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Die innere Anspannung und Gedanken zerfetzen mich

  • Starter*in Starter*in Nilinho
  • Datum Start Datum Start
N

Nilinho

Gast
Hallo zusammen, mein Name ist Nils, ich bin 36 Jahre alt und wende mich aus tiefster Verzweiflung an euch, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß. Ich bin Familienvater von zwei wunderbaren Kindern (2 und 4) habe eine liebe Ehefrau welche mit Kind Nummer 3 schwanger ist, lebe in einem Familienhaus in ruhiger Umgebung , habe eine tollen Job, sowie Familie und Freunde.

Vor ca. 3,5 Jahre erlitt ich eine Herzmuskelentzündung, welche mich auch psychisch in eine tiefe Krise geführt hatte. Ich hatte Zwangsgedanken entwickelt und Angst bekommen meinem Kind oder meiner Frau etwas antun zu können. Die befand ich als solche Bedrohung, dass ich mich 8 Wochen lang in eine Klinik begab (ohne Erfolg). Erst als ich diese selbstständig verlassen hatte und ein neues Medikament erhalten hatte (Venlafaxin) ging es mit mir wieder bergauf und ich fand zurück ins Leben.

Venlafaxin hatte ich über einen Zeitraum von 3,5 Jahren von 225mg auf 150mg reduziert. Nun erlitt ich am 20.04. eine sehr leichte Coronainfektion (1 Tag fieber) muss allerdings feststellen, dass ich seitdem, wieder unter extremer Anspannung, Ängsten Nervosität und Hoffnungslosigkeit leide.

Ich werde morgens wach und mich überkommt eine unerträgliche Anspannung. Auch wenn ich total erschöpft bin, wäre es von nun an völlig unmöglich für mich liegen zu bleiben, als ob ich von Cortisol nur so überspült werde. Völlig Kraftlos und angespannt zwinge ich mich aus dem Bett und versuche mich meist vor der Arbeit noch in das Fitnessstudio zu schleppen um mich irgendwie zu aktivieren. Es dauert nicht lange bis auf diese Anspannung ein extremes Gedankenkarussell erfolgt, von Zwangsgedanken hin zu Verlustängsten, einem riesen schlechten Gewissen, ein beschädigtes Selbstwertgefühl und sehr viel Trauer und Hoffnungslosigkeit. Dieser Zustand ist nur sehr sehr schwer erträglich und hatte leider auch schon zur Folge, dass ich manchmal keinen anderen Ausweg sah als eine Tavor zu schmeißen, nach welcher Einnahme ich mich wieder völlig normal fühle. Natürlich weiß ich um das Abhängigkeitspotential dieses Medikaments, aber es gibt dann Momente in dem ich keinen anderen Ausweg mehr sehe. Leider werden diese gerade immer häufiger und ich habe das Gefühl, dass sich die Schlinge zuzieht. Venlafaxin wurde wieder Schrittweise erhöht. Bin seit fast 2 Wochen wieder bei 225mg und merke leider garnichts davon. Seit 3 Tagen nehme ich zusätzlich das Antiepileptikum Pregabalin (25mg morgens und abends). Die Wirkung welche ich merke ist lediglich eine sedierende, welche nicht gerade vom Vorteil ist, wenn man schon Angst vor Kontrollverlust hat. Ich weiß einfach nicht wie ich in ein dauerhaft ruhigeres Fahrwasser gelange und habe das Gefühl, dass ich diesen Zustand nicht mehr lange aushalte. Ich weiß, dass es wahrscheinlich ein psychische Ursache hat, aber es fühlt sich wirklich so an, als ob diese extremen Körperlichen zustände, erst die Angst erzeugen, welche sich dann mit Horrorsenarien einen passenden Wirt suchen um dies noch zu verstärken. Natürlich stehe ich auch schon auf der Warteliste für ein Psychotherapie nur weiß ich einfach manchmal nicht mehr wie ich den nächsten Tag überstehen soll. Diese Anspannung und vor allem die begleitenden Gefühle zerfetzen mich. Ich frage mich auch manchmal, ob es besser gewesen wäre diese Tavor für einen gewissen Zeitraum regelmäßig zu nehmen, damit sich der Körper an einen entspannten Zustand gewöhnen kann und nicht erst im letzten Moment, wenn es unerträglich wird. Aber dazu habe ich zu viel schiss vor der Abhängigkeit, wobei ich jetzt schon manchmal nicht weiß, wie ich anders über den Tag kommen soll. Abends übrigens entspannt sich die Lage oft extrem. Die Entspannung tritt ein, Zuversicht kommt zurück, Dinge, die einem eigentlich Spaß machen Gewinnen wieder meine Aufmerksamkeit und man kann sich eigentlich garnicht vorstellen, dass man am nächsten Tag wieder in dieser Hölle aufwacht, welche maßgeblich durch den Schlaf ausgelöst wird. Ich möchte manchmal einfach nur weit weit weglaufen. Auf eine sonnige Insel und versuchen wieder Herr meiner Gefühle zu werden, jedoch weiß ich auch, dass dies zum Scheitern verurteilt wäre, da ich mein Familie so extrem vermissen würde, unglaubliche Schuldgefühle hätte sie im Stich zu lassen und es wahrscheinlich auch als Vermeidungsverhalten in Bezug auf meine Zwangsgedanken bewerten würde. Damals, als ich wieder in die Spur gefunden habe, hatte ich einfach das Gefühl, dass die positiven Lebensbereiche so viel Motivation auf sich zogen, dass Ängste einfach in den Hintergrund geraten sind. Da wo sie hingehören.

Ich fühle mich einfach nach diesem Wochenlangen Kampf am Ende meiner Kräfte und hoffe soooo sehr, dass mir jemand einen Weg aufzeigen kann, der mir hilft mit dieser Situation klar zukommen. Ein Klinikaufenthalt ist für mich keine Alternative mehr. Dafür habe ich zu schlechte Erfahrung gemacht. Ich bete so oft darum, dass mir dieser Druck genommen wird und mir wieder die Möglichkeit gegeben wird die Dinge ruhig und klarer zu sehen. Ich wünsche mir einfach so sehr wieder zuversichtlich durch das Leben zu gehen und einen Weg zu diesem Ziel zu finden.

Entsprechend bin ich wirklich sehr Dankbar für eure Tipps und Ratschläge!

Vielen DANK!!!!
 
Hallo zusammen, mein Name ist Nils, ich bin 36 Jahre alt und wende mich aus tiefster Verzweiflung an euch, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß. Ich bin Familienvater von zwei wunderbaren Kindern (2 und 4) habe eine liebe Ehefrau welche mit Kind Nummer 3 schwanger ist, lebe in einem Familienhaus in ruhiger Umgebung , habe eine tollen Job, sowie Familie und Freunde.

Vor ca. 3,5 Jahre erlitt ich eine Herzmuskelentzündung, welche mich auch psychisch in eine tiefe Krise geführt hatte. Ich hatte Zwangsgedanken entwickelt und Angst bekommen meinem Kind oder meiner Frau etwas antun zu können. Die befand ich als solche Bedrohung, dass ich mich 8 Wochen lang in eine Klinik begab (ohne Erfolg). Erst als ich diese selbstständig verlassen hatte und ein neues Medikament erhalten hatte (Venlafaxin) ging es mit mir wieder bergauf und ich fand zurück ins Leben.

Venlafaxin hatte ich über einen Zeitraum von 3,5 Jahren von 225mg auf 150mg reduziert. Nun erlitt ich am 20.04. eine sehr leichte Coronainfektion (1 Tag fieber) muss allerdings feststellen, dass ich seitdem, wieder unter extremer Anspannung, Ängsten Nervosität und Hoffnungslosigkeit leide.

Ich werde morgens wach und mich überkommt eine unerträgliche Anspannung. Auch wenn ich total erschöpft bin, wäre es von nun an völlig unmöglich für mich liegen zu bleiben, als ob ich von Cortisol nur so überspült werde. Völlig Kraftlos und angespannt zwinge ich mich aus dem Bett und versuche mich meist vor der Arbeit noch in das Fitnessstudio zu schleppen um mich irgendwie zu aktivieren. Es dauert nicht lange bis auf diese Anspannung ein extremes Gedankenkarussell erfolgt, von Zwangsgedanken hin zu Verlustängsten, einem riesen schlechten Gewissen, ein beschädigtes Selbstwertgefühl und sehr viel Trauer und Hoffnungslosigkeit. Dieser Zustand ist nur sehr sehr schwer erträglich und hatte leider auch schon zur Folge, dass ich manchmal keinen anderen Ausweg sah als eine Tavor zu schmeißen, nach welcher Einnahme ich mich wieder völlig normal fühle. Natürlich weiß ich um das Abhängigkeitspotential dieses Medikaments, aber es gibt dann Momente in dem ich keinen anderen Ausweg mehr sehe. Leider werden diese gerade immer häufiger und ich habe das Gefühl, dass sich die Schlinge zuzieht. Venlafaxin wurde wieder Schrittweise erhöht. Bin seit fast 2 Wochen wieder bei 225mg und merke leider garnichts davon. Seit 3 Tagen nehme ich zusätzlich das Antiepileptikum Pregabalin (25mg morgens und abends). Die Wirkung welche ich merke ist lediglich eine sedierende, welche nicht gerade vom Vorteil ist, wenn man schon Angst vor Kontrollverlust hat. Ich weiß einfach nicht wie ich in ein dauerhaft ruhigeres Fahrwasser gelange und habe das Gefühl, dass ich diesen Zustand nicht mehr lange aushalte. Ich weiß, dass es wahrscheinlich ein psychische Ursache hat, aber es fühlt sich wirklich so an, als ob diese extremen Körperlichen zustände, erst die Angst erzeugen, welche sich dann mit Horrorsenarien einen passenden Wirt suchen um dies noch zu verstärken. Natürlich stehe ich auch schon auf der Warteliste für ein Psychotherapie nur weiß ich einfach manchmal nicht mehr wie ich den nächsten Tag überstehen soll. Diese Anspannung und vor allem die begleitenden Gefühle zerfetzen mich. Ich frage mich auch manchmal, ob es besser gewesen wäre diese Tavor für einen gewissen Zeitraum regelmäßig zu nehmen, damit sich der Körper an einen entspannten Zustand gewöhnen kann und nicht erst im letzten Moment, wenn es unerträglich wird. Aber dazu habe ich zu viel schiss vor der Abhängigkeit, wobei ich jetzt schon manchmal nicht weiß, wie ich anders über den Tag kommen soll. Abends übrigens entspannt sich die Lage oft extrem. Die Entspannung tritt ein, Zuversicht kommt zurück, Dinge, die einem eigentlich Spaß machen Gewinnen wieder meine Aufmerksamkeit und man kann sich eigentlich garnicht vorstellen, dass man am nächsten Tag wieder in dieser Hölle aufwacht, welche maßgeblich durch den Schlaf ausgelöst wird. Ich möchte manchmal einfach nur weit weit weglaufen. Auf eine sonnige Insel und versuchen wieder Herr meiner Gefühle zu werden, jedoch weiß ich auch, dass dies zum Scheitern verurteilt wäre, da ich mein Familie so extrem vermissen würde, unglaubliche Schuldgefühle hätte sie im Stich zu lassen und es wahrscheinlich auch als Vermeidungsverhalten in Bezug auf meine Zwangsgedanken bewerten würde. Damals, als ich wieder in die Spur gefunden habe, hatte ich einfach das Gefühl, dass die positiven Lebensbereiche so viel Motivation auf sich zogen, dass Ängste einfach in den Hintergrund geraten sind. Da wo sie hingehören.

Ich fühle mich einfach nach diesem Wochenlangen Kampf am Ende meiner Kräfte und hoffe soooo sehr, dass mir jemand einen Weg aufzeigen kann, der mir hilft mit dieser Situation klar zukommen. Ein Klinikaufenthalt ist für mich keine Alternative mehr. Dafür habe ich zu schlechte Erfahrung gemacht. Ich bete so oft darum, dass mir dieser Druck genommen wird und mir wieder die Möglichkeit gegeben wird die Dinge ruhig und klarer zu sehen. Ich wünsche mir einfach so sehr wieder zuversichtlich durch das Leben zu gehen und einen Weg zu diesem Ziel zu finden.

Entsprechend bin ich wirklich sehr Dankbar für eure Tipps und Ratschläge!

Vielen DANK!!!!

Hm, hast du schon einmal versucht, ob du mit einem anderen Tages Beginn entspannter wirst?

Vielleicht sowas wie Schwimmen, Joggen oder Radfahren?

Du kannst auch versuchen, mit Meditation zur Ruhe zu kommen.

Wenn du das versuchen willst, am besten erstmal abends, in entspannter Stimmung.

Wenn du dann etwas geübt hast, dann kannst du auch versuchen, es bei leichter Unruhe zur Entspannung einzusetzen.

Die Medikation immer mit dem Arzt besprechen. Dafür braucht man einen Psychiater
 
Lieber Nils,

Der Alptraum in dem du gefangen bist, ist mit jedem Wort zu greifen und vielleicht kann ich dir nur minimal helfen, aber das will ich versuchen. Denn diese Art der Verzweiflung frisst dich, frisst deine Energie und irgendwann auch deinen Lebenswillen. Das spürst du ja bereits sehr stark und ich finde es in dieser Situation beeindruckend wie klar du noch bist, dich zu reflektieren und sich auch Gedanken über die Medikamentation zu machen. Denn die einfache Lösung mit Tavor ist keine Lösung, darin kann ich dich nur maximal bestätigen.
Du hast leider einen langen Weg vor dir, aber es gibt das Licht, die Sonne am Ende des Wegrandes. Du weißt bereits wofür du kämpfst. Für dich und deine Familie. Aber du bist krank. Sehr krank und wirst wohl viel Zeit für die Heilung benötigen. Sehr viel Zeit, denn dein gesamtes System ist aus dem Gleichgewicht geraten und du kommst gar nicht mehr zur Ruhe. Vielleicht setzt du dich auch zusätzlich unter Druck, weil du jetzt besonders für deine Frau und die 2 Kleinen da seinen willst, wenn Nr. 3 kommt. Verständlich, leider kontraproduktiv.
Wichtig ist es den Stress zu reduzieren und den inneren Druck abzubauen. Und das sagt jeder so dahin, aber keiner sagt einem wie. Ich kann dir sagen, was bei mir in Ansätzen hilft. Zumindest soweit, dass es nicht mehr das tiefste, dunkle Loch ist. Von der Insel bin ich weit entfernt. 🙂
Teil 1. Medikamente
Ein Bekannter hat eine Bypass-OP überstanden und ist seitdem auch völlig verändert. Jeder sagt: wieso, sei doch froh, dass du es gepackt hast. Ist er auch, aber jede Nacht durchlebt er das Trauma dieser OP und hat im Schlaf wohl Todesängste ausgestanden. Dies heißt, dass er Nachts so voller Stresshormone war, dass keinerlei Erholung erfolgen konnte. Und das beschreibst du auch. Daher: Prebagablin zur Nacht ist durchaus eine gute Idee, denn ohne die nächtliche Erholung kann dieser Kreislauf nicht bewältigt werden. Also, für ca. 1/2 Jahr ein sedierendes Medikament für die Nacht ist gut. Dosis und Einnahmezeitpunkt kannst du mit dem Arzt besprechen.
Es gibt auch andere Antidepressiva, mit den unterschiedlichen WIrkstoffgruppen, können unterschiedliche Effekte erzielt werden. Venlafaxin könnte diese Spirale noch verschlechtern, weil es auch eher gedämpft hat und eine unfassliche Reihe an Nebenwirkungen aufweisne kann (aber das ist immer so). Aktivierender wäre, z.B. Elontril . Also kann dir nur empfehlen, da auch nochmal ein anderes Medikament in Erwähnung zu ziehen.
In Akutfällen auch Tavor (aber so 1x pro Woche nur) und wenn ich merke, dass ich 2 oder 3 Nächte nicht mehr richtig schlafe, dann nehme ich auch ergänzend Trimipramin. Um überhaupt wieder in ruhiges Fharwassre gelangen zu können.
Teil 2. Therapie
Ich kann verstehen, dass Klinik für dich keine Option ist. Auf die Gesprächstherapie musst du leider weiter warten, aber bleib da dran.
Teil 3. Akut
Lass dich krankschreiben. Ich kenne die Reaktion der meisten Menschen darauf: das geht nicht oder das geht gerade nicht. Aber: wenn du dir jetzt (es ist auch eher schon 5 nach 12) keine Zeit für deine Gesundheit nimmst, wirst du ein vielfaches mehr an Zeit für die Krankheit brauchen. Sprich mit deinem Hausarzt, besser noch mit einem Facharzt, da die dich länger krankschreiben können.
Ich weiß, dass leichter gesagt als getan ist. Dennoch: wenn dich ein Bus überfährt, wirst du ja auch nicht sagen: ah, die Behandlung mache ich wann anders.

Frag deinen Arzt nach einer Kur als Alternative zum Klinikaufenthalt.
Vielleicht kannst du, bevor Kind Nr. 3 kommt, noch ein paar Tage in eine möglichst reizfreie (also Ruhe!) Umgebung fahren. Alleine paar Tage im Hotel. Harter Bruch des Kreislaufes.
Geh nicht ins Fitnessstudio. Es tut dir nicht gut, du merkst das auch. Krafttraining ist starker STress für den Körper. Alternativen: Spazieren gehen im Wald (Ruhe!), Qi Gong (kostenlos bei youtube!), schwimmen (laangsam), Progressive Muskelentspannung (youtube). Du wirst eine Reihe Therapien in der Klinik kennengelernt haben. Bewegung ist wichtig, extrem wichtig. Aber mach nix, was deinen Körper und dein System zusätzlich stresst.
Wenn irgendwie möglich reduziere Stress und bessprich dich mit deiner Frau, wie du einige Zeit entlastet werden kannst, um dann wieder mehr für sie da sein zu können. Da du eine tolle Familie hast: Entspannt gemeinsam, kuschelt, sagt alle Termine ab usw.
Vielleicht hilft dir davon was und wenn es nur minimal ist. Aber werde aktiv, indem du eine Pause bekommst! Ich habe das lange Zeit nicht getan und eine unfasslich häßliche Quittung dafür bekommen. Du brauchst eine lange, echte Pause.

Und lang kann heißen Wochen oder Monate. Wie schnell Erholung klappt, weiß man nie und sollte dafür auch keinen Timer geben.
Frag gerne nach, wenn es um eine konkrete Umsetzung geht. Und hinterfrage dich: was stresst dich, denn das macht dich so krank.

Alles Gute!
 
Obwohl toller Job, tolle Familie usw. ist alles nicht so toll oder wie? Helfen würde Dir eine körperliche Komponente. Keine Pillen mehr, dafür Joggen alle 2 Tage a 10km oder Schwimmen 1h am Tag. Dein Körper hat eine innere Unruhe, die sich nur durch körperliche Ertüchtigung regulieren lässt. Was arbeitest Du
 
Du musst medikamentös neu eingestellt werden. Auf keinen Fall die medis absetzen, aber mit einem Psychiater über deine Beschwerden sprechen.
Du brauchst dringend medikamentöse Hilfe, da du nicht einfach nur mies drauf, sondern wirklich seelisch krank bist:
und Angst bekommen meinem Kind oder meiner Frau etwas antun zu können. Die befand ich als solche Bedrohung, dass ich mich 8 Wochen lang in eine Klinik begab (ohne Erfolg). Erst als ich diese selbstständig verlassen hatte und ein neues Medikament erhalten hatte (Venlafaxin) ging es mit mir wieder bergauf und ich fand zurück ins Leben.
Das kann man nicht "wegjoggen".
Vertraue dich einem Arzt an. Ruhig auch den Spezialisten in der Klinik, in der du warst.
 
Venlafaxin hatte ich über einen Zeitraum von 3,5 Jahren von 225mg auf 150mg reduziert. Nun erlitt ich am 20.04. eine sehr leichte Coronainfektion (1 Tag fieber) muss allerdings feststellen, dass ich seitdem, wieder unter extremer Anspannung, Ängsten Nervosität und Hoffnungslosigkeit leide.

War die Reduzierung von Venlafaxin von 225 mg auf 150 mg mit dem Arzt abgesprochen??
Oder hast du das etwa einfach selber reduziert?
 
Hallo zusammen,
vielen Dank für eure schnellen Antworten. Vor allem an Lorinsde für diesen ausführlichen Text.

Ja das stimmt wahrscheinlich, dass ich jeden Stress abbauen muss. Aber wie soll das funktionieren. Selbst wenn ich mich in eine entspannter Umgebung begebe, wäre das kontraproduktiv für mich, da sich das Gedankenkarussell dann richtig anfängt zu drehen. Es ist eine absolute Zwickmühle, wenn man in die Situation geraten ist, dass in einem nur noch Ängste und schlechte Gedanken dominieren. Die nimmt mann überall hin mit. Und in einer entspannten Umgebung, welche ich unter normalen Umständen immer bevorzugen würde, gibt es dann noch weniger Reize, welche mich davon abbringen würden.

Dreh und Angelpunkt meiener Ängste sind meine Familie und vorallem meine Kinder. Natürlich können die einen stressen, aber ich fühle mich schon schlecht, wenn ich mal nach der Arbeit zu spät nachhause komme und die nicht mehr sehe. Da weiß ich, dass mich eine längere Distanzierung völlig fertig machen würde. Fast jedes Elternteil liebt seine Kinder, aber ich habe manchmal das Gefühl, dass mir diese große Liebe zum verhängnis wird. Man muss sich ja eigentlich selbst lieben, um andere zu lieben, aber mit der Selbstliebe habe ich es wohl nicht so. Hier stimmt das Gleichgewicht nicht. Dabei habe ich objektiv gesehen genug Argumente dafür mich selbst mehr zu lieben.

Ich möchte diesem Problem ja eigentlich auch nicht zu viel Aufmerksamkeit geben und ihm damit zusätzlich Bedeutung geben indem ich mich so viel damit beschäftige, aber in der Verzweiflung sucht man unerbittlich nach einem Ausweg.

Heute ist es übrigens extrem schlimm. Habe wahrscheinlich den Fehler gemacht, dass ich erst um 1Uhr schlafen gegangen bin. Habe vorher wieder die 25g (pelgfjf genommen (obwohl ich auch sonst nie Einschlafprobleme hatte). Leider überkam mich dann schon um 5:30Uhr die Nervösität und ich konnte nur noch unter Albträumen mit sehr hässlichen Gefühlen etwas weiter schlafen. Nun treffen mich die grundlosen Panikatacken, die schlechten Gefühle und Hoffnungslosigkeit heute mit volle Wucht. Und man fühlt sich die ganze Zeit von einer dunklen Wolke umgeben. Viele Reize lösen eine tiefe Angst aus.

Ich kann festhalten, dass es seit diesem Rückfall und dem Erhöhen des Venlafaxin und dem hinzunehmen von Prggs, wohl eher schlimmer geworden ist, als besser. Wie kann es sein, dass man schon so viel Chemie schluckt und es einen trotzdem so unglaublich schlecht geht. Als ob seit Corona meine Medikation garnicht oder sogar paradox wirkt. Ich weiß, dass eine Erhöhung zu Anfang in die andere Richtung wirken soll, aber das waren vor 3 Tagen lächerliche 7g um die ich erhöht habe. Mir fehlt der Glaube daran, dass dies die Wendung bringt. Habe natürlich auch Angst vor einer Umstellung. Weil selbst wann man sich das nur schwer vorstellen kann: Schlimmer geht immer.

Fakt ist, dass ich diesen Zustand einfach nicht mehr ertrage und überhaupt nicht weiß, wie ich für Entlastung sorgen kann. Das ich heute noch keine Bedarfsmedikamentation genommen habe, ragt an ein Wunder. Ich weiß ja, dass das keine Lösung ist und Gefahr birkt, nur frage ich mich auch wieviel Sinn es macht, das Gehirn den gnzen Tag mit so vielen negativen Gedanken zu füttern. Mir fehlt einfach das Licht am Ende des Tunnels.

Danke vielmals für eure Tipps
Wenn ich noch einen Ratschlag habt, dann immer gerne her damit.

Ich wünsche euch ein schönes Pfingstfest

Viele Grüße

Nils
 
Hier vielleicht noch ein paar Lichter am Ende des Tunnels, wobei fast nichts leider sofort hilft, in dem Sinne, dass du es 1 x machst und dann ist alles prima. Immer dran bleiben und Stück für STück werden dann die guten Phasen länger und wenn es sich nur täglich um 1 Minute steigert.

1. Rituale rund zum Thema Schlaf: du hast gemerkt, dass es dir nicht gut tut zu spät ins Bett zu kommen. Das geht jedem so, nur ist bei dir die Auswirkung massiv, daher rate ich dir: nutze die Abendrituale, die fast alle Eltern mit ihren Kindern haben aus 🙂. Heißt: Nach dem gemeinsamen Abendessen Körper und Geist auf die Nacht vorbereiten. Super: Leg dich mit den Kleinen hin, ließ ihnen vor. Lenkt super ab, Sorgt für Ruhe, kuscheln schüttet Glückshormone aus. Nimm kein Handy mit ins Bett, Abends kein TV/ PC. Klingt streng? ja, aber hilft.
2. Du bist 5:30 Uhr wach? Ich stehe dann immer auf und gehe raus. 30 Minuten. Im sommer super, weil es schon hell ist. Dann kannst du (abhängig von der Arbeit, daher krankschreibenlassen!!!!) dich dann oder Mittags nochmal hinlegen, aber du kommst dann irgendwann in einen gesunden Rhythmus.
3. Wer so stark im Inneren aufgewühlt ist, sollte sich mit dem Außen ablenken. Das Gehirn kann nicht zwei Gedanken gleichzeitig verarbeiten, dies kann man nutzen. Wenn ich z.B. spazieren gehe (schleiche 🙂...) beobachte ich z.B. wie viele verschiedene Grüntöne ( Autos, Blumen...) ich in 10 Minuten entdecken kann. Nur entdecken, nicht werten. Oder ich beschreibe ein Haus in der Nachbarschaft so detailreich wie möglich vom Großen zum Kleinen ( 3 stockwerke, 6 fenster, rote Gardienen....). Dann achte ich 10 Minuten bewusst auf Geräusche usw. Wenn es längerr als 10 Minuten gut klappt um so besser und wenn ich merke, dass ich abschweife, ist das egal. Nimm das an, stopp den Gedanken, es ist okay, das er da ist, aber gerade jetzt bekommt er keinen Raum und ich bebachte eine Hummel 🙂 Bleib im Außen. Dies sind natürlich nur Beispiele.
4. Auch zu Hause: Du musst dich ablenken, mit einfachen Tätigkeiten, und es kommt absolut null aufs Resultat an. Mir hat phasenweise nix, wirklich nix Spaß gemacht, dann habe ich einfach die Dinge gemacht, die die situation zumindest nicht schlimmer machen. Mal mit deinen Kindern, lass sie ein Thema vorgeben. Sonst malt Zootiere, Fabelwesen oder Blumenwiesen. Egal. Back nen Kuchen, koch Mittagessen (kann so easy sien wie Pizza belegen), handwerk, Putzen, Qi Gong, Pilates, Schwimmen..... und ideal mit Kindern: Singen! Spielen, Natur entdecken, Steine sammeln, anmalen usw.
5. Bevor der letzte Ausweg Tavor ist: starke Reize von außen wie kalt duschen, Chilli essen, Faszienrolle, Igelball. Wie gesagt: Gehirn kann nur einen Auftrag klarkriegen.
6. Übe die Technik des Gedankenstopps. Die negativen Gedanken sind da, ja, okay. Aber Gednaken kannst du ändern! Ein gefühl nicht. Aber den Umgang und die Gedanken mit dem gefühl schon.
beispiel: Du siehst einen Grünton, der dich an die Kittel im Krankhaus erinnert und dann ist das schlechte Gedankenfeld da. Sobald du es merkst: Sga dir selbst, dass es okay ist, dass du mit der Farbe gerade einen negativen Gedanken verbindest, denn du warst krank und niemand mag das. Aber die Ärzte in den Kitteln haben dir auch geholfen und du bist deswegen noch Teil deiner tollen Familie oder: die Ärzte, die deine Kinder zur Welt geholt haben, tragen diese Kittel auch. Und dann sag dir: Stopp, ich denke da nicht weiter drüber nach, das ist vorbei, ich habe es geschafft und suche jetzt neue Grüntöne.


Nur Beispiele. Viele klingt erstmal platt und zu einfach. Aber es hilft, wenn du es immer und immer wieder anwendest und so mehr Licht in dein Leben bekommst.

Bleib dran! Frag gerne nach. Auch als Nachricht-
 
du sagst es übrigens selbst: du fütterst dein Gehirn! Gib ihm was anderes ;-)
 
Hi Lorinsde,
ich danke dir nochmal vielmals dafür, dass du mir versuchst zu helfen. Das ist heutzutage nicht selbstverständlich und es berührt mich wirklich.

Alles was du schreibst sind wirklich hilfreiche Tipps und ich wünschte ich könnte Sie Umsetzen (was ich sicher Versuchen werde), nur umgibt mich so oft dieses Panikgefühl und der Kopf sucht sich dann das Passende Horrorsenario dazu. Dann landet er oft wieder bei meinem Zwangsgedanken (ich könnte meinen Kindern Zuhause etwas antun) und ich bin aufgrund der Panik garnicht mehr dazu in der lage so etwas realistisch zuende zu denken. Ich will mir sowas ja auch nicht vorstellen, weil es mich gedanklich zerfetzt. Dadurch bauen sich blockaden auf und der Radius der Angst vergrößert sich. Somit hat man dann schon Angst davor, nachhause zu kommen, oder es triggert einen schon wenn man seine Kinder sieht und aufgrund der Nervösität und panik nicht in der Lage ist sie richtig wahrzunehmen, stattdessen, wie ein aufgescheuchtes Hünchen von A nach B zu laufen.

Ich bin heute noch auf meiner Arbeit, da ich ein wichtiges Projekt fertigstellen wollte. Ich habe allerdings eine Krankmeldung für 2 Wochen in der Tasche und werde diese wohl auch zumindest für den Rest der Woche in Anspruch nehmen. Mein Arbeitgeber macht mir keinen Druck und ist sehr tollerant. Ich bin auch eigentlich sehr gerne auf der Arbeit und mag das Umfeld. Bin aber auch gerade nicht so Leistungsfähig wie sonst. Und dazu Bewerte ich wie so oft, den Aufenthalt hier, anstatt Zuhause als Vermeidungsverhalten, weil ich ja so viel Angst habe zuhause. Dieses hätte sich eigentlich schon längst aufheben müssen, weil ich es ja doch immer wieder mache. Trotzdem ist das gerade nicht der Fall. Im Gegenteil die Angst verschlimmert sich.
Ich hatte gerade eine wichtige Besprechung und fühle mich von meinem Körper und meinem Kopf völlig verarscht. Ich war hier der Moderator und konnte fast 2 Std. voll konzentriert durchziehen, ohne an meine Ängste zu denken. Und jetzt wo ich raus bin, denke ich mir, ja wo sind sie denn, wo verstecken Sie sich, wann überfallen Sie mich wieder. Dieser Zustand ist sowas von unkonstant und ich frage mich nur was nicht mit mir stimmt. Habe ich mir diese Angst eingeredet, weil mir zu langweilig war und ich zu wenig gefordert war oder bin ich einfach nur gerade gut darin in so einer Situation meine Ängste und mein tiefliegendes Problem zu verdrängen. Ich rufe ja schon fast wieder die Angst herbei um nicht plötzlich von ihr überfallen zu werden.

Ich muss doch auch enspannte Momente genießen können.
Ich glaube ich bin einfach drüber und komme nicht runter. Habe das Gefühl, dass mein Kopf zu voll ist und vieles unverarbeitet ist. Merke jetzt wie die Angst zurück kommt. Fühle mich erschöpft und ohne Platz wo ich generieren kann. Merke, wie die Nervösität jetzt wieder kommt, weiß aber auch nicht ob ich sie gerade herbei beschwöre. Ich will nicht mehr so viel nachdenken. Kann das nicht jemand in meinem Kopf stoppen?

Danke für deine Worte. Ich werde schauen, was ich davon umgesetzt bekomme.
 

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