Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Dringend. Schwere Depression durch verzweifelte Situation.

G

Gast1

Gast
Hallo.

Tut mir Leid wegen des langen, beschissen geschriebenen Textes, aber ich musste das jetzt mal so rauslassen und hab keine Kraft, das noch zu überarbeiten.
Ich brauche dringend ein paar Ratschläge, Tipps, wobei ich nicht glaube, dass ihr mir was anderes sagen könnte als: Geh zum Arzt. Lass dich behandeln. Rede mit deinen Freunden. Andere Studenten. Eltern. Prof. Studienberatung. Arbeitsamt oder sowas. Fall nicht in ein Loch, tu irgendwas. Mach Sport. Triff dich mit Freunden. Ich kann nicht. Denn ich wills mir und vorallem meinen Mitmenschen nicht eingesteht, wie sehr ich alles verkackt habe). Ich wills lieber "diskret" lösen. Ich weiß, "aboluter Fehler" werdet ihr wohl sagen.
Naja, ich hoffe ja immernoch auf den künstlerischen Geistesblitz. Absolute Illusion. Aber so zumindest als Arbeitsansatz, um dann weitersehenzukönnen.

Ähm ja also tut mir echt Leid, dafür muss ich mich bei euch entschuldigen, dass ich euch so nen langen Taxt antue und mir Hilfe erhoffe aber diese (wahrscheinlich klischeehafterweise) im vornherein ablehne.


Ich bin 22 Jahre alt und studiere Freie Kunst. Noch. Nach meinem Abi fing ich direkt mit nem Architektur-studium an, das war dann allerdings nicht wirklich was und ich wollte an die Kunsthochschule. Nachdem ich nach nem Semester (2 war ich eingeschrieben) das Arch.studium abgebrochen hatte, wurde ich an der Kunsthochschule mit der Bewerbungsmappe nicht genommen. Nach dem Sommer machte ich ein Praktikum an der Druckgrafik der Kunsthochschule und wurde dann auch genommen.
Das Problem ist folgendes:
Ich sehe bei mir nunmehr kaum eine künstlerische Befähigung. Ich weiß ÜBERHAUPT nicht, was ich machen soll. Ich weiß garnicht,wie ich es beschreiben soll, damit man mir das abnimmt, aber ich hab wirklich nur Scheiße ohne was dahinter produziert, es sollte wohl nur künstlerisch aussehen. Und ich kann wirklich garnichts mehr arbeiten denn ich weiß weder was noch habe ich die Kreativität oder Phantasie.
Ich habe in letzter Zeit ernsthaft über mich selbst nachgedacht und festgestellt, dass mein Leben nur aus Illusionen besteht. Mir selbst gegenüber und vor (für) anderen.
Mein Leben lang war ich extrem faul und besitze daher kaum Kenntnisse/Fähigkeiten. Ich bin irgendwie immer nur mit verdammt viel Glück durchgerutscht und konnte es gut aussehen lassen.
Ich sehe keine Perspektiven, irgendetwas, das ich schaffen könnte. Weder auf kurzer noch langer Sicht.

Was die nahe Zukunft angeht, bin ich absolut verzweifelt. Nächsten Dienstag ist Plenum (Unsere Klasse trifft sich einmal die Woche mit dem Prof und wir zeigen unsere Arbeiten) und ich kann nicht mehr über meine Gaukelei hinwegtäuschen. Ich kann nichts annähernd akzeptables produzieren, doch alle meine Freunde, die meine Arbeiten und Fähigkeiten nicht kennen, glauben, ich sei kreativ usw.
Das klingt nach einer "künstlerischen Krise" oder nach Übertreibung, doch so ist es nicht! Es ist einfach nur Selbsterkennung. Und ich merke, dass alles nur Beschiss war. Wie meine ganze Persönlichkeit. Ich täuschte ohne wirkliches Vorhandensein Kreativität, Intelligenz und Persönlichkeit vor, das stimmt wirklich.
Und nun ist der Punkt gekommen, an dem ich mir und anderen nichts mehr vortäuschen kann. Im Plenum nicht. Vor meinen beiden Mitbewohnern, die auch Kunst studieren (der eine ist auch in meiner Klasse) nicht. Vor meinen Freunden nicht. Alles wird sozusagen auffliegen. Und das ab morgen, wenn meine Mitbewohner heimkehren.

Selbst wenn ich den Abbruch des Studiums irgendwie überstehen könnte (Ich weiß nicht im geringsten wie; ich bin in absoluter verzweiflung gefangen, ich habe eine 'schwere Depression', heute ist der letzte Tag, an dem die Wahrheit noch nicht ihre Taten folgen lässt), wüsste ich nicht, was ich studieren oder machen könnte. Ich denke ein Studium könnte ich nicht schaffen. Ich hatte Lehramt gedacht. Das am ehesten mögliche wäre da Kunst und Deutsch(falls mein NC reicht) sonst Wirtschaft(hab ich wirklich Null Ahnung von und schaff ich wohl nicht). Das ist in Hildesheim und dann für Real-, Haupt- oder Grundschule. Allerdings trau ich mir weder das Studium zu und erst recht nicht, Schüler zu unterrichten. Aber das wäre halt quasi wieder ne Flucht in etwas, wo ich mir selbst vormache, dass ich es vielleicht doch schaffen könnte. Denn nen anderen Studiengang würde ich wohl auch nicht überstehen, alles Technische oder Naturwissenschaftliche geht bei mir überhaupt nicht, auch von Politik oder Geschichte oder so weiß ich nichts..
Wie gesagt, ich traue mir eigentlich nichts zu und Lehre/Ausbildung wüsst ich auch echt garnichts. Außerdem wäre ich dann wirklich (bin ich jetzt wohl sowieso schon) in meinem Freundeskreis der am tiefst gefallene. Alle studieren irgendwas, machen was aus sich. Mit Erfolg. Und ich könnts ehrlich gesagt nicht ertragen, da soweit ab zu sein.
Aufgrund meiner Probleme habe ich auch nur noch sehr wenige Freunde, zu denen ich einigermaßen Kontakt gehalten hab. Alle anderen habe ich absolut vernachlässigt, bis es sich verlaufen hat. Und die Leute, die ich im Moment sehe, sind alle aus der Kunsthochschule und das ist meist nur oberflächlich, weil ich mich immer zurückgezogen habe.

Ich weiß keine Lösung mehr. Nicht mal Selbstmord ginge, dazu liebe ich meine Eltern zu sehr und die mich. Außerdem die Vorstellung eines schönen Lebens. Das ich bisher hatte und das jetzt nie mehr annähernd so gut werden könnte.

Schon wieder abbrechen? so eine Scheiße. Selbst das Abbrechen ist mir zu viel, das wäre ein Bruch mit meinem kompletten Leben und ich käm damit nicht klar. Und peinlich ist es mir.
Aber wie soll ich NICHT abbrechen, ich kann ja nichts produzieren. Und mit dem Argument "künstlerische Krise" würde mich auch niemand davon kommen lassen und so tun, als ob ich nur ne Pause bräuchte.
Zukunftspläne gibts in dem Sinne dann ja auch nicht, dass es irgendetwas gäbe, was mir erträglich erscheint..
Scheiße.. Ich finde keine Lösung und habe bisher nur mit meinen Eltern relativ offen darüber gesprochen. Bei den paar anderen, mit denen ich gesprochen habe, klingt es noch verharmlost "bin im moment am zweifeln mit dem studium; der druck als freier künstler leben zu müssen ist soo beschissen, der lähmt mich voll, weil ich ständig darüber nachdenke, wie ich etwas 'Gutes' produzieren kann und aus den Augen verliere, was ich eigentlich will/ mag" BLA BLA BLA, da war nie irgendwas großartiges, das ich sehr mochte oder konnte.
Fu** Fu** Fu**, ich weiß keine Lösung.. und ich hab keine Zeit mehr. Hilfe!! Kann mir jemand sagen, was ich malen soll oder wie ich meine Phantasie da anregen kann? Dann hätt ich wohl noch Zeit. Achja, abzeichnen geht nicht, hatte ich schon und das wollte der Prof nicht, nur für nebenbei, aber als eigenständige arbeit natürlich zu passiv. Weil da auch der gedankliche Background fehlt. Nur kann ich leider nix anderes. N Rahmen, ein Thema, ne Zielsetzung.. darüber zerbrech ich mir schon nen Monat nen Kopf und ich dachte, da kommt was, aber dabei sind mir stattdessen nur alle Illusionen aufgegangen.
 
als ich deinen text gelesen habe, mußte ich lachen, ehrlich. auch wenn dir ja überhaupt nicht nach lachen zu mute ist. kann ich übrigens verstehen, ich kann sehr gut nachvollziehen was du da gerade durchmachst.

als erstes. werd nicht lehrer, denn das haben die zukünftigen schüler nicht verdient. du wärst immer ein verhinderter künstler.

hilfe von außen schließt du aus. was ich nicht verstehe, zumindest mit deinem prof. solltest du reden. der wird dir schon sagen was er von deinem talent hält.
im übrigen glaube ich nicht, dass man zu einem studium "freie kunst" angenommen wird, wenn man völlig unbegabt ist.
dennoch hälst du dich für unbegabt, eine schaffenskrise schließt du aus.

so und nun? bis dienstag wirst du kaum noch etwas bewegen oder?
was ist so schlimm daran? gehört das nicht dazu, dass man sich und seine arbeit hinterfragt?

ich beneide dich um die möglichkeiten die du hast. war zufälligerweise heute auf der seite der kunsthochschule kassel. was ein angebot!
wo studierst du?
niemand kann heute davon ausgehen, dass er den beruf den er erlernt hat, bis an sein lebensende ausübt. sicher, es gibt wenige freie künstler, die sich von dem was sie oder andere unter kunst verstehen ernähren können. aber es gibt sie. die anderen, die es nicht können, schaffen es aber in der regel als quereinsteiger in einem anderen beruf.

du bist 22jahre. hast noch zeit ohne ende, genieß sie, es ist einer der schönsten studiengänge die man sich vorstellen kann.
oh man ich möchte dich schütteln🙂, gib nicht auf!

lg lydia
 
also, ich bin im gleichen metier und grad fertig geworden. meiner meinung nach ist das mit dieser kreativität echt überbewertet. wenn du dir eine fertige arbeit anguckst, haste vielleicht 1 % idee (das ist dann der kreative teil), 19 % recherche und 80 % stupides durcharbeiten.
es ist gut, daß du diesen punkt früh erwischst. JEDER künstler hat den. immer wieder.
alle, die länger in dem metier sind, haben immer wieder diesen punkt. nichts wissen. von null anfangen, egal wie gut das letzte projekt lief.

wenn du meinst, daß du dem nicht standhalten kannst: leg ein urlaubssemester ein, such dir nen job, auch wenn der nicht spektakulär ist, geh arbeiten, verdien dein eigenes geld. bau dir einen stabilen alltag auf. hauptsache, keine lücke im lebenslauf und kein überflüssiges getrödel. wenn du doch noch nen rappel kriegst, kannst du wieder anfangen, zu studieren. und wenn nicht, dann nicht.

man muß kein künstler sein. das problem ist: wenn du nicht an dich glaubst, kannst du es vergessen. die konkurrenz ist zu groß.

tut mir leid, falls ich demoralisierend und zynisch klinge: ich hatte solche phasen auch schon. bei mir hat gerade im späteren teil des studiums, als ich selbst mein geld dafür verdienen mußte, eine wende eingesetzt.

noch was anderes: du nimmst dich selbst anders, unfähiger, negativer wahr als deine umgebung. das hat was mit deinem selbstbild zu tun, hm? keiner kommt in ne kunsthochschule rein, ohne irgendwas zu können. die sieben viel zu fies raus. du hast stärken. guck dir die mal an. oder guck, wie du bisher ergebnisse erzielt hast.

um ein neues projekt anzudenken und irgendwie ne struktur aus dem nichts zu basteln, eignen sich meiner meinung nach mindmaps wunderbar. verknüpfungen, assoziationen, bloß nicht perfekt sein. das halbbewußte arbeiten lassen. das weiß viel besser bescheid.
ein geistesblitz will professionell vorbereitet sein, damit du ihn dann auch vernünftig umsetzen kannst ;-)

und sonst? hast du selbst gesagt ;-): such kontakt und beratung. verschwend nicht deine zeit in einer sinnlosen warteschleife, und lüg nicht rum. es ist klasse, daß du hier schreibst und dich nicht mehr selbst belügen willst.
und wenn du zur psychologischen beratung der hochschule gehen möchtest: das mußt du keinem unter die nase reiben. du kannst auch deinen mitbewohnern sagen, daß du grad völlig auf dem schlauch stehst. du mußt denen nicht unter die nase reiben, wie groß deine zweifel wirklich sind. (es wird nur peinlich, wenn du den hals aufreißt und dann nix konkretes an resultaten kommt ;-))

wenn du nicht nach außen gehst, gehst du unter.
erst basis unter die füße kriegen, ein brotjob (das bringt auf den teppich), die depression in den griff kriegen, auch vielleicht mit fachlicher hilfe, und dann kannst du rausfinden, was du wirklich kannst und willst und womit du dein leben zubringen willst.

aber, bitte brich nicht vorschnell ab! lieber ein urlaubssemester und die depression in den griff kriegen, und dann weitergucken.

(alle die, die zeug in museen und galerien hängen haben, kochen auch nur mit wasser, und deine grundfähigkeit, aus nichts viel zu machen, ist, zynisch betrachtet, eine hervorragende vorraussetzung für erfolg auf dem kunstmarkt...)

packs an, du schaffst das!

lg gast
 
Wow, was die lieben da oben geschrieben haben, finde ich echt klasse!

was ich eigentlich an dir bewundere, ist, dass du bereits jetzt gemerkt hast, dass bei dir was nicht stimmt, dass du eine maske trägst, alles in frage stelltst.. finde ich voll okay, das zeugt von intelligenz. bei den meisten passiert das erst zwischen 35 und 45 jahren. dann ist aber scheinbar schon der zug abgefahren und sie trauen sich nicht, zu sich zu stehen und leben weiter eine lüge.🙁

du kannst dich frei entscheiden, was du tun kannst..vergiss das nicht..vergiss aber was andere von dir denken könnten, du musst mit dir dein leben lang auskommen..freunde kommen und gehen..also denk nach, in ruhe, bevor du kurzschlussmäßig was machst..geh auf papier deine entscheidungen und was passiert dann durch..vllt merkst du dann, dass es eigentlich in wirklichkeit nicht so dramatisch ist, wie es sich jetzt anfühlt.

was du brauchst ist klarheit, ehrlichkeit mit dir selbst und das braucht leider zeit (und meist auch professionelle hilfe, was du ja noch nicht akzeptierst, was allerdings deine leidenszeit um ein vielfaches verkürzen würde, ich spreche aus erfahrung).

vllt darf ich dir noch ein buch empfehlen,dass dir massiv sofort helfen kann:
"Lieben was ist" von Byron Katie -es hilft, klarheit zu bekommen.

was noch helfen kann: versuche dich daran zu erinnern, was dir als kind echt super viel spaß gemacht hat, was dir gute gefühle bereitet hat..das kannst du wiederbeleben und hilft besser als man ahnt..dann gewöhne dir an das kleine ich zu lieben, zu hegen, ernst zu nehmen, liebevoll mit ihm umzugehen. das kleine ich ist nämlich grundehrlich, und wenn es zufrieden ist, dann bist du bei dir..dann merkst du besser, was gut für dich ist.

kunstmäßig habe ich versucht dazustellen, was echt aus mir kommt..wenn nicht viel in mir drin ist, wurde es halt ausgesprochen minimalistisch, außerdem sollte man überzeugend darüber sprechen können oder fragen aufwerfen, kommt immer gut

eine weitere methode war bei mir makroskopische bilder oder ausschnitte anzusehen, zufällige bildausschnitte auch falsch herum und die gedanken wandern zu lassen, oder papierschnipsel unterschiedlicher form u. größe hinwerfen und sehen was rauskommt oder andere sachen vom spaziergang aufgelesen und ganz nah betrachtet. wie ein entdecker.

wir alle sollten ein leben lang mutige entdecker sein😉!

ich wünsche dir Gottes Segen,

deine Sara7

P.S.: es ist ein sehr gutes zeichen, dass du so viel liebe für deine eltern spürst, dass du keinen sch*** machst. so, und jetzt sind hier noch mehr, die dir das echt übel nehmen würden 😉🙂😀🙂
 
Danke Danke für die super antworten.
Das nächste Plenum ist erst Dienstag. Es graut mir heftigst. Und nen Ausweg hab ich bisher auch nicht gefunden, zb was ich statt kunst machen könnte. Alleine schon wie das klingt, "statt kunst". Schrecklich! Ich fühl mich wie im Vogelkäfig, noch schlimmer, ich kann einfach nicht den Ansatz einer Lösung finden - als ob ich an nem toten Punkt angelangt wäre.
Ich denke nicht, dass ich depressiv bin, erkrankt also. Ich bin einfach nur in ner absolut verzweifelten Situation. Denn diese macht mich krank.. verursacht sobald es mir ins bewusstsein dringt so einen unglaublichen schmerz in der Brust, als ob ich da drinnen weinen würde.
Es wär halt super, wenn ich diese ganze Lage ins Positive kippen lassen könnte, indem ich das künstlerisch sozusagen überwinde. ich find nur echt keinen ansatzpunkt. mein denken hat sich so eingefahren und versteift, dass ich einfach unkreativ geworden bin. ich sehe keine wege, kann nichts verknüpfen, bin unspontan und hab keine einfälle mehr. bah! nichtmal wenn ich planlos drauflos zeichne, kommt irgendwas heraus. naja, ich sehr für micheigentlich keinen anderen weg als kunst, weil ich nichts anderes kann. nur dummerweise kann ich auch nichts produzieren. ich sehe, dass ich nichts kann. Und das ist übel. Richtig übel. So einfalls- und aussichtslos, dass einfach NICHTS mehr möglich ist. Und meine Freunde wollen andauernd was mit mir machen, aber ich kann nicht. und wenn ich mal mitkomm, dann bin ich gesprächsmäßig auch völlig meinungs- und einfallslos. Und ich kann nichts mehr richtig genießen, das wär so, als würde sich grad hinter deinem Rücken ein geliebter Mensch im Sterbebett unglaublich qüälen (in dem Fall ich selbst, hab nicht vor, das wörtlich zu nehmen) und währenddessen soll man versuchen, die Sonne zu genießen oder sowas. Nur ist halt grad die ganze Zukunft im A****, du fühlst dich ohnmächtig und weißt nicht, wo du überhaupt ansetzen könntest, um etwas dagegen zu tun.
Ich hege immer noch die Hoffnung, dass mir plötzlich n künstlerischer Ansatz einfällt, obwohl ich eigentlich weiß, dass das a la Trick17 nicht funktioniert, aber das scheint mir alles zu sein, was ich habe, woran ich mich noch klammern kann. Nur zu dumm, dass ich keine Zeit mehr hab..
 
finde tatsächlich nirgendswo mehr nen anhaltspunkt und ich weiß nicht mehr, wie ich mich verhalten soll, bin absolut in ner klemme. in der klemme, was alle bereiche angeht. kunst. alltag. freunde. eltern. zukunft. NICHTS. ich bin überfordert mit jeder situation, mit jeder sekunde, die vergeht, denn ich kann nichts machen, die zeit verrinnt und die katastrophen stehen nen lufthauch vor dem absoluten ausbruch, der zusammenbruch von allem startet nun lawinenartig und ich kann die zeit nicht anhalten. ich kann mich auch nicht entziehen, flüchten. ich kann mich aber auch nicht verhalten. ich bin absolut am A****.. genau jetzt gerade..
 
Ich denke du bist an einem Punkt angekommen, an dem jeder Student in seinem Studium einmal ankommt: das was du tust fordert soviel von dir und gibt dir so wenig, dass es schlicht langweilig wird. Man "produziert" Bilder oder Kunstwerke wie am Fließband, da ist es kein Wunder, dass der Reiz abhanden kommt. Gib dir ein wenig Zeit zum durchatmen und Pause von der Kreativität.

Was Kreativität betrifft, so gebe ich dir einen Tip weiter, den ich von einem Lehrer in einem Poesie-Kurs erhalten habe: Wenn du nicht weisst, worüber du schreiben sollst, nimm dir Gegenstände vor, die dir ungewöhnlich vorkommen und schreibe auf, was dir spontan dazu einfällt. Er stellte dann ein Schachbrett vor uns hin, eine schwarze Dame in die eine Ecke und einen weiße König in die andere und warf die übrigen Figuren zufällig gestreut an den Rand. Das waren die schönsten Gedichte, die da rauskamen. Ich denke, das Vorgehen lässt sich mühelos für die Kunst adaptieren. Das heisst jetzt nicht, dass du es nur noch so machen sollst... aber vielleicht hilft es dir ja ein wenig über dein Tief hinweg.

Aus eigener Erfahrung sage ich dir: wenn du irgendwo nicht weiter kommst, frag nach kompetenter Hilfe oder tu erst mal etwas anderes, um den Kopf für das Erste wieder frei zu kriegen. Wenn es mit der Malerei nicht klappt bastel eine Kollage oder Ähnliches.
 
Habe folgende Feststellungen gemacht:
Künstlerisch geht garnichts mehr.
Nach anderen Studiengängen oder nem Ausbildungsplatz, etwas, das ich packen könnte, hab ich richtig viel gesucht und gesehen, dass da nix ist. Auch Arbeitsamt oder Studienberatung konnte mir nicht viel helfen. Mir kann auch im Grunde genommen keiner helfen.
Und ich kann zu niemandem mehr gehen und nichts mehr machen. War jetzt zb sehr oft bei meinen Eltern, aber kann mich da jetzt auch langsam nicht mehr zum Quengeln blicken lassen. Bringt ja einfach alles nichts. Mein Leben ist im A****. Habs selbst verbockt.
 
Ich würde gerne alles hinter mir lassen, alle Sorgen und Erwartungen. Nur wie soll ich das machen? Ich weiß nicht, wie ich aus dieser zwickmühle herauskommen soll. wenn ich mal was mit freunden gemacht habe, hatte ich einfach nichts zu erzählen. ich bin meinungslos, unkreativ, humorlos, geschichtenlos und motivationslos. Ich hab das gefühl, ich war das schon immer, nur dass es nicht aufgefallen ist.
Ich denke ständig über kunst nach, was ich machen könnte. und produziere nichts. komme nichteinmal auf den ansatz einer idee. denn meine möglichkeiten sind auch so begrenzt. was technik, thema, sinn, einfach alles angeht. kurz gesagt, mit der kunst kann ich es vergessen.
Ich hab mir Studienfächer angeguckt und da ist garnichts dabei, was ich schaffen könnte. Genauso siehts aus mit irgendwelchen Ausbildungen etc.
Ich hänge eigentlich nur noch auf dem sofa und traue mich nichts mehr. nur blöderweise wohn ich in ner wg mit zwei kunststudenten, der eine sogar in meiner klasse. Auch mein "umfeld", die leute, mit denen ich was mache, sind alle von der kunsthochschule.
Ich seh fast keine andere Möglichkeit mehr als selbstmord, undzwar schnell, denn es wird peinlich, aber das will ich meinen eltern nicht antun. aber was soll ich dann tun? Alle erwarten von mir, dass ich was "gutes" mache (studieren, was werden..), alle leute, die ich kenne sind so. ich komm da nicht mehr raus aus meiner lage, denn wenn ich nichts "anständiges" mache, kann ich niemandem mehr unter die augen treten (von meiner seite aus). Selbstmord erscheint mir außerdem ziemlich schwierig durchzuführen. und wie gesagt, meine eltern.. (sind übrigens musiker und super gebildet und lieben mich und alles) aber ich kann verdammt nochmal nicht eine der erwartungen erfüllen.
Es gibt für mich keinen Weg aus dieser Lage mehr. Habe schon alles ausgekundschaftet, was mir offen steht und da ist nichts, was entweder nur beschiss wäre (Für n studium einschreiben und dann wirds wieder nichts) oder was einfach zu "niedrig" wäre. ich weiß, dass dieses hirarchische denken absolut scheiße ist, aber es geht hier um erwartungen und umfeld und so. und ich kann da nicht anders denken. Tja, jetzt ists aus und ich find nichtmal ne lösung, wie ich jetzt weitermachen soll. diesen dienstag hatten wir uns n kunstmuseum angeguckt, dadurch hatte ich noch ne woche aufschub. jetzt will der prof von uns auch noch nen stundenplan, was wir so die woche treiben, welche vorlesungen, job, den ganzen tag und so. da könnte ich nur folgendes eintragen: "Nix tun". Ablenken oder Grübeln. Morgens bis abends. Jeden Tag. Tja, so ne scheiße, das passt ja echt super, dass das noch zusätzlich am dienstag offengelegt wird. Da würde ich vor aller augen völlig entwürdigt werden. Allerdings gleichermaßen, wenn ich nicht hingehe wegen irgendeiner ausrede. (mir fällt nichtmal eine ein, habt ihr vorschläge?).
Ich bin gefangen! Weiß echt nichts mehr. Selbstmord wegen Sinnkrise, Erwartungsdruck, Schwäche, Dummheit, Charakterschwäche, mangelnder Persönlichkeit, Angst, Null Selbstvertrauen, Peinlichkeit, Zukunftsangst..
Was soll ich bloß tun? Und selbstmord ist echt schwierig, halt schon von der methode her.. hab ich eigentlich auchnicht so bock zu. ich mag auch gutes wetter und japan und so. allerdings wohl nur in gesellschaft, die ein starkes bild von mir hat. Ich weiß, blöd.. alles ausweglos und ich kann nicht mal allein sein wegen der WG und ich kann nichts aufschieben, weil die zeit immer schneller läuft..
 
hallo gast,

es wird zeit, dass du dich deinen eltern anvertraust. und zwar so schnell wie möglich.
(sind übrigens musiker und super gebildet und lieben mich und alles)
wenn sie musiker sind, werden sie sinnkrisen kennen
wenn sie gebildet sind, werden sie nachdenken und dir helfen
wenn sie dich lieben, ja dann werden sie dir erst recht helfen

ich denke du brauchst nichts als eine auszeit. du bist noch jung. selbst wenn du jetzt ein urlaubssemester machst, na und, du hast alle zeit der welt.

ruf deine eltern an, sprich mit ihnen offen.
und mach dir vorallendingen keine gedanken, was andere sagen, es kann dir sch.. egal sein.
es ist dein leben. tu was
 

Anzeige (6)

Thema gelesen (Total: 1) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben