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Erfahrungen mit Therapieplatzsuche und Tageskliniken

Lala8471

Sehr aktives Mitglied
Hallo zusammen,

da es nahezu aussichtslos ist einen ambulanten Psychotherapieplatz zu finden, habe ich mich zusätzlich bei Tageskliniken für Psychosomatik auf die Wartelisten setzen lassen. Ich habe auch gedacht, dass das vielleicht sogar besser wäre, weil man da ja jeden Tag acht Stunden lang Therapieangebote nutzen kann

Nun hatte ich heute mein Erstgespräch in einer dieser Tageskliniken für Psychosomatik und mir wurde mal ein Beispielwochenplan gezeigt.

Allein ca. 1,5 Stunden gehen für Frühstück und Mittagessen drauf. 1x pro Woche Einzeltherapiestunde und zusätzlich 1x Therapiestunde mit der Pflege. Ansonsten PMR, Kreativstunde mit malen, etwas mit Steinen machen, dann noch eine andere Stunde mit Tanzen, Improvisationstheater oder ähnlichem, 1x Gruppentherapie und 1x pro Monat Depressionsgruppe, 1x Arztgespräch, falls neue körperliche Symptome dazu kommen, um mal einen groben Überblick zu geben. Alles habe ich mir nicht gemerkt.

Jetzt frage ich mich, was soll es mir bringen diese Sachen zu machen, die ich eigentlich nicht gerne mache. Ich habe ein Trauma und dadurch eine somatoforme Störung, GAS und Depression.

Daher wollte ich euch mal fragen, wie es euch in so einer Tagesklinik (am besten für Psychosomatik) gefallen hat, was euer Programm da war und inwiefern euch die einzelnen Therapiebestandteile geholfen haben.

Vielen Dank im Voraus für jede Antwort.

LG
Lala8471
 
Dazu muss ich sagen, dass ich ca. 20 ambulante Therapeuten angeschrieben oder angerufen habe. Sie haben aber einfach keine Therapieplätze und führen oft auch gar keine Warteliste mehr, weil sie zu viele Anfragen haben.
 
Stationäre psychosomatische Klinik kommt für dich nicht infrage?

Ich persönlich war nie in einer Tagesklinik. Hätte mir, als ich Depressionen hatte, auch nur zusätzlichen Stress gebracht, da ich zuhause 2 damals noch jüngere Kinder hatte.

Ich denke, dass der Nutzen von Tageskliniken u. a. sein kann, Tagesstruktur entweder beizubehalten oder diese wieder zu erreichen.

Zu ambulanter Therapie: Manchmal ist es einfacher einen Platz für eine Gruppentherapie zu bekommen.
 
Stationäre psychosomatische Klinik kommt für dich nicht infrage?

Ich persönlich war nie in einer Tagesklinik. Hätte mir, als ich Depressionen hatte, auch nur zusätzlichen Stress gebracht, da ich zuhause 2 damals noch jüngere Kinder hatte.

Ich denke, dass der Nutzen von Tageskliniken u. a. sein kann, Tagesstruktur entweder beizubehalten oder diese wieder zu erreichen.

Zu ambulanter Therapie: Manchmal ist es einfacher einen Platz für eine Gruppentherapie zu bekommen.
Danke für deine Antwort.

Eine stationäre Therapie wäre für mich zusätzlich belastend. Mein Zuhause gibt mir Stabilität und Sicherheit.

Die Ärztin von der Tagesklinik, die mich auch stationär hätte vermitteln können, meinte auch, dass eine Tagesklinik besser für mich wäre damit wieder mehr Struktur in meinen Alltag kommt.

Ich weiß nur nicht, was mir malen oder Theater spielen, was ich nicht gerne mache, bei meinen psychosomatischen Beschwerden und meinem Trauma bringen soll. Das hört sich für mich eher nach Freizeitbeschäftigung wie bei der VHS als nach Therapie an.

Die Tage da wären auch länger als meine Arbeitstage, weil die Therapie von 8 bis 16 Uhr geht. Ich arbeite nur sechs Stunden täglich (aus gesundheitlichen Gründen). Da finde ich acht Stunden schon sehr anstrengend.

Am liebsten wäre mir ein ambulanter Platz mit zwei Therapiestunden pro Woche, aber das ist reines Wunschdenken.
 
Ich weiß nur nicht, was mir malen oder Theater spielen, was ich nicht gerne mache, bei meinen psychosomatischen Beschwerden und meinem Trauma bringen soll. Das hört sich für mich eher nach Freizeitbeschäftigung wie bei der VHS als nach Therapie an.
Ich habe vor meiner psychosomatischen Reha ähnlich gedacht.

Ich erzähle mal:
U. a. gehörte Ergotherapie dazu. Ich hatte mich notgedrungen für die Variante "Körbe flechten/Holzarbeiten/Filzen etc." entschieden.

Ich kam zu drei wichtigen Erkenntnissen bei der Therapie:
....dass ich ungern nach Rat frage oder um Hilfe bitte. (Auch im Real Life früher nicht).
....ich war genervt, weil die Therapeuten den Raum verlassen hatte, um Material zu holen. Sie war lange weg. Meine Gedanken gingen in Richtung "Ineffizienz", was total bescheuert war, weil ich in einer Klinik war und es nicht um Leistung ging.
....andere haben eine Pause zwischendurch gemacht - ich nicht.

So habe ich im Job früher leider auch "getickt" - um Hilfe bitten beispielsweise fällt mir mittlerweile leichter.

Eine andere Mitpatientin hatte wie eine Besessene Holz mit einer Laubsäge bearbeitet, dass sie danach tagelang Schmerzen in der Hand hatte.

Auch Therapien wie Musiktherapie und Tanzen hatte mir viel gebracht - ich kam dadurch vergleichsweise unmittelbarer an meine Emotionen ran. Heißt, dass ich während der Musiktherapie geweint habe/weinen konnte, was ich in klassischen Therapie-Sitzungen ...hm....unbewusst kontrolliert/vermieden hatte.
 
Die Tage da wären auch länger als meine Arbeitstage, weil die Therapie von 8 bis 16 Uhr geht. Ich arbeite nur sechs Stunden täglich (aus gesundheitlichen Gründen). Da finde ich acht Stunden schon sehr anstrengend.
Kann ich nachempfinden.

Am liebsten wäre mir ein ambulanter Platz mit zwei Therapiestunden pro Woche
Hattest du das schon mal?
Das kann ganz schön anstrengend sein - nach Therapiesitzungen war ich Minimum den Folgetag ziemlich erledigt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo!
Malen, Theater und Co sind kreative Abgebote, damit du rausfinden kannst was dir liegt und gut tut.
Die einen gehen beim Malen oder generell bei kreativen Dingen wie Basteln auf, bei anderen ist es Bewegung oder Musik.

Ich war stationär in einer psychosomatischen Reha und kann es nur empfehlen.
Bei einer ambulaten Tagesklinik kannst du dich nicht voll und ganz auf dich konzentrieren, weil der normale Alltag noch nebenher läuft.
Das war die durchgehende Meinung von den Tages-Rehabilitanden mit denen man zusammen Kurse hatte.

Viele Grüße
Whitby
 
Ich habe vor meiner psychosomatischen Reha ähnlich gedacht.

Ich erzähle mal:
U. a. gehörte Ergotherapie dazu. Ich hatte mich notgedrungen für die Variante "Körbe flechten/Holzarbeiten/Filzen etc." entschieden.

Ich kam zu drei wichtigen Erkenntnissen bei der Therapie:
....dass ich ungern nach Rat frage oder um Hilfe bitte. (Auch im Real Life früher nicht).
....ich war genervt, weil die Therapeuten den Raum verlassen hatte, um Material zu holen. Sie war lange weg. Meine Gedanken gingen in Richtung "Ineffizienz", was total bescheuert war, weil ich in einer Klinik war und es nicht um Leistung ging.
....andere haben eine Pause zwischendurch gemacht - ich nicht.

So habe ich im Job früher leider auch "getickt" - um Hilfe bitten beispielsweise fällt mir mittlerweile leichter.

Eine andere Mitpatientin hatte wie eine Besessene Holz mit einer Laubsäge bearbeitet, dass sie danach tagelang Schmerzen in der Hand hatte.

Auch Therapien wie Musiktherapie und Tanzen hatte mir viel gebracht - ich kam dadurch vergleichsweise unmittelbarer an meine Emotionen ran. Heißt, dass ich während der Musiktherapie geweint habe/weinen konnte, was ich in klassischen Therapie-Sitzungen ...hm....unbewusst kontrolliert/vermieden hatte.

Wow, das hätte ich nicht gedacht.

Ich würde eben gerne mein Problem bereden und die Hintergründe herausarbeiten, damit ich das Ganze neu bewerten und einen besseren Umgang damit finden kann und mein Verhalten zu einem gesunden Verhalten verändern kann. Das sehe ich nur in Einzeltherapiesitzungen als ausreichend berücksichtigt an. Ich muss mein Trauma therapiert bekommen.

Deine Erfahrungen helfen mir diese Therapieangebote besser einzuordnen. Danke! Aber ich weiß nicht, ob es das richtige für mich ist.
 
Hallo!
Malen, Theater und Co sind kreative Abgebote, damit du rausfinden kannst was dir liegt und gut tut.
Die einen gehen beim Malen oder generell bei kreativen Dingen wie Basteln auf, bei anderen ist es Bewegung oder Musik.

Ich war stationär in einer psychosomatischen Reha und kann es nur empfehlen.
Bei einer ambulaten Tagesklinik kannst du dich nicht voll und ganz auf dich konzentrieren, weil der normale Alltag noch nebenher läuft.
Das war die durchgehende Meinung von den Tages-Rehabilitanden mit denen man zusammen Kurse hatte.

Viele Grüße
Whitby

Aber wozu soll man herausfinden, was einem gut tut?

Ich weiß es schon: Sport, lesen, Fernseh gucken, mal Essen gehen (wenn meine chronische psychosomatische Übelkeit mal weg ist).

Ich habe zuhause auch CDs mit PMR und kann da auch meine Malbücher für Erwachsene rausholen, wenn ich das will.

Ich würde das ganze Angebot ja verstehen, wenn ich ein Burnout oder ausschließlich eine Depression hätte. Aber in Bezug auf mein Trauma, meine Somatisierungsstörung und die GAS, verstehe ich nicht, wie mich das da weiterbringen soll.
 

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