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Einfach keine Lust mehr auf Jura aber weiß nicht was sonst...

RickSanches

Neues Mitglied
Hi erstmal 🙂

Ich hab 2016 mein Jura Studium angefangen. Aber nicht, weil ich es schon immer wollte oder sowas sondern, weil ich keine Ahnung hatte was ich sonst tun sollte. Hatte kein besonders guten NC (2,4), weil ich nie Lust auf irgendwas hatte. Hatte deshalb auch nicht aufgepasst, mit geschrieben, nachgeholt oder irgendwas gelernt. Hatte also sozusagen immer nur Glück gehabt. Ich hatte ganz einfach keine Lust irgendwas zu machen, weil ich kein Sinn darin gesehen hab. Ich habe keine Talente, keine Interessen und war in allem höchstens durchschnitt. Also hatte ich auch nie die Vorstellung irgendwas großes mit meinem Leben anzufangen, weil ich mir dachte "Sowas wie die anderen schaffe ich eh nicht.".

Irgendwie sind alle meine Freunde in irgendwas überdurchschnittlich gut und haben etliche Interessen. Nur bei mir war das immer so, dass ich einfach nie länger als eine Stunde an etwas interessiert war und wenn ich etwas versucht hab maximal so gut war wie der durchschnitt.

Und weil ich nichts mit mir anzufangen wusste habe ich mich nach dem Abi erstmal für verschiedene Studiengänge beworben und am Ende kam halt Jura raus. Also dachte ich "Dann machste das halt."

Jetzt bin ich im zweiten Semester und es ist nicht so, dass es mir schwer fällt. Hab im ersten Semester mein Grundlagenfach geschafft ohne irgendwas zu machen (5 pkt) und war auch nicht bei den Vorlesungen, genauso wie bei den Pflichtfächern. Von denen ich aber nur eine bestanden hab, weil ich für die am Abend davor das Skript gelernt hatte. Hab dann 9 Punkte geschafft aber ich hab mich nicht gefreut oder so. Es war mir eigentlich völlig egal, weil ich einfach überhaupt kein Spaß an der ganzen Sache hatte.

Ich langweile mich einfach komplett, wenn ich versuche zu lernen und mache dann stattdessen was anderes. Ich hab halt auf das ganze keine Lust mehr. Aber ich kann auch nicht einfach so abbrechen. Erstmal will ich meine Eltern nicht enttäuschen, weil die sich darüber gefreut haben, dass ich Jura studiere und sehr viel Geld rein gesteckt haben damit ich hier her zum studieren kann. Außerdem wäre es mir einfach nur peinlich und selbst wenn ich es abbrechen würde ich hab keine Ahnung was ich sonst mit mir anfangen soll. Wie gesagt: Keine Interessen, Hobbys oder Talente. Und der absolute Durchschnitt in allem.

Ich weiß einfach nichts mit mir anzufangen. Langsam wird es ernst und ich kann nicht mein Leben lang einfach nichts tun. Bin deswegen komplett gestresst und komme gar nicht zur Ruhe, weil meine Nerven einfach blank liegen.

Habe halt einfach keine Ahnung wo mein Leben hin führen soll wenn das so weiter geht...
 
hallo Rick,

es sieht tatsächlich so aus, als ob Du auf einem guten Wege bist, Dein Leben in den Sand zu setzen.

Hast Du Dich mal gefragt: Wer möchte ich sein - wer bin ich?

Wenn Du den ersten Teil immer noch nicht beantworten kannst, dann ist es Dir scheinbar egal, wer Du sein möchtest. Und dann stellt sich die Frage, ob es dann nicht auch egal ist, wer Du bist, ob Du glücklich bist, ob Du Dein Leben in den Sand setzt oder nicht.

Was denkst Du?

LG, Nordrheiner
 
Erinnert mich gerade an einen anderen Thread im Berufsforum. 30 J. alt und arbeitslos mit abgebrochenen Studien.

Es wird nicht besser und irgendwann bist Du 30 Jahre alt. Erfahrungsgemäß kann ich Dir sagen, daß man mit 30 J. so langsam anfängt nachzudenken über sich und dem Leben.

Ich würde die Zeit nutzen, um etwas Gutes aus Deinem Leben zu machen.

Ja, ich bin auch "nur" Durchschnitt wie der Rest auch. Das Leben ist eben nur Durchschnitt. Man erlebt es selbst auch nur als durchschnittlich. Für ÜBERdurchschnittlich benötigt es mehr.

Daß Du ohne Vorlesung oder Vorbereitung die Prüfung eines schweres Studiums bestehst finde ich sehr beeindruckend.

Ich finde es immer sehr schade, wenn man so gar kein Interesse hat. Alles fand ich auch nicht in meinem Studium interessant. Richtig gut war erst das Hauptstudium (hab noch auf Diplom studiert).

Du kannst nur an Deiner Vernunft appelieren. Lust kann Dir keiner machen 😀

Wenn eine Alternative hättest, weil Dich das schon immer interessiert hat oder weil Du dich in diesem oder jenem Job später wirken siehst, würde ich sagen, okay, wechsel, aber so?

Für mich war Bildung auch nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Ich bin noch aus der Zeit: "als Frau brauchst Du kein Studium...". Viell. war dies auch mein Glück. Ich war froh, mich fortbilden zu dürfen. Das ist ein wahres Geschenk. Ich glaube, wenn man viell. immer gut versorgt war, dann ist es nicht immer einfacher.

Viell. kannst Du da einsetzen (von der Einstellung her), daß es ein Geschenk ist, studieren zu dürfen (ich weiß, heute studieren fast alle). Für mich war es was ganz besonderes

Alles Gute

Kolya
 
Danke erstmal für eure Antworten 🙂

@Nordrheiner

Es ist mir ja nicht egal was mit meinem Leben ist. Hab mich schon oft genug gefragt wohin mein Leben führen soll oder was ich machen will aber nichts scheint für mich das richtige zu sein. Ich sehe überhaupt keine Möglichkeit mit irgendwas glücklich zu werden. Hab schon mehrmals versucht neues Interesse für irgendwas aufzubauen. Hab mich auch nach neuen Studiengängen umgesehen und auch nach Ausbildungsplätzen aber es ist einfach alles so langweilig und/oder Sachen die ich nicht kann. (Ich bin praktisch einfach komplett eine Niete)

@
Kolya

Ja aber einfach nur durchschnitt funktioniert für mich nicht. Was bringt einem das Leben wenn man einfach nur dasselbe hat wie jeder andere. Ich würde damit einfach nicht glücklich werden und will es auch ehrlich gesagt nicht.

Ich finde wirklich gar nichts an meinem Studium interessant. Ich würde mich wirklich gerne für irgendwas interessieren können aber es geht einfach nicht. Das ist auch kein Problem, das von heute auf morgen entstanden ist. Das war bei mir schon immer so. Schon seit der Grundschule. Ich hatte einfach nie Interesse an irgendwas und hab mich auch nie in irgendeinem Beruf gesehen. Hatte seit damals immer schon den Gedanken "Am Ende sterbe ich eh wie jeder andere also war alles was ich gemacht hab sowieso sinnlos."

LG, RickSanches
 
Danke erstmal für eure Antworten 🙂

@Nordrheiner

Es ist mir ja nicht egal was mit meinem Leben ist. Hab mich schon oft genug gefragt wohin mein Leben führen soll oder was ich machen will aber nichts scheint für mich das richtige zu sein. Ich sehe überhaupt keine Möglichkeit mit irgendwas glücklich zu werden. Hab schon mehrmals versucht neues Interesse für irgendwas aufzubauen. Hab mich auch nach neuen Studiengängen umgesehen und auch nach Ausbildungsplätzen aber es ist einfach alles so langweilig und/oder Sachen die ich nicht kann. (Ich bin praktisch einfach komplett eine Niete)

@
Kolya

Ja aber einfach nur durchschnitt funktioniert für mich nicht. Was bringt einem das Leben wenn man einfach nur dasselbe hat wie jeder andere. Ich würde damit einfach nicht glücklich werden und will es auch ehrlich gesagt nicht.

Ich finde wirklich gar nichts an meinem Studium interessant. Ich würde mich wirklich gerne für irgendwas interessieren können aber es geht einfach nicht. Das ist auch kein Problem, das von heute auf morgen entstanden ist. Das war bei mir schon immer so. Schon seit der Grundschule. Ich hatte einfach nie Interesse an irgendwas und hab mich auch nie in irgendeinem Beruf gesehen. Hatte seit damals immer schon den Gedanken "Am Ende sterbe ich eh wie jeder andere also war alles was ich gemacht hab sowieso sinnlos."

LG, RickSanches

Hallo Rick,

was erwartest Du? Ich habe den Eindruck, Du erwartest ein Hochgefühl, welches Dir bestätigen soll, dass Du zumindest mit dem Studium alles richtig machst. Oder ein großes Aha-Erlebnis, als hättest Du jetzt den wahnsinnig tollen Grund gefunden, der in Dir zur Erkenntnis führt, DAS Studium gefunden haben, DEN Platz, wo es Dich einfach packt und Du einfach nicht anders kannst, als mit voller Begeisterung zu studieren.

Aber ich kann Dich auch verstehen, wenn Du Dein Studium, den Beruf und Dein Leben einem Sinn zuordnen möchtest, der sich Dir aber bisher nicht erschlossen hat. Sinnhaftigkeit ist aus meiner Sicht sogar ein sehr ernster Grund, dem Du unbedingt nachgehen solltest. Es hängt n.m.M. sehr von Deiner inneren Haltung ab, ob Du Sinn entdeckst. Vielleicht ist richtig zu sagen: Nur wer sucht, der findet.

Und damit wir den Boden des Praktischen nicht verlieren, empfehle ich Dir, Dich der Pflicht zu widmen, alles sehr sorgfältig zu tun, was zu Deinen Aufgaben zählt. Es kann nicht zu einem guten Erfolg führen, wenn Du den Standpunkt einnimmst: "Solange ich den Sinn oder den großen Interessenwecker nicht gefunden habe, lege ich mich auf die faule Haut und verbummel mein Leben."

LG; Nordrheiner
 
@Nordrheiner

Du verstehst nicht worauf ich hinaus will. Ich HABE schon öfter versucht mich für Dinge zu interessieren. Hab schon mehrere verschiedene Dinge angeguckt. Aber keine davon funktionieren. Und ein Studium läuft nicht solange man nicht 100% dahinter steht. Das kann man nicht einfach durchziehen, nur weil man sich sagt, dass man das jetzt muss. Jeder andere den ich kenne, der studiert oder eine Ausbildung macht hat diesen Aha Moment gehabt. Sie meinen ihr Studium ist genauso wie sie es sich vorgestellt haben und wirklich ALLES interessiert sie daran. Und sogar die sagen, wenn man keinerlei Interesse daran hat dann wird das auch nichts da kann man es auch noch so sehr versuchen.

Und ich habe keinerlei Pflichten oder Aufgaben denen ich nachgehen könnte. Und ich lege mich auch nicht auf die faule Haut. Ich stehe morgens auf schon mit riesiger Zukunftsangst und lese mehrere Stunden was ich tun könnte. Hab auch schon mehrere Tests gemacht aber nichts davon läuft zu irgendwas. Selbst bei diesen Tests kam raus, dass ich keine Interessen hab und nichts kann. Und am ende liege ich Abends im Bett und kann nicht schlafen, weil ich einfach viel zu verzweifelt bin. Bekomme dann gefühlt 3 Stunden Schlaf jeden Abend

Na ja egal.
Trotzdem Danke für die Antwort 🙂
 
hallo Rick,

tut mir echt leid, wenn Dich meine letzte Antwort enttäuschte. Kann ich aber auch verstehen, denn ich schreibe manchmal so abstrakt und so wenig konkret. Ich will mich bessern. 🙂


Also mit "Sinn suchen" meinte ich nicht, den Sinn im Studium oder den Sinn des Studiums suchen. Das Studium ist nur eine kleine Anzahl von vielleicht 9 - 10 Puzzleteilchen, aus denen Dein Bild des Lebens besteht. Diese Teile machen noch nicht den Sinn des Lebens aus, gehören aber dazu.

Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, dass ich Gottes Liebe für mich annehme und möglichst an andere Menschen weitergebe. Daraus ergibt sich für mich - für mein gesamtes Leben - ein Gesamtbild, in welches auch Berufsfindung, Studium, Partnerin finden etc. etc. reinpasst. Und dann macht (für mich) auch etwas Sinn, was vorher mir sinnlos und ohne Bedeutung erschien. Könnte das die Richtung sein, mit der Du Dich beschäftigen solltest bzw. möchtest?

Ich gehe nicht davon aus, dass Du an Gott glaubst und Jesus Christus vertraust. Von daher verstehe ich, falls Du skeptisch reagierst und bin Dir nicht böse, solltest Du meinen Weg als den Deinen ablehnen. Jedoch eine (gleichwertige oder gar bessere) Alternative kenne ich nicht.

LG; Nordrheiner
 
Ja aber einfach nur durchschnitt funktioniert für mich nicht. Was bringt einem das Leben wenn man einfach nur dasselbe hat wie jeder andere. Ich würde damit einfach nicht glücklich werden und will es auch ehrlich gesagt nicht.
]


Wenn du diese Ansprüche an dich stellst, musst du auch mehr leisten als der "Durchschnitt"

Dazu gehört auch, sich mal durchzubeissen und selbst in den mors zu treten!
 
@Nordrheiner

Danke dir nochmal 🙂 Aber Religion ist nichts für mich. Mein bester Freund ist katholisch aber ich halte nichts davon.
Ich würde mich gerne mehr mit dem Sinn von allem beschäftigen aber ich bin 21 und hab halt auch nicht mehr lange zeit Zeit um mein Leben mal auf die Reihe zu kriegen.

@Biddi
Das stimmt wohl. Aber irgendwie schaffe ich es halt nie besser zu sein als der Durchschnitt aber ich kann damit halt auch einfach nicht leben. Aber das wohl etwas mit dem ich irgendwann klar kommen muss.

Danke euch nochmal für eure Antworten 🙂
 
Dann begreif doch einfach, dass du "Durchschnitt" bist!
Was ist so schlimm daran?
Ich bin es auch......und.....ich lebe glücklich und zufrirdrn.
 

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