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Eine kleine, traurige und wahre Weihnachtsgeschichte :)

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 70169
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G

Gelöscht 70169

Gast
Ich möchte eine kleine Geschichte erzählen. Es geht um ein Mädchen namens Aries und um ihre Familie.Ihre Mutter, ihren Vater und ihre beiden Geschwister. Einen großen Bruder und eine große Schwester.


Aries wurde im Sommer geboren und jedermann freute sich über sie. Als sie geboren wurde und dieses zauberhafte Lächeln aufsetzte, brachte es Glück in die Herzen ihrer Familie und Verwandten. Jedes Weihnachten und Ostern. Jeder Geburtstag und sonstiger Feiertag. Jedes Fest war eine Freude. Sie begann mit Krabbeln und Brabbeln, dann kamen ihre ersten Schritte und Worte. Bis sie endlich komplett allein Laufen konnte und anfing sämtlichen Unsinn zu erzählen, Wörter neu zu erfinden, zu stolpern und damit allen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Sie liebte ihre Familie und ihre Verwandten. Natürlich auch den Kindergarten und ihre Freunde dort. Sie spielte mit den Nachbarskindern. Das Leben hätte nicht schöner sein können.
Aber am meisten freute sie sich auf Weihnachten. Es gab Plätzchen, Lebkuchen, Weihnachtsmänner,überall sind die Gärten und Fenster hell beleuchtet und Räucherkerzen. Sie liebt Räucherkerzen seit sie denken kann. Sie liebt diesen Geruch und mit diesem Geruch verbindet sie Freude,Herzenswärme und Geborgenheit. Am Liebsten mag sie den Geruch von Weihrauch, denn jedes Jahr zu heilig Abend waren sie in der Kirche.Dort zündete der Pfarrer immer Weihrauchstäbchen an. Einmal durfte sie diese Stäbchen selber anzünden, denn sie spielte beim Krippenspiel einen der Engel und erzählte dem Pfarrer wie sehr sie diesen Duft liebe und wie wohl sie sich fühlt, wenn sie ihn riecht.Und so erlaubte der Pfarrer ihr sie anzuzünden. Ihr Herz ging auf,sie lächelte und suchte auf den Sitzen vor ihr, ihre Familie um in ihre lächelnden Gesichter zu sehen. So hätte es immer bleiben sollen.
Die Familie spaltete sich. Die Arbeit wurde härter. Die Geschwister älter. Der Vater ging weit weg um zu arbeiten und die Mutter wurde Taxifahrerin. Keiner hatte mehr Zeit und Aries bekam Probleme mit sich selbst und mit der Schule, sie kam außerdem in die Pubertät und fand dieses elende „wir müssen zu Weihnachten in die Kirche“ dumm. Ihre Familie wurde ihr egal und plötzlich wurde es die schrecklichste Familie, die man sich vorstellen kann. Alles war schlecht, jeder meckerte und Aries wurde mit Blicken der Verachtung angeschaut. Und sie wurde einsam. Sie zog sich zurück und wollte ihre Familie gar nicht mehr sehen.
Bis zu einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie merkte, dass jeder in ihrer Familie es nicht böse meinte,was sie ihr antaten. Aries veränderte sich und ihre Familie und Verwandten wussten nicht wie sie damit umgehen sollten, also versuchte Aries es ihnen leichter zu machen und so tat sie alles dafür um das Weihnachten so zu machen wie früher. Mehr als alles andere wollte sie mit jedem wieder in die Kirche gehen, den Weihrauch riechen, sich in der kalten Kirche an einander lehnen, gemeinsam die Kirchenlieder singen. Das selbe tun, das selbe singen, gleichzeitig einatmen müssen. Zu hoffen, dass jedes Herz in einem Takt schlägt.
Doch dieses Jahr bat sie jeden mit ihr wieder in die Kirche zugehen und keiner hatte Lust. Aries tat so als wäre es ihr gleichgültig, doch eigentlich brach ihr Herz entzwei. Sie wäre so gerne weg gerannt und hätte geweint, aber sie lachte und sagte, dass sie auch keine Lust habe.


Es ist eine traurige Weihnachtsgeschichte, aber es kann ja nicht nur gute geben 🙂
 
Nicht unbedingt das, was man zu Weihnachten lesen möchte, wo es um rührseliges Zueinanderfinden geht und nicht um unerfüllte Wünsche.

Sich was von der Seele zu schreiben finde ich aber natürlich immer ok.

Ich denke, es ist (leider) nichts ungewöhnliches, wenn Bedürfnisse unserer Mitmenschen ignoriert werden. Selbst wenn sie zur Familie gehören.

Vielleicht hätte das Mädchen Aries mehr betonen sollen, dass ihr dieser Kirchgang sehr wichtig wäre. Und dass sie es traurig finden würde, wenn es nicht klappen würde. (?)

(Trotzdem) noch einen schönen Feiertag.
 
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