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Erinnerungen hervorlocken: Massage, Trance oder sonstwas?

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Gast

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Hallo zusammen,

ich habe seit sehr langem psychische und psychosomatische Probleme, die ich nicht ändern und nicht lösen kann. Ich nehme an, dass die Ursachen dafür in meiner (frühen) Kindheit liegen; es gibt einige Hinweise darauf. Mein Problem ist, dass ich mich nicht an irgendwelche Begebenheiten erinnern kann. Ich weiß, dass die Atmosphäre in meiner Familie untergründig kalt war, ich bin nicht geliebt worden, ich wurde auch geschlagen, kann mich aber bis auf einen Fall nicht an konkrete Situationen erinnern. Es heißt, dass z. B. durch Massagen verspannter Muskeln (Stichwort Körpergedächtnis) oder durch Trancezustände Erinnerungen auftauchen können. Ich hab jedoch große Probleme, überhaupt in einen anderen Bewusstseinszustand zu gelangen, und meine ersten Erfahrungen mit Druck auf verspannte Muskeln haben nichts anderes bewirkt als Schmerz. Die betreffenden Muskeln sind allerdings noch nicht entspannt ...

Hat jemand von euch irgendwelche Erfahrungen mit solchen oder anderen Techniken? Hat sich jemand von euch bei einer Massage plötzlich an etwas erinnert bzw. sind währenddessen mal schwierige Emotionen (Trauer, Angst, ...) aufgetaucht?
 
Hallo Gast,
ich habe vor vielen Jahren, als ich anfing, mich
mehr mit psychologischen Themen zu befassen,
auch mal eine Reihe von solchen Massagen ge-
macht, die darauf abzielen, im Körper gespei-
cherte Erfahrungen zu lösen. Das war durchaus
interessant und ich glaube, es hat meine Art,
mich zu bewegen und meines Körpers bewusst
zu werden, durchaus verändert.

Davon aber die Lösung von akuten Problemen
zu erwarten, scheint mir unangemessen. Die
Erinnerung an frühere Erfahrungen kann zwar
zu neuen Erkenntnissen beitragen, aber die Ge-
genwart und die Zukunft zu gestalten hilft das
nicht unbedingt. Viel hilfreicher finde ich die An-
sätze der Lösungsorientierten Psychologie, die
z.B. fragt: "Wann war es zum letzten Mal gut?"
oder die versucht, vorhandene Ressourcen für
die Problemlösung zu aktivieren.

Gruß, Werner
 
Hallo, ich denke nicht, dass sich durch Massagen einfach so mal tief liegende Verletzungen lösen, insbesondere, wenn es ja auch schon so lange anhält, dann sind die Schmerzen chronifiziert und gehen ohnehin nicht einfach weg. Massagen können sicher kurzzeitig mal die Muskeln etwas lockern, aber das hält nicht an. Ich habe selbst durchaus schon mal erlebt, dass ich bei einer Massage Heulkrämpfe bekam, aber sonst half es eher nichts.

Wenn Du keine Erinnerungen hast, dann ist das ja nicht umsonst so und ich persönlich fände es gefährlich, wenn die sich plötzlich lösen durch eine Massage. Wie willst Du diese Gefühlsflut denn dann aushalten/verarbeiten? Vielleicht wäre da eine Therapie, die sich dem ganz langsam nähert, deutlich besser. So was funktioniert, in ganz kleinen Schritten, ich mache gerade selbst so eine Therapie und ich habe ca. 20 Jahre danach gesucht. Gestern zum Beispiel hatte ich nur eine kleine Gefühlserinnerung, die gleich danach wieder weg war. Erst abends und auch heute noch ging/geht es mir sehr schlecht. Das Verrückte ist, eine gedankliche Erinnerung ist nicht da, nur der Körper reagiert, er übernimmt die Tränen, die ich nicht weinen kann. Gelingt es mir doch mal, dann werden diese Schmerzen auch erst mal etwas besser.

Aber all das herauszufinden, was eben zum Beispiel hinter den so starken Schmerzen steckt, dass man sich nicht mehr aufrecht halten kann, dass das die ungeweinten Tränen sind, dauerte Jahre. Und so ganz langsam komme ich auch manchmal an ganz kleine Erinnerungsfetzen, die meist aber kaum fassbar und meist ganz schnell wieder weg sind.

Mach so was also lieber langsam und unter Aufsicht und nicht auf Biegen und Brechen. Dein ganzes System schützt Dich vor der Erinnerungsflut, es gibt nur sehr vorsichtig frei, was man vielleicht verarbeiten jetzt kann.

In dieser Sache denke ich persönlich nicht, dass es reicht, nach vorn zu schauen, die "geparkten" Gefühle verändern sich dadurch nicht. Ich habe das zwanzig Jahre ganz bewusst so gemacht, einfach nicht zurück schauen, sehen, was ist für morgen wichtig, lernen, sich an kleinen Dingen zu freuen. Und dann hatte ich verlernt, trotz aller Therapien, mich selbst zu spüren. Und mein körperlicher Zustand wurde immer schlimmer.

Mag sein, dass so was funktioniert, wenn man einen Punkt findet, wo man sich sagen kann, da ging es mir gut. Was aber, wenn es den nicht gibt?

viele Grüße, kiablue
 
Hallo Werner, hallo Kiablue,

danke für eure Beiträge! Ich finde sie sehr interessant. Morgen habe ich Zeit, darauf zu antworten.
 
Hallo Gast,
ich habe vor vielen Jahren, als ich anfing, mich
mehr mit psychologischen Themen zu befassen,
auch mal eine Reihe von solchen Massagen ge-
macht, die darauf abzielen, im Körper gespei-
cherte Erfahrungen zu lösen. Das war durchaus
interessant und ich glaube, es hat meine Art,
mich zu bewegen und meines Körpers bewusst
zu werden, durchaus verändert.

Hallo Werner,
das hört sich so an, als hättest du dich durch die Massagen an nichts erinnert, oder? Wie nannte sich die Massagetechnik, und wie lange bist du dran geblieben?
Danke für deinen Beitrag!
 
So was funktioniert, in ganz kleinen Schritten, ich mache gerade selbst so eine Therapie und ich habe ca. 20 Jahre danach gesucht. Gestern zum Beispiel hatte ich nur eine kleine Gefühlserinnerung, die gleich danach wieder weg war. Erst abends und auch heute noch ging/geht es mir sehr schlecht. Das Verrückte ist, eine gedankliche Erinnerung ist nicht da, nur der Körper reagiert, er übernimmt die Tränen, die ich nicht weinen kann. Gelingt es mir doch mal, dann werden diese Schmerzen auch erst mal etwas besser.

Hallo kiablue,
wie heißt denn die Therapie, die du machst, wie wird da gearbeitet? Wie lange warst du schon dabei, als der erste Erinnerungsfetzen auftauchte? Interessiert mich brennend!
Ich will nicht unbedingt allein an meine Erinnerungen drankommen, es kann gerne eine Therapie sein. Schmerzen hab ich keine. Schön, dass es bei dir wenigstens kleine Erfolgserlebnise gibt!
 
Ja, das war ein Prozess, wo vieles ineinander über ging. Angefangen hat es damit, dass meine Tochter ihr eigenes Leben startete und ich somit langsam automatisch anfing, mich selber wieder zu spüren, was ich vorher völlig abgespalten hatte. Dann machte ich ein Therapie, tiefenpsychologisch orientiert, die aber völlig schief lief, es passte einfach nicht zwischen Thera und mir, sie ging einfach nie auf mein Thema ein, sie wollte lieber ihre eigene Schablone.

Danach fand ich zufällig jemanden, mit der es für mich super lief, weil sie schaute, was brauche ICH. Mit ihr machte ich eine Zeit lang Schematerapie, war super,allerdings nur relativ kurz, weil sie schwanger war und danach lernte ich ihre Vertretung kennen. Anfangs war ich sehr skeptisch, mir war klar, die Schematherapie wird nicht fortgesetzt werden können, so war es dann auch. Letztlich aber doch Glück, das war eine gute Vorbereitung auf das, was wir jetzt tun: IRRT Perfekt was ich brauche, aber auch sehr schwer und eigentlich eher eine Traumatherapie, wobei das auch gut passt. Google mal danach. Es geht um Umbewertung früherer Erfahrung.

Erste Erinnerungsfetzen kommen erst seit Kurzem, aber es ist mir aufgefallen. Auch Alpträume bahnen sich jetzt ihren Weg, gehört aber sicher alles zusammen, ist belastend, aber eben jetzt so.

Ob Dir diese Form nun so hilft und auch ob es schnell geht, kann ich nicht sagen,denn Therapien an sich mache ich seit 20 Jahren, nur war der Erfolg fast immer mäßig, weil meine Probleme genau da liegen, wo mir die Erinnerungen fehlen. Jede Therapie kann etwas erreichen, weiter bringen und es kommt drauf an, wie tief die Ursachen liegen, wie lange sie her sind. Manchmal braucht man sehr viel Vorarbeit, man versucht ja erst mal, das Heute zu verstehen, zu reflektieren. Und wie gesagt, dass ich momentan anscheinend, also für mein Gefühl das Richtige mache, ist eher Zufall. Glücklicher Zufall. Ich hätte nicht gewusst, dass es diese Therapie gibt und dann finde mal jemanden, der das genau macht.

Einen Versuch oder auch mehrere ist es auf jeden Fall wert. Was hast Du zu verlieren.

Viele Grüße, kiablue
 
Hallo Werner,
das hört sich so an, als hättest du dich durch die Massagen an nichts erinnert, oder? Wie nannte sich die Massagetechnik, und wie lange bist du dran geblieben?
Danke für deinen Beitrag!

Doch, ich habe mich an einige Erlebnisse erinnert. Das
Dramatischste war, dass ich mich an meine ersten Schritte
erinnerte und nochmal meine Schuhe "sah", die ich damals
getragen hatte. Obwohl es nur ein schwarz-weißes Bild von
ihnen gibt, waren mir die Farben wieder in Erinnerung. Nach
dieser Sitzung (eine von zehn) konnte ich viel leichter zu
Fuß gehen und gehe seitdem auch gerne lange Strecken
zu Fuß. Ich würde auch sagen, dass sich mein Körperge-
fühl insgesamt durch diese Therapie verbessert hat, denke
aber, es hängt auch stark von der Person des Therapeuten
ab, ob man sich einlassen kann. Es ist ja schon ziemlich
"nah", wenn jemand an deinem ganzen Körper herumzieht
und bis auf die Knochen und Gelenke greift.

Wie die Therapieform genau hieß, weiß ich nicht mehr, sie
gehört aber zu den biodynamischen Körpertherapien - ich
glaube, es war eine Spezialform aus Indien.
 
Danach fand ich zufällig jemanden, mit der es für mich super lief, weil sie schaute, was brauche ICH. Mit ihr machte ich eine Zeit lang Schematerapie, war super,allerdings nur relativ kurz, weil sie schwanger war und danach lernte ich ihre Vertretung kennen. Anfangs war ich sehr skeptisch, mir war klar, die Schematherapie wird nicht fortgesetzt werden können, so war es dann auch. Letztlich aber doch Glück, das war eine gute Vorbereitung auf das, was wir jetzt tun: IRRT.

Danke für den Tipp!! Ich hab ein bisschen was im Internet gelesen; ich werde mir auf jeden Fall die beiden Bücher von Mervin Smucker ansehen. Hört sich auf jeden Fall interessant an!

Erste Erinnerungsfetzen kommen erst seit Kurzem, aber es ist mir aufgefallen. Auch Alpträume bahnen sich jetzt ihren Weg, gehört aber sicher alles zusammen, ist belastend, aber eben jetzt so.

Irgendwo hab ich eine Bemerkung gefunden, dass es problematisch ist, wenn bei IRRT nicht von Anfang an Erinnerungen da sind. Ich hab das so verstanden, dass die Therapeuten wohl nicht so begeistert sind, wenn sie fehlen bzw. eventuell dann eine Therapie von ihnen abgelehnt wird. War das bei dir ein Thema, gabs deshalb Probleme mit deiner Therapeutin?

Danke, dass du das mit den Alpträumen geschrieben hast - es scheint ein Indiz dafür zu sein, dass etwas sehr, sehr tief vergraben sein kann.

Auch die Schematherapie interessiert mich, zusätzlich, aber ich hab den Eindruck, dass man die nur in einer Klinik machen kann und nur, wenn man entsprechend heftige Diagnosen hat. Oder ist mein Eindruck falsch? Wie bist du an die Schematherapeutin rangekommen?

Ob Dir diese Form nun so hilft und auch ob es schnell geht, kann ich nicht sagen,denn Therapien an sich mache ich seit 20 Jahren, nur war der Erfolg fast immer mäßig, weil meine Probleme genau da liegen, wo mir die Erinnerungen fehlen. Jede Therapie kann etwas erreichen, weiter bringen und es kommt drauf an, wie tief die Ursachen liegen, wie lange sie her sind. Manchmal braucht man sehr viel Vorarbeit, man versucht ja erst mal, das Heute zu verstehen, zu reflektieren. Und wie gesagt, dass ich momentan anscheinend, also für mein Gefühl das Richtige mache, ist eher Zufall. Glücklicher Zufall. Ich hätte nicht gewusst, dass es diese Therapie gibt und dann finde mal jemanden, der das genau macht.

Ich könnte fast wortwörtlich dasselbe sagen wie du - man lernt in jeder Therapie etwas, aber bei mir ist es eben auch so, dass ich nie an die Ursachen der hartnäckigsten Symptome rangekommen bin. Ich suche mittlerweile mehr als 10 Jahre ...

Schöne Grüße!
 

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