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Es hat sich eingebrannt, die Wut und Verletztheit stauen sich auf,kehren immer wieder

missladyjanna

Aktives Mitglied
Hallo ihr Lieben,

ich bin mal wieder überfordert.
Vor 6 Wochen hat mein Medizinstudium angefangen in einer neuen Stadt.
Ich dachte neue Stadt, neuer Lebensabschnitt, Neuanfang.

Das Studium ist anstrengend, ich bin das viele Lernen nicht mehr gewohnt, denke aber, dass das Übungssache ist. Ich wollte heute abend lernen, habe aber wie gestern nichts hinbekommen, weil ich mich nicht konzentrieren konnte.
In meinem Kopf ist ein ständiges Surren, alle Gedanken fliegen abwechselnd durch meinen Kopf, ich kann keinen Gedanken richtig einfangen, anschauen, wegstecken.
Ich hab vor ein paar Tagen wieder hier ins Forum geschaut, damit es mir hilft, meine Gedanken zu sortieren.
Für die einen Gedanken nehme ich mir dann Zeit, für die anderen eine andere.
Aber das funktioniert nicht.

Während ich im Bett liege muss ich an alles gleichzeitig denken und es erschlägt mich fast. Ich habe permanent ein schlechtes Gewissen, weil ich mit dem Lernen hinterherhinke.
Sitze ich am Schreibtisch, spüre ich den Zeitdruck schon im Nacken (29.11. und 4.12. sind die beiden Klausuren). Ich will mir den Tag einteilen, aber weil ich morgen schon wieder von 8-21 Uhr mit nur insgesamt 2,5 Stunden Pause in der Uni bin, ist das morgen schon wieder nicht möglich.
Wenn ich es an den Schreibtisch schaffe, bin ich erschöpft.
Ich esse, mach mir Tee, Kaffee um dann mit neuer Energie ranzugehen.
Doch wenn ich zur Ruhe komme, prasseln die Gedanken und Erinnerungen wieder auf mich ein.
In der Uni geht es, weil ich unter Leuten bin und abgelenkt bin.

Aber wenn ich für mich bin, im Bett, am Schreibtisch, beim Essen....
ich muss daran denken, was früher vorgefallen war.
Die Sache mit meinem besten Freund, als er sich vor eineinhalb Jahren nachts einfach auf mich drauflegte und sich nahm, was er wollte.
Vor ca. 7-8 Wochen kam das alles beim Feiern wieder hoch. Ich habe ihn dort sitzen sehen und bin aus dem Raum, habe angefangen zu heulen. Er kam kurz danach und fragte, was los sei, ob es wegen einer anderen Person wäre. Ich sagte nein. Er fragte ob es wegen ihm wäre und ich sagte ja. Er fragte was los ist, ich schrie ihn an, dass er sich verpissen soll. Er blieb. Wusste nicht was er sagen sollte. Fragte nochmal. Ich schrie ihn wieder an dass er gehen sollte, beleidigte ihn.
Ein Tag darauf schrieb ich, dass ich überreagiert hatte. Die Situation war zuviel für mich gewesen (ihn neben dem Freund sitzen zu sehen, bei dem es damals passiert war nach einer Party, und neben ihm seine neue "Freundin") und der Alkohol hätte den Rest getan.
Er schrieb "genau, der Alkohol". Er war der Meinung, dass ich im Recht sei und machte sich selbst total fertig, weil ich jeden Tag daran denken müsste. Ich antwortete, dass das nicht der Fall ist, dass ich jetzt jeden Tag mit schlechter Laune rumlaufe oder immer daran denken muss und meinte, dass ich endlich darüber reden will und nicht wir beide heulend nebeneinander sitzend mit einem Cocktail in der Hand, abseits von den feiernden Leuten (wie es vor einem Jahr schonmal der Fall war). Er wollte nicht, weil es nacht war, er sagte er sei total fertig, (Seine neue zickte wohl herum) und er bräuchte Zeit für sich. Bin sogar zu ihm gefahren um dann eine halbe Stunde vor seiner Tür zu stehen und dann wieder zu fahren, nachdem er mich nicht reinließ, aber wir hatten einen festen Termin ausgemacht. Er versprach "zu 100% würde er nicht absagen"
Das Treffen sollte 2 Tage später nachmittags sein. Er schrieb mir in der nacht, dass er nicht kann, weil er dann nicht "@home" sein wird, sondern in PB (da wo seine neue wohnt). Ich hab ihm geschrieben, dass er damit alles gesagt hat. Und hab ihm geschrieben wie respektlos ich sein verhalten finde, wie sehr mich das verletzt, nach dem, was er getan hat, dass er dann nicht mal darüber reden kann.
Plötzlich meinte er "Ist ja nicht so, dass die Woche nur einen Tag hat" und zickte auf einmal rum. Ich schrieb ihm, dass er anscheinend nicht merkt, wie sehr mich das verletzt, da er mir gezeigt hat, dass es ihm scheißegal ist.
Darauf antwortete er nichts mehr und seitdem ist es ungeklärt und plötzlich muss ich wieder jeden Tag daran denken. Und könnte jeden Tag heulen, weil er mich so verletzt hat.
Und ich weiß einfach nicht, wie ich damit abschließen kann, dass ich es hinter mir lassen kann.
Denn mit dieser Erinnerung kommt auch wieder alles mit meinem Exfreund hoch, was damals passiert ist, da das beides sich zeitlich ja überschnitt.
Auch die letzte Nachricht von meinem Exfreund, bevor ich ihn gesperrt und blockiert habe war tiefverletzend und das beabsichtigt.
Und jetzt finde ich jemanden aus meinem Semester recht sympathisch, aber sobald ich an diese Person denke, tauchen auch direkt wieder diese Erinnerungen und das Gefühl der Verletztheit auf.
Und das will ich nicht!
Ich will nicht daran denken müssen, wenn ich wen neues kennenlerne, ich will nicht daran denken müssen, wenn ich lernen sollte, wenn ich mal eine freie Minute habe und ich will nicht mehrmals am Tag daran denken müssen!
Es hat sich so sehr eingebrannt, ich weiß nicht wie ich es los werde.
Vorallem, weil ich einfach das Gefühl habe, dass es offen bleibt und immer bleiben wird.

Ich brauch für mich das Gefühl, dass ich etwas beendet habe, indem ich das letzte Wort hatte.
Aber das fühlt sich überhaupt nicht beendet an.
Meinen Exfreund blockiere ich weiterhin und meinen ehemals besten Freund ignoriere ich bzw. fahre den Kontakt auf ein minimum herunter.
Und das alles hindert mich daran, mein Studium zu meistern.
Es lässt mich einfach nicht los... oder ich lasse nicht los... weil es für mich nicht zuende ist... ich weiß es nicht.
Aber mittlerweile fühl ich mich deswegen immer so ausgelaugt und selbst dann kreisen die Gedanken darum.
Nichts handfestes, einfach konfus durcheinander, nicht greifbar aber immer dieses Gefühl, dass mich 2 Personen denen ich voll vertraut habe, so verletzen konnten.
Mein Gehirn fühlt sich gebranntmarkt an und ich will nicht auf ewig mit einem Brandfleck herumlaufen, der irgendwie nie erlischt!
Und das macht mich gleichzeitig total wütend auf diese Personen!
Während ich mich nicht mehr konzentrieren kann, nicht abschließen kann und weiterschauen kann, laufen sie weiter durch ihr Leben und ich bleib zurück!
Und diese Wut staut sich auch auf aber auch wenn ich vor Wut und Enttäuschung heule, sie fängt dann bald schon wieder an, sich langsam aufzustauen....
 
Das klingt nach einer echt üblen Geschichte. Deine Gefühle sind in dieser Situation wirklich total angemessen und vollkommen normal. Kein Wunder, dass du den Kopf gerade nicht für andere Dinge frei hast.

Ich würde dir dringend raten, dich an eine Beratungsstelle zu wenden oder über die Möglichkeit einer Psychotherapie nachzudenken. So ein schlimmes Erlebnis, so ein tiefgehender Vertrauensbruch verletzt natürlich ungemein. Bitte hol dir Unterstützung, du verdienst sie.
 
Das klingt nach einer echt üblen Geschichte. Deine Gefühle sind in dieser Situation wirklich total angemessen und vollkommen normal. Kein Wunder, dass du den Kopf gerade nicht für andere Dinge frei hast.

Ich würde dir dringend raten, dich an eine Beratungsstelle zu wenden oder über die Möglichkeit einer Psychotherapie nachzudenken. So ein schlimmes Erlebnis, so ein tiefgehender Vertrauensbruch verletzt natürlich ungemein. Bitte hol dir Unterstützung, du verdienst sie.

Ich war zu der Zeit bei einem Psychologen in Therapie, weil ich selber mit SVV, depressiven Schüben und Suizidgedanken Probleme hatte. Die Beziehung zu meinem Exfreund hat das alles verstärkt und mein "bester Freund" wusste von allem, aber ich weiß nicht warum er das getan hat.. ich hab mich zu dem Zeitpunkt schlafend/weggetreten gestellt und mich nicht bewegt, weil ich an dem Tag einen Tiefpunkt hatte und mir alles egal war. Von einer "Vergewaltigung" kann man also nicht reden, ich habe ihn erst kurz vor Schluss runtergestoßen, als sich bei mir doch noch ein Funken im Kopf meldete. Er ist dann auch direkt runter, das alles lief auf ohne brutalität ab.
Das Warum stell ich mir aber noch bis heute. Und ich hab ihn das auch gefragt aber er hat gesagt er weiß es nicht.
Kann auch sein, dass er Erinnerungslücken hat, aber das kann ich nicht beurteilen.

Heute geht es mir jedenfalls sehr viel besser insgesamt, die Narben am Arm sind verheilt und fallen nicht so auf, ich bin stabil, nicht mehr depressiv und kann mir auch nicht mehr richtig vorstellen, wie es sich angefühlt hat, wie es mir damals ging.
Zum Glück.
Die Therapie hat mir auch insgesamt geholfen würde ich sagen, nur ist es jetzt alles wieder hoch gekommen... aber die Zeit finde ich nicht, um zu einem Therapeuten zu gehen.
Und ich will wie gesagt den Teil, in dem ich eine Therapie brauche, auch wirklich hinter mir lassen, ich fühle mich jetzt nicht "therapiebedürftig", so wie damals wo ich keinen Ausweg wusste.
Und ich habe Angst, dass wenn ich dem ganzen so ein Gewicht wieder verleihe, indem ich wieder zu einem Psychiater oder Psychologen gehe, dass es dann wieder schlimm wird und das soll es nicht!
Im moment hindert es mich daram, mich auf mein Lernen zu konzentrieren und es gefühlt wirklich ein permanentes Surren und Schwirren in meinem Kopf.
Aber ich will nicht wieder so weit hinabfallen, dass ich mich von meinen Freunden abschotte, die Freude am Leben verliere oder mich sonst irgendwie davon runterziehen lasse.
Die Erlebnisse habe ich alle aufgearbeitet, es fühlt sich auch nicht an wie eine PTBS (zumindest wie das, was ich davon gelesen habe). In letzter Zeit hatte ich zwar ein paar seltsame Albträume, aber die waren einfach nur seltsam und ich hab darin keinen Zusammenhang gesehen. Es sind da Leute aus meiner Familie gestorben oder umgebracht worden, also mit dem Thema worum es hier geht hat es nichts zu tun.
Ich möchte diese Sachen einfach nur BEENDEN, nachdem ich sie aufgearbeitet habe.
Aber wenn ich nochmal Kontakt zu meinem Exfreund aufnehme, wird es wieder so ähnlich enden. Erst ist es in ordnung, man fragt wies sich geht und dann macht es mich wahnsinnig, dass er an seinem Leben immernoch nichts geändert hat und ich sag ihm er soll endlich was ändern und er beleidigt mich und schreibt hässliche Sachen. Nein danke. Aber ich hab den Drang auf das, was er geschrieben hat, zu antworten, zu reagieren. Aber macht es die Sache dann schlimmer?
Und wie kann ich die Sache mit meinem "besten Freund" zuende bringen?
 
Ich habe jetzt leider nicht damals den Thread gelesen, was mit deinem besten Freund vorgefallen ist, bzw. kann mich dann nicht mehr richtig bewusst an alles erinnern, aber verstehe ich das richtig, er ist damals übergriffig geworden? Musst nicht ins Detail gehen und ich will auch nicht, dass alte Wunden zu sehr aufbrechen.

Mich würde es an deiner Stelle einfach wahnsinnig wütend machen und frustrieren, wenn ich noch einen Menschen in meinem Leben hätte, der so übergriffig, grenzüberschreitend, demütigend und verletzend geworden ist. Sorry, da kann/konnte er noch so sehr dein bester Freund sein. Und letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass er in diesem einen gewissen Monent auf deine Gefühle und deine Ablehnung ge**** hat. Dabei ist es dann völlig egal, wie oft er sich entschuldigt oder es bereut. In dem Moment hatte er keinerlei Kontrolle über sich und ich bin der Meinung, echte wahre Freunde tun nichts, was den anderen verletzt.

Das würde mich also im Gesamtpaket wütend machen, dass dort noch so jemand in meinem Leben wäre. Wo ich dann auch noch als "Opfer" gleichzeitig Verständnis zeige oder versuche, mein Leiden und meinen Schmerz herunter zu spielen:

Ein Tag darauf schrieb ich, dass ich überreagiert hatte. Die Situation war zuviel für mich gewesen (ihn neben dem Freund sitzen zu sehen, bei dem es damals passiert war nach einer Party, und neben ihm seine neue "Freundin") und der Alkohol hätte den Rest getan.
Er schrieb "genau, der Alkohol". Er war der Meinung, dass ich im Recht sei und machte sich selbst total fertig, weil ich jeden Tag daran denken müsste. Ich antwortete, dass das nicht der Fall ist, dass ich jetzt jeden Tag mit schlechter Laune rumlaufe oder immer daran denken muss und meinte, dass ich endlich darüber reden will und nicht wir beide heulend nebeneinander sitzend mit einem Cocktail in der Hand, abseits von den feiernden Leuten (wie es vor einem Jahr schonmal der Fall war).

Du hast jedes Recht dazu, "überzureagieren". Er kann eigentlich froh sein, dass du noch mit ihm sprichst, meiner Meinung nach.

Dass er ziemlich wenig Rückrat besitzt zeigt doch auch, dass er nicht mit dir reden kann/will. Weil er weiß, dass etwas massiv schief gelaufen und eskaliert ist. Nicht einmal das schafft er, das nicht mit emotionalen Rumgeheule per SMS oder mit blöden Fragen, was denn los ist zu tun. Er steht nicht mal zu dem Mist, den er gebaut hat und kann es anscheinend nicht mal selbst auf den Punkt bringen. Und klar, DAS ist mega verletzend und kränkend. Weil es irgendwie auch zeigt oder sogar aufdeckt, wie er zu dir und der schlimmen Sache steht.

Die Wahrheit tut weh. Zu sagen "Ja, ich habe übergriffig reagiert und Grenzen überschritten und in dem Moment auf dich und deine Gefühle ge****" ist hammerhart, doch es ist wahr und eigentlich noch das einzige Mindestmaß an Rückrat, das er beweisen könnte. Tut er aber nicht und damit halst er dir irgendwie eine Verantwortung auf, die du nicht tragen solltest, niemals. Er lässt dich stehen und schiebt diesen ganzen Emotionalen Ballast und die schlimme Wahrheit auf dich ab. Mit der offenen Aussprache und dass er zu seiner Tat steht, kassiert er aber auch ein, sich weniger mit einem "Ich wusste nicht, was ich tue" oder einem "Ich habe mich hinreißen lassen" rausreden zu können, weil es auf den Punkt gebracht und ausgesprochen worden ist, wie es letzten Endes ungeschönt einfach war und ist.


Ich brauch für mich das Gefühl, dass ich etwas beendet habe, indem ich das letzte Wort hatte.
Aber das fühlt sich überhaupt nicht beendet an.

DU kannst es für dich selbst beenden und abschließen. Indem du z. B. den Kontakt abbrichst, auch wenn du diese Option vermutlich nicht gerne liest. Für mich hat das ganze - verzeih mir - etwas von Täterkontakt. Und das ist ungut. Solange er in deinem Leben ist, kannst du nur schwer mit allem abschließen und darüber stehen. Du hast ja direkt angefangen zu weinen, als du ihn da so hast sitzen sehen. Verständlich und es zeigt, wie verwundet deine Seele eigentlich noch ist, nur scheinst du das nicht zulassen zu können oder nicht anzuerkennen. Warum?

Warte nicht auf den. Du brauchst nicht seine Absolution oder sein Abnicken, damit du dich lösen und befreien kannst. Du bist nicht von ihm abhängig. Du brauchst ihn nicht für Entscheidungen, die du für DICH triffst und dein Fortkommen in DEINEM Leben. Er hat sich ja damals salopp gesagt auch zu etwas entschieden, was er wollte, was dir aber schadet und dabei keine Rücksicht auf dich genommen.


Es lässt mich einfach nicht los... oder ich lasse nicht los... weil es für mich nicht zuende ist... ich weiß es nicht.
Aber mittlerweile fühl ich mich deswegen immer so ausgelaugt und selbst dann kreisen die Gedanken darum.
Nichts handfestes, einfach konfus durcheinander, nicht greifbar aber immer dieses Gefühl, dass mich 2 Personen denen ich voll vertraut habe, so verletzen konnten.

Ich glaube, der erste Schritt zum Loslassen wäre, anzuerkennen, wie du dich vielleicht wirklich fühlst, bzw. was dir widerfahren ist. Und im zweiten Schritt, für dich allein Entscheidungen zu treffen. Ohne auf die Absolution oder die Bestätigung von jemand anderem zu warten. Die wirst du von deinem feigen "besten Freund" meiner Meinung nach sowieso niemals in dieser Reinform bekommen, dieses Zugeständnis wird er dir nicht machen, wenn er selbst dabei als Täter dastehen wird oder zumindest als jemand, der genau gewusst hat, was er tut und genau kalkuliert Grenzen überschritten hat. Sowas passiert nicht "einfach so". Niemals!!! Unerwiderte Gefühle sind keine Erklärung dafür, oder weiß der Teufel was er heranzieht, um sich zu erklären, dass er über dich hergefallen ist.


und plötzlich muss ich wieder jeden Tag daran denken. Und könnte jeden Tag heulen, weil er mich so verletzt hat.
Und ich weiß einfach nicht, wie ich damit abschließen kann, dass ich es hinter mir lassen kann.
Denn mit dieser Erinnerung kommt auch wieder alles mit meinem Exfreund hoch, was damals passiert ist, da das beides sich zeitlich ja überschnitt.
Auch die letzte Nachricht von meinem Exfreund, bevor ich ihn gesperrt und blockiert habe war tiefverletzend und das beabsichtigt.
Und jetzt finde ich jemanden aus meinem Semester recht sympathisch, aber sobald ich an diese Person denke, tauchen auch direkt wieder diese Erinnerungen und das Gefühl der Verletztheit auf.
Und das will ich nicht!
Ich will nicht daran denken müssen, wenn ich wen neues kennenlerne, ich will nicht daran denken müssen, wenn ich lernen sollte, wenn ich mal eine freie Minute habe und ich will nicht mehrmals am Tag daran denken müssen!
Es hat sich so sehr eingebrannt, ich weiß nicht wie ich es los werde.
Vorallem, weil ich einfach das Gefühl habe, dass es offen bleibt und immer bleiben wird.

Das ist so verdammt schade, was dieser Typ dir alles versaut im Moment. Und noch trauriger ist, dass du es dir versauen lässt. Wenn du nichts änderst, wird es immer so bleiben. Du musst bei dir anfangen und deinem Leben. Du hast es in der Hand, wenn du nicht willst, dass es für immer so bleiben wird, dann wird es auch nicht für immer so bleiben.

Du hast einen netten, sympathischen jungen Mann kennen gelernt, den du magst und von dem du gerne mehr wissen wollen würdest. Du studierst, hast einen neuen Weg eingeschlagen, die Chance neue Freunde zu gewinnen und interessante Kontakte zu knüpfen und hast vermutlich deinen Traum oder Wunsch, Medizin zu studieren, in Angriff genommen. Das ist so viel, das ist so wertvoll und so toll. Und verheißt doch eine schöne Zukunft mit besseren, tolleren Gefühlen. Lass dir das nicht von so jemandem, wie deinem "besten Freund" zerstören und gib ihm - und auch deinem Exfreund übrigens - nicht so viel Macht über dich und dein Leben. Hau die Bremse rein!
 
Ich habe jetzt leider nicht damals den Thread gelesen, was mit deinem besten Freund vorgefallen ist, bzw. kann mich dann nicht mehr richtig bewusst an alles erinnern, aber verstehe ich das richtig, er ist damals übergriffig geworden? Musst nicht ins Detail gehen und ich will auch nicht, dass alte Wunden zu sehr aufbrechen.

Mich würde es an deiner Stelle einfach wahnsinnig wütend machen und frustrieren, wenn ich noch einen Menschen in meinem Leben hätte, der so übergriffig, grenzüberschreitend, demütigend und verletzend geworden ist. Sorry, da kann/konnte er noch so sehr dein bester Freund sein. Und letzten Endes läuft es darauf hinaus, dass er in diesem einen gewissen Monent auf deine Gefühle und deine Ablehnung ge**** hat. Dabei ist es dann völlig egal, wie oft er sich entschuldigt oder es bereut. In dem Moment hatte er keinerlei Kontrolle über sich und ich bin der Meinung, echte wahre Freunde tun nichts, was den anderen verletzt.

Das würde mich also im Gesamtpaket wütend machen, dass dort noch so jemand in meinem Leben wäre. Wo ich dann auch noch als "Opfer" gleichzeitig Verständnis zeige oder versuche, mein Leiden und meinen Schmerz herunter zu spielen:



Du hast jedes Recht dazu, "überzureagieren". Er kann eigentlich froh sein, dass du noch mit ihm sprichst, meiner Meinung nach.

Dass er ziemlich wenig Rückrat besitzt zeigt doch auch, dass er nicht mit dir reden kann/will. Weil er weiß, dass etwas massiv schief gelaufen und eskaliert ist. Nicht einmal das schafft er, das nicht mit emotionalen Rumgeheule per SMS oder mit blöden Fragen, was denn los ist zu tun. Er steht nicht mal zu dem Mist, den er gebaut hat und kann es anscheinend nicht mal selbst auf den Punkt bringen. Und klar, DAS ist mega verletzend und kränkend. Weil es irgendwie auch zeigt oder sogar aufdeckt, wie er zu dir und der schlimmen Sache steht.

Die Wahrheit tut weh. Zu sagen "Ja, ich habe übergriffig reagiert und Grenzen überschritten und in dem Moment auf dich und deine Gefühle ge****" ist hammerhart, doch es ist wahr und eigentlich noch das einzige Mindestmaß an Rückrat, das er beweisen könnte. Tut er aber nicht und damit halst er dir irgendwie eine Verantwortung auf, die du nicht tragen solltest, niemals. Er lässt dich stehen und schiebt diesen ganzen Emotionalen Ballast und die schlimme Wahrheit auf dich ab. Mit der offenen Aussprache und dass er zu seiner Tat steht, kassiert er aber auch ein, sich weniger mit einem "Ich wusste nicht, was ich tue" oder einem "Ich habe mich hinreißen lassen" rausreden zu können, weil es auf den Punkt gebracht und ausgesprochen worden ist, wie es letzten Endes ungeschönt einfach war und ist.




DU kannst es für dich selbst beenden und abschließen. Indem du z. B. den Kontakt abbrichst, auch wenn du diese Option vermutlich nicht gerne liest. Für mich hat das ganze - verzeih mir - etwas von Täterkontakt. Und das ist ungut. Solange er in deinem Leben ist, kannst du nur schwer mit allem abschließen und darüber stehen. Du hast ja direkt angefangen zu weinen, als du ihn da so hast sitzen sehen. Verständlich und es zeigt, wie verwundet deine Seele eigentlich noch ist, nur scheinst du das nicht zulassen zu können oder nicht anzuerkennen. Warum?

Warte nicht auf den. Du brauchst nicht seine Absolution oder sein Abnicken, damit du dich lösen und befreien kannst. Du bist nicht von ihm abhängig. Du brauchst ihn nicht für Entscheidungen, die du für DICH triffst und dein Fortkommen in DEINEM Leben. Er hat sich ja damals salopp gesagt auch zu etwas entschieden, was er wollte, was dir aber schadet und dabei keine Rücksicht auf dich genommen.




Ich glaube, der erste Schritt zum Loslassen wäre, anzuerkennen, wie du dich vielleicht wirklich fühlst, bzw. was dir widerfahren ist. Und im zweiten Schritt, für dich allein Entscheidungen zu treffen. Ohne auf die Absolution oder die Bestätigung von jemand anderem zu warten. Die wirst du von deinem feigen "besten Freund" meiner Meinung nach sowieso niemals in dieser Reinform bekommen, dieses Zugeständnis wird er dir nicht machen, wenn er selbst dabei als Täter dastehen wird oder zumindest als jemand, der genau gewusst hat, was er tut und genau kalkuliert Grenzen überschritten hat. Sowas passiert nicht "einfach so". Niemals!!! Unerwiderte Gefühle sind keine Erklärung dafür, oder weiß der Teufel was er heranzieht, um sich zu erklären, dass er über dich hergefallen ist.




Das ist so verdammt schade, was dieser Typ dir alles versaut im Moment. Und noch trauriger ist, dass du es dir versauen lässt. Wenn du nichts änderst, wird es immer so bleiben. Du musst bei dir anfangen und deinem Leben. Du hast es in der Hand, wenn du nicht willst, dass es für immer so bleiben wird, dann wird es auch nicht für immer so bleiben.

Du hast einen netten, sympathischen jungen Mann kennen gelernt, den du magst und von dem du gerne mehr wissen wollen würdest. Du studierst, hast einen neuen Weg eingeschlagen, die Chance neue Freunde zu gewinnen und interessante Kontakte zu knüpfen und hast vermutlich deinen Traum oder Wunsch, Medizin zu studieren, in Angriff genommen. Das ist so viel, das ist so wertvoll und so toll. Und verheißt doch eine schöne Zukunft mit besseren, tolleren Gefühlen. Lass dir das nicht von so jemandem, wie deinem "besten Freund" zerstören und gib ihm - und auch deinem Exfreund übrigens - nicht so viel Macht über dich und dein Leben. Hau die Bremse rein!

vielen lieben Dank für die Zeit und die Mühe, die du dir zum antworten genommen hast.
Ja, es war so, dass er hm... sich damals "genommen hat was er wollte".
Und ich weiß ich kann den Kontakt abbrechen, ich schreibe ihm auch nicht oder irgendwas.
Aber er gehört fest zu meinem Freundeskreis und wenn wir alle an einem Wochenende mal was machen ist er meist auch da. Ich kann ihm nicht aus dem Weg gehen, es sei denn ich will auch meine anderen Freunde verlieren, aber das will ich nicht. Und da ich nicht oft zuhause bin, kann ich auch nicht sagen "wir machen heute was ohne T.", da die anderen auch selten zuhause sind und wir alle dann immer was zusammen machen.

Heute war es in einer Vorlesung auf einmal wieder schlimm.
Ich habe hier 4 richtig gute Freundinnen gefunden, mit denen ich mich wirklich super wohl fühle, fast mehr sogar, als mit meinen alten Freundinnen. Wir haben an einem Abend mal über Exfreunde geredet, und da haben sie das auch von meinem Exfreund erfahren.
Aber was ich ihnen nicht gesagt habe, ist, dass ich mich damals selber verletzt habe und die Sache mit T weiß nur eine von ihnen, der ich das kurz und knapp erzählt hab.
Und heute in der Vorlesung sprachen sie mich nacheinander auf einmal auf meine Narben (nicht viele) am Arm an. Was ich da gemacht habe. Ich sagte, dass ich mich an einer Glasscherbe geschnitten habe (was nicht falsch ist- ich hab nur verschwiegen, dass ich es selber getan hab). und eine meinte "Hm... du hast dich aber komisch geschnitten". Ich weiß nicht, warum ich es auf einmal wieder verstecken wollte!
Ich vertraue den 4 wirklich, sie wissen auch, dass ich den einen aus unserem Semester wirklich nett finde, aber als ich 1-2 mal neben ihm saß, war ich totschüchtern, was bei mir sonst NIE der Fall ist!
Ich fang einfach so mit Leuten normalerweise gespräche an, bin sehr offen und kann viel reden, aber bei ihm ging mein Mund einfach nicht auf. Vor 2 Wochen hat er mich nach meiner Handynummer gefragt, ich hab sie ihm gegeben aber seitdem hat er sich nicht gemeldet. Seine hab ich nicht.
Die Mädels meinten, dass ich auch mehr mit ihm reden müsse, weil er sonst nicht sehen würde, dass ich ihn mag. Aber ich hab anscheinend eine große Angst davor. Ich kann mir diese Schüchternheit nicht erklären, aber gleichzeitig hab ich Schmetterlinge im Bauch wenn ich an ihn denke. Ohne, dass wir uns jetzt wirklich näher kennen. Aber ich fühle mich ziemlich zu ihm hingezogen.
Allerdings ist er ein paar Jahre älter, 27 und ich werde jetzt anfang des Jahres erst 20. Aber ich glaube er findet mich auch sympathisch... jedenfalls sucht er meinen Augenkontakt, wenn er an mir vorbeigeht um mir dann hallo zu sagen und meist lächelt er mich dabei an.
Oh man das klingt wie eine verliebte 15-Jährige, wenn ich das so lese. Aber genau so ist es irgendwie. Es reicht schon, dass ich neben ihm sitze oder in seiner Nähe (neben ihm klappt meistens nicht und dann bekomm ich ja auch wieder den Mund nicht auf) um Schmetterlinge im Bauch zu haben und glücklich zu sein.

Jedenfalls haben mich die Mädels ein wenig... hmm unter Druck gesetzt, dass ich den auch mal anquatschen soll, wenn ich ihnen die ganze Zeit schon damit in den Ohren hänge sozusagen, aber ich will, dass er mich anquatscht. Ich will nicht in eine Sackgasse laufen, da will ich lieber in Ungewissheit bleiben und mich einfach freuen, wenn ich ihn sehe.
Als sie mich aber wie gesagt auf meinen Arm angesprochen hatten, habe ich mich danach auf einmal wie früher gefühlt zu der Zeit, als ich das getan habe.
Ich hab die Narben die ganze Zeit bewusst gespürt, mir wurde leicht übel, ich war zittrig, hatte Bauchschmerzen (auch von den 2 Latte Macchiato die ich auf leeren Magen getrunken habe) und wollte meinen Arm schnell wieder verstecken. Außerdem war ich sehr still und konzentrierte mich die ganze Zeit darauf, mich unauffällig zu verhalten. Innerlich hatte ich das Gefühl, ich würde gleich anfangen zu explodieren...oder platzen... also wenn man sich zwingen muss langsam zu atmen. Leicht schwumerig wurde mir auch.
Natürlich haben das die anderen gemerkt, und als sie nachfragten sagte ich, es gehe mir nicht gut wegen den 2 Kaffee und dass ich Bauchschmerzen hatte. Sie sagten "Komm nachher mit zur Mensa, dann wird es bestimmt besser". Nach dem essen schwächte das alles auch langsam wieder ab und abends war das Gefühl fast weg, aber trotzdem hatte ich angst, dass es plötzlich wieder kommt.
Es war so, als wär ich kurz in eine Wanne mit all den Gefühlen von damals eingetaucht und hätte kaum luft bekommen, aber es war eigentlich nur ein kurzes "reindippen".
Aber mich haben schon viele Leute auf meinen Arm angesprochen, jedesmal die gleiche Antwort aber ich hab nie so körperlich reagiert... woran kann das gelegen haben?
 
Hmmm, ich finde die Dynamik in deinem Freundeskreis, wo "Er" mit drinsitzt, sehr ungut. Wissen deine Freunde, was er getan hat? Mir fehlt da irgendwie die Solidarität. Wenn eine meiner Freundinnen mir jetzt erzählen würde, einer unserer gemeinsamen Kumpels hätte das getan, was er getan hat, wäre dieser Typ für mich abgeschrieben. Das, was er gemacht hat, ist einfach ganz furchtbar und mies, so jemanden will ich gar nicht in meinem Leben haben und fände es noch schlimmer, weil die Geschichte eine Freundin von mir betrifft.
Oder nehmen deine Freunde das einfach so hin?

Meine Erfahrung ist: der erste Schritt, um aus diesem unguten Trauma-Kreislauf auszubrechen ist, darüber zu reden. Natürlich nicht jeder dahergelaufenen Person und es besteht auch keine Pflicht, dass jeder Freund oder Freundin das weiß, aber es ist wichtig, prinzipiell darüber zu reden. Und mir z. B. ist es sehr wichtig, dass die Freunde, die mir sehr nahe stehen, davon wissen, was mir passiert ist. Und es hat mir auch ungemein bei meiner Verarbeitung geholfen, dass andere mir aufgezeigt haben, wie schrecklich das alles war und wie sehr ich das Recht habe, zu leiden oder nicht so einfach über die Sache hinwegzukommen.

So wie du das schreibst, richtest du das zu seinem Gunsten aus. Weil er ja in deinem Freundeskreis ist. Aber er könnte ja genauso aus Respekt und Achtung vor dir Abstand dazu nehmen oder seine Tat thematisieren ... tut er aber nicht, was noch mehr zeigt, dass er eigentlich null Anstand hat, bzw. nicht wirklich bereut, was er getan hat. Er vertraut da auch irgendwo darauf, dass du dich unterwirfst und er weiterhin seinen Status in deinem Freundeskreis behält und keiner über ihn redet oder ihn mit seiner Tat konfrontiert oder eigene Konsequenzen daraus zieht. Ich hätte als Täter eigentlich wahnsinnig Schiss, dass du darüber sprichst und das im Freundeskreis öffentlich machst (wenn du das nicht schon getan hast). Aber scheinbar hat er diese Angst nicht, oder nicht genug, heißt für mich im Umkehrschluss, er nimmt dich nicht ernst.

Wenn du darüber geredet hast und das von deinen Freunden geduldet wird, bzw. sie vielleicht sogar ihn unterstützen: gaaanz ungut. Da solltest du für dich überlegen und überdenken, ob du solche Leute als Freunde bezeichnen willst und ob die dir gut tun.

Was den Rest angeht: es gibt Freundschaften, die sind toll, sie sind innig und man fühlt sich wohl - aber die entwickeln sich noch und man muss sich noch kennenlernen. Das sorgt oft dafür, dass man nicht über alles reden kann oder will und es auch nicht sollte, weil trotz aller innigen und schönen Gefühle noch gar nicht die Vertrauensbasis da ist, die andere enge und innige Freundschaften haben. So eine gute Vertrauensbasis kann unglaublich viel tragen und auffangen und man kann sich offen und ehrlich aussprechen. Aber trotzdem geht das nicht immer oder sofort mit jedem Freund/in oder Person, mit der sich eine Freundschaft anbahnt.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Mädels unbeabsichtigt dich getriggert haben oder dafür gesorgt haben, dass du deine Grenzen als überschritten und übergangen empfunden hast. Und ich glaube, so von meinem Gefühl her, dass du arge Probleme damit hast, deine eigenen Grenzen zu wahren, zu schützen und zu vertreten - und eben auch deinen Schmerz anzuerkennen.

Aber auf jeden Fall wurden da für mich sehr viele Gefühle aufgewühlt, die vermutlich unterdrückt werden oder die in deinem Unbewussten schlummern. Und das kann natürlich schon Bauchweh und Übelkeit oder Atemnot auslösen. Man sagt ja auch, im Bauch sitzen die Emotionen. Und wenn du möglicherweise viele Gefühle nicht anerkennst oder sie unterdrückst, brechen sie häufig erst recht heftiger aus dir heraus, als wenn du sie anerkennen und dich damit außeinandersetzen würdest.

Du bist auf keinen Fall deinen neuen Freundinnen schuldig, ihnen alles über dich zu erzählen, oder das sofort zu tun. Wichtig ist nur, dass du dich aussprechen und ihnen vertrauen kannst, wenn du das willst und es von dir aus tun möchtest.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hmmm, ich finde die Dynamik in deinem Freundeskreis, wo "Er" mit drinsitzt, sehr ungut. Wissen deine Freunde, was er getan hat? Mir fehlt da irgendwie die Solidarität. Wenn eine meiner Freundinnen mir jetzt erzählen würde, einer unserer gemeinsamen Kumpels hätte das getan, was er getan hat, wäre dieser Typ für mich abgeschrieben. Das, was er gemacht hat, ist einfach ganz furchtbar und mies, so jemanden will ich gar nicht in meinem Leben haben und fände es noch schlimmer, weil die Geschichte eine Freundin von mir betrifft.
Oder nehmen deine Freunde das einfach so hin?

Es wissen kaum welche davon. Ein sehr guter Freund von mir weiß davon, aber ich glaube er kann damit nicht umgehen... ich weiß auch nicht mehr genau, was er dazu gesagt hat. Er fand es absolut S**** und hat auch gesagt, dass T. ein Arschl*** ist, aber mehr nicht. Wenn irgendwas ist kann ich auch zu ihm kommen, aber es ist nicht so, dass er ihn irgendwie missachtet. T. ist halt nur ein Freund, der beim feiern immer irgendwie Probleme macht, also zu betrunken ist etc. Aber wie genau deren Freundschaft ist, weiß ich nicht. Ich will ja auch niemanden auseinander bringen. Ein anderer guter Freund (sind eigentlich alles Jungs in dieser Gruppe) weiß auch davon, aber er ist nicht wirklich mit T. gut befreundet oder so. Er sagt auch dass T. ein A**** ist und es tut ihm leid, dass mir das passiert ist. Er legt auch keinen Wert darauf, ob T. dabei ist oder nicht.


Meine Erfahrung ist: der erste Schritt, um aus diesem unguten Trauma-Kreislauf auszubrechen ist, darüber zu reden. Natürlich nicht jeder dahergelaufenen Person und es besteht auch keine Pflicht, dass jeder Freund oder Freundin das weiß, aber es ist wichtig, prinzipiell darüber zu reden. Und mir z. B. ist es sehr wichtig, dass die Freunde, die mir sehr nahe stehen, davon wissen, was mir passiert ist. Und es hat mir auch ungemein bei meiner Verarbeitung geholfen, dass andere mir aufgezeigt haben, wie schrecklich das alles war und wie sehr ich das Recht habe, zu leiden oder nicht so einfach über die Sache hinwegzukommen.

So wie du das schreibst, richtest du das zu seinem Gunsten aus. Weil er ja in deinem Freundeskreis ist. Aber er könnte ja genauso aus Respekt und Achtung vor dir Abstand dazu nehmen oder seine Tat thematisieren ... tut er aber nicht, was noch mehr zeigt, dass er eigentlich nur Anstand hat, bzw. wirklich bereut, was er getan hat. Er vertraut da auch irgendwo darauf, dass du dich unterwirfst und er weiterhin seinen Status in deinem Freundeskreis verhält und keiner über ihn redet oder ihn mit seiner Tat konfrontiert oder eigene Konsequenzen daraus zieht. Ich hätte als Täter eigentlich wahnsinnig Schiss, dass du darüber sprichst und das im Freundeskreis öffentlich machst (wenn du das nicht schon getan hast). Aber scheinbar hat er diese Angst nicht, oder nicht genug, heißt für mich im Umkehrschluss, er nimmt dich nicht ernst.

Wenn du darüber geredet hast und das von deinen Freunden geduldet wird, bzw. sie vielleicht sogar ihn unterstützen: gaaanz ungut. Da solltest du für dich überlegen und überdenken, ob du solche Leute als Freunde bezeichnen willst und ob die dir gut tun.

Das wofür ich mich am meisten schäme ist, dass ich danach noch 2 mal mit T. intim geworden bin. und einmal hatten wir Sex. Aber es war gefühlslos, es war das reine "rein-raus". Keiner hat was gesagt, man hat sich nicht angesehen und "zärtliche" Berührungen erst recht nicht. Ich glaube er hat sogar extra weggeschaut, um mir nicht ins Gesicht zu gucken.
Die beiden Freunde, denen ich davon erzählt habe, wissen glaube ich auch davon. Entweder haben sie es mitgekriegt, weil ich nach dem Feiern bei T. ab und zu übernachtet habe (ab und zu war es auch wirklich nur übernachten und nicht mehr), oder ich habe einem davon sogar erzählt. Da es aber auch schon etwas her ist, weiß ich es nicht mehr. Aber ich meine, welches Recht habe ich mich, mich zu beschweren, wenn ich mich dann hinterher sogar auf ihn eingelassen habe?
Ich fühl mich ziemlich widerlich, dafür, dass ich das getan habe und falsch, weil ich mich jetzt so fühle wie ich mich fühle. Kann ich mir diese Gefühle auch einfach eingeredet haben? Dass ich daraus in meinem Kopf eine große Sache gemacht habe, wo es das doch eigentlich nicht ist? Er hat zuviel getrunken, wollte was ausprobieren, wie jeder Kerl, und weil ich mich nicht gewehrt habe, hat er es als Einverständnis angesehen...ein Missverständnis also. Und keine große Sache.
Dafür schäme ich mich extrem, weil ich dadurch denke, dass ich garkein Recht darauf habe, irgendwie auch nur ansatzweise so zu reagieren, eben weil ich mich hinterher ja sogar freiwillig auf ihn eingelassen habe und jetzt überdramatisiere.
Ich mein richtig darüber nachgedacht, was er gemacht hat, habe ich erst ein 3/4 Jahr später, aber trotzdem.
Ich mache ein Drama dadrum und baue es in meinem Kopf selber zu einem Drama auf, obwohl wir danach sogar noch mehrmals intim waren. Ich versuch mich irgendwie rauszureden, dass ich ein armes "Opfer" wäre, obwohl ich genauso eine Rolle (durch handeln bzw. nichthandeln) gespielt habe wie er.
Mein Verhalten ist ziemlich erbärmlich...
 
Vorbemerkung: Ich hab ein bisschen Angst, das abzuschicken! Ich hab Angst dich damit zu überfordern. Aber ich vertraue jetzt einfach mal ganz fest darauf, dass du inzwischen genügend Stabilität und Halt dafür hast!


Hallo Janna,

eigentlich würde ich gerne mehr dazu schreiben, aber mir fehlt im Moment etwas die Zeit. Deshalb nur zwei ganz wichtige Sachen.

1.
Er fand es absolut S**** und hat auch gesagt, dass T. ein Arschl*** ist, aber mehr nicht. Wenn irgendwas ist kann ich auch zu ihm kommen, aber es ist nicht so, dass er ihn irgendwie missachtet. T. ist halt nur ein Freund, der beim feiern immer irgendwie Probleme macht, also zu betrunken ist etc.
...
Ein anderer guter Freund (sind eigentlich alles Jungs in dieser Gruppe) weiß auch davon, aber er ist nicht wirklich mit T. gut befreundet oder so. Er sagt auch dass T. ein A**** ist und es tut ihm leid, dass mir das passiert ist. Er legt auch keinen Wert darauf, ob T. dabei ist oder nicht.
Das was du über diesen Freundeskreis so schreibst, finde ich klingt alles andere als gut. Zieh dich zurück! Diese Leute tun dir nicht gut.

2.
Dass ich daraus in meinem Kopf eine große Sache gemacht habe, wo es das doch eigentlich nicht ist? Er hat zuviel getrunken, wollte was ausprobieren, wie jeder Kerl, und weil ich mich nicht gewehrt habe, hat er es als Einverständnis angesehen...ein Missverständnis also. Und keine große Sache.
NEIN! NEIN! NEIN! Deine fehlende Gegenwehr ist keine Entschuldigung für sein Verhalten! Niemals!

Es gibt zwei Dinge, die man in so einem Fall klar Trennen muss. Auf der einen Seite, muss und darf man sehen, dass du mit mehr Gegenwehr, diesen Missbrauch evtl. tatsächlich verhindern hättest können. Das ist wichtig, damit du daran arbeiten kannst, sowas nicht nochmal mit dir machen zu lassen. ABER! Das ist nicht im Geringsten eine Entschuldigung für den Täter! Es ist völlig falsch, zu denken, dass er ja nicht wissen konnte, dass du das nicht willst. Es ist Unsinn zu glauben, du hättest dich wehren müssen, damit er das merkt. Kein Mann kann und darf davon ausgehen, dass eine offensichtlich schlafende Frau, damit einverstanden ist, dass er sich über sie hermacht! Und auch wenn du dann doch wach warst und dich nicht gewehrt hast, bist du doch sicher nur stocksteif dagelegen und hast es widerwillig geschehen lassen! Kein Mensch kann so ein Verhalten legitimerweise als Zustimmung deuten! Wenn man das schön findet und genießt, reagiert man doch ganz anders! NEIN! Er wusste ganz genau, dass du das nicht willst, auch ohne dass du dich deutlich gewehrt hast. Er hat das gemacht, obwohl er wusste, dass du nicht willst. Das war kein Missverständnis. Es war ihm egal! Und jeder Mann, der sagt: "Woher soll man denn wissen, dass sie nicht will, wenn sie sich nicht deutlich wehrt?" ist einfach nur ein A*******!

Ich hoffe, meine Worte haben dich nicht verletzt. Aber ich musste das so deutlich sagen, denn solche Gedanken schüren immer weiter die Scheu einem Täter wirklich die Schuld zu geben, die er hat!

Und noch ein Drittes (auch wenn ich ursprünglich nur zwei Dinge schreiben wollte):
Ich mein richtig darüber nachgedacht, was er gemacht hat, habe ich erst ein 3/4 Jahr später, aber trotzdem.
Ich mache ein Drama dadrum und baue es in meinem Kopf selber zu einem Drama auf, obwohl wir danach sogar noch mehrmals intim waren. Ich versuch mich irgendwie rauszureden, dass ich ein armes "Opfer" wäre, obwohl ich genauso eine Rolle (durch handeln bzw. nichthandeln) gespielt habe wie er.
Mein Verhalten ist ziemlich erbärmlich...
Ich denke, es ist genau andersrum. Du schreibst, dass du erst ein 3/4 Jahr später richtig drüber nachgedacht hast. Das heißt, dass du vorher verdrängt hast, was da schreckliches passiert ist. Du wolltest es nicht wahrhaben, hast dir eingeredet, dass es doch gar nicht so dramatisch war. Erst nach und nach warst du in der Lage, dich den Tatsachen zu stellen. Erst da ist dir bewusst geworden, was er Schlimmes getan hat.

Merkst du was? Das ist das Gegenteil von dem, was du schreibst: "Es war gar nicht schlimm, ich hab mich irgendwann reingesteigert und mach jetzt ein Drama draus!" Das "Drama", dass du jetzt machst, ist das was real ist und das 3/4 Jahr am Anfang, war eine (schützende) Illusion. Du scheinst aber zu glauben, dass das am Anfang real war und du dir das "Drama" jetzt nur einredest. Dem ist nicht so! Rede deine Gefühle, deine Wut, deine Angst und deine Verzweiflung nicht auf diese Art klein. Du hast ein Recht so zu fühlen!

Alles Liebe
M.
 
missladyjanna, es ist vollkommen irrelavant, wie und ob du dich hättest wären sollen/können/müssen. Es geht darum, dass dieser Typ etwas gemacht hast, was du nicht wolltest und du dich deswegen sehr schlecht fühlst. Er hat definitiv eine Grenze bei weitem überschritten.

Man kann natürlich tot-diskutieren, wie und ob du dich hättest wehren können, aber da wird dann sehr schnell ein "hätte, hätte, Fahrradkette" daraus und DAS hilft dir nicht weiter. Das zieht dich nur noch mehr runter und sorgt dafür, dass du dich selbst indirekt zur Mitschuldigen oder sogar Täterin machst. Merkst du das?

Dein Freundeskreis ist sehr ungut. Der sollte dich unterstützen, bzw. in so einem schrecklichen Fall mehr Stellung beziehen. Es geht hier ja nicht um irgendwelche Zickereien oder Streitereien, wo man sagen kann "Das sollen die beiden unter sich ausmachen, das betrifft mich nicht", sondern es geht um eine ganz schlimme Gewalttat, die dich verletzt hat. Aber das wird von deinen "Freunden" irgendwo abgenickt und um dich zufrieden zu stellen, wird halt ein schnelles "Das ist nicht okay", hingerotzt, es wird aber weiterhin positiver Kontakt mit dem Täter gehalten - was ihn durchaus unterstützen oder bestätigen kann.

Du weißt auch nicht, was ER über dich erzählt hat. Gerade wenn man jung und unerfahren ist und hinterher erfährt, dass ein Betroffener von Gewalt später nochmal den Kontakt zum Täter gesucht hat, wird man leicht dazu verleitet, dass sich das Opfer nur reingesteigert hat oder mit Absicht den Kumpel/die Freundin hinhängen wollte, weil irgendwas nicht so gelaufen ist, wie das Opfer es wollte oder es sich schlichtweg schämt, spontan sexuellen Kontakt gesucht zu haben ... Das ist alles totaler Bullshit, aber das glauben manche Leute einfach, gerade wenn sie sich nicht wirklich mit der Thematik Gewalt und Trauma beschäftigen oder damit außeinandersetzen.

Kann natürlich auch sein, dass der Täter mit Absicht erzählt hat, dass du dich nur so verhälst, weil dir die Geschichte hinterher peinlich war oder er dir zuerst eine Abfuhr gegeben hat blabla ... was Täter eben oft so von sich geben, um die Tat herunterzuspielen.

Weißt du, es ist gar nicht so ungewöhnlich, wieder Kontakt oder Nähe zum Täter zu suchen, wenn einem sowas passiert ist. Das passiert sehr vielen Opfern. Da laufen sehr viele komplexe Prozesse ab. Das liegt auf keinen Fall daran, dass du falsch bist oder hinterhältig oder dir was einredest. Es gibt auch Opfer, die trotz ihrer Ohnmacht und ihres Traumas immer wieder unverbindlichen Sex suchen, obwohl sie keinen Spaß daran haben und das Trauma dadurch immer wieder aufgerissen wird. Wenn man in einem Trauma steckt, tut man oft Dinge, die man selbst bewusst oder mit dem Verstand nicht begreifen oder erklären kann. Man tut sich oft selbst sehr weh, obwohl man eigentlich die Wut gegen den Täter richten sollte.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe mir viele Jahre nach meinem Trauma eingerredet, ich wäre mitschuld gewesen, damit das ganze nicht so furchtbar und ohnmächtig für mich ist. Ich habe jahrelang dieses "Hätte, hätte, Fahrradkette" betrieben. Das macht dich kaputt. Viel gesünder und wichtiger ist es zu sagen "Ich hätte nackt rumlaufen können und das Schwein hätte mich nicht anrühren dürfen." oder immer wieder zu sagen "ICH BIN NICHT SCHULD."

Du musst dringend aufhören, dich selbst zur Mitschuldigen zu machen. Damit gibst du dem Täter unglaublich viel Macht über dich und dein Leben. Was wäre denn so schlimm daran, wenn sich deine ganze Wut und Verzweiflung gegen ihn richten würde und nicht ein Großteil davon gegen dich?

Ich würde dir auch raten, deinen unguten Freundeskreis aufzugeben oder dich davon zu distanzieren. Baue dir lieber hier in deinem neuen Umfeld schöne und nette Kontakte auf, du hast ja auch bereits gute Freundinnen gefunden. Und ich würde übrigens diesem Freundeskreis, der mit dem Täter zusammenhängt, irgendwann sagen, dass sie dich freundschaftlich im Stich gelassen haben. Damit würdest du aus deiner erduldenden Haltung ausbrechen. Du musst es nicht jetzt tun und du bist denen auch keine Erklärung schuldig, warum du auf Distanz gehst. Viel wichtiger ist, dass du JETZT in deinem Leben aufräumst. Und für dich sorgst und gut zu dir bist.

Weißt du, als ich meinen besten Freundinnen erzählt habe, was mir passiert ist, war da eine unglaublich große Anteilnahme. Sie haben mich sehr oft gefragt, wie es mir geht und wie sie mir helfen können, oder ob sie etwas tun können, um mich in meiner Verarbeitung und Überwindung unterstützen können. Ich habe ihnen z. B. gesagt, was bei mir nicht geht, weil ich dann Angst bekomme oder an mein Trauma erinnert werde und sie haben es verstanden und mich dahingehend soweit unterstützt, wie sie es konnten. Z. B. kann ich mir immer noch nicht ohne Angst etwas zu Essen kaufen oder einkaufen, wo viele unbekannte Männer sind. Wenn wir uns dann Nachts nach dem Partymachen einen Döner geholt haben oder so, dann sind sie immer bei mir geblieben oder haben für mich mitbestellt. Und das wie selbstverständlich. Oder bei Bars und Discos, wo viele Männer sind, fühle ich mich sicherer, wenn ich in der Mitte sitze oder eine Freundin immer mit mir mit aufs Klo geht. Das machen sie auch wie selbstverständlich. Da ist eine unglaublich große Solidarität und Mitgefühl dabei. Und wenn ich mal zwischendurch raus muss an die frische Luft, weil ich etwas Ruhe brauche, werden keine doofen Fragen gestellt. Es gab da auch mal einen Typen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, der meinte, er wäre "mein Retter" und wüsste besser als ich, wie er mir helfen kann. Ich kann mich immer noch nicht so gut gegen sowas abgrenzen. Aber meine Freundinnen haben sich da um mich gekümmert und auch mal was gesagt. DAS sind für mich Freunde, die einem gut tun und die einen unterstützen.

Natürlich sollte eine Freundschaft auf keinen Fall zur Therapie werden oder ein Ersatz dafür. Das Trauma oder die Probleme sollten auch nicht das Hauptthema sein oder ein großer Schwerpunkt. Aber es kann unglaublich helfen und befreiend sein sich auszusprechen und darüber zu reden. Und zu hören, dass das alles sehr schlimm war und man jedes Recht hat, sich deswegen schlecht und ohnmächtig zu fühlen oder das noch nicht so schnell überwunden zu haben. Meine Freunde und die Therapie haben mich von diesem "Hätte, hätte, Fahrradkette" weggebracht. Auch das Forum hier übrigens. Ich habe dann verstanden, wie schief das läuft und es nicht darum geht, was ICH hätte anders oder besser machen können. Oder was jetzt wie dafür gesorgt hat, dass diese furchtbare Tat passiert ist. Oder an welchem Punkt es eskaliert ist und ich noch hätte gut gegensteuern können. Das habe ich mich auch sehr oft gefragt. Das bringt alles nichts, anderes - DU!- ist sehr viel wichtiger und heilsamer. Und das habe ich durch diese offenen und ehrlichen Gespräche begriffen.

Ich glaube, du kannst erst für dich mit der Sache besser abschließen, wenn du weg bist aus diesem ganzen engeren Kreis, der mit dem Täter zu tun hat. Ich erinnere dich daran, dass du geweint hast, als du den Täter wiedergesehen hast. Zu recht! Es zeigt, wie sehr dir die Sache noch nahe geht und was da in dir an Gefühlen ist. Die du zu unterdrücken scheinst. Und wenn du dich in die enge getrieben fühlst oder dass man deine Grenzen überschreitest, dann geht es dir sogar körperlich schlecht. Mein Körper hat sehr häufig rebelliert und mir gezeigt, dass es mir nicht gut geht, denn ich habe sehr viel verdrängt an meinen Traumata, bzw. mir das Recht abgesprochen, zu leiden und mich schlecht deswegen zu fühlen. Ich war wegen einigen Problemen sogar bei Ärzten, die haben nie etwas gefunden, was körperlich oder krankheitsbedingt der Grund für meine Leiden sein könnte. Bis ich mich meinen Traumata mehr gestellt und angefangen habe, sie aufzuarbeiten. Dann sind viele Leiden von allein verschwunden und heute merke ich sogar noch körperlich, wenn es mal wieder zu viel war oder ich zu viel verdrängt habe. Und dann bin ich gut zu mir oder schalte runter. Der Körper kann da ein unglaublich weiser Begleiter sein, bzw. Berater und eine Alarmanlage, die zu deinem Gunsten funktioniert und aufzeigt, dass was schief läuft.

Dieser Typ hat noch so viel Einfluss auf dich und schert sich einen Dreck darum, wie es dir geht. Seine halbgaren Entschuldigungen und sein Selbstmitleid kannst du vergessen. Er verlässt sich sogar auf deine Angst, bzw. dass du ihm so einen großen Spielraum gibst.

Du würdest auch keine Freundschaft zerstören, wenn du zu dir stehst und offener redest, oder direkte Ansagen machst - das sind alles erwachsene. Und es ist ja die Wahrheit, die du rauslässt. Wenn sich dann jemand vorbehält, den Täter nicht mehr im eigenen Leben haben zu wollen, bzw. als miesen Kerl anzusehen, dann ist das die eigene Entscheidung der Person.

Dem Täter geht ja nicht mal die Düse, dass du es seiner neuen Freundin erzählen könntest. Er hält dich sogar hin, weil er irgendwo wahrscheinlich weiß, dass das bei dir unglaublich zieht.

Du entschuldigst dich sogar bei ihm dafür, dass du einen Gefühlsausbruch wegen dem hattest, was ER getan hat. Merkst du, wie viel da eigentlich schief läuft und wie sehr du dir schadest?

missladyjanna, ich würde dir auch raten, anzustreben mal mit einer kostenlosen und unverbindlichen Beratungsstelle zu reden, wie du dein Leid und deine Probleme lindern kannst. Wildwasser und der Weiße Ring sind da sehr gute Anlaufstellen. Diese Leute hören dir zu und können dich beraten und sie kennen Fälle wie dich. Und da wird KEINER sagen "Oh, du hättest dich da schon wehren müssen!"
 
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