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emotionale Erpressung durch meine Eltern

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Gast

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Meine Eltern betreiben emotionale Erpressung.
Ich habe gerade keine Möglichkeit aus dem Teufelskreis heraus zu kommen.
Sie versuchen immer wieder ein schlechtes Gewissen bei mir hervorzurufen. Immer fordern sie Gegenleistungen und stellen Bedingungen. Sie beschweren sich, wenn wir uns mal ein paar Tage nicht sehen. usw.

Ich muss dazu sagen - ich bin 24 Jahre alt, lebe in einer festen Partnerschaft, bekomme in drei Monaten ein Baby, habe in zwei Monaten mein Masterstudium abgeschlossen, habe zuvor mit einer halben Stelle gearbeiet und meinen Lebensunterhalt komplett allein betritten.
Mit meinem Partner lebe ich (dummerweise) bei meinen Eltern zur Miete, in einer Wohnung bei ihnen auf dem Grundstück. Sie wohnen im Nachbarhaus. Mein Bruder wohnt ebenfalls in einer Wohnung auf dem gleichen Grundstück.

Meine Eltern mischen sich in alles ein. Es geht los bei Dingen, die wir uns unbedingt kaufen müssen, die wir aber gar nicht brauchen. Und weiter geht es bei Dingen, die unser Leben bereffen, wie wir finanzielle Dinge regeln, natürlich um ihre Miete zu finanzieren, damit sie eine Altersvorsorge sicher haben.

Ich werde behandelt wie ein kleines Kind, ständig fassen sie mich an, wollen mich umarmen, meine Mutter zwingt mir Küsse auf, nennt mich immer noch bei dämlichen Spitznamen, wie z.B. "kleines Entchen" usw. (und ja, das ist mir gerade peinlich dies so zu schreiben - Gott sei dank ist es anonym) Ich habe sie bereits mehrmals darauf angesprochen, dass sie es endlich lassen soll, dass ich es nicht möchte, wenn ich mich wegdrehe oder sie wegschubse in einer solchen Stuation, ist sie beleidigt und wirft mir vor, dass ich sie nicht lieb habe oder dass ich immer so schlechtlaunig sei und dass mein Kind auch so wird, wenn ich das nicht abstelle. Sie selbst wird von ihrer Mutter jedoch auch nicht so behandelt. Trotzdem lässt sie es bei mir einfach nicht.

Mein Vater ist zur Zeit "sauer" auf mich, weil ich mich nicht blicken lasse und ihm nicht hallo sage. Sagt es mir aber nicht, sondern dies tut natürlich meine Mutter.
"Dein Papa ist ganz traurig, dass du dich gar nicht bei ihm meldest. Du kannst ruhig mal rüber gehen und ihn knuddeln. Dann freut er sich!"

Ich ärgere mich jeden Tag über die beiden und gehe auch daher nicht mehr zu ihnen. Ich bin gerade dabei meine Masterarbeit zu schreiben und habe daher auch keine Zeit und keinen Kopf für die beiden. Wenn ich mich doch mit ihnen mal unterhalte, ärgere ich mich wieder so sehr über ihre Aussagen, dass ich keinen Satz mehr zu Stande bekomme und ein wichtiger Tag verloren geht, an dem ich nichts geschrieben habe.

Nun könnte man mir raten, wegzuziehen. Aber da geht das Problem weiter. Meine Eltern rechnen fest damit, dass sie ihre Rente mit den Mieteinnahmen ihrer Kinder aufbessern können später. Sie haben also die ganzen Immobilien, um sie an uns zu vermieten. (An fremde Leute können sie nicht vermieten, da der Garten z.b. nicht geteilt ist und sie ja keine fremden Leute auf dem eigenen Hof haben wollen. Denn die könnten ja auch eigene Entscheidungen in diesem Garten treffen wollen. oder etwas dagegen haben, dass meine Eltern ihnen durchs Fenster schauen könnten.) Das heißt, ich bekomme regelmäßig die Drohung an den Kopf geworfen, dass ich mich nicht wagen soll wegzuziehen, weil sie dann alles verkaufen müssen. Gepaart mit der vorwurfsvollen Nachfrage: "Willst du das etwa???"
Ja, es steht für mich fest, dass ich mit meinem Partner und meinem Baby demnächst weg ziehe, zumal wir uns die Miete dann eh nicht mehr leisten können. Aber bis zum Ende des Jahres ist es nicht möglich. Ich habe zu viel mit der Abschlussarbeit zu tun und ich bin mir sicher, dass meine Eltern sehr, sehr sauer auf mich werden würden. Das bedeutet, ich hätte zusätzlichen emotionalen Stress mit sicherlich sehr vielen bösen Worten, der mich dann von der Arbeit abhalten würde, sodass ich sie nicht bestehe und was noch viel wichtiger ist - ich habe Angst dann unter dem Stress eine Frühgeburt zu erleiden. (Unter all den schlechten Dingen, muss ich aber auch sagen, dass ich ja meine Eltern auch liebe, dass ich ja weiterhin mit ihnen Kontakt haben will, nur eben das Zusammenleben auf einem Hof geht einfach gar nicht mehr. Abstand täte sicherlich gut. Ich möchte ja auch, dass mein Kind seine Großeltern sehen kann... Aber bis das Verhältnis sich wieder legt, wird es wohl doch dauern.) Ich muss jetzt in erster Linie an mein Baby denken und an meine Zukunft... Daher wird der Umzug erst zum Ende des Jahres möglich sein, da ich mir den riesen Streit einfach noch nicht antun will und kann.

Ich weiß nur nicht, wie ich jetzt noch die Zeit bis dahin überbrücken soll. Wenn ich sie nicht sehe und in Ruhe an meiner Arbeit schreiben kann, ist alles gut. Aber wehe ich laufe ihnen über den Weg! Der Tag ist dann auf Grund ihrer Vorwürfe und Bevormundungen usw. so hinüber, dass ich vor lauter Ärger nichts mehr hinbekomme. Vor allem schaffen sie es tatsächlich, mir damit ein schlechtes Gewissen zu machen, obwohl ich eigentlich weiß, dass dieses nicht gerechtfertigt ist. Ich weiß, dass ich gar keins haben muss, aber trotzdem habe ich eines.
Wie kann ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen?
 
Das wird schwierig werden zumal auch in diesem Zustand. Und dann ist die Situation bei euch schon so festgefahren das dies Kampflos gar nicht möglich wäre. Und das wäre für dich z. Zeit ziemlich ungünstig.
Daher mein Rat an dich, wenn du weist das du Anfang nächsten Jahres weg ziehst, dann beiß die Zähne zusammen und streiche die Tage an deinem Kalender ab, bis es soweit ist. Versuche in dieser Zeit ihnen so gut es geht, aber so unauffällig wie möglich aus dem Weg zu gehen.
Aber tue dir deinem Kind und deinem Mann bitte bitte den Gefallen, sobald du wieder "die Alte" bist, setzte dein Vorhaben in die Tat um.
Und ja, deine Eltern betreiben Emotionale Erpressung und das ist dir gegenüber nicht fair. Sie müssen lernen los zu lassen, auch wenn es schmerzhaft ist.
Ich wünsche dir viel, viel Kraft und gute Nerven. :blume:
 
Lieber Gast,

als erstes kam mir die Frage, was sagt denn Dein Partner dazu…was ist seine Rolle ? Er scheint Dir nicht dabei helfen zu können, Dich bei den Eltern durchzusetzen…in dem Fall würde ich Dir unbedingt professionelle Hilfe empfehlen, denn obwohl Du im Kopf genau weisst, dass Du völlig "unter dem Hammer " der Eltern bist, die sich meiner Meinung nach ziemlich fieser Methoden bedienen, Dich an kurzer Leine zu halten. Und weil Du doch sehr
geduldig mitmachst, bzw. dem sehr verständlichen Aerger nicht an die richtige Adresse richten kannst, um ernst
genommen zu werden, solltest Du Dir dringend professionelle Hilfe holen. Denn wenn Du einen ganzen Tag nicht mehr an Deiner Arbeit weitermachen kannst ( weil Du die Wut in Dich hineinfrisst), dann wird sich das mit ziemlicher Sicherheit auch auf Dein Baby auswirken. Man kann sich ja leider lebhaft vorstellen, welche Ansprüche Deiner Eltern dann zusätzlich noch kommen ! Das Klima droht dann für alle noch mehr vergiftet zu werden. Deshalb würde ich Dir vorschlagen, sehr bald auszuziehen und nicht bis Ende Jahr zu warten. Natürlich werden sie ihre
Erziehungsmethode ( die ja lange genug gefruchtet hat…auch Dein Bruder scheint sich brav anzupassen) noch
verstärken, wenn Du Befreiungs-Anstalten machst ( also der Druck von den Eltern wird sich intensivieren), doch
ich denke, dass Du den Absprung wirklich riskieren solltest. Auch wenn Du die böse undankbare Tochter bist, die die Altersvorsorge der Eltern torpediert. Dazu würde ich übrigens sagen, dass es ihr Verantwortung alleine ist, wenn sie sich in so eine Sackgasse manoeverierten, dass sie sozusagen den "Fünfer und das Weggli" haben wollen. Heisst einen grossen Garten für sich alleine ( ohne Mitspracherecht anderer Mieter), und das Geld der Mieter). Die Kinder haben ein Recht, sich selbst auszusuchen, wo sie wohnen und leben wollen, und wahrscheinlich werden die allerwenigsten in Deinem Alter sich nicht emanzipieren wollen. Dein Wunsch nach Distanz ist gesund, verständlich und vor allem überfällig. Deine Eltern müssen sich entscheiden, was für sie das kleinste Übel ist:
entweder an fremde Menschen vermieten, und in Kauf nehmen, dass die auch ein Anrecht auf Gartenmitbenutzung und Mitbestimmung haben..oder dann das ganze Anwesen verkaufen. So wäre die Altersvorsorgen auch gesichert.
Aber auf gar keinen Fall sind die Kinder in irgendeiner Form für die Altersvorsorge der Eltern verantwortlich. Kommt dazu, dass da noch weitere Ansprüche als finanzielle existieren: sie drängen sich ja übertrieben auf, erwarten sogar noch körperliche "Kunuddels", und man bekommt den Verdacht, wie wenn sie Dich ( ev. auch Deinen Bruder..) KLEIN BEHALTEN wollen. Euch äusserlich nicht ausziehen lassen zu wollen wäre dann eben nicht "nur" das, sondern ein Nicht-Los-Lassen-Können und Euch klein behalten. Und sie scheinen mir genau die Methoden anzuwenden, die Menschen klein behalten, nämlich Vorwürfe und Drohungen aller Art.

Also lieber Gast, ich hoffe, Du bringst mit ev. professioneller Hilfe die nötige Kraft ( Aggression…dieses Wort heisst eben auch positiv ANPACKEN. Die Aggressionsenergie kann also eine gute Energie sein ) auf, um nicht
nur ein Macht-Wort, sondern eben auch eine Machthandlung durchzuführen. Möglicherweise werden Deine Eltern eine Weile beleidigt sein und sich rar machen und versuchen Dir ein miserables Gewissen zu machen ( das sind ja unter anderem ihre Waffen, Dich gefügig zu behalten), doch ich bin SICHER, dass sie sich "fangen" werden und dann Dir möglicherweise mit Respekt anfangen zu begegnen. Doch von selbst werden sie nicht loslassen, das kannst nur Du machen. Liebe Grüsse von Desdemonaschall
 
Vielen, vielen Dank für eure lieben Worte!

Mein Partner hat bei mir einen sehr hohen Stellenwert, denn ich bin ihm dankbar für seine wahnsinnige Geduld und dafür dass er einfach da ist! Er unterstützt mich sehr, ist für mich da und wäre am liebsten schon einige Male eingeschritten.

Er sieht das Ganze auch etwas offensiverer als ich. Auch will er meinen Eltern gern die Meinung sagen. Ich habe ihn in der Vergangenheit nur (leider?) sehr oft davon abgehalten, da ich keinen riesen Streit heraufbeschwören wollte. Doch mittlerweile weiß ich, dass es da sowieso nicht drum rum gehen wird. Der Streit wird so oder so kommen, daher werde ich ihn auch nicht mehr bitten, den Mund zu halten, denn ich merke, dass sie ihn ja ebenfalls versuchen klein zu halten. Und das geht natürlich gar nicht!
Leider bekommt er aber auch nicht immer sehr viel von dem ganzen Zeug mit, was sie mir so an den Kopf werfen, da sie das mit großer Vorliebe dann tun, wenn er nicht da ist. Sie fangen mich gern ab, wenn er nicht da ist. Wenn ich es ihm dann also am Abend erzähle, kann er nicht mehr allzu viel machen.

An professionelle Hilfe habe ich auch gedacht... Doch eigentlich habe ich ja des Pudels Kern erkannt und weiß wie ich mich, zumindest recht bald, daraus befreien kann und das werde ich auch!
Ich weiß, dass mich ein jetzt aufkommener Streit ganz sicher sehr treffen wird und ich habe einfach Angst, den Schritt vor dem errechneten Geburtstermin zu gehen. Ich weiß, dass der Stress, den ich jetzt habe, auch nicht förderlich ist für mein Baby, aber ich denke, das was käme, wenn ich jetzt ausziehe und den Streit heruafbeschwöre, wäre schlimmerer Stress. Ich denke ganz einfach, es ist besser für das Kleine, wenn es so lange wie möglich im Bauch bleibt, auch wenn es dort auch Stress merkt, als wenn es wegen noch größerem Stress zu einer Frühgeburt kommt und wir eine Horror-Geburt durchmachen müssen und es danach auf eine Intensivstation muss.
Optimal ist alles nicht.
 
Lieber Gast,

das war jetzt aber toll zu lesen, wie sehr Dich Dein Partner unterstützt, und dass er auch schon den Impuls hatte Dir unterstützend einzugreifen. Dann sind nicht nur die Eltern zu zweit, sondern Du hast auch jemanden an Deiner Seite. Und super, dass Du jetzt beschlossen hast, ihn nicht mehr zurückzuhalten, falls er sich beim nächsten Mal wehren möchte. Offenbar spüren die Eltern schon ein wenig Kraft von Deinem Partner ausgehen, dass sie Dich vor allem in seiner Abwesenheit tyrannisieren und kränken. Doch wenn Ihr beide zusammenhalten, und entschlossen seid Euch für Euch und Eure Familie durchzusetzen, dann seid ihr wirklich auf einem guten Weg. Denn wie Du richtig schreibst, Deine Eltern waren viel zu erfolgreich mit ihnen Methoden…die werden sie nicht freiwillig verändern. Da müsst schon ihr die Hauptleistung vollbringen.

Dass Du Angst hast vor einer Frühgeburt kann ich gut nachvollziehen. Dann ist es sicher das kleiner Übel mit Ausziehen noch die Geburt und die ersten Wochen mit dem Baby ( sie sind ja bekanntlich oft sehr strapazierend..und man muss alles umstellen…) abwarten willst. Versuch einfach den Eltern VON ANFANG AN GRENZEN zu setzen, wenn das Kind da ist. Also, dass sie kein Recht haben als Grosseltern einfach jederzeit
hereinzuplatzen ! Dass Du jetzt Deine eigene Familie hast, und dass es ganz wichtig ist, dass Ihr Zeit und
Musse habt, EUER FAMILIENGEFÜHL ZU ENTWICKELN, und deshalb von aussen ( auch den Grosseltern !!!)
Respekt erwartet. Und dann empfehle ich Dir noch folgendes: wenn Du ( was ganz normal ist, wenn man das
erste Kind bekommt !!) unsicher wirst wie handhaben, müde bist und und…dann versuche Dich mögliche wenig an Deine Mutter zu wenden. Denn bei solchen Beziehungen besteht die Gefahr, dass es dann heisst, "Ach ja,
damals als die Kleine Fieber hatte, waren wir gut genug…, aber jetzt können wir wieder gehen"…verstehst Du was ich meine ? Deine Eltern konnten schon Deinen Bruder und Dich nicht loslassen, und wenn Du jetzt sozusagen "schwach" wirst, fassen diese Art Eltern das möglicherweise als Frei-Ticket zur intensiveren Einmischung auf.
Wenn Du keine Freundinnen mit Klein-Kind-Erfahrung hast, dann gibt es ja etliche Säuglingseinrichtungen , bei denen sich junge erste Mütter Hilfe holen können. Denn man ist beim ersten Kind einfach schnell verunsichert und generell ( auch nach soweit guten Geburten) erschöpft..ich würde in diesem Punkt mich orientieren und vorsorgen, wenn Du dann deren Hilfen nicht brauchst ( es gibt ja Babies die schon schnell durchschlafen…etc.), dann ist es gut , aber es gibt Dir Sicherheit ( gerade auf im Auftreten den Eltern gegenüber) , wenn du und Dein Partner wisst, dass Ihr in solchen Momenten dann nicht auf die Eltern zurückgreifen müsst.

Liebe Grüsse Desdemonaschall
 
Hallo Gast,

Glückwunsch, dass du in dieser kranken Umgebung so gesund geblieben bist 🙂

Die Idee auszuziehen ist richtig gut und gesund 🙂

Okay, jetzt musst du diese Zeit bis zum Jahresende noch überbrücken. Gibt es eine Möglichkeit, deinen Eltern irgendwas zu erzählen, dass sie dich in Ruhe lassen?

Zum Beispiel, dass du ab sofort jeden Nachmittag/Abend mindestens eine Stunde Entspannungsübungen machen sollst, damit du besser entspannen kannst? Oder dass der Arzt gesagt hat, du sollst Körperkontakte vermeiden, weil Viren unterwegs sind? (Ich bin tatsächlich gerade erkältet.)

Das heißt, ich bekomme regelmäßig die Drohung an den Kopf geworfen, dass ich mich nicht wagen soll wegzuziehen, weil sie dann alles verkaufen müssen. Gepaart mit der vorwurfsvollen Nachfrage: "Willst du das etwa???"

Wenn sie für ihr Alter so schlecht vorgesorgt haben, dass der Nachwuchs einspringen muss, damit sie sich was leisten können ... . Ja, dann kann es gut sein, dass sie alles verkaufen müssen. Immerhin dürften sie dann einen guten Lebensabend damit finanzieren können.

Ich möchte ja auch, dass mein Kind seine Großeltern sehen kann...

Das würde ich - gedanklich - offen lassen. Wenn sie aufhören mit ihrer emotionalen Erpressung spricht nichts dagegen. Es besteht aber die Gefahr, dass sie die Besuche des Enkels zu weiteren Erpressungen nutzen.

Lieben Gruß
Fragende
 
Ich würde deinen Eltern klipp und klar sagen, dass du im Moment keine Zeit und Kraft hast, dich großartig um sie zu kümmern da du erstens deine Masterarbeit fertig schreiben musst und diesbezüglich unter Termindruck bist und zweitens soviel Ruhe wie möglich für das letzte Stück deiner Schwangerschaft brauchst, damit das Kind nicht etwa frühzeitig zur Welt kommt.

Ich finde es schlimm, dass deine Eltern nicht von selbst bemerken und beachten, dass du mit diesen beiden Aufgaben mehr als ausgelastet bist. Sie sind wohl ziemlich egozentrisch.

Ich würde jetzt ganz allein an mich denken und die letzten paar Monate noch so durchziehen.

Übrigens: in meiner Therapie habe ich "gelernt", dass als Reaktion auf emotionale Erpressung auch Lügen "erlaubt" ist. Quasi als Notwehr auf die Knebelung. Das hat mir schon manchesmal aus so einer Situation herausgeholfen. (Nein, ich kann da nicht, ich hab einen Termin, der Arzt hat mir das verboten etc.)

Wenn dein Kind da ist, dann aber nichts wie weg da. Lass deinen Freund das schon vorbereiten. Er soll euch schon eine Wohnung suchen. Dann hält man den Rest auch noch besser aus.
Aus der Entfernung regeln sich die Beziehungen dann oft wieder.
Schließlich werden deine Eltern auch ihr Enkelkind mal sehen wollen.
 
@ Desdemonaschall:
Ja, mein Partner ist auf jeden Fall eine sehr gute Unterstützung für mich. Ich glaube auch, dass meine Eltern bemerkt haben, dass sie mit ihm nicht umspringen können, wie mit ihren eigenen Kindern. Er wurde Gott sei Dank zu sehr viel mehr Selbstbewusstsein erzogen. Wovon ich auch sehr profitiere, denn er ermutigt mich dazu, öfter meine Meinung zu sagen und mich durchzusetzen.
Wir haben uns auch vorgenommen das Wochenende zu nutzen, um meinen Eltern zu sagen, dass es so nicht weiter geht. Wir hoffen sehr, dass sie sich daran halten und sich in Zukunft zurück halten, uns ständig zu stören und immer bei uns in der Tür bzw. in der Wohnung zu stehen. (Aber selbst wenn es sich bessern sollte und sie sich daran halten, steht der Entschluss wegzuziehen trotzdem auf jeden Fall fest.)
Dass ich meine Eltern so gut es geht heraushalten will, habe ich auch schon beschlossen. Und du hast damit auch völlig Recht! Ich habe glücklicherweise Freundinnen in der Nähe, die ebenfalls Kinder haben, sodass ich mir dort ganz bestimmt auch jederzeit einen Rat holen kann. Meine Schwiegereltern wohnen zwar sehr weit weg, aber auch bei ihnen kann ich immer anrufen und um Rat fragen. (Meine Schwiegereltern lassen uns unser Leben auch wenigstens so führen, wie wir es für richtig halten. So wie eine Beziehung zu erwachsenen Kindern eben sein sollte.)
Ich danke dir auf jeden Fall sehr für deine Mut machenden Worte und deine guten Tipps, meine Eltern auch bei Unsicherheiten nachher mit meinem Baby herauszuhalten!

@ momo28:
Ich habe es schon versucht in die Unibibliothek zu fahren, aber irgendwie bin ich dafür nicht gemacht. Ich kann dort eher schlecht arbeiten. Irgendwie brauche ich meinen festen Arbeitsplatz zu Hause leider. Ich bin so ein Lerntyp, der zwar sehr viel schafft und auch sich aufraffen kann, der aber seine sehr ruhige Umgebung braucht, ohne Lärm, ohne andere Leute, ohne Musik etc. Und bei uns in der Unibibliothek ist es zwar ruhig, aber trotzdem ist dort immer Bewegung, die mich stört.
Wir versuchen schon immer so oft es geht, nicht zu Hause zu sein in unserer Freizeit. Oder zumindest Besuch zu haben, sodass meine Eltern nicht die Möglichkeit haben uns groß zu stören. Das klappt an sich auch recht gut, nur eben an den Werktagen manchmal nicht.
Vielen Dank für deine Tipps und für deine Wünsche!

@ Fragende:
Vielen Dank! Ich weiß auch nicht, wie ich das schaffen konnte! 😀 Es ist wohl ein Wunder!
Das mit den Viren und den Entspannungsübungen klingt nach einer guten Idee! V.a. die Entspannungsübungen kann ich ihnen wohl plausibel erklären, da ich ja einen Ausgleich zu meiner Masterarbeit brauche.
(Aber das klappt ja natürlich nur, wenn sie gerade mich nicht in der Küche durchs Fenster oder so sehen. Wenn sie sehen, dass ich nur in der Küche bin, um etwas zu trinken, dann denken sie ja ich hätte Zeit. Mir bleibt also die restliche Zeit nichts weiter übrig, als mich zu verstecken.)
Ich sehe es auch so, dass ich daran nicht Schuld bin, wenn sie wirklich so schlecht vorgesorgt haben sollten. Aber es ist natürlich trotzdem nicht schön, wenn man damit konfrontiert wird. Und es belastet ja trotzdem, weil man weiß, man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, aber genau das wollen sie ja erreichen – und dann ärgert man sich darüber.
Ich würde den Gedanken gern, irgendwann mal ein besseres Verhältnis zu ihnen wieder zu haben, sehr gern festhalten. Aber du hast Recht, dass dies natürlich nur möglich ist, wenn sie auch bereit sind sich zu ändern und mich als eigenständige Person zu sehen. Ich hoffe ganz einfach darauf, dass sie zur Vernunft kommen.

@ Gast Violina:
Ich glaube du hast Recht, dass es Zeit wird die Meinung zu sagen und ihnen klar zu machen, dass ich den Kopf frei haben muss. Du hast sehr gute Worte dafür gefunden.
Ich habe es schon ein paar Mal versucht, ihnen zu sagen, dass ich gerade jetzt so viel wie möglich schaffen muss für die Arbeit, da ich ja nie weiß, wie es mir im Hochsommer gehen wird, wenn ich Hochschwanger bin. Ich könnte mit dem Kreislauf zu tun haben etc. und wäre ja dann eher nicht so gut in der Lage, weiter an meiner Arbeit zu schreiben. Meine Mutter tut diese Überlegung allerdings leider immer so zur Seite. Von wegen, mir geht es doch jetzt aber gut, was soll schon passieren… (Diese Ansicht von ihr macht mich aber eher zusätzlich wütend, weil ich es nicht gerade Verantwortungsbewusst von ihr finde.)
Auch versteht sie es nicht so richtig, dass ich keine Zeit habe mit ihr Babysachen einkaufen zu gehen. Ich habe schon einige Dinge gekauft, aber schiebe den Rest verständlicherweise noch etwas raus, weil ich erst einmal meine Arbeit soweit fertig haben will, dass ich mir darum Gedanken machen kann. (Darüber hinaus will ich aber eigentlich auch eher mit meinem Partner die Sachen kaufen, denn er freut sich ja auch darauf.)
Es ist auf jeden Fall sehr schlimm, dass sie nicht verstehen wollen, dass ich mit den beiden Aufgaben genug zu tun habe.
Notlügen sind auf jeden Fall eine guter Rat. Anders werden sie es sowieso nicht verstehen. Und bis die schwierige Phase vorbei ist, ist es sicherlich die beste Möglichkeit nicht zusätzlich Streit mit ihnen zu provozieren, den ich absolut nicht gebrauchen kann. (Andererseits merken sie es eben auch leider nicht, wenn sie einfach gerade nerven. Und bisher ziehen ja nicht einmal solche Argumente, dass ich jetzt so viel wie möglich schaffen will, weil ich nie wissen kann, wie es mir bald geht. Oft zwingen sie einem das Gespräch ja auch auf und sind dann beleidigt, wenn ich ihnen sage, dass ich jetzt nicht kann.)
Wenn die Arbeit bestanden ist und das Baby gesund und munter auf der Welt ist, wird aber die große Aussprache kommen. Spätestens dann ist es wichtig, mit offenen Karten zu spielen.
Die Wohnungssuche ist quasi in den Startlöchern. Wir sind gerade dabei uns bei einer Wohnungsgenossenschaft zu melden, die Wohnungen vermittelt. (Wir haben dort auch einen Bekannten sitzen, der versuchen will etwas für uns zu regeln.)
 
Lieber Gast,
das war jetzt aber ein Aufstellet zu lesen, dass in Sachen neuer Wohnung ( Genossenschaft) was in Gang ist. Dazu sage ich "Nägel mit Köpfen" machen, also ETWAS MACHEN ! Genau das ist vonnöten, und genau das wird Dir den Mut geben, Dich weiter lernen zu behaupten und Deinen Eltern gegenüber durchzusetzen ! Etwas machen , statt
sich immer verteidigen und erklären zu müssen. Das gibt Dir selbst dann auch Kraft und Zuversicht...

Und dass Du und Dein Mann mit den Eltern am Wochenende ein offenes Gespräch geplant habt, finde ich ebenfalls super, auch das ist "Nägel mit Köpfen machen" ( aus der Opferrolle aussteigen)…bravo. Ihr dürft Euch dann aber nicht durch Gejammer und Schuldgefühle etc-Machen ( worin Deine Eltern Meister sind) entmutigen lassen. Ihr müsst ihnen versuchen klar zu machen, dass es wesentlich von IHREM VERHALTEN Euch gegenüber abhängt, wie sich die Beziehung in Zukunft gestalten wird. Zu Euch und Eurem Baby. Dass Ihr sehr gerne den Kontakt aufrechterhalten wollt , und dass es in der Regel für ein Kind ein Gewinn ist, Grosseltern zu haben, ABER ihr würdet darauf bestehen, dass Euer eigenes Familienleben respektiert würde. Und ja, das beginne damit, dass Du und Dein Mann selbst die Babyausstattung für EUER KIND besorgen wollt. Sie könnten gerne bei der Geburt diesbezüglich ( wie es üblich ist) Geschenke machen, ABER den Rest wolltet Ihr selbst gestalten. Sie hätten ja sicher auch bei Euch Kindern Spass daran gehabt, im Vorfeld aussuchen zu gehen und so weiter…( gut, möglicherweise kommt dann, dass sie auch mit den Eltern im Schlepptau Babyeinkäufe tätigten. Dann würde ich sie fragen, ob sie nicht -wenn sie ehrlich seien - diese Vorfreude nicht lieber miteinander gemacht hätten). Andererseits weiss ich nicht, wie weit das dann schon wieder ins Sich-Verteidigen und Verständlichmachen
hineingeht. Und das ist möglicherweise verlorene Mühe. Wenn Eltern wie Deine bis anhin so wenig Empathie

zeigten und dermassen zu Übergriffe ( gut, Momo28….Du nennst das Kind beim traurigen aber wahren Namen)
tätigten, dann ist es ev. verlorene Liebesmüh ( und dann noch frustrierender) wenn sie nicht verstehen wollen/können. Dann muss man die Eltern in Gottes Namen ERZIEHEN. Wer nicht versteht, dem muss man Grenzen setzen. Genau, Lügen und alles ist erlaubt. ich kann das nur bestätigen.

Und dann finde ich es natürlich Horror und kein Zustand, dass die Eltern sozusagen in Eure Küche/Wohnung schauen können. So was macht man nicht ! Wir sind hier doch nicht im Big Brother ! Und dass Ihr Gäste einladen müsst und das Haus verlassen, damit sie Euch nicht abfangen könnt…nein, nichts wie weg...

Also, lieber Gast, ich drücke Euch dieses Wochenende alle Daumen ( Dir und Deinem Mann), dass Ihr Euch wenn nicht verständlich, so doch durchsetzungsmöglich beim Gespräch macht. Ich weiss, dass Du jetzt kein schlechtes Klima willst vor den Sommermonaten mit den Eltern ( was sie wohl auch wissen und ausnutzen), aber da Dich die Mutter wenig ernst nimmt ( Deine körperlichen Bedenken mit dem grossen Bauch in den heissen Sommermonaten einfach in den Wind schlägt…) musst Du möglicherweise ein wenig Gemotze in Kauf nehmen. Bevor ihr auszieht musst Du halt für Dich eine Balance finden: wie viel dicke Luft mit den Eltern kannst Du vertragen ? Je nach dem kannst Du Dich durchsetzen. Du wirst dann entdecken, dass es eben auch FREUDE und ERLEICHTERUNG bringt, wenn man sich durchgesetzt hat. Wichtig ist, dass Du SELBST hinter Deinen Entschlüssen stehen kannst. Dass Du SELBST Dich nicht mehr für den finanziellen Lebensabend Deiner Eltern verantwortlich fühlst ( das haben sie Dir ja ein Leben lang - neben einigem Anderen - eingeimpft….). Wenn dem der Fall ist ( Wut ist ein gutes Zeichen übrigens !) , dann wirst Du Dich auch besser durchsetzen können, bzw. Unstimmigkeiten aushalten. Angenehm wird es wohl nicht werden ( denn nach meinen Einschätzungen sind Deine Eltern NICHT einsichts-fähig..falls doch ist es wunderbar…vielleicht werden sie es auch mit der Zeit mehr, wenn sie merken, die alten "Waffen" funktionieren nicht mehr…man weiss es nie. habe gehört, dass Menschen sich noch in hohem Altern ändern können, wenn sie mit ihren alt bewährten - muss man leider sagen - Methoden nicht mehr reüssieren…??),
so oder so, doch es gilt herauszufinden ( das kann laufend ändern…) wie es für Dich, Deinen Mann und Dein Baby am erträglichsten wird, so lange Ihr noch neben den Eltern wohnen müsst. Und gäll, Du denkst daran, dass Ihr unbedingt auszieht. Setzt das durch, denn selbst wenn sich Deine Eltern ändern können, ist noch kein Meister vom Himmel gefallen..und die ersten Monate als eigene Familie sind sooo wichtig…liebe Grüsse, Desdemonaschall und ich drücke Daumen, Du weisst schon !!
 

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