Verstehen tu ich es.
Manchmal fantasiere ich auch selbst darüber mich meinem Partner so hinzugeben..
Aber ich glaube nicht, dass er da mitmachen würde und auch für mich wäre das auf Dauer nichts.
Ich meine so mal einen Tag oder ein Wochenende lang als Rollenspiel hat es schon was.
Aber ich würde es nicht fertig bringen, mein ganzes Leben nach einem Menschen auszurichten, ständig kontrolliert zu werden und bei jedem noch so kleinem Fehltritt bestraft zu werden.
Das hatte ich in meiner Kindheit und Jugend durch meine (gewalttätigen) Eltern schon und dadurch Hemmungen/Angst.
? ⚠ Nicht dass ich einvernehmliches BDSM als "gewalttätig" bezeichnen möchte, es ist sicherlich alles andere als das. ⚠ ?
Aber soweit die Kontrolle aufzugeben, würde ich aufgrund meiner Erfahrungen und meines dadurch entstandenen Misstrauens, selbst beim liebsten Partner nicht fertig bringen.
Zu viel Angst vor Kontrollverlust, sowohl vor meinem, als auch seinem.
Ein bisschen in die Richtung mag ich es aber schon. Auch einfach in unterwürfige Rollen (Haustier/Besitzer, Schüler/Lehrer, Angestellter/Chef) zu schlüpfen, ohne Kontrolle und Strafen macht mir Spaß.
Beim "Haustier" spielt da ja je nach Art oft der Kuschelfaktor die größte Rolle und die Non-Verbale Kommunikation.
Oder einfach Bondage und SM davon getrennt.
Aber ich schlüpfe auch gern in beide Rollen. 😉
Und bevor nun jemand mit "psychischer Störung"/"unverarbeitetes Trauma" für die Bottoms und "Aggressionen" bei den Tops kommt:
Ich habe als Kind und Jugendlicher einiges erlebt, was traumatisierend war.
Diese Erfahrungen haben mich davor gehemmt überhaupt jemanden zu vertrauen oder Sex zu haben.
Mich jemanden "auszuliefern" und ihm wirklich meinen ganzen Körper anzuvertrauen, schien dadurch für mich lange ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.
Bis ich irgendwann den richtigen Partner hatte, bei dem ich die Augen zumachen und mich gehen lassen konnte, ohne Angst, dass irgendwas gegen meinen Willen geschieht.
Dazu gehörte vor allem, dass wir vorher und nachher und auch währenddessen viel über das, was im Schlafzimmer geschah, geredet haben und oft die Frage gestellt wurde: "Ist das OK?"
Und umgedreht, in der dominanten Position, reagiere ich mich auch nicht an meinem Partner ab oder habe irgendwelche Folterfantasien.
Hauptsächlich macht es mich an, zu wissen, dass es ihm gefällt, dass er mir so vertrauen kann und auch ein bisschen, ihn zu ärgern und an seine Grenzen zu bringen.
Und diese werden nach oben genannten Prinzip gesucht.
Das ist BDSM und NICHT:
"Ich will mein Trauma wiederholen, bitte tu mir weh!" versus "Ich bin heute so schlecht drauf, ich würd gern jemanden verprügeln!" 🙄