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der Tod meines Papas und seine Folgen

Hallo in-silence,

nach einem schlimmen Trauerfall ist es nicht verkehrt sich mit viel Arbeit abzulenken. Macht wohl jede/r.

Aber bei Dir ist es zu viel. Tritt kürzer. Ein Grundstück läuft nicht davon wenn man es mal etwas weniger pflegt und auch ein Dachboden beschwert sich nicht wenn er nicht sofort ausgebaut wird. Mach eine Prioritätenliste und kümmere Dich zuerst um das was wirklich wichtig ist.
Zum Beispiel:
1. Dein Freund
2. Deine Trauer
3. Deine Mutter
4. Dein Job
...
(Ist nur ein Muster - die Reihenfolge musst Du festlegen)

Und mit "Deine Mutter" meine ich jetzt nicht ihr Grundstück, sondern sie als Mensch der Dich sicher auch braucht.

Und dann kümmere Dich zuerst um das was ganz oben steht.

Die Grundstücke und der Dachboden und vieles andere kann warten. Wirklich! Dann ist der Rasen halt mal nicht so toll gemäht oder sonstiges. Ist doch egal. Wichtig bist Du, wichtig ist Dein Freund, wichtig ist Deine Mutter - wichtig sind die Menschen die Dir nahe stehen. Alles andere ist nicht so wichtig.

Viele Grüße


Thomas


PS.: Wenn Du Dir weniger vornimmst, dann wirst Du merken das Du mehr Kraft hast und plötzlich viel mehr schaffst ... und damit auch viel zufriedener wirst.
 
Hallo in-silence,

der Tag hat 24 Stunden - und ca. 8 davon muss man schlafen. Mehr gibt es nicht und wenn Dir die Arbeit zu viel ist musst Du was ändern - oder Dein Körper regelt das für Dich.
Das macht Dein Körper wirklich. Er fängt damit an das Du Dich schlecht fühlst, schlecht gelaunt bist, streitlustig - wie jetzt zum Beispiel. So fängt das an. Als nächstes bekommst Du körperliches zu spüren wie:
- Magenschleimhautentzündig (oder Magengeschwür)
- Rückenprobleme bis hin zu schlimmen Entzündungen
- Kreislaufprobleme. Niedriger oder hoher Blutdruck
- Drehschwindel (... Ausfall des Gleichgewichtssinn, ganz üble sache)
- Zahnprobleme

Wenn es so weit ist, hast Du keine Chance mehr, dann gibt es nur noch kürzer zu treten. Sorry wenn ich es so deutlich aufzeige.

Zu Deinen Freund: Er kann nur helfen wenn Du es zulässt. Das will er Dir sagen. Frage ihn mal was Du tun kannst damit sein Seil bis zu Dir reicht. Alleine die Frage kann Dir und ihn sehr viel bringen - vielleicht musst Du nicht wirklich viel tun, vielleicht reicht das Seil dann bis zu Dir.
Eventuell solltet ihr die Frage mit Seelsorger oder/und Partnerschaftsberater besprechen.

Auch wenn sich das noch so schön anhört, ich weiß, daß er kein längeres finden kann. Schließlich liegt alles nur an mir, und ich komm' nicht klar...
Es liegt nicht an Dir. Ihr beide - Dein Freund und Du - seit doch ein Team. Also löst das Problem gemeinsam. Ich denke genau das ist das was Dein Freund zu Dir sagen will.

Viele Grüße


Thomas
 
Liebe in-silence,

du schreibst, dass dir vor Jahren in einer ähnlichen Situation ein dreiwöchiger Urlaub geholfen hat, deine Trauer zu verarbeiten und dass du danach wieder besser mit der Arbeit klargekommen bist. Vielleicht solltest du genau dies jetzt auch machen. Nimm dir die Zeit und mache Urlaub. Vielleicht magst du jemanden besuchen fahren, oder ganz allein irgendwo die Zeit verbringen und dich ganz deinen Gedanken und deiner Trauer hingeben. Sollte Urlaub momentan nicht drin sein, dann sprich mit deinem Arzt und lass dich aus dem Verkehr ziehen, bevor dein Körper, wie Eins schon geschrieben hat, es für dich tut ! ! !

Was den Garten deiner Mama anlangt: Kannst du nicht mit ihr reden, dass dir das alles zu viel wird. Mein Papa ist letztes Jahr auch gestorben. Meine Mutter wohnt auch in einem Haus mit großem Grundstück. Glücklicherweise hat sie jemanden, der ihr das Gras mäht und auch die Büsche zurückschneidet, wenn es nötig ist. Vielleicht lässt sich ja für deine Mama auch so ein guter Geist finden. Klar kostet das alles Geld, ist aber immer noch besser, als wenn du vor lauter Arbeiten deine Gesundheit einbüßt.

Liebe in-silence, am allermeisten hilfst du dir selbst, indem du dich jetzt in erster Linie um DICH kümmerst. Schon in der Bibel steht geschrieben: Liebe deinen Nächsten WIE DICH SELBST ! ! !

Fühl dich lieb umarmt. Ich wünsche dir viel Kraft und ein glückliches Händchen bei deinen nächsten Schritten.

Alles Gute
Sisandra
 
Komme mir vor wie eine Maschine, die macht und macht, davon fertig, kaputt, klein, traurig, wertlos und sonstwas wird, und wünsche mir so sehr, daß mich jemand aufhebt, mir zeigt, daß ich doch was wert bin und daß mein Leben noch weitergeht.

Liebe in-silence,

ich habe diesen Thread nicht fertig gelesen, bin an deinem ersten Posting hängen geblieben und vor allem an den obigen Worten.

Das was du dir wünscht, ist das, was dir im Moment gut tun würde. Dein Bauch weiß das. Alles andere in dir ist ohnmächtig. Also kannst du weder eine klare Entscheidung treffen noch hinstehen und deinem Freund gegenüber oder deiner Mutter gegenüber sagen:

Ich bin selbst ziemlich kaputt, verletzlich und müde. Ich muss selbst zur Ruhe kommen und KANN MICH NICHT UM EUCH KÜMMERN - KANN NICHT AUCH NOCH EURE AUFGABEN ÜBERNEHMEN!!!!

Das liebe in-silence, ist das, was dein Unterbewusstsein weiß! Ich kann dir eine gemeine Vorhersage machen. Du wirst das solange fortsetzen, bis du völlig zusammenbrichst. Du wirst das solange fortsetzen, bis der Leidensdruck so groß wird, dass du wirklich nicht mehr kannst.

Du treibst dich im Augenblick in die Verzweiflung - weil du keinen anderen Weg im Moment für dich findest. Das soll kein Vorwurf sein. Ganz im Gegenteil. Ich habe großes Verständnis dafür, weil ich es selbst erlebt habe und vor vielen Monaten selbst in dieser Situation war. Ich kann dir deshalb den Rat geben, den ich selbsts damals nicht sehen konnte:

Gönn dir Ruhe! Kümmere dich NUR um DICH!!!! Geb Verantwortung ab! TU DIR SELBST GUT! Lass dich nicht von Aufgaben in die Enge treiben. Tu dir keinen Zwang an - in keiner Hinsicht.

STEH EINFACH EINE ZEITLANG NICHT ZUR VERFÜGUNG! Du wirst staunen, wieviel andere in der Lage sind plötzlich zu tun!

Lieben Gruß
Truth
 
Danke, liebe Truth,

Du hast wohl in vielem Recht, aber Du weißt sicher auch, wie schwer es ist, sich komplett zurückzuziehen. Damals vor vielen Jahren war ich in meiner Trauer allein, ich "mußte" nichts tun und nicht viele haben nach mir gefragt - ich war nicht nur allein, auch einsam. Jetzt stehe ich einfach mehr in einer Gemeinschaft, wo jeder überall mit anpackt - wird nicht drüber gesprochen, das ist eben so. Außerdem habe ich einfach Verantwortung übernommen, die mir normalerweise auch Spaß macht. Vielleicht kann ich einfach versuchen, zwischendurch mal zurückzutreten und mal ein-zwei Stündchen für mich zu haben. Komplett eine zeitlang nicht zur Verfügung zu stehen - das will ich eigentlich auch gar nicht. Es war für mich so schon ein langer Weg, mich der Gesellschaft wieder zu stellen - ein langer Weg über Jahre. Habe auch Angst, da wieder einen Schritt zurückzugehen und damit wieder in meine Einsamkeit zurückzufallen. Es ist alles ein Zwiespalt - ich hoffe, daß ich genug Kraft habe und durch kleine Pausen schöpfen kann...

in-silence

Liebe in-silence,

irgendwie ist es ja schon verständlich, dass du dich nicht aus allem zurückziehen willst, vor allem vor dem von dir beschriebenen Hintergrund. Wobei gar nicht wichtig ist, ob dich hier im Forum jemand verstehen kann, denn für dein reales Leben spielt das doch gar nicht sooo eine große Rolle. Vielmehr ist wichtig, dass du dich selbst nicht aus den Augen verlierst und DIR UND DEINEM WOHLERGEHEN mindestens die gleiche Aufmerksamkeit schenkst, wie den Aufgaben und der Verantwortung, die du übernommen hast.

Vielleicht hilft dir ja ein bisschen, wenn du dir bewusst machst, dass du all die Aufgaben, vor allem aber auch die, die du gerne machst, vielleicht für lange Zeit nicht mehr erledigen kannst, wenn du deine Kräfte so über deine Grenzen hinweg ausgeschöpft hast, dass dein Körper gar nicht mehr anders kann, als dir eine Auszeit zu verschaffen.

Stell dir eine neue Aufgabe und setze sie an oberste Stelle vor allen anderen Aufgaben, die du übernommen hast:

DEIN PERSÖNLICHES WOHLERGEHEN

Und nimm dir jeden Tag mindestens eine Stunde Zeit dafür.

Alles Gute
Sisandra
 

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