Horst_Horstensen
Mitglied
Hallo liebe Gemeinde,
ich bin fast 32 Jahre alt, bin gelernter Bürokaufmann und habe 7 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Irgendwann unterforderte mich mein damaliges Berufsleben, und ich machte auf der Abendschule neben dem Beruf die Fachoberschulreife nach, absolvierte diese sehr erfolgreich (2.0), kündigte den Job und fing an der örtlichen FH ein Wirtschaftsinformatik-Studium an.
Ob durch Faulheit oder Unfähigkeit, sei jetzt dahingestellt, jedenfalls kam ich von Anfang an nicht richtig in die Gänge, hatte stellenweise bis zu 7 Prüfungen zu wiederholen, darunter auch eine "zweite W.". Nichtsdestoweniger habe ich all diese Prüfungen letztlich doch geschafft, jedoch sieht mein Schnitt eher schecht aus: 4x4, 9x3, 3x2, 1x1. Die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester.
Ich bekam bis zum 4. Semester elternunabhängiges Bafög, welches mir dann ob nicht vorgelegtem Leistungsnachweis für ein Semester gestrichen wurde. In dieser Zeit beantragte ich einen Studienkredit, den ich bis 14.000 € ausschöpfte. Die Rückzahlung von diesem beginnt am 1.10.2010. Nach dem 7. Semester, also dem letzten Semester mit Lehrveranstaltungen, hatte ich noch 3 Leistungen offen, sodass ich die Diplomarbeit nicht anfangen konnte, da man max. ein Fach offen haben darf.
Da ich zu dieser Zeit volles Bafög bekam, ging es mir finanziell den Umständen entsprechend gut und dachte nicht ans Arbeiten oder eine Werkstudententätigkeit. Als ich die restlichen 3 Leistungen in der Tasche hatte, bekam ich auch für das 9. Semester Bafög, wodurch ich wieder nicht ans arbeiten dachte. Im 10. Semester, also ab März 2009 lief diese Förderung aus, und ich fing an, mich auf die Bewerbungen für eine Diplomandenstelle vorzubereiten.
So weit, dass ich eine wirklich abschickte, kam es allerdings nicht, da meine Freundin, mit der ich seit meinem 15. LJ zusammen bin ins Krankenhaus musste und der Verdacht auf Multiple Sklerose bestand und bis dato noch besteht. Ich habe und mache mir wegen Ihr übelste Sorgen und dachte in dieser Zeit nicht ans Bewerben. Mittlerweile ist Sie bei der Wiedereingliederung, also arbeitet z.Zt. 6 Stunden. Soweit die Vorgeschichte.
Ich bin also, abgesehen von den 3 Prüfungen im 8. Semester, seit 1,5 Jahren ohne etwas wirklich Sinnvolles zu tun zu Hause.
Da mittlerweile meine Kumpels vom Studium (alle wesentlich jünger) fertig sind und einen gutbezahlten, festen Job haben, bekam ich von einem Tag auf den Anderen arge Zukunftsängste, verbunden mit dem Gefühl, dass ich alles, was ich im Studium gelehrt bekam, vergessen habe.
Bedingt durch dieses Gefühl bekam ich große Angst vor der Diplomarbeit, und dadurch komme ich in eine immer tiefere Krise, die sich in schweißgebadetem Aufwachen, Appetitlosigkeit und Angstzuständen äußert. Meine ganze Motivation, die ich während des Besuches der Abendschule hatte, ist wie weggeblasen, und ob des gefühlten Vergessens sämtlichen Lehrstoffes habe ich nichtmal ansatzweise eine Ahnung, in welches Thema meine Diplomarbeit gehen soll.
Stellenweise denke ich auch, dass ich eventuell das falsche studiert habe, denn irgendwie ist „Wirtschaftsinformatik“ kaum noch greifbar. Ein Architekt kann nach dem Studium Häuser entwerfen, ein KFZ-Techniker Autos konstruieren.
Sicher stellt Ihr Euch die Frage: „Was will dieser faule … eigentlich hören?“ Ja, diesen Vorwurf, dass ich mich hätte rechtzeitig irgendwo als Werkstudent hätte anstellen lassen können und dort auch gleich mein Diplom hätte schreiben können, mache ich mir mittlerweile selbst mehr als genug. Das Problem ist: da kommt 2x „hätte“ vor, ist also Vergangenheit, die ich leider nicht rückgängig machen kann.
Ich würde mich freuen, zu lesen, ob es einigen von Euch ähnlich ging und wie Ihr da wieder rauskamt. Davon abgesehen die Antwort auf die Frage, ob man bei einem Diplomthema auch bei null anfangen kann, wenn einen ein Thema zwar interessiert, aber in Wirklichkeit vor dem Beginn keinen blassen Schimmer von der Materie hat. Bezieht man bei einer Diplomarbeit sein Wissen zu dem Thema dann wirklich nur aus Büchern/ bzw. kann man sich das Thema anlesen? Auch, wenn man das Gefühl hat, alles aus 7. Semestern Lehre vergessen zu haben?
Im übrigen habe ich mittlerweile 2 Bewerbungen abgeschickt, eine initiativ mit einem Themenvorschlag bei einem Mobilfunkdienstleister, und eine auf eine Stellenausschreibung.
Mir sagten allerdings Bekannte, dass Bewerbungen auf ausgeschriebene Diplomandenstellen eher die Ausnahme sind.
Ich hab ja auch noch überlegt, noch irgendwo ein Praktikum zu machen. Allerdings dauert das ein halbes Jahr, und dann hintendran noch Diplom schreiben, dann kommt der Rückzahlungsbeginn für den Studienkredit immer näher, bzw. ich überschreite ihn, ohne ein Einkommen zu haben.
Bitte hackt nicht auf mir herum, ich weiß selbst, dass ich an der ganzen Misere selbst schuld bin, aber im Moment bin ich sowas von schlecht drauf/ depressiv, dass ich keine Ideen habe.
Wie gesagt, über Tipps, wie man aus dieser Sache wieder herauskommt, oder Eure eigenen Erfahrungen würde ich mich freuen.
Danke fürs Lesen!
ich bin fast 32 Jahre alt, bin gelernter Bürokaufmann und habe 7 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Irgendwann unterforderte mich mein damaliges Berufsleben, und ich machte auf der Abendschule neben dem Beruf die Fachoberschulreife nach, absolvierte diese sehr erfolgreich (2.0), kündigte den Job und fing an der örtlichen FH ein Wirtschaftsinformatik-Studium an.
Ob durch Faulheit oder Unfähigkeit, sei jetzt dahingestellt, jedenfalls kam ich von Anfang an nicht richtig in die Gänge, hatte stellenweise bis zu 7 Prüfungen zu wiederholen, darunter auch eine "zweite W.". Nichtsdestoweniger habe ich all diese Prüfungen letztlich doch geschafft, jedoch sieht mein Schnitt eher schecht aus: 4x4, 9x3, 3x2, 1x1. Die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester.
Ich bekam bis zum 4. Semester elternunabhängiges Bafög, welches mir dann ob nicht vorgelegtem Leistungsnachweis für ein Semester gestrichen wurde. In dieser Zeit beantragte ich einen Studienkredit, den ich bis 14.000 € ausschöpfte. Die Rückzahlung von diesem beginnt am 1.10.2010. Nach dem 7. Semester, also dem letzten Semester mit Lehrveranstaltungen, hatte ich noch 3 Leistungen offen, sodass ich die Diplomarbeit nicht anfangen konnte, da man max. ein Fach offen haben darf.
Da ich zu dieser Zeit volles Bafög bekam, ging es mir finanziell den Umständen entsprechend gut und dachte nicht ans Arbeiten oder eine Werkstudententätigkeit. Als ich die restlichen 3 Leistungen in der Tasche hatte, bekam ich auch für das 9. Semester Bafög, wodurch ich wieder nicht ans arbeiten dachte. Im 10. Semester, also ab März 2009 lief diese Förderung aus, und ich fing an, mich auf die Bewerbungen für eine Diplomandenstelle vorzubereiten.
So weit, dass ich eine wirklich abschickte, kam es allerdings nicht, da meine Freundin, mit der ich seit meinem 15. LJ zusammen bin ins Krankenhaus musste und der Verdacht auf Multiple Sklerose bestand und bis dato noch besteht. Ich habe und mache mir wegen Ihr übelste Sorgen und dachte in dieser Zeit nicht ans Bewerben. Mittlerweile ist Sie bei der Wiedereingliederung, also arbeitet z.Zt. 6 Stunden. Soweit die Vorgeschichte.
Ich bin also, abgesehen von den 3 Prüfungen im 8. Semester, seit 1,5 Jahren ohne etwas wirklich Sinnvolles zu tun zu Hause.
Da mittlerweile meine Kumpels vom Studium (alle wesentlich jünger) fertig sind und einen gutbezahlten, festen Job haben, bekam ich von einem Tag auf den Anderen arge Zukunftsängste, verbunden mit dem Gefühl, dass ich alles, was ich im Studium gelehrt bekam, vergessen habe.
Bedingt durch dieses Gefühl bekam ich große Angst vor der Diplomarbeit, und dadurch komme ich in eine immer tiefere Krise, die sich in schweißgebadetem Aufwachen, Appetitlosigkeit und Angstzuständen äußert. Meine ganze Motivation, die ich während des Besuches der Abendschule hatte, ist wie weggeblasen, und ob des gefühlten Vergessens sämtlichen Lehrstoffes habe ich nichtmal ansatzweise eine Ahnung, in welches Thema meine Diplomarbeit gehen soll.
Stellenweise denke ich auch, dass ich eventuell das falsche studiert habe, denn irgendwie ist „Wirtschaftsinformatik“ kaum noch greifbar. Ein Architekt kann nach dem Studium Häuser entwerfen, ein KFZ-Techniker Autos konstruieren.
Sicher stellt Ihr Euch die Frage: „Was will dieser faule … eigentlich hören?“ Ja, diesen Vorwurf, dass ich mich hätte rechtzeitig irgendwo als Werkstudent hätte anstellen lassen können und dort auch gleich mein Diplom hätte schreiben können, mache ich mir mittlerweile selbst mehr als genug. Das Problem ist: da kommt 2x „hätte“ vor, ist also Vergangenheit, die ich leider nicht rückgängig machen kann.
Ich würde mich freuen, zu lesen, ob es einigen von Euch ähnlich ging und wie Ihr da wieder rauskamt. Davon abgesehen die Antwort auf die Frage, ob man bei einem Diplomthema auch bei null anfangen kann, wenn einen ein Thema zwar interessiert, aber in Wirklichkeit vor dem Beginn keinen blassen Schimmer von der Materie hat. Bezieht man bei einer Diplomarbeit sein Wissen zu dem Thema dann wirklich nur aus Büchern/ bzw. kann man sich das Thema anlesen? Auch, wenn man das Gefühl hat, alles aus 7. Semestern Lehre vergessen zu haben?
Im übrigen habe ich mittlerweile 2 Bewerbungen abgeschickt, eine initiativ mit einem Themenvorschlag bei einem Mobilfunkdienstleister, und eine auf eine Stellenausschreibung.
Mir sagten allerdings Bekannte, dass Bewerbungen auf ausgeschriebene Diplomandenstellen eher die Ausnahme sind.
Ich hab ja auch noch überlegt, noch irgendwo ein Praktikum zu machen. Allerdings dauert das ein halbes Jahr, und dann hintendran noch Diplom schreiben, dann kommt der Rückzahlungsbeginn für den Studienkredit immer näher, bzw. ich überschreite ihn, ohne ein Einkommen zu haben.
Bitte hackt nicht auf mir herum, ich weiß selbst, dass ich an der ganzen Misere selbst schuld bin, aber im Moment bin ich sowas von schlecht drauf/ depressiv, dass ich keine Ideen habe.
Wie gesagt, über Tipps, wie man aus dieser Sache wieder herauskommt, oder Eure eigenen Erfahrungen würde ich mich freuen.
Danke fürs Lesen!
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