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Diagnose: Keine Zukunftsperspektive

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Tiefkühl Träumer

Neues Mitglied
Ich bin 22 Jahre alt. Normalerweise sollte Ich in meinem Alter mein Leben genießen.
Ausbildung, Freunde, Feiern und eventuell auch einen Lebenspartner finden. Hier und da mal in den Urlaub oder ins Kino. Oder auch nur in der Stadt shoppen gehen.
Dinge, die Ich mir derzeit nicht vorstellen kann.
Mit 13 bin Ich zum ersten mal im Unterricht eingeschlafen, obwohl Ich in der Nacht davor weit mehr als 8 Stunden schlaf hatte. Termine wurden verpennt, Ich wurde eben einfach als "Faul" abgestempeln, Ich würde immer einen "Winterschlaf" halten und "verschlafe" mein Leben. Stärkere Kopfschmerzen hier und da, aber als Jugendlicher wurde man eben von Ärzten nicht ernst genommen.
Mit 15 wurde es nicht besser. Die Fehltage häuften sich, Krankgeschrieben wurde Ich mindestens einmal pro Woche, Einschlafen könnte Ich überall. Nach der Schule habe Ich mich nur noch in mein Bett fallen lassen und habe geschlafen, bis es Abendessen gab. Nach dem Essen habe Ich mich wieder hingelegt.
Mit 17 war Ich nur noch wenige Wochen in der Berufsschule. Beim Rest war Ich Krankgeschrieben. Der Grund? Ich hatte einen Unfall. Sekundenschlaf auf dem Fahrrad, bin über einen Bordstein geflogen und habe mir meine Hand eklig verdreht. Gut genug, das mein Nerv in der Hand beleidigt war. Gottseidank hatte Ich meinen Helm an.
Erst da wurde einmal hinterfragt, warum Ich eingeschlafen bin. Mein ehemaliger Hausarzt dachte, es sei eine Schilddrüsenunterfunktion. Habe also einfach die maximale Dosis für einen Erwachsenen bekommen, um "schnell zu schauen ob's hilft". Mit der Überdosis und einem Liter Energy + Koffeintabletten am Tag konnte Ich mich durch die Wochen ziehen.
Der Koffein-Crash war heftig, die Nebenwirkungen von der Koffeinmenge hart. Und selbst mit den ganzen "Hilfsmitteln" habe Ich weiterhin 10h Schlaf am Tag benötigt. Einmal bin Ich sogar im MRT eingeschlafen. Zwei mal habe Ich es geschafft, einen Feueralarm zu verschlafen. In Bus & Bahn, selbst im Auto musste Ich kämpfen, wach zu bleiben. Oft hat dann doch der Kampf gewonnen.
Schlafe Ich weniger als 8h endet es in einer Migräne, die mich auch des öfteren ins Krankenhaus gebracht hat. "Hätte ja ein Schlaganfall sein können". Triptan hilft, aber auch nur wenn Ich die Migräne schnell genug bemerke. Wenn sie bereits läuft, kann Ich sie nicht mehr stoppen, neue Trigger für die Migräne wurden auch gefunden.
Mit Ärzten kämpfe Ich schon seitdem Ich 17 bin. Depressionen wurden vermutet, ein Therapeut konnte aber hier nichts finden. Antidepressiva haben die Situation verschlechtert. Stress könnte der ultimative Auslöser sein, aber die Müdigkeit war selbst im Familienurlaub zu spüren. Hausärzte gewechselt, "Heilmethoden" genutzt. Ohne Erfolg. Hier und da hat mich die Welle an Müdigkeit bekommen und ich bin eingeschlafen.
2023 habe Ich eine Fernschule angefangen, mit Hoffnung das Ich irgendwie noch einen guten Abschluss erreichen kann und damit Ich noch irgendwas mache. Physisch in die Schule gehen kann Ich mir nicht vorstellen, selbst bei einer 10min Bahnfahrt schlafe Ich ein. Wecker wecken mich auch nicht immer, egal wie Laut und Störend sie sind.
Anfang 2024 haben mich Ärzte endlich ernst genommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Ich bereits Symptom-Handouts, weil die Müdigkeit auch meine Konzentration geschädigt hatte. "Brainfog" wurde es von dem Neurologen genannt.
Die Vermutung? Entweder Narkolepsie Typ 2 oder eine idiopathische Hypersomnie. Ein Schlafapnoe wurde ausgeschlossen.

Seitdem kämpfe Ich mich in Richtung einer Diagnose. Das Autofahren wurde mir von seiten meines Arztes verboten. Wach bin Ich an einem guten Tag 4-5h am Stück, bevor die Müdigkeit mich in einen Mittagsschlaf zwingt. Nach einem Mittagsschlaf kämpfe Ich, nicht wieder einzuschlafen. eventuell bekomme Ich hier dann noch 1-2h mit klaren gedanken, beim rest des Tages war es das dann aber.
ITler im Medizinischen wollte Ich immer werden. Vom Hausarzt bis zum Krankenhaus. Damit die Terminvergabe einfacher läuft und Kranke effizienter zu den begehrten Terminen kommen. Ein Traum, der in der nahen Zukunft nicht in Erfüllung gehen wird.

Ende des Jahres habe Ich mein Termin fürs Schlaflabor, um eine gezielte Diagnose zu bekommen. Ich hoffe, das die Medikamente bei mir funktionieren werden. Ich hoffe, das Ich mein Leben dadurch zurück bekomme. Doch haben mir Ärzte bereits geraten, einen Behindertenausweis und Nachteilsausgleiche anzustreben. Das einzige Behandelbare sind Symptome und nicht der Auslöser, also müsste Ich auch im klaren sein, dass die Besserung möglicherweise für ein "normales Leben" nicht ausreichen wird..
 
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