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Er hat mir ein Jahr eine fiktive Welt vorgespielt...

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Gast

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Hallo,

es ist zwar schon zwei Jahre her, aber es lässt mich einfach nicht los. Vor zwei Jahren habe ich(22) im Internet einen jungen Mann kennengelernt. Mit der Zeit telefonierten wir fast täglich, trafen uns jedoch nicht. Immer hatte er neue Ausflüchte. Hier ein Krankenhausaufenthalt, da ein Auslandstrip und schließlich musste er angeblich ins Gefängnis. Wie dumm ich war, ich glaubte einfach alles. Ob es Liebe war oder einfach nur der Glaube an diese Welt, ich kann es nicht sagen. Wir schrieben Briefe während er im "Gefängnis" war, telefonierten auch gelegentlich. Während dieser ganzen Zeit, war sein angeblich bester Freund ununterbrochen für mich da. Wir telefonierten viel, ich erzählte ihm von meinen Problemen mit dem anderen Mann usw. Die Beziehung wurde enger und er wollte mir auch ständig näher kommen. Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Nun denn, der Gefängnis-Aufenthalt endete und ich witterte meine Chance ihn nun endlich einmal kennenlernen zu können. Aber es sollte nicht sein. Er erzählte mir, dass er aufgrund von schlechter Führung in eine Art Pflegefamilie nach Berlin müsste und 6 Monate da bleiben müsse. Ich pochte auf mein "Recht" und brachte ihn dazu die vermeindliche Pflegefamilie von einem Besuch von mir zu überzeugen. Er rief mich alsbald auch an um mir zu sagen, dass dies klappen würde. Ich packte meine Sachen, kaufte von meinem gesparten Taschengeld Hin- und Rücktickets nach Berlin und machte mich auf den Weg. Ich kam an und es war niemand da. Ich rief ihn an es ging niemand ran. Schließlich bekam ich eine SMS von seiner vermeindlichen Pflege-Schwester, man würde ihn vermissen. Nun wusste ich gar nichts mehr. Mein Rückticket war erst 4 Tage später gültig. Ich setzte alle Hebel in Bewegung, ohne Erfolg. Schließlich stieg ich einfach in den Zug und wartete ab. Es lief alles gut. Trotz dieser Erlebnisse ließ ich nicht von ihm ab. Glaubte was man mir erzählte. Am Schluss von allem musste ich feststellen, dass dieser "beste Freund" hinter ALLEM steckte. Er war mein geliebter Unbekannter, er steckte hinter den ganzen Freunden, die mir via Facebook immer gut zuredeten, er nahm auch jeglichen anderen Charakter an um mir möglichst detailliert und perfekt eine virtuelle Welt, ein komplettes Netz vorzuspielen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass jemand soviel Aufwand betreibt, nur um mich davon zu überzeugen, dass es diese Welt gibt, nur damit dieser Mensch mich an sich binden kann. Nichts war echt, alles war erfunden. Seine kranken Gefühle aber, die waren echt....
 
Briefe während er im gefängnis war ?

Sorry aber dafür muss du seinen richtigen namen haben und die jva in der er sitzt kennen, ist doch logisch oder ??
weiß doch echt jeder .

wo hast du die briefe hin geschickt ?????????????
 
Hallo,

das ist leider kein Einzelfall mehr das es soetwas geben tut.

Der erste Kontakt über das Internet. Der andere es aber immer wieder durch Krankheit, Dienstreisen usw. nicht schafft oder gar nicht will den anderen mal real kennen zu lernen.

Man kann sich nur fragen was in einem solchen Menschen in sich vorgeht ? Warum er mehr oder weniger bewusst mit anderen spielen tut.

@Rainer-JGS
Wenn jemand alleine da steht, keine Freunde, Bekannte, usw. hat, dann freut er sich wenigstens über das Internet jemanden zu haben. Dazu kommt in der Anfangsphase die rosa Brille. Und wenn er es sehr geschickt macht, bekommt man es lange nicht mit das mit einem gespielt wird. Ist leider so.
 
Auch wenn es komisch klingt.....

Ich find das total süß von dir! Und hoffe INSTÄNDIG! Dass du nun den Glauben an die Menschheit nicht verlierst. Was du erzählst zeugt nur gerade von guten Charaktereigenschaften deinerseits.... finde es unglaublich schön dass es noch Menschen gibt die derartig in eine Person verliebt sein können.
Ich hoffe ich finde irrgendwann jemanden der mich derartig liebt um einem so ein absolutes Vertrauen zu schenken.

Schon etwas skuril, dass du ihn nie gesehen hast. Ich finde es sehr seltsam dass er sich eine derartige Mühe gibt für... nichts?
Tut mir echt leid für dich.....
 
Einerseits muss ich bei deiner Geschichte schmunzeln und einerseits sage ich "danke", dass dir nichts gröberes passiert ist.

Schmunzeln, weil mit 20 sollte man schon ein klein wenig sein Hirn einschalten können um Ungereimtheiten zu entdecken 😉. Außer man will sie partout nicht sehen, weil die Versprechungen so süß locken.

Danke, weil du in eine ziemlich blöde Situation hättest geraten können. Wenn er schon im Netz soviele Strippen zieht, wer weiß ob er im RL nicht auch eine Erkrankung hat, die ihn unvorgesehenes machen lässt. Näher will ich nicht darauf eingehen.

Ende gut, alles gut. Klar, am liebsten würde man sich noch jahrelang für soviel Gutglauben in den Hintern beißen. Lass es, nützt nix. Leg es als Erfahrung in den Schrank namens Leben ab und fertig.
 
Was ist denn daran Fehlverhalten? Das ist doch höchstens Gutgläubigkeit,Blauäugigkeit und Verneblung durch Liebe, gepaart wahrscheinlich auch noch mit dem Bedürnis, ihm zu helfen, für ihn da zu sein. Das ist nun wirklich nichts Schlechtes, es ist höchstens manchmal ungüstig und durchaus auch potenziell gefährlich. Wäre es nicht um eine fiktive Person gegangen, hätten alle gesagt, was für ein tolles Mädchen.

Und so selten gibt es dieses Phänomen gar nicht, es ist so bekannt, dass es auch schon im Fernsehen war, damals mit einem Mädchen, der das ähnlich von einem anderen Mädchen vorgegaukelt wurde und der am Ende irgendein erdachter „Freund“ mitteilte, dass ihr geliebter Junge gestorben sei. DasVerrückte, diesen Jungen gab es wirklich, nur wusste er von dem Ganzen nichts. Das Mädchen war genauso geschockt, wahnsinnig traurig und sie war nicht mal allein.Woher sollte sie wissen, dass sie in eine fiktive Welt gesteckt wurde? Das Netzum sie wurde sehr genau gesponnen. Klar, man sollte immer ein gesundes Misstrauen mitbringen, doch was ist gesund? Und manches muss man erst lernen. Und mit 20 ist man 20 und nicht erwachsen. Das sind so viele mit 30 und 40 nicht. Man muss seine Erfahrungen erst machen und wenn sie weh tun, dann hat man sie nachhaltig gemacht, jedenfalls in vielen Fällen.

Liebe Gästin, es beschäftigt Dich noch, das bedeutet, Du hast es nicht verarbeitet. Du solltest darüber reden, so oft und so viel Du kannst oder auch schreiben. Das muss raus aus Dir. Du kannst es nicht ändern, es ist so gelaufen. Und wenn Du anders gekonnt hättest, dann hättest Du es anders gemacht. Es gehörte eben so für den Lauf Deines Lebens dazu. Häng Dich nicht an zu vielen Fragen und vielleicht noch Schuldgefühlen auf, hak es ab. Aber erst mal rede, bis es Dir besser geht damit.

Lieben Gruß, kiablue
 
Es ist immer leicht zu sagen, das ist doch klar, dass da was schief gelaufen ist, wenn man die ganze Geschichte kennt. Es ist ganz etwas Anderes, wenn man selbst mitten drin steckt!


@Gast

Hast du noch Kontakt zu ihm? Hat er dir erklären können, warum er das gemacht hat? Manchmal steckt Unreife dahinter, aber manchmal auch Einsamkeit und Sehnsucht und gleichzeitig die Unfähigkeit, das anders zu durchbrechen als auf fiktive Weise.

Du hast dir an der Stelle wirklich nichts vorzuwerfen. Was wäre das für eine Welt, in der wir auf jeden voller Angst und Misstrauen zugehen und hinter selbst der besten Geschichte noch das schlimmste vermutet. Ich stimme Häsin zu, irgendwie ist es rührend, wie sehr du um ihn gekämpft hast.

Diesmal war es VIELLEICHT für den Allerwerstesten. Ich sage vielleicht, weil wir von hier kaum wissen, was dieser junge Mann aus der Geschichte gezogen hat. Vielleicht hast du ja die Mögllichkeit, das herauszufinden.


Tuesday
 
Danke liebe Leute für euer Interesse und euer Verständnis,
ich muss glaube ich noch etwas erklären:

Den Menschen, an den ich da so sehr geglaubt habe, gab es wirklich. Aber er kannte mich nicht. All dies war vorgespielt von seinem angeblich besten Freund, der all die Monate alle zwei Tage auf meinem Sofa saß und mir "beistehen" wollte.
Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass jemand sich so viel Mühe macht, so detailliert vorzugehen. Vielleicht steckt Unreife dahinter, wer weiß. Ich befinde mich auch in Therapie, aber diese eschichte war nicht der Auslöser. Naja, Freunde hatte ich schon. Nicht viele, aber ein Paar. Sie haben den "besten Freund" auch getroffen und ihm ebenfalls jedes Wort geglaubt. Ein charmanter, lustiger Typ, vll ein bisschen zurückgeblieben aber ganz nett. Dies sagten mir jedenfalls alle, die ihn kennenlernten. Meinen Eltern? Hm, meine Mutter war skeptisch, mehr aber auch nicht. Sie ließ mich allein nach Berlin fahren und war sicher ich muss meine Erfahrungen machen, positiv oder negativ. Wie ich wieder nach Hause komme? "Kind, das musst du selbst schaffen." Okay... Ja, es stimmt. Ich kann mit dieser Sache einfach nicht abschließen. Ich habe diesen Jungen nie mehr gesehen und ich wollte ihn auch nie mehr sehen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es Menschen gibt die so handeln. Diese Briefe, von denen ich ja nun weiß, dass sie von ihm kommen, waren so vertraut, so lang, so durchdacht und liebevoll geschrieben. Warum gibt sich jemand diese Mühe? Nur kranke Liebe? Bis zum Schluss wollte er nicht zugeben, dass alles nur erfunden war. Vor ein paar Wochen hat er mir sogar noch eine kurze Nachricht geschrieben um mir nach Jahren zu sagen, dass er ja unschuldig sei etc. So ein Quatsch! Irgendwie bin ich sauer, aber auch sehr traurig und es ist mir peinlich. So peinlich, dass ich es niemandem erzählen möchte. Ich glaube, dass ich ein ganzes Buch darüber schreiben müsste, um auszudrücken was mich dazu bewegt hat so zu handeln wie ich es tat. Nichts konnte mich von meinem Standpunkt abbringen. Ich war mir sicher: wir zwei für immer und nichts kann uns trennen...

..bis ich eines abends mit meinen Freunden in die Disco ging und meinen vermeindlich im Gefängnis sitzenden Geliebten bzw. Freund dort mit einer anderen Frau sah und er mir auf Anfrage sagte dass er mich nicht kennt und dass er auch ganz anders heißt....
 

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