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Erwarte ich zu viel vom Leben? bzw. wieviel darf man erwarten?

isixox

Neues Mitglied
Hey Leute 🙂

Ich stehe eigentlich noch eher am Anfang meines Lebens - bin w20, habe vor 2 Jahren meine Matura/Abi abgeschlossen und bin jetzt mitten im Studium.
Meine Vorstellungen, wie ich mein Leben gestalten möchte sind relativ klar (und auch irgendwie "konservativ" im Vgl. zu Anderen): viel Reisen, gute Freunde, abgeschlossenes Studium, toller Job und später ein Haus am Land mit Mann und 2-3 Kindern. Ich bin selbst in solchen "Verhältnissen" aufgewachsen und hatte eine tolle Kindheit. Außerdem liebe ich die Berge ... 😉

In letzter Zeit jedoch, habe ich immer mehr Zweifel. Angefangen hat es damit, dass ich mein Traumstudium (Medizin) nicht beginnen konnte, weil ich den Aufnahmetest nicht bestanden habe. Auch beim 2.Versuchen hat es nicht geklappt und ich habe mich dann für das Pharmaziestudium entschieden. Meine Gedanken drehen sich aber immer wieder um Medizin...
Auch lebe ich (aufgrund des Studiums) in einer Großstadt und beziehungstechnisch ist bei mir auch tote Hose - ich hatte noch nie eine Beziehung und es sieht auch nicht so aus als hätte ich in naher Zukunft eine.
Ich habe einfach das Gefühl, dass Vieles, was ich mir für mein Leben gewünscht habe so weit weg ist bzw. teilweise so unerreichbar scheint. Mir ist klar, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und man für seine Träume kämpfen muss und das tue ich auch. Nur wo ist Grenze? An welchem Punkt muss man akzeptieren, dass es nicht funktioniert?

Oder lebe ich wirklich so fern von jeglicher Realität und die Vorstellungen von meinem glücklichen Leben sind einfach nur utopisch?

Und daher die Frage: was darf man sich vom Leben erwarten und erhoffen? Oder lebt derjenige glücklicher, der das Leben so nimmt wie es kommt a la: "Habe Hoffnungen aber niemals Erwartungen. Dann erlebst du vielleicht Wunder, aber niemals Enttäuschungen." :unschuldig:
 
Naja , das Leben ist kein Wunschkonzert und man bekommt sicher nicht immer alles was man will, wann man es will.

Nichtsdestotrotz kann alles ja noch kommen. Meistens kommt es unerwartet und wenn man es nicht verkrampft haben will.
 
Hi,

tja, ich kann dir deine Frage auch nicht beantworten und frage mich dasselbe. Ich werde jetzt bald 24 (omg, wo ist die Zeit hin?! 😀) und habe nach dem Abitur leider eine Ausbildung gemacht :-/ Ich war immer jemand, der alles wissen wollte, alles hinterfragt hat, sich für etwas einsetzen wollte..., bin aber irgendwie im falschen Beruf gelandet (witzigerweise einen, den ich nie machen wollte), wurde ständig klein gehalten und nun ist irgendwie meine Lebenslust flöten gegangen. Schon komisch, wenn man bedenkt, dass ich so viele Ideen hatte.

Ich wünschte einfach, dass ich mich damals mehr auf mein Herz verlassen hätte und studiert hätte. Hätte dann Soziale Arbeit oder Soziologie studiert und maaaaan was gab es alles an einschneidenden Ereignissen die letzten Jahren: Flüchtlingskrise, Brexit, Trump, AfD im Bundestag. Ich hätte dies alles so gerne mit meinen Kommilitonen besprochen, wäre gern aktiv gewesen.

Seit 5 Jahren, also seit meinem Abitur, befinde ich mich nun auf dem Holzweg und bin jetzt am überlegen, wie ich wieder "mein Leben leben" kann.

Mein Wunsch war es z.B. immer Freunde zu haben, aber irgendwie klappt es nicht mit den Menschen und mir. Viele Fehlentscheidungen habe ich auch getroffen, weil ich -zu- abhängig von Menschen war (z.B. habe ich die Ausbildung nur wegen des Gruppengefüges durchgezogen) und nun frage ich mich: "werde ich immer dieses Leben führen? Ohne Freunde, mit einem für mich unpassenden Job, in einem scheiß Mietshaus?"

Meine Erfahrung ist, dass einem das Leben oft das liefert, was man sich wünscht/was man braucht.Halt leider nur nicht, wie man es sich ausgemalt hat und schon gar nicht für den Zeitpunkt für den man es bestellt hat - Kundenservice kriegt also eher 3/5 Sternen ;-D

Das was ich mir gewünscht habe, hatte ich schon alles, und ich hätte noch mehr haben können, aber irgendwie...weiß nicht, hatte ich nicht das richtige mindset und jetzt ist alles verpufft. Ich gehöre auch zu der Fraktion "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", jedoch denke ich, dass dieses Prinzip nicht auf zwischenmenschliche Beziehungen anwendbar ist, sondern sich eher für "materielle" Probleme eignet (z.B. Fahrradreperatur xD). Ich glaube, das beste ist einfach, nicht zu verkrampft zu sein und nicht zu sorglos, die goldene Mitte, also ;D
Was ich gelernt habe ist, dass es wichtig ist, trotz Krisen irgendwie noch Möglichkeiten und Potentiale zu sehen. Man muss halt nur schauen, dass man irgendwann weitergeht und nicht stagniert.
Meine Berechnung für das Leben ist also: 50 % Schicksal und 50 % freier Wille.

Ich für mich erstelle mir gerade einen Fahrplan für mein weiteres Leben...nun, auch wenn sich mein Wunsch irgendwann mal Freunde zu haben, nicht erfüllt, dann will ich "wenigstens" andere Ziele erreicht haben 🙂 Dafür versuche ich meine Ziele zu priorisieren und sie in möglichst viele Kleinteile aufzudröseln, um mich dem Ziel Stück für Stück zu nähern.
Vielleicht hilft dir das ja auch.
Und, ich finde, du hast dir schon hohe Ziele gesteckt, will dich aber nicht desillusionieren, hab ja ähnliche hähä 🙂 Was man vom Leben erwarten kann ist irgendwie auch höchst individuell. Was mir geholfen hätte, wäre das größt- und bestmöglichste für mich mir selber zu zutrauen - you know? Ein Leben außerhalb meiner Komfortzone und des Gewohnten. Aber das erfordert Mut und Kraft...

Mal sehen, was die nächste Flut mit sich bringt.
LG
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun ja, mir ist durchaus bewusst, dass wir alle unterschiedliche Ausgangssituationen haben, und uns im Verlaufe unseres Lebens unterschiedlich entscheiden, aber nichts ist unmöglich, solange wir nicht aufgeben.
 
Hallo S.,
 
Nein. Es gibt keine einfache Lösung für das Leben. Es gibt einfache Lösungen. Aber fürs Leben brauch man von denen ganz viele. Dann gibt es noch ein paar Dinge, die ganz wichtig sind und mehr bestimmen. Aber am Ende sind es ganz viele Dinge, die zussammen gehören. Das siehst du ja schon an deiner Idealvorstellung. Erst wenn da zwei bis drei Kinder sind, erst dann kommst du langsam an. Es gehört also ganz viel dazu für ein erfülltes und glückliches Leben.
Nichts desto trotz mußt du dich für deine jetzige Situation die richtigen Fragen stellen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Du kannst nicht auf die glückliche Familie schauen, die du vielleicht mal haben wirst und danach deine jetzigen Entscheidungen im Leben treffen. Da musst du auf ganz andere Dinge achten. Und ob dann das raus kommt, was du dir wünschst???
Die Frage ist vielleicht sogar die, ob das was du dir wünschst das ist, was dich wirklich glücklich macht? Oder ist es vielleicht nicht etwas anderes, was du dir eigentlich wünschen solltest. Du kannst es dir aber vielleicht gar nicht wünschen, weil du erstmal bestimmte Dinge erleben mußt, damit sich der Wunsch bilden kann. Denn schließlich sind es die Erfahrungen die uns zeigen, was möglich ist im Leben und wie ich wann fühle. Oder weißt du wie dich fühlen wirst bei den Kindern, die du haben wirst, mit dem Mann der dann wohl an deiner Seite stehen würde, inder Wohnung, wo ihr dann wohnt etc.???
Was ich dir sagen kann ist, daß du bestimmt ein konservativer Mensch bist und du deshalb vertrauen kannst, dass dein Glück in etwas Konservativem liegen wird. Was immer das Meer des Lebens an deinen Strand spühlen wird...
Es kann auch sein, daß dein Glück in der Medizin lag bzw. liegt. Nun. Du kannst es nicht erreichen. Was aber die erfolgreichen Tiere in der Natur auszeichnet ist, wie anpassungsfähig sie sind. Nun kannst du beweisen, wie anpassungsfähig du bist.
Du brauchst denke ich aber nicht sehr anpassungsfähig sein. Ich meine als OP-Krankenschwester bist du auch mitten drin dabei. Und es ist immer gut, wenn der an der Seite auch einen guten Kopf hat und mitdenkt und in schwierigen Situationen gut reagiert. Oder du kannst dich als Rettungssanitäter versuchen. Ich denke du mußt mehr dran arbeiten aus deiner Not eine Tugend zu machen. Dann mach mal wieder einen Rotkreuzkurs mit oder geh zur Blutspende oder lass dich als Organspender registrieren. Dann kannst du ein bisschen besser in diese Welt hinein schnuppern und mehr sehen, wie nur deine wahre Bestimmung als Ärztin zu arbeiten. Was denn genau. Im Krankenhaus, eine Praxis oder als Gerichtsmediziner? Oder als Tierärztin? Oder oder oder....
Ist das Leben so, wie du es dir vorstellst oder ist es anders?
Eine sehr schöne philosophische Frage. Daran kann man sich das gesamte Leben ergötzen. Ich jedenfalls: 🙂
Aber als solche mußt du sie sehen. Also mit Ruhe und Geduld betrachten. Denn eine Lösung für dein Problem ist tatsächlich darin verborgen. Aber wie sagt man so schön. Der Weg ist das Ziel. Du wirst immer wieder Antworten finden. Aber sie Lösen nur einen Teil des Rätsels. Solche Erkenntnisse können nicht das gesamte Rätsel entschlüsseln. Erst wenn man öfters auf eine Antwort gestoßen ist bekommt man ein Gefühl dafür, wie man die Frage betrachten muß. Dann beginnt man Dinge anders zu sehen und zu erleben und es bilden sich neue Antworten.
Wenn du also jetzt auf eine Antwort stoßt, dann beantwortet sie dir vielleicht ein Teil der Frage. Aber bestimmt trifft sie deine jetzige Situation. Also ist es schon eine Hilfe. Aber du schaffst es nicht dein Leben durch einen Gedanken zu lösen.
Ich wollte jetzt nicht so klugscheißerisch rüber kommen, wie ich mich gerade fühle, aber mir ging es viel mehr darum dir meine Lebensansichten mitzuteilen. Ich weiß nicht, ob ich dir jetzt wirklich weiterhelfen konnte. Aber vielleicht kannst du deine Situation etwas anders, neu beschreiben?
Ich wünsch dir jedenfalls viel glück. Bei jeder Suche.
lg
 

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