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Erstes Vorstellungsgespräch schief gelaufen?

Neat

Neues Mitglied
Hallo,
ich hatte heute ein Online Vorstellungsgespräch zum einer Stelle als Ausbildung zum Fachinformatiker. Nun habe ich jetzt die Zweifel, dass das eventuell nicht so gut gelaufen ist.

Ganz am Anfang hat man sich begrüßt und vorgestellt. Doch als ich mich vorgestellt habe, hat man direkt zu mir gesagt, "Ich weiß dass Sie nervös sind, aber können sie versuchen etwas langsamer zu sprechen?" Ich habe mich darauf hin entschuldigt und mein Tempo etwas heruntergefahren. Danach kamen einige Fragen zu meiner vorherigen Tätigkeit als studentische Hilfskraft, die ich auch vernünftig beantworten konnte. Doch dann kam die Frage auf, wo ein Unterschied zwischen der Ausbildung und der Tätigkeit als studentische Hilfskraft liegt. Die Frage hat mich überrascht und ich habe anfangs gesagt, dass ich dazu keine Antwort wüsste, nachdem man einmal noch nachgefragt hat, habe ich aber eine Antwort geben können, die auch anscheinend passend war. Dann hat man den Ausbildungsverlauf usw vorgestellt, haben noch geschaut ob ich irgendwelche Rückfragen habe, haben noch erkärt wie der weitere Verlaufs der Bewerbung geht und nach 43 MInuten war das Gespräch vorbei.

Nun habe ich jetzt die Zweifel, dass ich durch mein Gespräch einen negativen Eindruck hinterlassen habe und ich jetzt wohl mit einer Absage rechnen muss. Ich war einigermaßen nervös, habe aber so gut es geht versucht auf die Fragen einzugehen und ausführliche Antworten von mir zu geben. Dennoch gab es wie oben bereits erwähnt ein paar Stellen wo es etwas hackte. Außerdem lief das Gespräch nur 43 Minuten, obwohl es für 60 Minuten geplant war. Ich hatte halt keine expliziten Rückfragen parat und wollte erstmal nur hören, wie das ganze jetzt verläuft.

Es ist nur ein Gefühl erstmal, aber ich hätte das Gespräch besser meistern können. Daher meine Frage ist, wie kann ich lockerer an ein solches Gespräch in Zukunft rangehen? Ich habe in der nächsten Zeit weitere Vorstellungsgespräche und ich möchte da besser abschneiden als zuvor.

Über Rat würde ich mich freuen
Mit freundlichen Grüßen
 
Hallo Neat, wie du selbst schreibst: Es war das erste Gespräch. Logisch, dass man da nervös ist. Du solltest nicht erwarten, dass es gleich beim ersten Mal klappt. Falls doch, um so besser, aber falls nicht, hast du Erfahrung gesammelt und bist beim nächsten Mal schon nicht mehr so nervös. Schreib dir Sachen auf, die dir im Nachhinein eingefallen sind. Dann kannst du diese beim nächsten Mal anbringen.

Die Dauer des Gesprächs muss kein Indiz sein.
 
Daher meine Frage ist, wie kann ich lockerer an ein solches Gespräch in Zukunft rangehen? Ich habe in der nächsten Zeit weitere Vorstellungsgespräche und ich möchte da besser abschneiden als zuvor.
Da kommst du schon hinein, das Schlimmste war dieses, so gehts dir beim nächsten mal nicht mehr.
Man lacht auch nicht mehr gleich, nachdem man den Witz kennt, so etwa.

Wie du selber gemerkt hast, mit mehr Vorbereitung macht man sich auch gefasster auf schnelle Fragen, ebenso, das hast du dazugelernt, mit langsam und deutlich sprechen gibts auch schon mehr Ruhe in dir.
Man testet auf alles- wie es dir geht...machst du einen instabilen Eindruck, oder trittst du gefestigt auf? Wartest du ab, bis du zum Antworten ansetzt, oder fällst du ins Wort? Bleibst du erwachsen bei der Sache, oder bist du ein plapperndes unmündiges Kindchen, das zuckt und sich dauernd bewegt und wackelt und zappelt..? Bist du höflich, bist du aufrichtig, bist du ........ vorbereitet....
Das bist du doch jetzt. Das war eigentlich schon eine Art Vorschulung für dich.

Ich wünsche dir einen guten Job, einen, wo Leute sind, mit denen du gut kannst und sie mit dir und wo ein übliches Amateur-Gehabe total akzeptiert wird. Das ist sympathisch, wenn du als Anfänger auch wie ein Anfänger bist. Schäme dich doch nicht für etwas, das normal ist. Bleib natürlich.
 
Das ging mir damals genauso. Ich war im ersten Gespräch sehr nervös, weil ich nicht wusste was auf mich zukommt, aber trotzdem perfekt sein wollte.

Für die nächsten Gespräche weißt du wie es läuft und bekommst auch etwas Routine. Eine Grundnervosität ist immer da und vielleicht auch nicht verkehrt. Das legte sich aber, als ich mal über den Beginn des Gespräches und der Frage "Stellen Sie sich doch einmal vor" oder "Erzählen Sie etwas über sich" hinaus war.

Überlege dir für die nächsten Gespräche evtl. noch ein zwei Fragen, die du am Ende stellen kannst. Das zeigt Interesse, auch wenn du es vielleicht nicht wissen möchtest.
 
Ob du jetzt genommen wirst oder nicht, hängt nicht nur von deinem Auftreten ab, sondern auch, wieviele andere Bewerber es gibt, wieviel freie stellen usw.
Also wenn du abgelehnt werden solltest, liegt es bestimmt nicht (nur) daran, das du nervös warst und es paarmal "gehakt" hat.
Gut ist immer, wenn du vorher ein paar Fragen dir überlegst, möglichst schlaue 😉
Das setzt voraus, das du dich genauer über die Arbeitsstelle oder den Ausbildungsbetrieb informiert hast. Genau das wollen die testen, oft kommt ja auch die Frage, warum haben sie gerade uns gewählt?
Eine unschlaue Antwort wäre dann z.b. na weil es mir am nächsten liegt. Oder sowas.
Schlau wäre es, wenn du etwas wüsstest, was eben an dieser Stelle besonders ist.
 
Ich glaube, du bewertest dein Gespräch gerade deutlich schlechter, als es wahrscheinlich war.
Dass man dir am Anfang sagt, du sollst langsamer sprechen, ist nichts Dramatisches, das ist ein typischer Hinweis bei Nervosität und völlig normal. Entscheidend ist, dass du dich angepasst hast. Das wirkt eher positiv als negativ.
Auch die Situation mit der Frage zeigt kein Scheitern, sondern eher das Gegenteil, du warst kurz unsicher, hast dann aber doch noch eine passende Antwort gefunden.
Genau so laufen Gespräche in der Realität oft ab.
Dass das Gespräch nur 43 Minuten statt 60 Minuten ging, ist ebenfalls kein schlechtes Zeichen.
Viele Gespräche enden früher, wenn alles Wichtige geklärt ist. Das sagt nichts über Zu- oder Absage aus.
Dein Eindruck, dass es besser hätte laufen können, ist übrigens fast immer da und gerade wenn man nervös war.
Das heißt aber nicht, dass es objektiv schlecht war.
Das war kein perfektes Gespräch, aber ziemlich sicher auch kein schlechtes.
Jetzt kannst du sowieso nur abwarten und Tee trinken.
 
Vielleicht war das Gespräch gar nicht so schlecht und du bist zu selbstkritisch.
Manche Menschen denken ja auch schnell, dass sie eine Klausur versiebt haben, und dann war sie doch ganz gut. Und andere Bewerber waren vielleicht auch nervös und schlechter qualifiziert als du.
Warte erst mal die Rückmeldung ab.
 
Vielleicht beruhigt es dich ja ein wenig, wenn ich dir sage, dass mein kürzestes und trotzdem erfolgreiches Vorstellungsgespräch 15 Minuten gedauert hat. Es war übrigens bei einem Vorstandsmitglied eines DAX-Konzerns. Aber tatsächlich sind das natürlich absolute Ausnahmen. Dennoch muss ein Gespräch nicht die komplette Zeit ausschöpfen, für die es geplant war. Oft sind die Recruiter so erfahren, dass sie sehr schnell auf hop oder top entscheiden.

Grundsätzlich aber noch ein paar Tipps. Es gibt Fragen, die eigentlich klassisch sind für ein Vorstellungsgespräch - und auf die solltest du schon eine Antwort parat haben und auch relativ souverän antworten können. Auf die kannst du dich auch gut vorbereiten. Klassischerweise sind das Fragen nach deinem bisherigen Lebenslauf, wobei es da nicht darum geht, dass du alles kleinklein berichtest, sondern die wesentlichen Punkte möglichst positiv darstellst. Hier hast du Gelegenheit dich erstmals zu präsentieren, dass du z. B. wohlbehütet groß geworden bist, eine schöne Kindheit, Hobbies und Freunde hattest.. vielleicht auch, dass du schon mal zeigen konntest, dass du mit Veränderungen gut klargekommen bist z. B. nach einem Umzug.

Was du tatsächlich beim nächsten Mal auf jeden Fall besser machen solltest ist deine Sprechgeschwindigkeit von Beginn an auf ein normales Maß zu regulieren. Ich weiß nicht, woher das kommt - ob womöglich durch die Schnelllebigkeit unserer Zeit: Mir ist jedenfalls scho häufiger aufgefallen, dass insbesondere junge Leute extrem schnell sprechen. Als dazu noch hörgeschädigter Mensch kann ich dir sagen, dass mich das richtiggehend sauer macht, ich finde das nämlich absolut unhöflich, so loszurattern. Und nein, das hat für mich überhaupt nichts mit Nervosität zu tun, sondern das ist tatsächlich einfach schlechter Stil. Das ist ein bisschen OT, aber Heidi Reichinnek ist auch so ein Fall und diverse andere junge PolitikerInnen auch - da könnte ich wirklich nen Anfall kriegen. Vor allem wenn dann schon zurückgemeldet wird, dass das negativ auffällt, dann trotzdem noch so weiterzumachen - das geht gar nicht. Man hat es dir jetzt gesagt, achte daher beim nächsten Mal unbedingt darauf zu deinem eigenen Besten.

Dass du so überhaupt keinen Unterschied zwischen einer Tätigkeit als studentischer Aushilfe und einem Azubi benennen konntest, war tatsächlich nicht so gut, zeigt es doch, dass du dir wenig Gedanken gemacht zu haben scheinst, was ein Auszubildener tut bzw. wie er lernt und wofür eine Ausbildung überhaupt gut ist. Da bleibt zu hoffen, dass man das tatsächlich mit deiner Nervosität erklärt. Während ein Auszubildender seinen Job ganz systematisch lernt und die Arbeitsinhalte sukzessiv aufeinander aufbauen und komplexer werden, wird eine studentische Aushilfe häufig für einfache Tätigkeiten gebraucht und arbeitet einfach ab. Während ein guter Auszubildender den Nachwuchs im Unternehmen sichert, verfolgt man mit der Beschäftigung einer Aushilfe nur selten eine dauerhafte Anstellung. Und natürlich sind Rechtsstatus (z. B. Arbeitsvertrag, Einsatzzeiten etc.) und auch Vergütung völlig unterschiedlich. Hier empfehle ich dir, die Frage nach dem Unterschied einfach mal in chat gpt einzustellen. Wahrscheinlich wirst du dir dann vor die Stirn hauen und sagen "Oh Mann, dass ich darauf nicht gekommen bin."

Per se solltest du auch immer mal die Homepage des Unternehmens angeschaut haben. Du könntest da ebenfalls chat gpt fragen, was es besonders über Unternehmen X zu wissen gibt. Das ist mittlerweile so einfach geworden, die wichtigsten Infos quasi auf Knopfdruck zu bekommen, und du musst selber gar nicht viel Zeit investieren, wenngleich ich genau das schon wichtig fänd, wenn ich mich für ein Unternehmen interessiere, in dem ich unter Umständen viele Jahre meines Lebens verbringen möchte. Unvorbereitet und uninformiert zu sein zeugt hingegen wieder vom Husch-husch.

Fragen für den Schluss solltest du auch grundsätzlich parat haben. Da kann es darum gehen, wie der Anfang der Ausbildung aussieht, ob man ähnlich wie bei den Erstiwochen der Universitäten vielleicht eine Orientierungswoche haben wird, um andere Azubis und die Basics des Unternehmens kennenzulernen. Oder auch die Frage, wie viele Azubis im Unternehmen anfangen.
Du kannst auch fragen, ob das Unternehmen ein Betriebliches Gesundheitsmanagement hat, das dafür sorgt, dass gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen vorherrschen. Auch sog. Benefits sind gute Themen: Betriebliche Altersvorsorge, Bahncard, Deutschlandticket, Bike Leasing... Und zur Ausbildung noch ob es Blockunterricht gibt oder regelmäßigen Unterricht. Es gibt zu "guten Fragen bei Bewerbungsgesprächen" zig Videos auf YouTube mit wirklich tollen Tipps. Mach dir die Mühe und stöbere da mal. Gerade, wenn du dich für andere Stellen als 08/15 bewirbst, mopst dir ansonsten die Konkurrenz die Stelle durch ein eloquenteres und clevereres Auftreten. Das solltest du nicht dem Zufall überlassen, und man kann tatsächlich gut darauf hinüben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Neat,
sei nicht zu hart zu dir. Es war dein erstes Bewerbungsgespräch und auch wenn es nicht genauso gelaufen ist, wie du dir das gewünscht hättest, war es doch eine Erfahrung aus der du jetzt lernen kannst. Das du dir im Nachhinein so viele Gedanken machst, zeigt, dass du reflektiert bist und an dir arbeiten möchtest, damit es beim nächsten Mal besser läuft. Lege dir einen kleinen Plan zurecht, was du verändern kannst, um selbstsicherer und gefasster aufzutreten und gib dir etwas Zeit.
Bewerbungsgespräche sind immer nervenaufreibend aber ich denke, du wirst das in Zukunft gut meistern und wünsche dir alles Gute und viel Glück!
 

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