ohne es selber zu wollen oder gar zu wissen, jemanden zu helfen einem anderen Weh zu tun ??

Ich persönlich habe mich auch schon in Menschen getäuscht. Wie schnell geht sowas aber im Internet ? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand in unserer Mitte ist, den wir glauben zu kennen, der aber genau zu diesem Kreis gehört ??

Selbst wenn man es weniger dramatisch sieht, und von Gewalt und ähnlichem weg geht ... wie schnell bestätigt man einen Menschen in seinem Leid, obwohl er eigentlich ganz andere Hilfe braucht ?
Wenn ein Mensch immer wieder Leid erfährt, er aber selber wegen großer psychischer Probleme unbewußt darauf hinarbeitet dass es ihm schlecht geht ? Wenn andere Menschen, die ihm helfen wollen immer wieder in die Kritik geraten und es unsagbar schwer haben an ihn ran zu kommen ?
Fragen wir dann nach oder bieten wir direkt ohne Nachfrage unser Mitleid an ?
Was passiert mit diesem Menschen in seinem richtigen, realen Leben ?
Helfen wir ihm ? Schaden wir ihm damit sogar ?
Erreichen wir nicht sogar, dass durch unsere Bestätigung die wirkliche Hilfe immer mehr und energischer abgelehnt wird, weil es ihm hier ja gut geht, er sich verstanden fühlt und die Trauer und das Mitleid richtig gut tut und das einzig Überstehbare zu sein scheint ?
Wie groß ist die Gefahr, dass Erlebtes noch extremer ausgeschmückt wird um noch mehr von diesem Mitleid zu bekommen ?

Ich hoffe ich werde nicht falsch verstanden.
Ich möchte hier keinen Unfrieden stiften, auch auf niemanden mit meinem Finger zeigen. Niemand soll sich hier angegriffen fühlen.
Auch möchte ich das Forum als Solches nicht in Frage stellen, denn es tut bis zu einem gewissen Grad gut verstanden zu werden, und dazu zu gehören.
Ich möchte einfach nur zum nachdenken anregen.

Wenn sich jetzt wirklich jemand Gedanken macht und seine Konsequenzen daraus zieht, und andere das dann nicht akzeptieren wollen ... ich glaub mit dem Wort akzeptieren ist schon alles gesagt.
Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und sollte niemand anderem die Verantwortung über sein Leben geben. Genau so darf auch niemand die Verantwortung über das Leben eines anderen an sich reißen. Vor allem dann nicht, wenn man nur glaubt jemanden zu kennen, dies aber bei weitem nicht tut.

Ich möchte mich wiederholen, dass ich niemanden damit persönlich angreife und auch nicht zu Unfrieden oder (ungesundem) Misstrauen anstiften will.
Es soll einfach nur zum nachdenken anregen ...

Ach so ... und seitdem ich die Geschichte aus der Sicht der Frau kenne, helfe ich dem Mann natürlich nicht mehr ...
 
hallo augenblicke,

deine gedanken sind sicher soweit richtig, dass wir schauspieler sind, und wenn du irgendjemand helfen willst, dies erkennen und hinter die maske gucken musst - vielleicht auch mal für einen denkanstoss an eine offene wunde rühren..

aber deinen letzten satz: ... helfe ich dem mann natürlich nicht mehr - verstehe ich überhaupt nicht. naja, wenn das so ist, dass nur männer rollenspieler sind, dann lass es auch besser sein..

peter
 
Hallo Pete

Ich bin mir nicht sicher ob du das jetzt richtig verstanden hast, bzw ob jetzt nicht genau das eingetreten ist, was leider so häufig hier passiert.
Der Letzte Satz bezieht sich auf den ersten Absatz meines Textes !
Und hier ist es egal, ob es die Frau oder der Mann ist, die Personen sind austauschbar !

Ich werde niemanden darin unterstützen, einem anderen Weh zu tun.

Und genau darum geht es mir in meinem Beitrag.
Ich kenne den Mann, und ich kenne die Frau. Somit kann ich sehr gut entscheiden wie ich mich da verhalte.
Selbstverständlich braucht der Mann auch Hilfe, aber ganz anderer Art. Und dafür muss man erstmal wissen welche Hilfe er benötigt.
Bezogen auf das Forum möchte ich erweitern, dass der Mann vielleicht hier im Forum ist und durch seine Tränen immer mehr Unterstützung und Ermutigung erhält.
Was aber jetzt, wenn die Frau nicht in dem Forum ist ?
Ich möchte einfach nur mal die Tragweite feststellen, wenn man nichts hinterfragt und immer nur "einfach dabei ist"

So Schmerzhaft wie das ist, aber Gut gemeint ist das Gegenteil von Gut Gemacht

Ich selber war auch mal ganz am Boden. Ich habe die Flucht in einem ähnlichem Forum gesucht. Es hat mir gut getan, wie die Leute mich virtuell in den Arm genommen haben, getröstet haben. Nach ca 3 Monaten habe ich eine Therapie angefangen. In der Therapie fing ich an zu lernen, dass ich mich in meiner Trauer nicht vergraben darf, dass ich selber für mein Leben verantwortlich bin und es selber in der Hand habe.
Das Wichtigste aber ...
Ich habe gemerkt, dass ich selber innerhalb dieses Forums gar nicht genügend Informationen gegeben habe, dass mir wirklich hätte geholfen werden können. Man könnte überspitzt sagen, dass ich alle Geschichten so ausgeschmückt habe, damit ich bemitleidet werde und Anerkennung finde, welche mir im realen Leben so fehlte.
Durch diese Therapie bin ich dann aus diesem Forum raus, weil ich eingesehen habe, dass dieses Verhalten mich am Weiterkommen hinderte. Ich habe später auch gesehen, dass ich schmerzlich vermißt wurde. Ich war froh, dass niemand meine Adresse oder Telefonnummer hatte, denn in der damaligen Situation wäre es mir schwer gefallen "Nein" zu sagen.
Große Abschieds Zeremonien hätte ich auch nicht überstanden.

Niemand in diesem Forum ist ein Schauspieler, zumindestens nicht wissentlich.
Jeder, der hier nach Hilfe sucht, der braucht sie ganz sicher.
Es bleibt nur die Frage welche Art der Hilfe. Der Forumsbetreiber selber weist auf der Hauptseite darauf hin, dass hier keine professionelle Hilfe angeboten wird.

Es wird jedem klar sein, dass ich dies hier nicht ohne Grund schreibe.
Es war jemand viele Monate in eurer Mitte, mit vielen 100 Beiträgen ... jemand den ihr herzlichst in eure Gemeinschaft aufgenommen habt.
Jemand, der in einer Scheinwelt lebt und irgendwie keine Fortschritte macht.
Jemand, der hier darin immer wieder Bestätigung fand (ohne, dass dies jemand geahnt oder gewollt hätte) und immer dollerer Geschichten schrieb um hier Anerkennung zu finden.
Und nicht zuletzt jemand, der eine lange Leidensgeschichte mit Chat-Sucht hinter sich hat, in der sogar die eigenen Kinder vernachlässigt wurden !!

Wirkliche Hilfe fängt damit an, jemanden wirklich zu verstehen. Tut man das, wenn man nichts hinterfragt ?
Hilft man, bzw denkt man nicht nur an sich, wenn man versucht jemanden mit allen Mitteln z.B. hier im Forum zu "behalten", obwohl derjenige für sich entschieden hat zu gehen ?
Hilft man, wenn man jemanden darin bestärkt, dass die Anderen Schuld sind am eigenen Unglück ?

Das Forum ist die ideale Plattform für Menschen, die sich einsam und missverstanden fühlen. Es ist einfach schön zu sehen, wie nett man miteinander umgeht.
Kann man aber so aus den tatsächlichen Problemen heraus kommen, also lernen es anders zu sehen und selber anzupacken ??

Und noch einmal möchte ich mich darin wiederholen, dass ich nicht mit meinem Finger auf irgendjemanden zeigen möchte.
Im Grunde mache ich nichts Anderes wie alle anderen hier im Forum:
Ich unterstütze !!
Nur halt auf eine andere Art, auf eine kritische Art wo hinterfragt wird.
 

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